Sandra schank ihren fünf Gästen Kaffee ein und begann mit ihnen alle noch offenen Punkte für das Fest durchzusprechen. Zeitgleich verbrachten Oliver und Felicity etwas Zeit mit Connor in seinem Zimmer und bauten mit ihm die Arrowhöhle mit Legosteinen nach. Oliver fand einen Weg wie er Connor etwas ausbremsen konnte.

„Chinesisch?" fragte Connor verwirrt.

„Ja, chinesisch!" sagte Oliver. Das war seine Antwort auf Connors Frage, was er als erstes lernen musste bevor er zu Arrow wurde.

„Ist das sehr schwer?" fragte Connor.

„Ach, das kommt darauf an wie man es anstellt!" sagte Oliver und erinnerte sich daran wie Yao Fei und Shado ihm die Sprache beibrachten und wie er sie in Hong Kong weiter ausbaute.

„Russisch auch?"

„Hmmm... Russisch ist... etwas einfacher. Die haben 33 Buchstaben. Die Chinesen ein paar Tausend..." sagte Oliver und musste lachen. Er konnte Chinesisch zwar fließend sprechen, kannte aber nur etwa 20 Schriftzeichen. „Aber lass uns mal über das Stadtfest reden. Freust du dich schon?"

„Ja! Da gehen wir jedes Jahr hin. Und dieses Jahr solls richtig groß werden, weil die Geld brauchen um das Sägewerk aufzuräumen." erzählte Connor.

„Hehe... Ja!" sagte Oliver und er und Felicity sahen aus dem Fenster um in der Ferne den riesigen Trümmerhaufen zu sehen der einst das Sägewerk war.

In der Küche währendessen stellten Sandras Gäste ihre Tassen angewiedert wieder hin und sahen Sandra besorgt an während diese ihre leer trank.

„Sandra, was ist passiert?" fragte eine der Damen.

„Willst du darüber reden?" fragte eine andere.

„Ich weiß gar nicht was ihr meint!" erwiderte Sandra und goss sich erneut Kaffee ein.

„Sandra, ich sags ganz offen raus... Dein Kaffee schmeckt mal wieder wie Bitteraroma. Und das Zeug ist so dick, damit könnten wir die Schlaglöcher in der Hauptstraße flicken." sagte die Frau, die nebenbei auch die Frau des Bürgermeisters war. „Jedes mal wenn etwas schlimmes passiert ist oder passieren soll schüttest du dich mit Koffein voll. Also was ist passiert?"

Sandra lief rot an. Peinlich berührt stellte sie ihre Tasse ab und verstummte.

„Sandra, du kannst uns alles sagen. Wie schlimm kann es schon sein?" fragte eine Nachbarin.

„Könnte es sein, das es wegen dieses Typs ist?" fragte eine andere.

„Typ?" fragte Sandra geschockt und griff sich ihren Kaffee wieder. „Welcher Typ?"

„Der von dem alle glauben das er Connors Vater ist." sagte sie.

Erneut spuckte Sandra ihren Kaffee wieder aus. „Können... Können wir über etwas anderes reden... Wie siehts mit den erwarteten Einnahmen aus?"

Die Frau des Bürgermeisters nahm sich ihre Notizen. „Also, wenn alles rund läuft... müssten wir genug Geld für die Schule, für die Schäden in der Stadt und für die Beseitigung der Trümmer auf dem Gelände des Sägewerks sammeln. Vorausgesetzt es kommen wirklich genügend Besucher aus den Nachbarstädten."

„Das Live-Programm das wir vorbereitet haben sollte hoffentlich reichen. Neben der Talentshow haben wir auch eine Band, wir bräuchten aber etwas besonderes. So wie eine Art 'Pausenfüller'. Kennst du zufällig jemanden der bereit wäre so etwas zu machen, Sandra?" fragte eine andere Nachbarin.

„Na ja..." begann Sandra und dachte an Oliver der bestimmt Kontakte hatte und mit tötlicher Sicherheit helfen wollen würde. Doch Sandra traute dem Braten nicht. „...nö! Nicht das ich wüsste! Aber ich höre mich mal um."

„Tu das. Ansonsten sind alle Stände vorbereitet, die Aufgaben verteilt und das Essen wird heute vorbereitet. Ich nehme an, damit können wir sagen... Wir sind fast bereit!" sagte die Frau des Bürgermeisters und die Frauen hoben ihre Tassen wieder bevor sie realisierten was drin war. „Ehm... Sandra, hasst du vielleicht Mineralwasser im Haus?"

Oben in Connors Zimmer erzählte Connor etwas was Oliver und Felicity sehr interessierte. Es war ein Gespräch das seine Mutter in ihrem Zimmer mit sich selbst führte. Etwas das ihr nervöses Verhalten und ihren Ehrgeiz für das Stadtfest erklärte.

„Sie gibt sich die Schuld an allem?" fragte Oliver.

Connor nickte.

„Das das Sägewerk explodiert ist, die Häuser in der Stadt abgebrannt und die Stadt immer mehr Ansehen und Bewohner verliert? Warum?" fragte Felicity.

„Mom sagt das der Typ die Bomben nur gelegt hat weil sie Geld versteckt hat! Und weil sie dem Mann vertraut hat und ihn danach ins Haus gelassen hat. Und jetzt hat sie Angst das die Leute sie hassen wenn das herauskommt." erzählte Connor.

„So habe ich das noch gar nicht gesehen!" sagte Oliver.

Das Sandra sich die Schuld gab war ihm jetzt klar. Nun war es auch klar wieso sie gerade so explodiert war. Ihr lag viel daran den Schaden, den sie ihrer Meinung nach mitzuverantworten hatte, zu regulieren. Das Geld das ihr seine Mutter damals gab, war in den Trümmern des Zuges verbrannt. Der Schaden in der Stadt war hoch. Und Sandra musste damit leben. Oliver ging im Kopf einige Zahlen durch. Er überlegte sich einen Teil seines Vermögens zu spenden. Anonym natürlich. Doch das was er bis jetzt zur Verfügung hatte reichte gerade einmal um selbst zu leben und als Arrow tätig zu bleiben. Die Firma hatte er immer noch nicht zurück. Und zu allem Überfluss gab es auch noch einen anderen Bieter.

„Also erzähl mal, was wird es alles geben?" fragte Felicity.

„Es gibt viel zu essen. An Buden kann man viele dinge machen wie z.B. Dosenwerfen oder Pfeile schießen. Eine Bühne, da machen sie Musik und eine Show. Und dieses Jahr machen sie es an zwei Tagen und nicht nur an einem Tag. Sie wollen richtig viel Geld verdienen damit sie aufräumen können."

„Oh, ja das ist gut." sagte Oliver. „Dann hoffe ich das sehr viele Leute kommen. In deiner Schule muss dringend renoviert werden. Der Fleck an der Decke deines Klassenzimmers sieht nicht gut aus."

„Woher weißt du von dem Fleck? Warst du da?" fragte Connor aufgeregt.

Oliver nickte verlegen. „Aber deine Mom ist ein bisschen sauer auf mich weil ich vorher nicht angerufen habe. Also wenn sie dich fragt, so etwas macht man nicht! Okay!"

Unten in der Küche schlossen die Damen die letzten Vorbereitungen ab. Zufrieden sortierte die Frau des Bürgermeisters ihre Papiere.

„Okay, dann sehen wir uns heute Abend in der Sporthalle." sagte die Frau und stand auf.

„Okay, wir müssen auch los." sagte eine andere Frau und sie standen auf. „Und Sandra, egal was ist... schütte dich nicht so mit Koffein voll. Dein Herz wird sich eines Tages rächen."

„Okay,..." sagte Sandra verlegen und brachte ihre Gäste zur Tür. „Ich versuchs. Und... Hey, was qualmt da so?"

Sandra hatte gerade die Haustür geöffnet und die Frauen standen nun auf der Veranda und konnten in der Ferne Rauch aus dem Wald aufsteigen sehen. Es war weit hinter der Stadtgrenze und hinter den Hügeln. Doch der schwarze Rauch war gut und deutlich zu sehen. Es war die Hütte im Wald die mittlerweile unter ihrem eigenen Gewicht zusammengebrochen war und in deren glühenden Überresten die Leiche des Försters verschwand. Feuerwehrleute aus dem Nachbarort fuhren in einem Geländewagen durch den Wald um schlimmeres zu verhindern.

„Die alte Foster-Hütte!" sagte eine der Frauen. „Der Geist des alten Jimmy Fosters hat zugeschlagen!"

„Ach, komm. Du glaubst doch nicht diese Geistergeschichten?" fragte Sandra. „Als ich die gehört habe habe ich mir vor lachen in die Hose gemacht!"

„Du hasst dir nicht vor lachen in die Hose gemacht! Deine Fruchtblase war vor Schreck geplatzt!" sagte die Frau zurück. „Ich sags euch, der Geist hat ein Opfer gefunden das versucht hat sich zu wehren. Ich schwörs. Wenn die Hütte jetzt abgebrannt ist dann zieht er hoffentlich endlich weg."

„Carol... du solltest wirklich nicht so viele Stephen-King-Romane lesen!" sagte eine andere Frau und zusammen gingen die Frauen weg. „Machs gut Sandra! Bis nachher!"

„Bis nachher!" sagte Sandra und sah auf die Rauchsäule. „Oliver?!"

Oben in Connors Zimmer war die Stimmung sehr erheitert. Felicity filmte mit ihrem Handy wie Oliver und Connor mit Legofiguren eine Szene spielten.

„Sie haben diese Stadt zu Grunde gerichtet." sagte Connor, der eine grün angemalte Figur in der Hand über den Boden fuhr, mit verstellter und sehr tiefer Stimme.

Oliver hielt eine Figur im Anzug und lies deren Arme wedeln während er mit verstellter Stimme redete: „Ich,... der Besitzer des Sägewerks, werde alles Geld dieser Stadt an mich nehmen und auf meine Insel in der Karibik mitnehmen. Und du, Arrow, kannst mich nicht aufhalten!"

„Und ob ich dich aufhalte! Pow... Pow... Pow..." rief Connor.

Oliver lies die Figur tanzen und drückte sie an eine Wand aus Bausteinen: „Aw... Hilfe! Arrow hat mich mit seinen Pfeilen an die Wand genagelt. Ich kann mich nicht bewegen und muss ins Gefängnis... Arrow... wieso bist du so fies zu uns Fieslingen?"

Felicity musste lachen. Connor lies seine Figur näher zu Olivers und lies diese auch mit den Armen wedeln: „Und jetzt gibst du dieser Stadt all ihr Geld zurück das du geklaut hast und dann baust du das Sägewerk wieder auf."

„Aghh... Er hat mich... jetzt muss ich gehorchen!" sagte Oliver bevor er merkte das jemand hinter ihm stand. Als er sich umdrehte sah er Sandra in der Tür stehen.

„Ich hoffe ich stör euch nicht! Aber ich muss kurz mit dir reden!" sagte Sandra und führte Oliver zurück in die Küche.

In der Küche stand Oliver am Fenster und sah auf die Rauchsäule die langsam etwas lichter wurde. Offenbar war das Feuer unter Kontrolle oder fast gelöscht. Sandra stand mit verschränkten Armen hinter ihm als er sich zu ihr umdrehte.

„Bist du dafür verantwortlich?" fragte sie.

„Sandra, warum sollte ich eine verlassene Waldhütte anzünden? Was hätte ich davon?" fragte Oliver.

„Ich weiß auch nicht. Vielleicht um Connor vor dem Geist zu schützen? Ich sagte es doch, jedes mal wenn du in Connors nähe bist gibt es Ärger." sagte sie frustriert.

„Also bitte! Als ob da ein Zusammenhang besteht. Wie viel Kaffee hast du getrunken?"

„Ich bin nicht Koffeinsüchtig!" sagte Sandra wütend. Oliver sah sie schief an um ihr zu sagen das sie es doch war. „Okay, vielleicht habe ich ein kleines Koffeinproblem! Aber was soll ich den machen? Kaffee ist das einzige was mich beruhigt."

„Und was dich dazu verleitet mich für irgendwelche Brände verantwortlich zu machen. Wann hätte ich das Feuer legen sollen? Ich war doch fast den ganzen Tag hier!"

„Entschuldige!" sagte Sandra und setzte sich hin wobei sie ihren Kopf abstütze. „Mir geht gerade so viel durch den Kopf. Ich springe im Dreieck!"

„Sandra, Connor hat mir erzählt das du dir für das was passiert ist, die Schuld gibst!" sagte Oliver. Sandra richtete sich erschrocken auf und wollte etwas sagen. Doch sie brachte keinen Mucks heraus. „Glaub mir Sandra. Du hasst keine Schuld an alle dem."

„Woher... Woher weiß Connor das?" fragte sie entsetzt und sah Oliver an.

„Ich sag nur soviel... Unser Sohn ist ein richtig guter Spion!"

„Awww... Ich bin die Moira Queen des Central Countys!" sagte Sandra unter tränen. „Ich habe eine Stadt zerstört."

„Du hasst diese Stadt nicht zerstört. Es war dein Ex! Und selbst wenn die Leute erfahren das du darin involviert warst. Du bist das Opfer! Dich können sie nicht verantwortlich machen!" sagte Oliver und versuchte sie zu beruhigen. „Und jetzt hör auf zu weinen. Da Connor uns wahrscheinlich sowieso belauscht wäre es nicht so gut in seiner Gegenwart zu weinen."

Im Obergeschoss schreckte Connor auf und lief zurück in sein Zimmer.

„Weißt du es gibt Dinge die mich sehr interessieren. Wo mein Ex-Chef mit meinem letzten Gehaltscheck hin ist, zum Beispiel? Oder wie Connor ohne das ich es merken konnte sich dieses Kostüm machen konnte? Oder ob die Feier ein Erfolg wird damit wir genug Geld sammlen können? Aber zu wissen was wäre wenn alle Menschen wüssten das wegen mir das Sägewerk und das Lebensmittelgeschäft gesprengt wurden... darauf würde ich gerne verzichten!"

„Das wird nicht passieren! Und was die anderen Fragen angeht... Dein Ex-Chef ist auf Jamaika mit seiner 20 Jahre jüngeren Freundin. Das Kostüm hatte er aus einem Altkleidercontainer und ob die Feier ein Erfolg wird... ganz sicher! Ihr habt da soviel Arbeit reingesteckt. Ich bin mir sicher das es ein voller erfolg wird."

Olivers Worte schienen sie zu beruhigen. So war es eine große Erleichterung für Oliver das Sandra bereit war ihn und Felicity als Babysitter zu lassen während sie in die Sporthalle der Schule fuhr wo noch einige Aufbauarbeiten zu erledigen waren.

„Keine Pfeile!" drohte sie als sie in ihr Auto stieg. Felicity stand lächelnd auf der Veranda und nickte. „Er ist pünktlich im Bett. Und wehe sie fassen beide den Herd an!"

Felicity bejahte alles. Sandra lies den Wagen an und fuhr davon. Nachdem Felicity gewunken hatte lief sie zurück ins Haus. Da sah sie es... Aus den Augenwinkeln heraus sah sie einen Lichtstrahl. Schwach und sehr kurz, doch er war da. Wieder im leerstehenden Nachbarhaus. In einem der mit Zeitungspapier ab geklebten Fenster war ganz kurz ein aufblitzendes Licht zu sehen.

„Nein! Das kann nicht sein!" sagte Felicity kopfschüttelnd und ging wieder ins Haus, wo Oliver und Connor sich im Wohnzimmer breitgemacht hatten.

Sandra bog auf den Parkplatz vor der Schule ein, lief über das Gelände und betrat die Sporthalle in der sich eine Bude neben die andere reihte. Dutzende Leute jeden alters liefen umher und halfen beim zusammenschrauben, anmalen oder beim anschließen. Sandra und die anderen Damen aus dem Organisationskomitee liefen umher, halfen, prüften und schauten ob alles in Ordnung war. Die Kosten mussten so gering wie möglich und der Erlös so hoch wie möglich sein.

Zusammen liefen sie umher und bauten alles auf. Was keiner merkte war das an der Decke jemand umher lief und ein Taschenmesser zückte...

„Okay, hier drin ist alles Bereit. Auf dem Außengelände wird alles Morgen zusammengeschraubt. Wo ist der Plan?" fragte die Frau des Bürgermeisters.

Sandra beachtete dies gar nicht sie war viel zu sehr mit einem Biertisch beschäftigt den sie versuchte aufzuklappen. Über ihr flackerte plötzlich eine Lampe was sie aufsehen lies. Sandra sah nach oben. Die Lampe, eine etwa 30 Zentimeter breite Kugel aus dickem Glas hing rund 3 Meter über ihr an einem etwa 50 Zentimeter langen Kabel. Die Decke bestand aus großen Teilweise vergilbten Platten aus weißem Kunststoff. Ein lautes Krachen und ein langes Zischen gefolgt von fliegenden Funken kündigte an das die Lampe abriss und nun auf Sandra hinab stürzte.

Sandra stieß einen entsetzten Schrei aus während sie den Tisch losließ und zur Seite sprang. Die Lampe schlug nur wenige Zentimeter hinter ihr auf dem auf der Seite liegenden Tisch auf wo sie mit lautem Krachen und mit noch mehr Funken zersprang. Glasscherben schossen klirrend über den Boden während Sandra einen Bauchklatscher machte und sich schützend die Hände über den Kopf hielt.

„SANDRA?! Alles okay?" fragte die Frau des Bürgermeisters als diese über ihr stand und ihr aufhalf.

„Ich... ich..." stammelte Sandra und richtete sich auf. Ihr tat alles weh und am linken Arm hatte sie eine blutende Wunde von einer der Scherben. Ihre Knie und Arme waren mit blauen Flecken übersät. „Aua... Mein Arm!"

„Ich hol was zum verbinden!" rief ein Mann und lief davon.

„Was zum Teufel ist passiert?" fragte die Frau.

Sandra sah nach oben. Da wo die Lampe hing war nur noch ein ca. 5 Zentimeter großes Loch in der Decke und über die Platte gingen breite Risse. Die Leute in der Halle sahen nach oben und fragten sich was passiert war. Aus Sandras Wunde tröpfelte das Blut auf den Boden, doch das kümmerte sie nicht. Sie sah auf den Scherbenhaufen den die Lampe hinterlassen hatte und kämpfte dagegen an nicht vor Schreck ohnmächtig zu werden.

Bitte um Review!