Titel: …and then rain starts falling (3/?)

Autor: KimRay

e-mail: KimRaygmx.de

Kategorie: action/adventure

Unterkategorie: Drama

Inhalt: Der Krieg ist vorbei. Harry ist Auror und Todesserjäger und sein nächstes Ziel heißt Draco Malfoy.

Und wie immer: SLASH

DISCLAIMER: Alle urheberrechtlich geschützten Figuren in dieser Story gehören natürlich den jeweiligen Eigentümern. Ich habe sie mir nur ausgeliehen. Einzig die Idee und neue Charaktere sind komplett von mir.

Anmerkungen: Weiter geht's. Vorerst wöchentlich, bis chap 18…und wenn ich ein wenig Glück habe auch länger.

Beta: fiZi – Wie immer. ;-)

Thanks für die reviews geht an: Reinadoreen, heldin-delta, Amunet, zissy(diesmal ist es vollkommen neu) und Gingerberry.

Kapitel 3

Mobilisierung

„Es überrascht mich trotzdem, dass ausgerechnet er so unvorsichtig sein sollte."

Harry und Angelina waren die letzten, die spät an diesem Abend noch im Konferenzraum standen und auf das an die Wand projizierte Bild von Draco Lucius Malfoy starrten. Es dauerte eine Weile, bis Harry antwortete. Auch er konnte nicht fassen, dass ausgerechnet Hermione Malfoy gefunden hatte. Es war eigentlich schon ein Wunder, dass ihn die Maske auf diesem Bild erfasst hatte.

Er stand in der Menge, im Hintergrund und halb verdeckt. Beim Durchblättern wäre er unter normalen Umständen niemals aufgefallen, doch die magische Suchmaske, die sie seit Jahren für die Todesser über alle wichtigen Zeitungen weltweit laufen ließen hatte ihn ausgemacht. Zweifellos war es das silberblonde Haar gewesen, das ihn verraten hatte. Hermione hatte eine zwanzigfache Vergrößerung gebraucht, um sicher zu sein, dass er es war. Danach gab es jedoch keine Zweifel mehr. Der Mann in der Menge war Draco Malfoy.

Und trotzdem verstand Harry nicht, wie das hatte passieren können. So unvorsichtig schätze er den Slytherin nicht ein. Ein Zauberer hatte seine Möglichkeiten, auf Muggelfotos zu verschwinden. Es war grenzenlose Dummheit und Draco Malfoy war alles andere, als dumm.

„Mir gefällt die Sache genauso wenig, wie dir, Angelina!"

„Also hast du auch ein komisches Gefühl dabei?" Angelina sah ihn an. Sie war, was Todesserverfolgung anging, die leitende Staatsanwältin.

„Wäre es Crabbe oder Parkinson könnte ich es verstehen. Die sind nicht helle genug, aber Malfoy! Das ist gelinde gesagt verdächtig!", konstatierte Harry.

„Du glaubst es ist eine Falle?"

„Ich weiß es nicht. Lucius wäre dämlich, wenn er seinen eigenen Sohn als Lockvogel einsetzt! Und das auch noch so offensichtlich! Die ganze Sache passt irgendwie überhaupt nicht zu seinem Stil. Er riskiert es nicht, entdeckt zu werden" Sie hatten Lucius Malfoy und seine Horde Todesser schon einmal in Irland aufgespürt. Es war eines der hässlichsten Gefechte gewesen, die Harry nach dem Krieg erlebt hatte. Die Teams, die gegen die Todesser vorgegangen waren, hatten nur dank seiner besonderen Fähigkeiten entkommen können. Überrascht hatte ihn das nicht mehr. Er war mit Dracos brutalen Gemetzeln schon seit dem Beginn des Krieges vertraut und wusste, was er von seinem Ex zu erwarten hatte. Ein Aavada Kedavra war da noch das harmloseste.

Angelina starrte inzwischen erneut die Projektion an der Wand an. Sie wusste, dass Harry Recht hatte. Lucius Malfoys vorrangigstes Ziel seit dem Krieg war es, den Verfolgern zu entkommen, doch sie waren sich sicher, dass verschiedene brutale Aktionen weltweit seine Handschrift trugen. Es sah ganz so aus, als verschacherte er die Dienste seines Trupps meistbietend, doch erwischt hatten sie ihn seit Irland trotzdem nicht mehr.

„Was denkst du, wie wir am besten vorgehen sollen?", fragte sie nun.

„Ich hab Julies Team nach Italien geschickt, um Malfoy erst mal zu finden. Höchste Sicherheitsstufe, nicht magische Überwachung. Das wird 'ne Weile dauern, da wir nur das Foto haben. Ansonsten machen wir die Teams mobil und sobald wir was Genaueres wissen und sicher sind, dass er es ist, gehen wir runter!" Kaum das heraus war, dass auf diesem Foto tatsächlich Draco Malfoy zu sehen war, hatte Angelina drei Jägerteams zusammengelegt.

„Ohne Genehmigung oder mit?" Harry verzog das Gesicht. Es war ein Risiko, ohne die Genehmigung der italienischen Behörden vorzugehen, besonders für ihn, doch er schätzte die Gefahr, ihr Ziel dank undichter Stellen zu verlieren höher ein.

„Ohne!" Angelina sah ihn scharf an. Es war leider nicht Harrys erste Aktion in Italien. Er war schon einmal dort erwischt worden – ebenfalls ohne Genehmigung. Wie er damals ohne Ärger davongekommen war, war trotz gewisser Vermutungen offiziell immer im Dunkeln geblieben und nach seiner Rückkehr hatte er eine eindeutige Warnung der dortigen Inneren Sicherheit erhalten, dass man ihm weitere ungenehmigte Aktionen nicht durchgehen lassen würde.

„Riskant. Vor allem in Hinblick auf deine Verwarnung."

„Ich weiß, wenn sie mich erwischen krieg ich ein Disziplinarverfahren, aber ich will Malfoy nicht wegen korrupter Behörden verlieren! Er hat es verdammt noch mal verdient, seine Strafe zu kriegen."

„Schon klar, Harry! Es ist dein Hintern, den Innensenator Bianchi haben will." Sie konnte sich dabei ein verhaltenes Lächeln nicht verkneifen. Es war ein offenes Geheimnis, dass Bianchi so ungehalten gewesen war, weil Harry ihn nach einer kurzen, aber wohl recht hitzigen Affäre im Anschluss an diese aufgeflogene Aktion sehr schnell wieder sitzen gelassen hatte.

Harry schürzte ob ihres Gesichtsausdruckes nur kommentarlos die Lippen. Er hatte es längst aufgegeben, sich wegen der Meinung andere den Kopf zu zerbrechen. Angelina wurde wieder sachlich:

„Ich werde sehen, was ich an Rückendeckung für dich auftreiben kann. Wir werden doch nicht zulassen, dass du in einem italienischen Gefängnis verschwindest! Ansonsten sieh mal zu, dass du all deine Leute in Bereitschaft bekommst. Für den Fall, dass es wirklich eine Falle ist und Lucius im Hintergrund lauert solltest du vorbereitet sein. Ein kleines Backup-Training würde sicher nichts schaden!" Harry lachte leise. Angelina wusste, worauf es ankam, in jeder Beziehung, und ein wenig Training konnte sicher auch nicht schaden.

„Danke, Angelina!"

„Für dich jederzeit, Harry!", grinste sie, bevor sie ihre Sachen zusammensuchte und das Meeting für beendet erklärte.

Es überraschte Harry nicht wirklich, Hermione noch hinter ihrem Schreibtisch zu finden, als er in ihr Büro zurückkam. Sie war fast immer die Letzte, die ging, doch heute war sie nicht so beschäftigt, wie sonst. Sie starrte gedankenverloren ins Leere.

„Ob wir ihn diesmal wirklich erwischen, Harry?" Harry lehnte sich neben ihrem Stuhl gegen den Schreibtisch.

„Ich weiß es nicht, Mione, aber ich hoffe es…damit es endlich auch für dich vorbei ist!"

„Ich hasse ihn…ich hasse ihn so sehr! Was sie Rons Familie angetan haben war unmenschlich, aber er war von allen am brutalsten." Hermione stützte das Gesicht in die Hände und Harry wusste, dass ihr wieder einmal die Tränen in den Augen standen. Resigniert nahm er sie in die Arme und fragte sich, ob Rons grausamer Tod ihr jemals Ruhe lassen würde.

„Wir kriegen ihn…und wenn nicht diesmal, dann das nächste Mal! Und jetzt gehst du mit mir was essen, okay?" Ein schwaches Nicken war die Antwort.

Es war weit nach Mitternacht, als Harry noch in seinem Lieblingsnachtclub auftauchte. Hatte er in der Nacht zuvor schon nicht geschlafen, würde ihm das heute erst recht nicht gelingen. Es wunderte ihn nicht wirklich, als Mike Chang sich nur ein paar Minuten nach seinem Auftauchen auf den Barhocker neben ihm schob.

„Hab ich mir doch gedacht, dass du hier auftauchst!" Harry sah Mike nicht an. Chos jüngerer Bruder war schon von Anfang an in seinem Team. Er war ein begnadeter Tüftler und kam hinter die schwierigsten Codes bei den Modifikationen, nicht umsonst ein Ravenclaw. Eine Zeit lang hatten sie ein lockeres Verhältnis gehabt, doch Mike war mit seiner Gefühlskälte nicht klar gekommen und so war es beim gelegentlichen Sex geblieben. Mike hatte mit diesem Arrangement kein großes Problem. Harry wusste, dass der Vierundzwanzigjährige seine Freiheit in vollen Zügen genoss. Sex mit seinem Boss gehörte zu dieser Freiheit dazu.

„Was ist los, Harry? Raubt dir Malfoy den Schlaf? Kann ich verstehen, ich hab auch nicht wirklich Bock dem verdammten Bastard wieder zu begegnen." Eine Hand glitt langsam Harry Oberschenkel hinauf. „Was hältst du davon, wenn wir uns gegenseitig ablenken?" Das bescherte ihm einen Blick aus dem Augenwinkel. Mike wusste sehr genau, was Harry ausbremste. Sie hatten beim letzten Mal mächtig Zoff gehabt. Was das anging war er froh, dass Harry so cool war. Ansonsten hätte er seinen Job sicher verloren.

„Hey, Harry, du bist hier. Und ich weiß, warum du hier bist. Vergessen wir also einfach, dass ich beim letzten Mal ein wenig launisch reagiert hab!"

//…launisch ist wohl ein bisschen untertrieben…//, ging es Harry durch den Kopf. Es war nicht zuviel verlangt, wenn er ein gewisses Maß an Sicherheit erwartete, wo er doch wusste, dass der Jüngere noch mindestens zwei andere gleichzeitig hatte. „Ich halt mich auch an die Regeln.", lockte Mike weiter.

Harry fragte sich, ob er wirklich nur deswegen hier her gekommen war. Schneller Sex ohne Verantwortung. Eine Ahnung sagte ihm, dass er diese Frage wohl mit ‚Ja' beantworten musste. Deswegen war er hier. Er musste sich nicht die Mühe machen, sich jemand anderen zu suchen, von dem er dann nicht wusste, was zu erwarten war.

//Jämmerlich, Harry…// Das war es und das wusste er. Er schob Mike die Hand in den Nacken und zog ihn in einen harten Kuss.

„Ich kann dir nur raten, dich wirklich an die Regeln zu halten!" Mike grinste wie ein zufriedener Kater, während seine Hand frech über die spürbare Wölbung in Harrys Jeans glitt.

„Versprochen!"

„Schon was Neues?"

Julie Kingstons Team war seit zwei Tagen in Italien, doch die Nachrichten waren immer dieselben. Sie hatten noch nichts gefunden. Sie hatten das Foto in einer großen römischen Tageszeitung gefunden und inzwischen herausbekommen, wo es aufgenommen worden war, doch in diesem Ort hatte zu dem Zeitpunkt ein großes Fest stattgefunden. Das hieß, dass die meisten Anwesenden Touristen gewesen waren. Die Sorge, dass Malfoy nur einer dieser Touristen gewesen sein könnte, war groß. Im Moment checkte Hermione die Leute, die in seiner Nähe gestanden hatten und faxte Julie ein Foto nach dem anderen in der Hoffnung eine dieser Personen finden zu können.

Sie arbeiteten in Italien nur mit Muggeltechnicken um nicht die Aufmerksamkeit der italienischen Behörden auf sich zu ziehen, was es noch ein bisschen schwerer machte. Das war auch einer der Hauptgründe dafür, dass sich Colin Creevys Team Stück für Stück auf den Weg nach Italien machte. Seine Teamkameraden waren fast alle Muggelgeborene und verstanden eine ganze Menge von deren Technik.

Es wunderte Harry nicht wirklich, dass im Laufe der ersten Tage ein Computer in seinem Büro auftauchte, den Mike so lange bearbeitet hatte, dass er von all der Magie im Ministerium nicht außer Gefecht gesetzt wurde. Der Bengel benahm sich im Moment bestens und war am Abend zuvor sogar vor seiner Wohnung aufgetaucht. Harry maß dem nicht zuviel Bedeutung zu. Vermutlich hatte er Zoff mit einem anderen.

„Julie glaubt dem Mann neben Malfoy auf der Spur zu sein. Ein gewisser Giovanni Bratzi. Er ist nicht direkt aus Bracciano. Seine Familie lebt in einem kleineren Ort südlich davon. Aber natürlich muss das nichts heißen. Auf dem Bild sieht es nicht so aus, als sei er ein Bekannter von Malfoy. Es ist aber unsere einzige Spur bis jetzt…Harry, meinst du nicht, wir sollten runtergehen? Wenn sie ihn tatsächlich finden muss es schnell gehen." Harry konnte die Ungeduld in Hermiones Augen sehen und war augenblicklich noch fester entschlossen, zu warten, bis Julie ihn hatte. Er wollte Mione im Moment noch nicht in Italien haben. Sie war zu fanatisch wenn es um Malfoy ging.

„Wir warten bis sie ihn haben! Wenn gleich drei Teams verschwinden, erregt es zuviel aufsehen und die Leute stellen Fragen, vor allem, wenn wir beide dabei sind. Ich will niemanden auf unsere Spur locken, der Malfoy warnen könnte."

Harry mochte für das Ministerium arbeiten, doch das hieß nicht, dass er allen hier traute. Es gab ein paar Leute, denen er blind vertrauen würde, doch das waren die wenigsten. Es hatte Aktionen gegeben, bei denen er sich fast sicher gewesen war, dass ihre Ziele gewarnt worden waren. Hermione stand auf und begann auf und abzugehen.

„Ich weiß nicht. Irgendwie passt es nicht zu Malfoy einen solchen Fehler zu machen. Was, wenn es eine Falle ist und sie unsere Leute in einen Hinterhalt locken?"

„Dann sind wir zur Rückendeckung da!"

„Aber…" Harry stand auf und nahm Hermione bei den Schultern.

„Mione, Süße!"

„Nenn mich nicht immer so!", schmollte sie. Harry hatte sich im Laufe der Jahre immer mehr zu ihrem großen Bruder entwickelt. Vor allem seit Rons Tod war er es, der sie festhielt.

„Glaubst du mir, dass ich weiß, was ich tue?"

„Wenn ich mitkriege, dass du mit Mike in die Kiste steigst, bin ich mir nicht so sicher!" Harry hob leicht ärgerlich die linke Braue.

„Schätze mal, das ist meine Privatsache, oder?"

„Es zeugt nicht von deiner Intelligenz!", stichelte sie weiter und seine Miene wurde noch ein wenig düsterer. Nicht, dass Hermione ein Problem mit seinen Vorlieben hatte, doch mit Mike hatte sie schon immer ein Problem gehabt.

„Du verdienst was Besseres!"

„Vielleicht will ich nichts Besseres!" Wie, bitteschön, waren sie von Grundsatzdiskussionen auf sein Liebesleben gekommen?

„Das zeugt von noch weniger Intelligenz."

//Wenn du wüsstest, was ich schon alles getan habe, hättest du mich schon längst in St. Mungos einliefern lassen - in den Hochsicherheitstrakt für Geistesgestörte.// „Okay…bleiben wir beim Job…glaubst du, dass ich weiß, was ich tue?" Hermione schüttelte schwach den Kopf.

„Ich weiß, dass du das tust, Harry…aber ich will ihn verdammt noch mal endlich erwischen und ihm das Herz bei lebendigem Leibe herausreißen!", schimpfte sie leise. Harry runzelte affektiert die Stirn.

„Du schockierst mich, Mione!"

„Wenn du wüsstest, Harry…!", gab sie zu. Und leider wusste Harry nur zu genau, dass es vermutlich exakt das war, was sie im Sinne hatte, und manchmal, in ganz schwachen Stunden, konnte er nicht umhin, diesen Gedanken ebenfalls in Erwägung zu ziehen.

tbc