Kapitel 4: Auf ein Zweites, Mme Pomfrey!

Anm.: Ja ich weiß, theoretisch ist der zweite Tag, an dem sie hier Schule haben ein Samstag, und jetzt wo ich die ersten drei Kapitel schon on gestellt hab, kann ich das wohl nicht mehr ändern (mist), aber ich hoffe ihr seht über den einen nicht-schulfreien Samstag hinweg und verzeiht mir!

Das Kapitel ist auch irgendwie komisch ..'

The Voice ist btw. Von Eimear Quinn ')

Kaum hatte sie diese Worte gesagt, erwärmte sich der Anhänger.

Rose erblasste und ließ die Karte los. Sie zog den Anhänger unter ihrem T Shirt hervor. Die Augen der Schlange leuchteten rot. Sie keuchte auf.

„Rose, was machst du da? Rose, was ist los?", fragte Sara und packte ihre Schulter.

Rose schluckte, sie schloss ihre Hand um den Anhänger. Al sah zu ihrer Hand und blickte dann auf. Hatte er ihn gesehen?

„Nichts ... nichts, ich ... muss gehen", brachte Rose hervor und stand abrupt auf.

„Wie? Was soll das -" Sara sah sie verwirrt an, doch sie packte ihre Schultasche und eilte aus der Großen Halle.

Kaum war Rose draußen lehnte sie sich an eine Wand und öffnete ihre Hand. Die Augen der Schlange leuchteten noch immer und sie fesselte Rose mit ihrem Blick. Einige Sekunden starrten sie sich gegenseitig in die Augen, dann hörte Rose die Schlange, leise, zischelnd sagen:

Du wirst mir helfen."

Roses Herz klopfte und ihre Hände wurden kalt.

„W-Wieso sollte ich dir helfen?", sagte sie und versagte kläglich dabei, gefasst und bestimmend zu klingen.

Du musst es tun ... eine Auserwählte ... Hilf mir, es ist -"

Ein Geräusch erklang rechts von ihr. Als würde sie aus einer Trance gerissen, schloss sie die Finger wieder um den Anhänger und sah auf. Ihr Herz raste noch immer. Die Türe der Großen Halle hatte sich geöffnet und Malfoy trat heraus, er blickte sich suchend um. Hastig ließ Rose die Kette unter ihr T Shirt gleiten. Sie fühlte sich eiskalt an.

Malfoy hatte sie erblickt und sah sie mit einem abschätzenden Blick an.

Sie atmete schwer, ihre Hände zitterten, ihre Tasche lag neben ihr auf dem Boden und einige Hefte waren heraus gefallen.

Malfoy ging auf sie zu; rasch kniete sie sich hin, sammelte ihre Hefte ein und stopfte sie in die Schultasche.

Als sie sich wieder aufrichtete, stand Malfoy nur einen Meter von ihr entfernt.

„Was ist?", fuhr sie ihn an und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

Er zog eine Augenbraue hoch und sah sie weiter schweigend an.

In dem Moment öffnete sich die Türe ein weiteres Mal und eine ganze Horde Erstklässler kam heraus.

Rose drehte sich ruckartig um und ging die Treppen zum Gryffindor Turm hoch.

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Sara und Al hatten Rose besorgt gefragt, ob etwas nicht in Ordnung sei. Sie hatte geantwortet, ihr sei nur ein wenig schlecht geworden, aber es ginge ihr wieder gut. Erleichtert hatte sie festgestellt, dass ihre Freunde ihr zu glauben schienen.

Rose kam mit Al von der letzten Stunde Zauberkunst, als sie vor dem Portraitloch Sara stehen sahen, die ihnen fröhlich zuwinkte.

„Ich weiß das neue Passwort nicht", meinte sie erklärend.

„Midas", sagte Al, und die drei schlüpften durch das Portaitloch in den Gryffindor Gemeinschaftsraum. Keiner störte sich an Sara, die sich oft im Gemeinschaftsraum der Gryffindors aufhielt.

Sie setzten sich in drei Lehnstühle um den Kamin. Nachdem sie ihren Tag eingehend besprochen hatten, und Rose nach einigem Betteln von Al zugesagt hatte, seinen Aufsatz für Pflege magischer Geschöpfe über Knarle zu schreiben, fragte Sara schließlich:

„Also, was denkt ihr: Sollen wir die Kammer des Schreckens suchen?"

Einen Moment hielt Rose die Luft an, doch ihr Anhänger erwärmte sich nicht.

„Sie wurde Jahrhunderte lang gesucht und keiner hat sie gefunden!", gab Al zu denken.

„Das stimmt nicht ganz", warf Rose ein, „Immerhin hat Voldemort sie in seiner Jugend gefunden, und meine Eltern und Harry auch! Vielleicht ... wenn wir uns erinnern, was sie uns darüber erzählt haben ..."

Die drei versanken jeder in seine Gedanken.

„Dad redet nicht so viel darüber, er ärgert sich immer wenn man sie seine Heldentaten nennt", sagte Al nach einigen Minuten, „aber Mum erzählt oft wie er sie gerettet hat. Wenn ich so an ihre Beschreibungen denke, dürfte es dort ziemlich feucht gewesen sein, ich glaube sie hat sogar mal erwähnt, dass sie unter dem See ist. Und sie meinte, die Maulende Myrte hat sich einen schlechten Ort zum heulen ausgesucht, so nahe an der Kammer wäre es kein Wunder, dass sie das erste Opfer war."

„Mein Dad regt sich immer nur über Lockhard auf, wenn wir über die Kammer reden.", sagte Rose entschuldigend. Sie erinnerte sich auch, dass ihre Mutter im Zuge eines Gesprächs über die Kammer einmal erwähnt hatte, sie fände es beruhigend, dass Harry Parsel wieder verlernt hätte, aber sie musste an den Anhänger denken und schwieg.

„Zusammenfassend können wir also sagen", fuhr Sara fort, „dass die Kammer unter dem Schloss liegt, vermutlich sogar unter dem See und der Eingang in der Nähe vom Klo der Maulenden Myrte ist?"

Rose und Al nickten bestätigend.

„Na dann haben wir ja doch einige Anhaltspunkte! Ich bin dafür, wir beginnen zu suchen!"

„Naja, also ehrlich gesagt muss ich noch zwei Aufsätze schreiben, über Knarle und einen für deine Mutter in Zauberkunst ..."

„Ja, ich wollte eigentlich noch ein bisschen lesen, also ..."

„Ich hab schon verstanden! Also bis morgen."

Leicht enttäuscht ging Sara zurück in ihren Gemeinschaftsraum.

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Rose stand im Waschraum der Mädchen und starrte seit ungefähr fünf Minuten in den Spiegel.

‚Es muss nichts heißen, dass dieser Anhänger spricht. Vielleicht redet er einfach nur Blödsinn. Nur weil er eine Schlange ist, heißt das nicht dass ich Parsel spreche. Er ist nicht gefährlich, er kann es gar nicht sein. Es gibt keinen Grund, ihn abzunehmen. Er sieht doch hübsch aus.'

Sie wusste, dass das nur Ausreden waren. Wenn er so hübsch war, warum trug sie ihn dann unter ihrer Kleidung? Wollte sie ihn nicht abnehmen?

Sie starrte sich tief in die Augen. Es waren ihre Augen. Es war ihr Gesicht und ihr Kopf mit ihren Gedanken, und die ließen sich von keinem Anhänger auf egal welche Weise beeinflussen.

Jemand packte sie an der Schulter.

„HEY!"

Rose zuckte zusammen. Erschrocken drehte sie sich um – und sah in Glorias verwirrtes Gesicht.

„Was machst du da? Hast du mich nicht gehört?"

Gloria sah sie besorgt an.

„Tut mir leid ich ... war in Gedanken."

Gloria sah sie scharf an. Rose blickte weg und verließ eilig den Waschraum.

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Verwandlung war eines von Roses Lieblingsfächern und trotzdem konnte sie die Augen kaum offen halten. Sie hatte die Nacht zuvor schlecht geschlafen und hatte einen Alptraum nach dem anderen gehabt. Sie konnte sich an keinen genau erinnern, nur dass immer wieder dieser See vorgekommen war.

Sie schüttelte den Kopf und versuchte den Gedanken loszuwerden.

Al trat ihr unter dem Tisch gegen das Schienbein.

„Au, was -", flüsterte sie, doch sie wurde unterbrochen.

„Miss Weasley?"

McGonnagal sah sie über die Ränder ihrer Brille streng an. „Könnten Sie vielleicht wiederholen, was ich gerade gesagt habe?"

Rose versuchte sich zu konzentrieren, ihre Gedanken zu ordnen. Worum war es gegangen? Sie blickte sich unsicher um. Vor ihnen auf den Tischen lagen kleine Haarspangen. Haarspangen ... was tat man mit Haarspangen ... die Müdigkeit drückte ihre Augen zu, ihre Gedanken schweiften ab.

„Ich ...", stammelte sie und schüttelte wieder den Kopf.

Plötzlich schossen Bilder in ihren Kopf, zogen vor ihrem geistigen Auge vorbei wie ein Film, Bilder von Dingen, die sie noch nie gesehen hatte. Ein dunkles Verließ, hohe graue Wände, kein einziges Fenster; eine riesige Schlange die auf sie zuschoss und ihr Maul aufriss, als das Bild ersetzt wurde von grünem, trübem Wasser, ‚der See', dachte sie wage, und ein lebloser Körper, der langsam immer tiefer sank. Ein Mädchen, mit rotem langem Haar. Eine Hand packte ein Büschel Haare und zog das Mädchen fort. Rose sah ein leicht grünliches Gesicht mit leblosen, weit aufgerissenen Augen. Ihren Augen. Sie keuchte auf.

„Miss Weasley ist alles in Ordnung?"

Ihr Blick fokusierte sich und sie nahm das Klassenzimmer wieder wahr. Alle Köpfe hatten sich zu ihr umgedreht, sie klammerte sich fest an ihr Pult und kalte Schweißtropfen waren ihr auf die Stirn getreten.

„Ist Ihnen nicht gut? Ich schlage vor, sie gehen in den Krankenflügel!", sagte McGonnagal besorgt. „Soll Mister Potter Sie begleiten?"

Rose wusste, dass Al ihr tausende Fragen stellen würde, sobald sie die Klasse verlassen hätten und so sagte sie flüsternd:

„Nein ... ich ... Danke, ich schaffe das schon allein"

Sie wollte ihre Sachen zusammenpacken, doch als sie das Tintenfass hob, zitterten ihre Hände so sehr, dass sie es fallen ließ. Es zerbrach, die Tinte floss über den Tisch und das Pergament saugte sich damit voll.

„Die Sachen können Sie da lassen, Mister Potter wird sie Ihnen nachbringen.", meinte McGonnagal und Rose verließ den Klassenraum, die Blicke aller Schüler folgten ihr.

In ihren ersten zwei Schuljahren war Rose kein einziges Mal im Krankenflügel gewesen, außer um Sara und Al zu besuchen, die sich häufig diverse Verletzungen beim Quidditch zuzogen. Nun saß sie zum zweiten Mal in der ersten Schulwoche auf einem Bett im Krankenflügel.

„Was ist diesmal passiert?", fragte Madam Pomfrey seufzend.

„Ich bin etwas übermüdet, fürchte ich. Schlecht geschlafen", meinte Rose mit zittriger Stimme.

Madam Pomfrey sah sie prüfend an und nickte dann.

„Ich werde Ihnen einfach einen Trank für tiefen, traumlosen Schlaf geben."

Madam Pomfrey brachte einen dampfenden Becher, und Rose leerte ihn dankbar in einem Zug.

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„Da, sie wird wach, glaube ich!"

„Rose? Rose!"

Rose öffnete langsam die Augen. Die erwartungsvollen Gesichter ihrer beiden Freunde blickten auf sie hinab.

„Morgen", murmelte sie verschlafen.

Sara lachte. „Allerdings Morgen! Du hast einen ganzen Tag verschlafen!"

Erschrocken setzte Rose sich auf.

„Wie spät ist es?", fragte sie entsetzt.

„Neun Uhr. Madam Pomfrey hat uns gesagt, wann du ungefähr aufwachen würdest, also sind wir vorbei gekommen. Und wir müssen dir etwas unglaubliches erzählen", sprudelte Sara los.

„Moment, Moment!", rief Rose. Sie rieb sich die Augen und gähnte ausgiebig. „Also?"

„Wir waren während du geschlafen hast, nicht untätig", meinte Al stolz. „Wir haben Myrte einen Besuch in ihrem Klo abgestattet!"

„Na, da habt ihr ja was Sinnvolles getan", meine Rose mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Wir waren nicht wegen Myrte da, in erster Linie.", meinte er schnell. „Wir haben nach", er senkte seine Stimme, „Der Kammer gesucht!"

Rose bekam Herzklopfen. Sie griff an ihren Hals. Die Kette war noch da. „Und?", fragte sie nervös.

„Wir haben etwas gefunden, das ziemlich verdächtig ist, wenn du mich fragst!", fuhr Al fort.

„Eine Schlange auf einem Wasserhahn!", platzte Sara ungeduldig heraus und strahlte Rose an, als hätte sie ihr ein wunderbares Geschenk gemacht.

„Eine Schlange?", fragte Rose nach.

Die beiden nickten.

„Wir wissen nur noch nicht genau, was wir damit anfangen sollen", meinte Al nachdenklich.

„Aber das werden wir noch herausfinden!", sagte Sara mit einer sing-sang Stimme. „Wir haben dir übrigens ein Frühstück aus der Küche besorgt! Wartet alles im Gemeinschaftsraum!"

Weil laut Roses Vater die Hogwarts Küche etwas Überlebenswichtiges für Schüler war, hatte er das Geheimnis sämtlichen seiner Kinder, Neffen, Nichten und deren Freunden anvertraut und sie machten gerne Gebrauch von diesem Wissen.

Rose spürte jetzt auch, dass sie Hunger hatte, und nachdem sie sich umgezogen und bei Madam Pomfrey abgemeldet hatte, gingen die drei in den Gemeinschaftsraum.

Sie verbrachten den Tag damit, Snape Explodiert und Zaubererschach zu spielen (wobei Rose immer gewann), außerdem machte Rose die Hausübungen nach, die sie am Vortag aufbekommen hatten.

Dann war es Zeit für Abendessen und gemeinsam gingen sie hinunter in die Große Halle.

Rose war gerade dabei, ihre Tomatensuppe auszulöffeln, als Ella auf sie zu kam.

„Hi Rose", sagte sie freundlich.

„Hi", sagte Rose mit vollem Mund und versuchte dabei, nicht zu sabbern.

„Ich habe mich bei Sir Lovegood erkundigt, leider können wir die Große Halle heute nicht haben, da hier der Orgelunterricht stattfinden wird, aber wir haben ein freies Klassenzimmer im dritten Stock. Wir treffen uns am besten trotzdem vor der Großen Halle, alles klar?"

Rose hatte inzwischen geschluckt und antwortete: „Alles klar. Bis dann!"

Ella nickte und ging mit federnden Schritten davon.

„Wer war das?", fragte Sara neugierig.

„Meine Tanzlehrerin" sagte Rose und nahm sich noch Suppe nach.

Ella hatte schon gewartet, als Rose zur Großen Halle kam und gemeinsam gingen sie in den dritten Stock. Ella führte sie in einen leeren Klassenraum, der nicht mehr als solcher erkennbar war: Es befanden sich weder Tische noch Stühle darin, und dort wo sich sonst die Tafel befand, war die ganze Wand verspiegelt.

„Also, beginnen wir mit ein paar Aufwärmübungen!", sagte Ella und rieb sich die Hände.

Die nächste Stunde war anstrengend und schweißtreibend, aber Rose fand es wunderbar. Ella war nett aber streng. Sie lobte kaum und besserte viele Details aus. Zuerst machte sie mit Rose eine ganze Reihe von Ballettaufwärmübungen an der Stange und in der Mitte, dann musste sie etliche Übungen mit Spitzenschuhen tanzen, sich dehnen und Sprünge üben – und plötzlich war die Stunde um.

„Sehr gut!", sagte Ella abschließend, „ich verspreche dir, dass wir nächstes Mal mit einer Choreographie beginnen."

Die nächsten paar Wochen verliefen relativ ereignislos, sah man von den Bergen an Hausaufgaben und Als neuem, unfreiwilligen Haarschnitt, der Ergebnis von einer Diskussion mit Peeves war, ab.

Tanzen war für Rose wie ein Lichtblick am Ende jeder Woche voll Schulstress und Gedanken über ihre seltsamen Träume und den Anhänger. Rose spürte, dass er sich manchmal erwärmte, doch sie gab sich die beste Mühe, das zu ignorieren, auch wenn die Angst, er könnte wieder mit ihr reden, nicht kleiner wurde, sondern sie im Gegenteil, wie ein schlechtes Gewissen immer und überall begleitete.

Al, Sara und Rose saßen an einem Sonntag im Gemeinschaftsraum, als Sara begann:

„Wisst ihr, mich würde wirklich interessieren, wie man in die Kammer des Schreckens kommt. Bitte, wollen wir's nicht noch mal versuchen? Rose, du hast doch noch nicht einmal unseren phänomenalen Fund gesehen! Magst du's nicht ansehen?"

Rose schluckte. „Ich weiß nicht recht ..."

„Ohja, bitte sieh's dir an! Dir fällt doch sonst immer etwas ein, vielleicht auch diesmal?"

„Also gut", sagte sie zögerlich.

„Gut!", rief Sara voll Enthusiasmus und sprang auf.

„Jetzt gleich?", fragte Rose entgeistert.

„Wann denn sonst?"

Seufzend gab Rose nach und die drei gingen aus dem Gemeinschaftsraum hinunter in den zweiten Stock.

„Seid lieber leise, sonst stören wir Myrte noch, und das hat unangenehme Folgen!", sagte Sara bevor sie die Türe öffnete.

„Was für Folgen?", fragte Al.

Sara zog ein angewidertes Gesicht. „Hast du schon mal in Klowasser gebadet?"

Al zog eine ebenso angewiderte Mine. „Ich werde schweigen wie ein Grab!"

Sara zog die Tür auf und die drei betraten den Waschraum.

„Also?", flüsterte Rose.

Sara ging zu einem Waschbecken und winkte Rose, sie solle zu ihr kommen.

Mit Herzklopfen trat sie näher und Sara deutete auf eine kleine, eingravierte Schlange auf dem Wasserhahn. Der Anhänger erwärmte sich sofort. Rose schloss die Augen. ‚Bitte nicht. Bitte jetzt nicht' Er wurde immer wärmer und war schließlich so heiß, dass er brannte. Rose ballte die Fäuste und drückte die Augen zu.

„Und, hast du eine Idee?", fragte Sara leise.

Rose öffnete die Augen. Sie war sicher, der Anhänger hatte ihr schon ein Loch eingebrannt.

Sie stierte die Schlange an.

„Ich ... weiß nicht recht"

‚Vielleicht wenn man Parsel mit ihr spricht?', fragte sich Rose bei sich.

Tu es."

Sie atmete scharf ein. Konnte er ihre Gedanken lesen? Hatte Sara ihn gehört?

Sind Gedanken frei?"

Der Anhänger wurde eiskalt und Roses Gesicht kalkweiß.

Oder kann man sie fangen?"

„ICH WEISS NICHT, WAS ICH TUN SOLL", schrie Rose laut.

Sara zuckte zusammen und starrte sie erschrocken an.

In dem Moment rief eine weinerliche Stimme hinter ihnen:

„Ohja, und wenn man nichts zu tun hat, schreien wir einfach einmal und stören andere in ihrem Schlaf!"

Die Maulende Myrte schwebte aus einer Toiletten Kabine und sah die drei vorwurfsvoll an.

„WENN ICH WENIGSTENS SCHLAFEN KÖNNTE! Aber was wisst ihr Menschen schon davon", und mit einem lauten Heulen raste sie durch die Klotüre und man hörte es laut Platschen.

Rose wurde an der Hand gepackt und Richtung Ausgang gezerrt, ein paar Wassertropfen landeten in ihrem Gesicht, bevor Sara die Türe hinter ihnen zuschlug und Al ihre Hand losließ.

„Was sollte das gerade?", fragte Sara wütend.

Al sah Rose bekümmert an.

Rose blickte zwischen den beiden hin und her und ging dann wortlos davon.

„Hey, wo gehst du hin? Bleib gefälligst hier!", rief Sara ihr nach.

„Lass sie halt. Gehen wir", hörte sie Al leise zu Sara sagen.

Rose beschleunigte ihre Schritte und begann schließlich zu rennen. Sie rannte die Stiegen hoch, durch den Gemeinschaftsraum und ließ sich auf ihr Bett sinken.

Tränen schossen ihr in die Augen und sie presste wütend ihre Hände darauf.

Ja, was war das gerade gewesen?

Wieso wusste der Anhänger, was sie gedacht hatte? Bis jetzt hatte er auch noch nie etwas gesagt, wenn sie ihn nicht angesehen hatte.

„Es ist zwanzig Uhr", verkündete der Kanarienwecker.

Rose setzte sich blitzschnell auf. Sie würde zu spät zum Tanzen kommen!

Hastig zog sie sich um und schnappte ihren Rucksack. Dann rannte sie aus dem Schlafsaal und dem Gemeinschaftsraum.

Auf der Treppe stieß sie fast mit Al zusammen.

„Rose, wohin -"

Sie hörte den Rest des Satzes nicht mehr als sie um die Ecke bog.

Atemlos blieb sie schließlich vor dem Klassenzimmer stehen, holte tief Luft und trat ein.

„Tut mir leid wegen der Verspätung!"

„Ah, kein Problem, Rose!", meinte Ella lächelnd, „mach dich schnell fertig."

Während Rose sich eindehnte kam Ella zu ihr und sagte:

„Wir hatten vor ein paar Tagen eine Lehrerkonferenz und der Direktor möchte dieses Jahr wieder einen Weihnachtsball veranstalten. Er hat außerdem gefragt, ob sich da nicht ein paar Ergebnisse von den Musik- und Tanzkursen sehen ließen. Ich dachte wir könnten eine hübsche Choreographie einstudieren. Ich weiß, wir haben noch massenhaft Zeit bis dahin, aber ich wollte fragen ob du prinzipiell Interesse hast?"

Rose dachte kurz nach. „Ja, warum nicht. Ich würde gerne etwas tanzen."

„Gut!", sagte Ella erfreut und lächelte breit. Dann fügte sie hinzu: „Wenn du irgendeine Idee für ein passendes Lied hast, sag es einfach!"

„Wie wäre es mit The Voice?", sagte Rose mit einem grimmigen Lächeln, während sie ihre Ballettschläppchen anzog.