Kapitel 4 – Eskalationen

Der nächtliche Ausflug war unbemerkt geblieben. Amy schob ihren Aufenthalt im Klassenzimmer auf einen plötzlichen Anflug von Schlafwandlerei. Da sie unter keinen Umständen negativ auffallen wollte, schwieg die über diesen Vorfall.

Auf Stella hatte der Abend einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nachts verfolgt und bespitzelt zu werden hatte dazu geführt, dass ihre Geduld am Ende war. Sie wollten Krieg, also sollten sie ihn bekommen. Grundsätzlich hatte Stella sich dazu entschlossen, ihre Hausmitglieder zu ignorieren. Einige legten es dennoch auf Ärger an. Sie tuschelten laut genug, dass Stella es hören konnte und gingen dazu über, ihr hässliche Briefe zuzustecken, am Gryffindortisch zusammenzurutschen, damit sie sich einen Platz ganz am Rand suchen musste und ähnliches.

Stella trug alles mit Fassung und verbrachte ihre freie Zeit so gut es ging mit Felicia. Nachdem sich ein paar Zicken im Verwandlungsunterricht wieder selbst übertroffen hatten, saß Snapes Tochter mit der Ravenclaw am See und lief Gräben in den Boden. Sie hatte sich in Rage geredet und ihre Freundin angesteckt.

Gemeinsam wetterten sie über Gryffindor, bis eine Gruppe von Mädchen und Jungen des vierten Jahrgangs sich ihnen näherten. Erhobenen Hauptes marschierten sie so dicht an Stella vorbei, dass sie sie fast streiften. Jeder einzelne hatte eine Beleidigung für sie übrig, die er ihr zuwisperte, während er an ihr vorbei ging. Stella lief langsam rot an und versuchte, ihre Atmung zu beruhigen. Das letzte Mädchen übertrat die Grenze. „Kannst ja gleich zu Papi laufe und uns verpetzen. Auf die paar Hauspunkte kommt es auch nicht mehr an."

KLATSCH!

So schnell hatte niemand reagieren können, wie Stella das Mädchen herumgerissen und ihr eine schallende Ohrfeige verpasst hatte. Felicia sprang auf und klatschte begeistert in die Hände. Die Gryffindors waren wie hypnotisiert. Fassungslos starrten sie das Mädchen mit den dunklen Locken an.

Langsam erlangte die Geschlagene ihre Fassung zurück. Sie drehte sich zu ihren Freunden um. „Habt ihr das gesehen? Die Schlange hat mich geschlagen!" Zu Stella gewandt setze sie ein „Das wirst du bereuen." hinzu. Stella funkelte sie wütend an.

„Nichts auf dieser Welt könnte ich mehr bereuen, als mit DIR in ein Haus gewählt worden zu sein!"

Triumphierend tauschte die Gruppe Blicke. „Da haben wir es also endlich aus deinem Mund gehört. Du gehörst überhaupt nicht zu uns!" Die Rädelsführerin baute sich selbstsicher vor Stella auf.

Felicia schob sich zwischen die beiden und stemmte die Hände in die Hüften. „Was seid ihr eigentlisch für ein wiederlische, arrogante Grupp?" Felicia sah aufgebracht aus. „Isch finde diesen Ut ja schon seltsam, aber dass ihr Gryffindors auch nischt besonders viel Vertrauen in ihn zu legen scheint, finde isch verwunderlisch! In Beauxbatons haben wir größere Stücke auf unseren Gründer gehalten!"

Die Gryffindors waren wie vor den Kopf gestoßen. Nur ihre scheinbare Anführerin hatte Felicias Worte scheinbar nicht begriffen. „Sie ist die Tochter des Slytherin Hauslehrers!" Stella verfiel in beinahe hysterisches Gelächter. „Seid ihr wirklich so unsagbar dämlich? Wie schafft ihr es, jeden Tag eure Schuhe zuzubinden?"

Der Blick der gegnerischen Gryffindor ging unwillkürlich zu ihren Schuhen. Mit denen war alles in Ordnung. Ihre Begleiter sahen teilweise beschämt zu Boden und teilweise fragend zu Stella. Stella erwiderte den Blick herablassend. „Euch ist tatsächlich nicht aufgefallen, dass mein Vater mich seit dem ersten Schultag ignoriert?" Betretenes Kopfschütteln. Nur eine machte erneut den Mund auf. „Und warum zieht er uns dann dauernd Punkte ab?"

Stella lachte noch lauter, bis ihr Tränen übers Gesicht liefen. Felicia war sich nicht sicher, ob es nur Lachtränen waren. Sie beobachtete die Freundin, immer bereit, sie schnell in den Arm zu nehmen und wegzubringen. Noch schien Stella gefasst und sprach weiter. „Ich möchte ungern noch weiter auf deiner mangelnden Intelligenz herumreiten, aber achte doch in Zukunft einfach mal darauf, wann er genau die Punkte abzieht. Und jetzt seht zu, dass ihr hier wegkommt oder es passiert etwas!"

Die letzten Worte schrie sie beinahe. Kaum waren die Schüler außer Sicht, brach die Braunhaarige heulend auf dem Boden zusammen. Felicia eilte zu ihr und hockte sich neben sie auf den Rasen. Behutsam strich sie Stella über den Kopf und versuchte, sie zu trösten. Ihr fiel nicht auf, dass sie französisch sprach.

Stella beruhigte sich nach einiger Zeit und setzte sich auf. „Wie können diese Idioten nur so ignorant sein? Es ist so offensichtlich, dass er mich hasst. Es hat sogar den Anschein, dass er die Hoffnungen, die er vielleicht mal in mich gesetzt hatte plötzlich auf Lacrima projiziert. Er hat sich eine neue Tochter ausgesucht! Bestimmt lädt er sie sonntags zum Kaffeetrinken in sein Büro ein…"

Felicia unterbrach sie. „Du weißt, dass das nicht stimmt. Bitte lass deine Wut über dein Haus und deinen Vater nicht an Lacrima aus. Sie kann doch nichts dafür." Stella nickte. „Ich bin nicht wütend auf sie. Sie ist die einzige mit Ausnahme von dir, die nett zu mir ist. Aber es tut so weh, ihn im Unterricht zu sehen. Seine Bewunderung für sie tut weh. Seine Nichtbeachtung mir gegenüber tut noch mehr weh. Und dafür von meinem Haus bestraft zu werden ist der Gipfel. Ich will hier weg!" Wieder brach sie in Tränen aus.

Fast zur selben Zeit trafen in der Bibliothek zwei willenstarke Mädchen zusammen, die beide unter starken Männern aufgewachsen waren und sich nur dann zurückhielten, wenn sie es für nötig hielten. In einem Gang zwischen zwei Regalen standen sie sich gegenüber und blitzten sich an.

„Aus dem Weg, Wiesel!"

„Im Leben nicht, Malfoy!"

Beide musterten sich abschätzend. Regungslos fixierten sie sich gegenseitig mit Blicken.

„Los, Schlangenbraut, verschwinde in deinen Kerker und steh nicht im Weg rum!"

Lacrima verzog keine Miene.

„Geh mit deinen Schlammblutfreunden spielen!"

„Lieber mit denen, als mit deinem inzestuösen Haufen."

„Ach deswegen stellt sich dein Vater gegen die Zauberer?"

Ginny unterdrückte ein kurzes Schmunzeln.

„Hielte deiner sich an die Gesetze, müsste meiner ihn nicht jagen."

„Als ob das Wieseloberhaupt schon mal erfolgreich gegen Zaubererfamilien vorgegangen wäre. Vielleicht sollte er lieber weiter mit Muggeltoiletten spielen."

Autsch!

„Wenigstens bekommen meine Brüder keine Tätowierung als Abschlussgeschenk."

Auch das hatte gesessen.

Lacrima unterdrückte die Qual einen Augenblick zu spät. Ginny hatte es gesehen und erschrak. Sehr kurz, aber Lacrima hatte es gesehen, drehte sich kommentarlos um und ging. Ginny sah ihr nach. Es sah so aus, als wären nicht alle Malfoys so ganz überzeugt von dem, was dort vor sich ging.

Lacrima hatte den Gang zur Bibliothek schon fast verlassen, als sie ihren Namen hörte. Sie drehte sich um und sah die Weasley Tochter auf sich zulaufen. Sie widerstand dem Drang, mit den Augen zu rollen.

„Was willst du Wiesel? Zwischenhäusische Beziehungen aufbauen?"

Lacrima legte genug Belustigung in ihre Stimme, um ihre Gesprächspartnerin auf die Palme zu bringen.

Ginny bereute bereits, ihr nachgelaufen zu sein. „Vergiss es, Malfoy!" Sie wandte sich ab und entspannte die geballten Fäuste.

Lacrima begann das Spiel zu gefallen. „Ihr kommt ja nicht mal mit eurem eigenen Haus klar und dann willst du es beim Erzfeind versuchen? Ganz der Vater, würde ich sagen!" Sie lächelte, während sie das sagte.

Ginny drehte sich ruckartig wieder zu ihr um. „Was soll denn das heißen?" Ihre Augen glühten beinahe und die Anspannung ihrer Fäuste hatte die Schulter erreicht.

Lacrima verglich das Bild mit einer Löwin, die ihren Nachwuchs verteidigen wollte. „Stell dich nicht dümmer, als du bist! Nicht mal mein Bruder würde so mit einem Mitglied seines Hauses umspringen." Die Slytherin lächelte nicht mehr. Ginny zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht, wovon du redest." Lacrima drehte sich kopfschütteln um. Im Weggehen, ohne Ginny anzusehen, sagte sie „Dann würde ich mal Stella danach fragen."

Ginny sah ihr nach. Sie verspürte an einem Tag das zweite Mal das Bedürfnis, einer Malfoy nachzulaufen, ohne ihr einen Fluch an den Hals jagen zu wollen. Zumindest nicht vorrangig. Sie beschränkte sich auf Rufen. „Also gut, ich habe angebissen. Was willst du?"

Lacrima seufzte leise. Nicht mit einer Gryffindor aus dem Hause Weasley reden wollte sie. Aber nun hatte sie wohl keine Wahl. Sie kehrte um und ging zu Ginny zurück. „Ich fragte mich nur, was wohl vorgeht in euren kranken kleinen Gryffindor Köpfen." Ginny schwieg. „Ihr bekommt Hauszuwachs und das Einzige, wozu ihr im Stande seid sind Gemeinheiten."

„Sie ist die Tochter von Snape. Dir dürfte nicht entgangen sein, dass Snape und Gryffindor nicht unbedingt die besten Freunden sind."

„Nein, ehrlich?" Lacrima tat übertrieben bestürzt. „Ihr Armen! Und das, obwohl ihr nicht mal mit ihm verwandt seid!"

Ginny spürte langsam eine Erkenntnis aufsteigen. Sie rief Bilder aus dem Tränkeunterricht ab und setzte sie neu zusammen. Wenn sie so darüber nachdachte, hat Snape seine eigene Tochter kein einziges Mal angesehen. Aber warum war ihr das nicht früher aufgefallen?

„Aber er zieht uns in fast jeder Stunde Punkte ab. Und immer dann, wenn jemand blöde tuschelt."

Lacrima nickte. „Aber nicht, wenn sie auf Stella abzielen." Sie deutete auf sich selbst. Ginny dachte kurz darüber nach. Es wäre möglich, dass das stimmte. Eigentlich machte Snape sehr untypisch deutlich, dass er eine Lieblingsschülerin hatte. Lacrima war auch gut im Unterricht, aber mit Sicherheit nicht klassenbeste.

Ginny nickte der Hausfeindin zu und ging in Gedanken versunken zurück in die Bibliothek.

Lacrima sah ihr kurz nach und machte sich auf in den Gemeinschaftsraum.

Auf ihrem Lieblingssessel zog sie die Beine in einen Schneidersitz an und packte ein Buch aus, dass sie sich für die Hausaufgabe „Pflege magischer Geschöpfe" ausgeliehen hatte. Sie konnte sich nur schwer auf das Buch konzentrieren. Die Verhaltensweise des ägyptischen Zackenflügelkäfers interessierte sie einfach nicht.

Das Portraitloch ging auf. Die Quidditchmannschaft kam in Begleitung einiger Zuschauer vom Training zurück. Pansy folgte Draco bis vor die Schlafsaaltür. Lacrima musste grinsen.

Ihre Mundwinkel froren ein, als Blaise Zabini sich auf die Lehne ihres Sessels schwang und ihr ins Ohr flüsterte „Sie wird nie aufgeben und er wird nie nachgeben. Das verspricht eine romantische Zukunft, findest du nicht auch?"

Lacrima konnte nichts erwidern. Ihre Nackenhaare hatten sich aufgestellt und ein Schauer lief über ihren Rücken. Da sie nicht antwortete, sah er zu ihr herunter und legte seine Hand auf ihren Rücken, um sie anzustubsen. „Lacci?" Seine Hand brannte sich förmlich in ihren Rücken. Und er hatte sie Lacci genannt.

Ausschließlich ihre Eltern, Draco und ihre Paten nannten sie so. Ihre Eltern nur selten, ihre Paten noch seltener, blieb also eigentlich nur Draco. Ihr Bruder. Zabinis bester Freund. Sie sprang auf, ließ das Buch fallen und rannte nach draußen. Ihr war unnatürlich heiß.

Da war der Park vor dem Schloss eine willkommene Abkühlung. Sie atmete mehrfach tief durch und brachte sich selbst zur Ruhe. So schnell hatte sie noch nie die Kontrolle über ihren sichtbaren Gemütszustand verloren. Sie war bisher immer stolz auf ihre Selbstbeherrschung gewesen, doch seit diesem Moment zweifelte sie.

Nachdem sie ein Stück herum spaziert war, hatte sie den Plan gefasst, etwas zu ändern. Sie brauchte Ablenkung und musste sich jemanden ganz dringend aus dem Kopf schlagen. Sie ging die Liste ihrer männlichen Mitschüler durch. Zwei Kandidaten waren recht hübsch und kamen in die engere Auswahl. Sie überlegte gerade, wie sie die Sache angehen konnte, als sie Stimmen hörte.

Hinter einem Busch entdeckte sie Felicia und Stella. Stella hatte gerötete, geschwollene Augen. Lacrima lief zu ihr und setzte sich. „Stella, alles in Ordnung?" Die Angesprochene nickte. „Jetzt wieder. Ich habe einfach mal alles raus gelassen und fühle mich schon deutlich besser. Auch wenn mich riesiger Ärger im Haus erwartet."

Sie erzählte Lacrima schnell, was passiert war. Diese lächelte leicht. „Ich glaube nicht, dass das Ärger gibt. Ich hatte eine…" sie zögerte und suchte nach einem passenden Wort „interessante Begegnung mit dem jüngsten Wiesel Nachwuchs." Stella sah sie fragen an, Lacrima winkte aber ab. „Nicht so wichtig!"

Mit einem breiten Grinsen wechselte sie das Thema auf die beiden Slytherin Jungen, auf die die Blonde nun ein Auge werfen wollte. Sie diskutierten über die Vor- und Nachteile der Männerwelt, bis es Zeit für das Abendessen war.

Gemeinsam und nichts ahnend betraten sie das Schloss. In der Eingangshalle liefen sie direkt in einen angesäuerten Draco. Felicia lächelte ihn freudestrahlend an. Stella senkte betreten den Blick, Lacrima hob das Kinn. Wenn auch nur ein kleines bisschen. Ihr Gesichtsausdruck verwandelte sich in eine steinerne Maske.

Natürlich musste Draco ihr gerade jetzt eine Szene machen, während die halbe Schule gleichzeitig in die Große Halle unterwegs war. Die Standpauke begann umgehend, traf zu ihrer eigenen Überraschung aber gar nicht Lacrima. Stattdessen hatte ihr Bruder Stella an den Schultern gepackt und an die Wand gedrückt.

„Ich habe dir bereits zu verstehen gegeben, dass du dich von meiner Schwester fern halten sollst! Sie braucht keinen Umgang mit Blutsverrätern und schon gar nicht mit einer Person," er spuckte das Wort mehr, als dass er es sprach „die so viel Schande über ihre Familie bringt, wie du es getan hast! Du bist schlimmer, als diese Wiesel! Ach was, du bist schlimmer als Black!"

Lacrima sog die Luft ein. Das ging zu weit. Sirius Black war das absolute Feindbild der Malfoys, Blacks und Lestranges'. Er hatte sich von seiner Familie abgewandt, sich mit Muggeln und Schlammblütern eingelassen und hatte es auch noch geschafft, aus Askaban zu entkommen. Etwas, was den Lestranges' noch nicht gelungen war. Stella damit zu vergleichen ging zu weit.

„Draco, bitte!" Lacrima sprach sehr leise, doch der wütende Blick ihres Bruders schoss zu ihr herum.

„Wir sprechen uns noch!" Er zischte sie an. Neben der aufsteigenden Panik, weil sie ihn selten so wütend gesehen hatte, musste Lacrima sich fragen, ob Draco vielleicht doch Parsel sprach. Niemand konnte so zischen und dabei Worte formen!

Lange konnte sie diesen Punkt nicht überdenken, denn mittlerweile war der eisige und immer beherrschte Draco Malfoy dazu übergegangen, sich schreiend auszudrücken. Stella wurde immer kleiner und bekam sichtlich Angst vor ihm. Sie sah sich nach einer Fluchtmöglichkeit um, konnte aber keine entdecken.

Felicia, die ihrerseits immer wütender wurde, wollte dazwischen gehen, als eine allen bekannte, schnarrende Stimme in der Halle erklang. Severus Snape bahnte sich einen Weg durch die schaulustigen Schüler und blieb vor den Kontrahenten stehen.

Seiner Tochter warf er einen herablassenden Blick zu. Felicia schickte er zu ihrem Haus an den Tisch. Sie widerstand der Versuchung, ihm zu widersprechen und machte sich davon.

Lacrima bewunderte ihre eigenen Schuhspitzen. Draco sah seinem Hauslehrer aufgebracht in die Augen.

„Draco, was war hier los?" Snape sprach fast völlig ohne Betonung, aber dennoch irgendwie beinahe singend. Dracos Augen verhießen Trotz und Ärger. „Nichts!"

„Dafür haben Sie einen ziemlichen Lärm veranstaltet. Ich kann mir denken, was das Problem war und werde darüber hinweg sehen. Aber vermeiden Sie, dass das noch einmal vorkommt!" Er drehte sich um und marschierte geradewegs in die Große Halle.

Mit angehaltenem Atem verfolgten die anwesenden Gryffindors das Schauspiel. Besonders eine rothaarige Schülerin sah mit wachsender Bestürzung zu. Wie groß konnte sein Hass auf ihr Haus sein, dass er sogar seine eigene Tochter, sein eigen Fleisch und Blut, so behandeln ließ. Ja, Draco gehörte wohl zu seinen Lieblingen, auch wenn das nicht nachvollziehbar war, aber sie war seine Tochter! Sogar Malfoys Mutter hatte mehr Herz für ihre Kinder bewiesen!

Die Versammlung löste sich langsam auf. Draco flüsterte Stella noch zu: „Bleib ihr fern oder das nächste Mal bedarf es mehr als meinen Paten um mich zurückzuhalten!" Dann packte er unsanft den Arm seiner Schwester und zerrte sie immer noch sauer zum Tisch der Slytherins.

Stella stand alleine an die Wand gelehnt, zu verstört, um zu weinen. Sie schloss die Augen und versuchte zu verarbeiten, was gerade passiert war. Der Blick ihres Vaters brannte sich in ihr Gedächtnis. Plötzlich strich eine Hand sanft eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht.

Sie sah auf, in der Erwartung, Felicia zu erkennen und stutzte, als sie in das mitfühlende Gesicht von Ginny Weasley blickte. „Komm mit, gehen wir zum Essen." Sie legte Stella den Arm um die Schulter und schob sie vorsichtig zum Tisch der Gryffindors.

(Fortsetzung folgt)