Mein Vater muss sich bestimmt fürchterliche Sorgen um mich machen. Fast zwei Wochen bin ich nun schon hier mit Ohnezahn auf der Insel der Nachtschatten. Obwohl es hier sehr schön ist beginne ich Berk zu vermissen. Genauso wie meinen Vater und meine Freunde. Zum glück habe ich meinen besten Freund bei mir. In den letzten beiden Wochen hat er mir vieles beigebracht. Naja zumindest hat er es versucht und das leider nur mit mäßigem Erfolg. Denn selbst als Drache bin ich eben noch ein Hicks. Das Fliegen, wenn auch auf eine sehr fragliche Art und Weise, das Jagen an Land und im Wasser und zu guter letzt auch das Feuerspucken. Ich durfte due
Erfahrung machen, dass fliegen eine sehr ansträngende Sache ist. Dabei sieht Ohnezahn immer so entspannt aus wenn er in der Luft ist. Für mich war es schon nach wenigen Minuten zuviel und ich stürzte einfach ins Meer. War gar nicht so einfach für Ohnezahn mich da wieder raus zu fischen. Das Jagen an Land lief noch viel schlimmer. Ich hab mich so ungeschickt angesellt, dass ich zurück zu Höhle gebracht wurde damit wir an dem Tag überhaupt noch was zu futtern bekamen. Beim Fischen hatte ich auch nicht mehr Glück. Zuerst wäre ich fast untergegangen wie ein Stein und dann woljlte es mir einfach nicht gelingen mich richtig im Wasser fortzubewegen. Ich sah wohl eher als hätte ich einen Krampf. Im gesamten Körper. Aber was ihn wahrscheinlich am meisten enttäuscht hat waren meine Misserfolge beim Feuerspucken, wobei das laut ihm eigentlich total idiotensicher ist und jeder Drache das instinktiv beherrscht. Aber wie sich herrausstellte bin ich nicht so Feuerfest wie normale Drachen. Ich habe mir bei meinem ersten Versuch Feuer zu spucken ordentlich die Zunge verbrannt und konnte mehrere Tage nichts essen. Das hat ihm nur noch mehr Sorgen bereitet.
Das einzige was meine Laune etwas heben kann sind die Stunden in denen Ohnezahn und ich aneinander gekuschelt in der Höhle liegen und der Gedanke an die beiden kleinen Nachtschatten, die uns bald gesellschaft leisten werden. Zuerst wollte ich die Höhle gar nicht mehr verlassen, hatte Angst um die beiden Eier die mir anvertraut wurden, Ohnezahn hat mir jedoch versprochen, dass ihnen nichts geschehen wird. Und er hatte recht, er meinte sogar, dass sie bald schlüpfen würden. Das kann er an der Temperatur der Eier feststellen, welche immer heißer werden bis sie schlüpfen. Mit den anderen Nachtschatten haben wir aber nichts zutun, von ihnen werden wir so gut es geht gemieden. Sicher sind sie froh wenn wir wieder weg sind. Auch wenn ich nicht weis wann das sein wird. Einerseits hoffe ich dass wir uns bald wieder nach Berk aufmachen, anderer seits weis ich nicht wie die Leute dort auf mich reagieren werden. Sie werden mich ja nicht ein mal erkennen. Und plötzlich sehne ich mich danach wieder ein Mensch zu sein. Ich weis nichtmal ob das möglich ist. Je länger ich darüber nachdenke desto trauriger werde ich. Zum glück reisst Ohnezahn mich aus dieses Gedanken als er mir einmal quer übers Gesicht schleckt. "Was macht dir Sorgen, Hicks?" Wie immer hat allein seine Stimme eine sehr beruhigende Wirkung auf mich. Aber ich hab angst wie er es auf nimmt wenn ich ihm sage, dass ich kein Drache mehr sein möchte. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass ihm das nur recht wäre. Immerhin falle ich ihm als Drache noch viel mehr zur Last als ich das als Mensch tue. "Ich vermisse Berk, mein Leben dort so wie es war." Mit jedem Wort kuschle ich mich näher an den warmen Körper neben mir. Ohnezahn fängt an leise und beruhigend zu schnurren. Durch die leichte Vibration welche von seinem Körper ausgeht fällt es mir sehr leicht mich zu entspannen. "Wenn das so ist dann machen wir uns so bald wie möglich auf den weg nach Berk."
Am nächsten Morgen war irgendetwas komisch. Zuerst konnte ich nicht sagen was es war. Mir ist fürchterlich kalt und der nackte Stein fühlt sich anderst auf meiner Haut an als gestern Nacht noch. Als ich die augen öffne und mich erstmal strecke sehe ich was anders ist. Statt den beiden weißen Pranken strecken sich zwei Hände in mein Sichtfeld. Langsam gleitet mein Blick weiter über meine Arme zu den Schultern und dann über meinen restlichen nackten Körper. Bis er schließlich bei meinen beiden Füßen endet. Es dauert eine Weile bis ich begreife, dass es eigentlich nur ein Fuß sein dürfte. Und trotzdem sind es zwei. Total begeistert rüttele ich meinen besten Freund wach.
"Ohnezahn, Ohnezahn seh dir das an." Verschlafen und unmotiviert öffnet sich eines seiner Augen, schließt sich wieder und schließlich ist er plötzlich hellwach und sieht mich mit großen Augen an.
Sein Gesicht nimmt einen fragenden Ausdruck an und ich höre das gewohnte grummeln von ihm. Mit dem unterschied dass es jetzt wieder nur ein grummeln ist.
Am meisten mochte ich es dass ich mich endlich mit meinem Drachen unterhalten konnte. Aber auch das ging nun leider nicht mehr. Aber bevor ich auch nur einen weiter Gedanken daran verschwenden kann spüre ich Ohnezahns Kopf das sich an meinen Bauch schmiegt. "Danke mein Freund." Ich gehe in die Knie und schlinge meine Arme um seinen Hals. Er fängt an zu schnurren und wir verharren einige Minuten so bis ich mich von löse. Aber nur um ihm als nächstes einen Kuss auf seine "Lippen" zu drücken. "Ich liebe dich auch mein Freund." Überrascht sieht er mich aus großen Augen an. Ich grinse ihn nur an. "Überrascht? Aber darum hast du mich doch hergebracht. Und darum war es dir so wichtig mir deine Welt zu zeigen, oder?"
Ohnezahn nickt bestätigend und schleckt mir über die Wange. "Wir werden wohl noch ein paar Tage bleiben müssen. Ich habe nichts zum anziehen und Beutel für die Eier bräuchte ich auch. Würdest du heute bitte nach etwas größerem wie einem Reh oder einem Hirsch zum Abendessen ausschau halten? Dann kann ich das Fell verwenden."
Hoffentlich schlüpfen die kleinen erst auf Berk. Es ist bestimmt einfacher zwei Eier zu transportieren als zwei aufgedrehte kleine Drachen.
Die nächsten drei Tage vergingen schnell. Ohnezahn hat jeden Tag große Beute gemacht, so dass ich schnell eine Kleinigkeit zum Anziehen und die beiden Beutel machen konnte. Der Flug nach Berk verlief auch ruhig und ohne besondere Geschehnisse und in wenigen Minuten sollten wir Berk erreichen. "Flieg mich bitte ersteinmal zu meinem Haus Ohnezahn. Damit ich mir was wärmeres anziehen kann. Es ist ganz schön kalt auf Berk." Ungesehen schafen wir es durch das Dachfensten in mein Haus und auch gleichzeitig in mein Zimmer. Alles ist immernoch so wie es vor zwei Wochen war. Schnell hab ich mir was übergezogen und wede mich an meinen Drachen. "Ich geh meinen Vater suchen bleib du bitte hier und warte auf mich." Protestierend folgt er mir aber trozdem in richtung Treppe. "Ohnezahn bitte, es ist mir wirklich ernst. Du kennst doch meinen Vater. Sicherlich ist er wütend auf dich und wenn er dich jetzt gleich sehen würde stellt er sofort wieder auf stur, hört mir gar nicht mehr zu und schickt dich vielleicht sogar weg. Außerdem muss doch jemand hier seien fals unsere Kleinen schlüpfen." bei meinem letzten Satz wird mir ganz warm ums Herz. Unsere Kleinen... Das zu sagen fühlt sich einfach richtig an und Ohnezahn scheint es auch überzeugt zu haben. Dieser rollt sich auf seiner Steinplatte zusammen, immer die Eier auf meinem Bett im Blick."Ich beeile mich mein Großer."
Es war erst früher Morgen also sollte mein Vater gerade seinen Rundgang durch das Dorf machen. Ich hoffe ich erwische ihn noch bevor er mir Thornado, seinem Drachen, den Rundflug über Berk macht. Ich werde als erstes bei Grobian suchen de weis eigentlich immer wo mein Vater gerade steckt. Zum glück ist es von unserem Haus bis zu der Schmiede nicht weit und keiner hat mich gesehen. Was ich am wemigsten gebrauchen kann ist ein die Nachricht dass ich zurück bin bevor ich mit meinem Vater sprechen konnte.
"Bei Odin bist dus wirklich Hicks?" Ungläubig starrt mich der einarmige Schmied an und der Hammer, den er sich gerade an seiner Protese befestigen wollte fällt polternd zu Boden. "Psst. Nicht so laut Grobi. Ja ich bins und ich suche meinen Vater." Gefragter zeigt mit seinem Armstumpf hinter mich. "Schau da ist er. Gerade auf dem Weg zu eurem Haus."
Ohne mich zu bedanken renne ich zu meinem Vater. Bitte bitte lass ihn nicht Ohnezahn entdecken. Ich schaffe es aber nicht unser Zuhause vor ihm zu erreichen. Als ich die Türe öffne ist er schon halb die treppe raufgestiegen. "Vater!" Er hält inne und dreht sich zu mir um. "Hicks! Mein Junge! Du bist wieder da." Mit einer Geschwindigkeit, welche man ihm bei seiner Masse nicht zutrauen würde, überwindet er den Abstand zwischen uns und schließt mich so fest in die Arme, dass ich kaum mehr Luft bekomme. "Wo warst du so lange?" Nachdem ich wieder genug Luft in meiber Lunge habe antworte ich ihm. "Ohnezahn und ich haben einen kleinen Ausflug gemacht und saßen dann auf einer Insel fest. Das ganze ist nicht so leicht zu erklären." Der Blick meines Vaters wird sehr verärgert. "Also ist dieser Teufel daran schuld." Ohne dass ich ihn aufhalten kann rauscht er die Treppen nach oben wo Ohnezahn liegt. Ich folge ihn so schnell ich kann und halte ihn an einem seiner Massigen Armen zurück. "Halt Vater Ohnezahn ist gar nicht schuld daran." Er blickt auf mich herrab und plötzlich wechselt sein Gesichtsausdruck von wütend zu verwundert. "Was ist mit deinem Bein passiert?" Nachdenklich kratze ich mich am hinterkopf. "Das ist noch so eine Sache die nicht so einfach zu erklären ist."
Weiter kommen wir nicht, da Ohnezahn mich in Richtung Bett schiebt. Gerade wollte mein Vater wieder schimpfen doch ich unterbreche ihn. "Vater schau doch mal."
Und da stehen wir drei num um mein Bett und schauen gespannt die zwei Eier an welche beide schon einige Risse aufweisen, die immer größer werden.
So das wars für heute :) hoffe es hat euch gefallen.
Und ich wollte die Frage zu den Namen an euch stellen. Wie sollen die zwei kleinen denn heißen?
