Kapitel 4 - Krankenstation

Mit einem leisen Zischen öffneten sich die Türen der Krankenstation. Vorsichtig lugte ein Kopf herein. Er blickte nach links und nach rechts. Die Luft scheint rein zu sein, dachte Q und trat ein, gefolgt von seinem Sohn und Worf. q blickte seinen Vater fragend an.

"Du kannst dir nicht vorstellen, wie gefährlich diese Ärztin ist", beantwortete Q die unausgesprochene Frage seines Sohnes. "Ihre Patienten werden sehr schnell gesund, nur um schnell wieder von ihr wegzukommen. Und in alles muss sie ihre Nase reinstecken. Eine furchtbare Person. Ich frage mich, was Jean-Luc bloß an ihr findet."

"Aber sie ist doch Ärztin", bemerkte q. "Da muss sie doch einfühlsam sein."

"Oh, aber da kennst du Dr. Crusher noch nicht."

Worf schien es zu amüsieren, dass ein allmächtiges Wesen vor einer gewöhnlichen menschlichen Frau Angst hatte. Mit verschränkten Armen und einem Grinsen stand er neben einem Biobett.

"Ja, lachen Sie nur Worf", sagte Q mit einem bösen Blick zu dem Klingonen. "Einem der bereits zweimal tot war kann eine Ärztin keine Angst mehr einjagen."

"Dr. Crusher ist vor einem Jahr Leiterin der Medizinischen Abteilung der Sternenflotte geworden", erwiderte dieser mit einem verächtlichen Schnauben.

"Diese Crusher kann sich auch nicht entscheiden", sagte Q mit verdrehten Augen. "Und wer führt jetzt diese Schiffsapotheke?"

"Dr. Ogawa ist jetzt der leitende medizinische Offizier."

Kaum hatte er dies gesagt, kam auch schon die kleine Asiatin aus dem Büro des Chefarztes.

"Was, dieses Würstchen soll der Chefarzt sein", sagte Q in einem sehr abfälligen Ton. "Sie hing doch die ganzen Jahre über nur an Crushers Rockzipfel. Da wäre Jean-Luc selbst mit diesem photonischen Knilch besser gefahren. Wie hieß der noch gleich?"

"Vater, sei bitte etwas höflicher", sagte q. "Ich bin sicher, dass Dr. Ogawa nicht bloß wunderschöne Augen hat, sondern auch eine sehr kompetente Ärztin ist."

Bei diesen Worten entstand auf Ogawas zunächst verdutztem Gesicht ein Lächeln.

"Du kannst dir deine Komplimente sparen, mein Sohn. Sie ist verheiratet."

"Auch eine verheiratete Frau empfängt gerne Komplimente von anderen Männern."

Mit einem Lächeln trat q auf die Ärztin zu. "Hallo, mein Name ist q. Haben Sie auch einen Vornamen, Dr. Ogawa?"

"Alyssa", antwortete die Asiatin etwas verschüchtert.

"Ein schöner Name. Genauso schön wie Ihr Lächeln, Alyssa."

Q verdrehte erneut die Augen. Warum musste ich ihn nur zu Kathy schicken, fragte er sich. So verhält sich doch kein normaler Q.

Als ob er die Gedanken seines Vaters gehört hätte, blickte q ihn vorwurfsvoll an.

"Du wolltest doch, dass ich eine neue Generation von Q begründe, dass ich der Existenz der Q eine neue Richtung gebe. Deshalb hattest du mich doch zu Tante Kathy geschickt, damit ich lerne, dass andere Spezies den gleichen Respekt verdienen, wie die Q."

Mit einer solchen Schelte hatte er nicht gerechnet und schon gar nicht von seinem Sohn. Q spürte, wie seine alleshörenden Ohren rot wurden.

"Du hast wieder einmal Recht, mein Sohn", sagte er mit leicht gesenktem Kopf.

"Dann entschuldige dich bei Alyssa für dein ungebührliches Benehmen."

Seine Ohren wurden noch röter, als er auf die zwei Köpfe kleinere Ärztin zutrat.

"Tut mir leid", brachte er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

"Ich glaube nicht, dass sie das gehört hat."

"Tut mir leid", sagte er noch einmal etwas lauter.

"Schon besser!"

Worf konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Fast hatte er Mitleid mit Q. Mehr als nur einmal musste er schon feststellen, dass er von seinem Sohn Alexander noch viel lernen konnte. Und jetzt stellte er fest, dass selbst so ein allmächtiges Wesen wie Q auch nur ein ganz normaler Vater war, der jetzt von seinem Sohn erzogen wurde.