Hallo ihr lieben. Und wieder ist eine Woche um und ich komme mit einem neuen Kapitel. Ich habe beschlossen von nun an jeden Samstag ein neues Kapitel ins Net zu stellen. Dieses Versprechen kann ich sogar einhalten, da die Story ja schon fertig ist gg
Ich wünsche euch jetzt viel spaß und hoffe auf nette Reviews. Bye Kelene
Kapitel 4 Slytherin? Nein Danke!
Es war schon recht spät, als der Hogwarts-Express Hogsmeade erreichte. Harry und Hermine stiegen zusammen mit ihren neuen Freunden aus und taten so, als würden sie alles zum ersten Mal sehen und bestaunten den kleinen Bahnhof. „In unserer alten Schule hatten wir keinen so schönen Bahnhof", erklärte Hermine, „der Zug hielt immer vor der Schlosstür. Aber diesen Bahnhof finde ich viel besser." Harry grinste. So wie er Hermine kannte war das was sie sagte noch nicht einmal gelogen. Sie wusste alles über die Zauberschulen der anderen Länder und somit auch von der in Kanada.
Sie machten sich gemeinsam auf den Weg zu den Kutschen, die auch zu dieser Zeit schon von den Thestralen gezogen wurde, wie Harry nicht weiter erstaunt feststellte. Er fragte sich, ob sein Vater oder einer seiner Freunde die Tiere sehen konnte, wagte es aber nicht, sie danach zu fragen, da er nicht wusste, wie sie es aufnehmen würden, wenn sie wussten, dass Harry sie sah, schließlich waren Thestrale angeblich Vorboten für etwas schlimmes.
Als sie im Schloss ankamen stand Professor McGonogall am Tor und sah sich suchend um. Harry vermutete, dass sie auf ihn und seine ‚Schwester' wartete.
Sie stiegen aus der Kutsche aus und gingen auf das Tor zu. Als die Professorin sie sah, blickte sie die beiden erleichtert an und kam auf sie zu. „Sie müssen Hermine und Harry Granger sein", stellte sie fest, „Ich bin Professor McGonogall. Ich bin die Hauslehrerin von Gryffindor."
„Guten Abend", sagten die ‚Geschwister' und, höflich wie sie waren, setzten sie noch hinzu: „Freut uns, sie kennen zu lernen." Professor McGonogall lächelte sie leicht an und bat sie dann, ihr zu folgen. Die beiden verabschiedeten sich noch schnell von den Rumtreibern und folgten ihrer Professorin dann. Diese führte sie zu den Erstklässlern in denselben Raum, in dem sie schon in ihrem ersten Jahr darauf gewartet hatten, in die große Halle geführt zu werden. Die kleinen Erstklässler sahen sie neugierig an.
„Na was sagst du", fragte Harry nun Hermine „Klappt doch bisher alles bestens. Die Rumtreiber sind alle sehr nett zu uns und keiner schöpft verdacht. Wie auch", füge er noch leicht schmunzelnd hinzu. „Aber es fiel mir ziemlich schwer, den anderen nicht zu verraten, wer wir sind. Ich habe so ein schlechtes Gewissen deswegen. Wir könnten so viel verhindern."
„Du weißt ganz genau, dass wir das nicht dürfen, Harry", zischte Hermine ihm zu, „Und jetzt sei still, sonst hört dich noch jemand."
In diesem Moment kam Professor McGonogall rein und bat die Schüler in die Halle, wobei sie Harry und Hermine darauf hinwies, sich doch bitte ans Ende der Schlange zu stellen. Sie folgten den nervösen Knirpsen und Harry, der selbst etwas nervös war, obwohl er nicht wusste warum, sah sich neugierig in der Halle um. Am Gryffindortisch sah er James und Sirius, die ihnen zuwinkten und die Daumen in die Luft reckten, zum Zeichen, dass alles gut gehen würde. Harry lächelte ihnen dankbar zu. Sein Blick wanderte weiter und blieb am Slytherintisch an einem bekannten Gesicht hängen, Sein Lehrer für Zaubertränke hatte sich nicht verändert. Lange schwarze Haare hingen ihm ins Gesicht und er hatte den gleichen stechenden Blick, den er im Unterricht immer aufsetzte. Während Harry seinen späteren Lehrer beobachtete stellte Professor McGonogall den sprechenden Hut vor den Schülern auf und erklärte ihnen, was sie zu tun hatten.
Nacheinander rief sie alle neuen Schüler auf, die recht gleichmäßig auf die einzelnen Häuser verteilt wurden. Zum Schluss waren nur noch Hermine und Harry übrig.
„Wie ihnen vielleicht aufgefallen ist", fing die Professorin an, „werden diese beiden Schüler nicht in die erste Klasse kommen. Sie gehen ab diesem Schuljahr in die sechste Klasse. Hermine Granger, wenn ich sie nach vorne bitten dürfte." Nervös ging Hermine nach vorne und setzte sich den Hut auf. Dieser brauchte nicht lange, bis er laut „Gryffindor" rief. Der Haustisch fing laut an zu jubeln und Hermine lief überglücklich zu ihrem alten und zugleich neuen Haus. Nun musste Harry nach vorne. Nicht weniger nervös setzte er den Hut auf und wartete. „Du willst also nach Gryffindor? Aber warum denn? Wo du doch in Slytherin viel besser aufgehoben wärst." ‚Slytherin?', schoss es Harry durch den Kopf, ‚Nein Danke.' „Oh doch, ich denke, das wäre das Beste für dich. Also schicken wir dich nach ‚Slytherin'." Das letzte Wort hatte er laut ausgerufen und Harry schlurfte bedrückt zu seinem neuen Haustisch. Wie hatte das nur passieren können? Er wollte doch zu einem Vater und dessen Freunden. Außerdem war auch Hermine wieder in Gryffindor gelandet. Warum hatte er eigentlich kein Glück? Auch als er zu seinen Freunden sah, bemerkte er nur bestürzte Gesichter. Auch sie konnten nicht glauben, dass Harry tatsächlich in Slytherin gelandet war.
Zu allem Überfluss war der einzige freie Platz ausgerechnet neben Snape. Missgelaunt setzte der Junge sich auf den Stuhl und blickte starr zum Lehrertisch hoch.
Nicht viele der Gesichter dort oben kamen ihm bekannt vor. Er erkannte Dumbledore, obwohl er etwas jünger aussah. Professor McGonogall kannte er natürlich auch und Professor Binns und Flitwick. Aber die anderen Lehrer waren ihm unbekannt. Er fragte sich, wer sein Hauslehrer war und ob dieser genauso unausstehlich war, wie Snape. Beim Gedanken an diesen drehte er den Kopf und sah genau in zwei schwarze Augen, die ihn anstarrten. „Was guckst du denn so", fauchte er. Der schwarzhaarige schrak etwas zurück, ob der Feindseligkeit in Harrys Stimme, doch er antwortete ganz ruhig: „Du scheinst ja nicht sehr froh darüber zu sein, in Slytherin zu sein." „Warum auch? Slytherin ist echt nicht mein Ding." Mit diesen Worten drehte Harry sich wieder zum Lehrertisch, an dem Dumbledore soeben aufgestanden war. „Guten Abend, liebe Schüler", begrüßte er sie, mit seinem typischen Lächeln, „Nun fängt wieder ein neues Jahr an und ich hoffe, es wird euch genauso viel bringen, wie das letzte. Ich möchte die neuen Schüler und auch einige der Älteren", er sah in Richtung Rumtreiber, „dass der Verbotene Wald aus gutem Grund so heißt und ihr euch weder am Tag, noch in der Nacht dort hineinbegeben dürft. Und jetzt will ich euch nicht weiter aufhalten. Das Essen kann beginnen."
Auf den goldenen Teller in der Tischmitte erschien das Essen und Harry vergas ganz, dass er eigentlich überrascht tun sollte, so hungrig war er plötzlich. Er nahm sich von allem, was er mochte etwas und aß gierig. Mit den Augen sah er sich an seinem Tisch um. Alles in allem schienen seine Hauskameraden eigentlich ganz nett zu sein. Sie unterhielten sich lachend und erzählten sich gegenseitig von den Ferien. Harry wurde allerdings nicht wirklich beachtet, was ihn nicht störte. Als er den Blick nach rechts wandte begegnete er wieder dem von Snape, der ihn leicht angrinste. „Musstest du in den Ferien Hungern, oder warum schlingst du so?" Harry blitzte Snape böse an. „Ich wüsste nicht, was dich das angeht. Aber wenn du's unbedingt wissen willst, ich habe in den Ferien sehr gut gegessen, aber so ein Tag macht halt hungrig. Außerdem, hat dir schon mal jemand gesagt, dass eine gute Ernährung dieses krankhafte Aussehen, das du an den Tag legst, verhindern könnte. Und ein wenig Sonne wäre vielleicht auch nicht schlecht." Snape sah ihn mit offenem Mund an und Harry widmete sich wieder seinem Essen. ‚Hah', dachte er ‚1:0 für mich.'
Kurze Zeit später wurde es wieder still in der großen Halle. Dumbledore, der wieder aufgestanden war, verkündete, dass das Essen nun beendet sei und die Erstklässler mit den Vertrauensschülern in ihre Schulhäuser gehen sollten. Dann bat er noch, dass Harry und Hermine bitte kurz zu ihm kommen sollten.
Hermine lächelte Harry flüchtig zu, als sie sich vorne am Lehrertisch trafen. Harry lächelte unglücklich zurück. „Du schienst nicht sehr glücklich zu sein", stellte sie fest. „Wie sollte ich", antwortete Harry verärgert, „ich bin in Slytherin."
„Ich verbitte mir diesen Ton, junger Mann, es ist mein Haus, von dem sie da sprechen", kam es da plötzlich von einem älteren Mann, der soeben vom Tisch aufgestanden war. Harry sah ihn überrascht an. „Ich bin Professor Gjortik. Ich bin Lehrer für Zaubertränke und Hauslehrer von Slytherin. Ich wollte sie gerne noch persönlich in unserem Haus und dieser Schule begrüßen", er nickte Harry freundlich zu. Dieser Professor schien ganz anders als Snape zu sein. Richtig freundlich. Nun kamen auch die Professoren Dumbledore und McGonagall zu ihnen und begrüßten sie ihrerseits noch einmal. „Nun", sagte Dumbledore, „bevor ihre Hauslehrer ihnen ihre Schulhäuser zeigen und ihnen ihre Passwörter geben, möchte ich sie noch bitten, mich morgen, nach dem Frühstück, in mein Büro zu begleiten, da wir noch einiges zu klären haben, angefangen von ihrer Fächerwahl, bis hin zu ihren ZAG-Ergebnissen" Harry sah Hermine nervös an. ZAG's? Sie hatten ihre Ergebnisse nicht mehr bekommen, bevor sie ‚abgereist' waren. Was sollten sie denn jetzt machen? Aber eigentlich sollte er sich da keine Sorgen machen, Hermine würde schon etwas einfallen.
„Nun wünsche ich ihnen beiden eine angenehme erste Nacht." Damit verabschiedete sich der Direktor und Harry und Hermine folgten ihren neuen Lehrern aus der Halle. Hermine folgte Professor McGonogall die Treppe nach oben, während Professor Gjortik Harry nach unten zu den Kerkern führte.
Sie hielten vor der Wand, die, wie Harry bereits seit seinem zweiten Schuljahr wusste, den Eingang zum Gemeinschaftsraum der Slytherins bildete.
„Diese Wand ist eine Geheimtür", klärte der Professor Harry auf, „Sie bildet den Eingang zu ihrem Gemeinschaftsraum, welchen sie nur mit einem Passwort betreten können. Sie dürfen dieses Passwort niemandem, der nicht in ihrem Haus ist, verraten. Das Passwort lautet ‚Salazar Slytherin'."
„Na das nenn ich mal einfallsreich", knurrte Harry, als die Wand sich zur Seite bewegte.
Sein Hauslehrer sah ihn verwundert an. Normalerweise freuten sich die Schüler immer, wenn sie nach Slytherin kamen, denn dies geschah nie ohne Grund. Und obwohl der Hut schon alt war, war ihm noch nie ein Fehler unterlaufen. Warum also war dieser Junge, der doch so offensichtlich nicht hier sein wollte, ausgerechnet nach Slytherin gekommen? Gjortik sah sich nach einem Sechstklässler um, der sich um Granger kümmern konnte und der Einzige, der sich noch im Gemeinschaftsraum aufhielt war Snape. Ein klassischer Einzelgänger. Es wäre bestimmt nicht schlecht, ausgerechnet diese beiden Sonderfälle zusammenzustecken. Vielleicht würden sie dann ja beide Mal auftauen.
„Snape", rief der Professor, „kommen sie mal eben rüber." Snape, der bis eben noch auf einem Sessel gesessen und in einem Buch geblättert hatte, stand ärgerlich auf und ging langsam zu den Neuankömmlingen. „Ja, Professor", sagte er und sah Harry interessiert an, „Was kann ich für sie tun?"
‚Schleimer', dachte Harry.
„Ich möchte, dass sie sich in der ersten Zeit etwas um Mr. Granger kümmern. Zeigen sie ihm die Klassenräume, stellen sie ihm die anderen Schüler vor, erklären sie ihm, wie hier alles so abläuft", sagte der Hauslehrer in einem befehlenden Ton. „Muss das sein, Professor? Kann das nicht jemand anders machen? Ich glaube nicht, dass ich so geeignet für den Job bin."
„Ich denke, sie machen das schon", sagte der Professor aufmunternd. „Wenn sie mich jetzt bitte entschuldigen würden. Es ist schon spät." Damit drehte er sich um und verschwand aus dem Gemeinschaftsraum.
‚Na super', dachte Harry, ‚Schlimmer kann's ja wohl nicht mehr werden.' Er blitzte seinen Hauskameraden feindschaftlich an.
„Kannst du mir bitte mal erklären, was du gegen mich hast?", fragte der Angeblitzte übelgelaunt.
„Ich mag dich nicht."
„Na super. Als ob ich das noch nicht bemerkt hätte. Aber warum magst du mich nicht?"
„Du bist ein Slytherin."
„Na und? Du bist auch einer."
„Aber nicht freiwillig."
„Und woher willst du wissen, dass ich freiwillig hier bin?" Harry sah sein Gegenüber überrascht an. Meinte dieser das Ernst? Er war sich bisher immer sicher gewesen, dass Snape absolut glücklich über sein Slytherintum sei. Aber der Ton, in dem er ihm eben geantwortet hatte lies ihn seine Einstellung überdenken. „So, ich zeig dir jetzt erstmal unseren Schlafraum. Ich bin jetzt echt zu müde für weitere Diskussionen mit dir", sagte Snape, als Harry nicht antwortete. „Ich bin übrigens Severus Snape", stellte er sich noch vor, bevor er sich umdrehte. Harry folgte ihm, immer noch über das Gesagte nachdenkend.
Ihre Zimmergenossen schliefen bereits, als sie eintraten. Der Schlafsaal sah genauso aus, wie der der Gryffindors, außer das alles in Grün und Silber gehalten war. Snape zeigte ihm das freie Bett, neben dem bereits sein Koffer stand und Harry nahm sich seine Boxershorts, in denen er im Sommer immer schlief und verschwand damit im Badezimmer. Dort zog er sich schnell um und machte Katzenwäsche. Danach verschwand er schnell im Bett, wobei er von Snape neugierig beobachtet wurde. „Was guckst du denn so?", fuhr Harry ihn an. Snape wurde leicht rot und verschwand seinerseits im Bad. Als er wieder raus kam tat Harry so, als würde er schlafen. In Wirklichkeit machte er sich Gedanken darüber, warum er eigentlich so gemein zu Snape war. Klar, in seiner Zeit war er ein arrogantes, selbstherrliches Arschloch, aber hier war er doch eigentlich ganz nett zu ihm. Warum also war er so gemein zu ihm? Doch bevor er eine Antwort fand war er eingeschlafen.
Am nächsten Morgen wachte er auf, als ihn jemand am Arm rüttelte. „Granger, du musst endlich aufwachen", hörte er eine genervte Stimme rufen. „Übergieß ihn doch einfach mit kaltem Wasser", mischte sich eine zweite Stimme ein. „Ach halt's Maul, Hookes. Das bringt doch nichts. Der Junge schläft tief und fest." Sagte wieder die erste Stimme. „Stimmt nicht", meldete sich jetzt Harry verschlafen zu Wort, „ich bin wach. Wie spät ist es?" „Spät genug, jetzt langsam mal aufzustehen, wenn du noch pünktlich zum Frühstück kommen willst", sagte wieder die erste Stimme, die Harry als Snapes erkannte. „Gut, dann sollte ich jetzt wohl aufstehen." Langsam quälte er sich aus dem Bett und ging ins Badezimmer. Die bewundernden Blicke der beiden Jungen, die sich an seinen wohlgeformten Körper hefteten, bemerkte er gar nicht. ‚Erstmal eine kalte Dusche', beschloss der jetzige Slytherin ‚zum wach werden.'
Kurze Zeit später kam er, frisch geduscht und angezogen wieder in den Schlafsaal, in dem Snape noch immer auf ihn wartete. „Du hättest nicht auf mich warten müssen, Snape", sagte Harry freundlich, der beim Duschen beschlossen hatte, von nun an einigermaßen freundlich zu seinem Hausgenossen zu sein, bevor er nicht einen triftigen Grund gefunden hatte, diesen zu hassen. „Kein Problem", antwortete dieser, „Professor Gjortik hat mich gebeten, auf dich aufzupassen und diese Aufgabe nehme ich Ernst. Aber jetzt sollten wir wirklich langsam mal los, sonst bekommen wir nichts mehr, denn so wie ich unsere Hauskameraden kenne, haben die alles aufgefressen, bis wir da sind." Er lächelte Harry leicht an und diesem fiel auf, dass es seinem ‚Professor' sehr gut stand. ‚Das sollte er häufiger machen. Aber nein, das würde ja seinem Image schaden.' In diesem Moment fragte Harry sich, was aus Snape eigentlich diesen missgelaunten verbitterten Mann gemacht hatte. Dass er ein Einzelgänger war hatte er am Abend vorher schon bemerkt, aber ansonsten schien er doch ganz freundlich. Ganz anders als in 20 Jahren, wo er sein verhasster Zaubertränkelehrer sein würde. Immer noch etwas verpennt folgte er ihm zur Großen Halle. Auf dem Weg dorthin fing Snape plötzlich an, Harry darüber auszufragen, warum er nach Hogwarts gekommen war. „Meine Eltern sind vor ein paar Monaten gestorben", antwortete dieser.
„Oh, das tut mir leid", sagte Snape und meinte es auch so.
„Na ja, ich hatte nicht den besten Draht zu ihnen", sagte Harry und lächelte schief, „meine Schwester schon eher. Jedenfalls sind wir nach der Beerdigung nach England gekommen, weil wir hier angeblich noch Verwandte hatten, aber von wegen. Die sind schon alle weg. Tot und so", meinte er gleichgültig. „Aber wir sind trotzdem hier geblieben - wo hätten wir auch hingesollt? – und haben uns ein Zimmer im Tropfenden Kessel genommen. Na ja, und jetzt sind wir halt in Hogwarts", endete er, gerade, als sie die große Halle betraten.
Sie setzten sich an den Tisch und Harry fragte Snape ein wenig über Hogwarts aus. Nicht weil es ihn sonderlich interessierte, zumal er eh schon das meiste wusste, sondern eher um seine Tarnung aufrecht zu erhalten. Würde er nichts fragen käme es dem Slytherin nach einiger Zeit merkwürdig vor und er würde Fragen stellen. So hielt er ihn auf Abstand.
Nach dem Frühstück stand Harry auf und ging zu Dumbledore zum Lehrertisch. Auf dem Weg gesellte sich Hermine zu ihm. „Und wie gefällt es dir so in Slytherin?", fragte sie unsicher.
„Geht so", antwortete Harry, „eigentlich sind alle ganz nett, aber es ist halt Slytherin. Außerdem hat Professor Gjortik ausgerechnet Snape gebeten, auf mich aufzupassen." Er seufzte genervt.
„Oh, das ist blöd. In Gryffindor ist es echt schön. Ich verstehe mich sehr gut mit Lily, sie ist es auch, die Professor McGonogall gebeten hat, etwas auf mich zu achten. Wenn du willst, kannst du dich doch beim Mittagessen zu uns setzen. Bei uns ist es immer sehr lustig." „Ja, das könnte ich machen", stimmte der Slytherin zu. In dem Moment kam Dumbledore auf sie zu. „Guten Morgen ihr beiden", er lächelte sie freundlich an, „Wenn sie mir jetzt bitte in mein Büro folgen würden." Sie gingen durch das Schloss, bis sie vor dem steigernden Wasserspeier halt machten und Dumbledore das Passwort (‚Nuss-Schokolade') nannte, worauf hin der Wasserspeier zur Seite sprang. Oben in Dumbledores Büro setzten sie sich auf zwei Sessel vor dem Schreibtisch des Schuldirektors, welcher sich dahinter niederließ.
„So, jetzt würde ich gerne erstmal wissen, was sie zwei hierher bringt." Sofort fingen Harry und Hermine ihre Geschichte zu erzählen und Dumbledore hörte aufmerksam zu. Als sie geendet hatten, schüttelte er leicht den Kopf und seufzte. „Sehr schöne Geschichte, ihr zwei, aber jetzt würde ich gerne die Wahrheit erfahren." Harry sah seinen Schulleiter erschrocken an. „Wie.. Wie meinen sie das?", stotterte er irritiert. „Ich mein, dass ihr mich angelogen habt und ich jetzt gerne die Wahrheit wissen würde. Ich habe nichts über euch herausgefunden. Das einzige, was ich feststellen konnte ist, dass in euch beiden eine große Magische Kraft steckt. Allerdings ist es fast so, als wärt ihr aus dem Nichts aufgetaucht."
„Fast", widersprach Hermine, „Eher aus der Zukunft." Nun war es an Dumbledore irritiert zu sein. Auch Harry sah seine Freundin erschrocken an. Wie konnte sie so einfach mit der Wahrheit rausrücken? Sie waren sich doch einig gewesen, nichts zu verraten. „Könnten sie das vielleicht genauer erklären?" Und so erzählte Hermine die ganze Geschichte, wobei sie allerdings einige Details ausließ, die dem Professor Aufschluss über die Zukunft gegeben hätten. Ja, so war sie, immer darauf bedacht, das Richtige zu tun. „Und weil wir nicht wussten, was wir tun sollten, weil wir nicht wissen, wie uns der Zeitumkehrer wieder nach Hause bringen kann, haben wir beschlossen, nach Hogwarts zu gehen, weil wir gehofft hatten, hier eine Antwort zu finden", schloss sie schließlich. Dumbledore sah die beiden Zeitreisenden nachdenklich an. „Das ist in der Tat eine seltsame Lage. Da auch ich keine Ahnung habe, wie wir Sie in ihre Zeit zurückbekommen sollten, schlage ich vor, dass es das Beste wäre, wenn Sie vorerst weiter so tun, als wäre alles ganz normal. Sie werden gleich ihre Schulfächer wählen und am besten schon nach dem Mittagessen mit ihren Schulkameraden den Unterricht besuchen. Und zu keinem ein Wort darüber, weshalb Sie wirklich hier sind. Auch nicht zu den Lehrern. Ich werde mich nach einer Möglichkeit umhören, wie Sie wieder in ihre Zeit zurückkehren können. Was dann kommt werden wir ja sehen." Harry sah seinen Schulleiter dankbar an. Er hatte erwartet, dass dieser ihnen eine Standpauke halten und sie so schnell wie möglich von der Schule werfen würde. Aber das war besser. Sie bekamen endlich Hilfe. Den Rest der Zeit verbrachten Harry und Hermine damit, ihre Schulfächer zu wählen, wobei Hermine sich natürlich wieder viel mehr Fächer suchte, als Harry.
Als sie sich mittags wieder auf den Weg zur großen Halle machten, laberte Hermine ihren ‚Bruder' über ihre Fächerwahl zu, dieser verdrehte nur genervt die Augen. Beim Essen setzte Harry sich, so wie er es sich beim Frühstück vorgenommen hatte, zu den Gryffindors, welche das überrascht wahrnahmen. „Hey Granger", wurde er auch gleich schräg angemacht, „du gehörst hier aber nicht hin. Dein Platz ist da hinten, bei den anderen dreckigen Slytherins." Bevor Harry auch nur ein Wort sagen konnte, wurde der Anmacher auch schon von gleich zwei Leuten kräftig in den Schwitzkasten genommen. „Halt's Maul, du blöder Iltis. Harry ist unser Freund und wer ihm blöd kommt, bekommt's mit uns zu tun", verteidigte James ihn und Sirius nickte bekräftigend. Harry sah die beiden, die sich auch sogleich mit den anderen Rumtreibern neben sie setzten, dankbar an. „Hey, danke", sagte Harry leicht verlegen. „Ich hatte schon Angst, ihr seid enttäuscht oder so, dass ich nicht mit euch in Gryffindor bin."
„Ach quatsch", fuhr Sirius auch sogleich auf, „Warum sollten wir das? Ich mein, der Hut is' doch schon alt, auch er kann Fehler machen. Und selbst wenn er Recht hatte, du bist doch echt Okay." Er grinste den Slytherin frech an, welcher daraufhin leicht rosa wurde.
„Och wie süß", rief James auch sogleich aus, „Jetzt hast du ihn verlegen gemacht. Schäm dich." Scherzhaft piekste er Sirius in die Seite, welcher daraufhin schallend loslachte. James und Remus fielen auch gleich mit ein und auch Harry konnte sich bald nicht mehr zurück halten. „Oh, super", sagte Remus, nachdem sie sich wieder beruhigt hatten „du kannst über dich selbst lachen. Das brauchst du bei unseren beiden Spaßvögeln hier auch."
In diesem Moment kam ein vor Wut schäumender Snape auf den Gryffindortisch zu. „Ach, hallo Snifellus", begrüßte James ihn feixend, „Was führt dich zu uns? Hat dich die Sehnsucht gepackt?" der Angesprochene ignorierte den schwarzhaarigen einfach und sah Harry direkt an. Irgendwie glaubte Harry einen betrübten Blick in den Augen seines Gegenübers entdeckt zu haben. Doch da hatte er sich wohl getäuscht, warum sollte Snape auch betrübt sein? „Was willst du, Snape?" fragte er ihn. „Ich will dich fragen, was du hier machst. Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, aber das hier ist nicht unser Haustisch." „Ach nein, wirklich nicht, Snifellus?", meinte Sirius daraufhin zuckersüß, „Das ist aber schade, wo wir dich doch so gern bei uns hätten."
„Genau, wo wir uns doch so gern mit ihm unterhalten", pflichtete James ihm bei. „Und so gern unsere Späße mit ihm treiben. Setz dich doch, Snifellus", setzte Sirius noch hinzu, als er Snape auf einen Stuhl neben ihm drückte. „Also, was bringt dich dazu, freiwillig an unseren Tisch zu kommen? Suchst du deine tägliche Abreibung?" Mit blitzenden Augen sahen die zwei ihren Gegenüber an.
„Lasst ihn", erklang es da plötzlich leise. „Bitte, was hast du gesagt?" James drehte sich fragend zu Harry um. „Ich sagte, ihr sollt ihn in Ruhe lassen. Was hat er euch getan, dass ihr so mit ihm umgeht?" „Was er uns getan hat?" Ungläubig starrte Sirius den Slytherin an, „Er ist auf der Welt. Das reicht doch wohl."
„Na wenn du meinst", sagte Harry lustlos, „aber ich finde es trotzdem nicht richtig." Daraufhin sahen James und Sirius sich an – und ließen Snape los. „Gut, heute lassen wir dich noch mal in Ruhe, aber komm unserem Tisch nicht mehr zu nahe. Harry ist der einzige Slytherin, der das darf." So schnell wie er konnte sprang Snape auf und verschwand, nicht ohne Harry noch einen verwirrten Blick zuzuwerfen.
„Warum hast du ihn beschützt", wollte nun Remus wissen.
„Na ja", Harry wurde leicht rot. Genau, warum hatte er seinen verhassten Hausgenossen eigentlich beschützt? Er wusste es nicht. „Er ist immer noch im selben Haus wie ich, da kann ich doch nicht tatenlos zusehen, wie ihr ihn runter macht. Hauslehrer und so, versteht ihr?", redete er sich raus und glaubte es auch selbst.
„Ja, ich versteh dich", sagte James, „Ich würde genauso reagieren, wenn jemand so mit einem Gryffindor umspringen würde. Du hast schnell begriffen, obwohl das dein erster Tag ist." Leichte Bewunderung lag in seiner Stimme, woraufhin Harry wieder rot wurde.
Nach dem Essen kam Professor McGonagall auf Hermine zu. „Miss Granger, ich wollte ihnen nur schnell ihren Stundenplan geben. Ich denke, sie können schon nach der Mittagspause mit in den Unterricht. Dasselbe gilt für sie, Mr. Granger. Mr. Gjortik bat mich, ihnen den Stundenplan zu geben, als er sah, dass wir beide den gleichen Weg hätten." Sie lächelte den Slytherin freundlich an und ging dann wieder.
„Was hast du in deiner ersten Stunde Harry?", fragte Hermine ihn aufgeregt. Der Angesprochene sah auf seinen Stundenplan und bemerkte trocken: „Zaubertränke, mein Lieblingsfach." „Wirklich? Das hab ich jetzt auch! Ist ja toll.", sagte Hermine begeistert. „Ja", sagte Harry, „Wirklich sehr toll." Begeistert klang er nicht, weshalb Remus auch gleich fragte: „Wenn du Zaubertränke nicht magst, warum hast du es dann gewählt?"
„Weil ich Auror werden will und dafür brauch ich nun mal Zaubertränke."
„Du willst also ein Auror werden? Find ich stark", sagte James, „Das ist auch mein Ziel."
„Wirklich? Dann ist ja gut, wenigstens einer von euch, der mich in Zaubertränke unterstützen kann. Ich mach mich dann jetzt wohl auch mal auf den Weg, meine Sachen holen. Ich will ja nicht gleich am ersten Tag zu spät kommen." Seufzend erhob er sich.
„Gut, wir sehen uns", verabschiedete James sich, „Wir sehen uns dann gleich in Zaubertränke wieder, wird so schlimm schon nicht werden."
‚Das wird ja immer besser', dachte Harry missmutig, als er fast zwei Stunden später in Zaubertränke saß. Nicht genug damit, dass Snape den gleichen Kurs hatte, wie er – wie hätte es auch anders sein sollen, da es nur einen Kurs für Zaubertränke gab und Snape diesen ganz sicher gewählt hatte – nein, dieser arrogante Mistkerl hatte ihn dann auch gleich mit sich gezerrt, als Harry auf seine Freunde zugehen wollte. „Hey, was soll das", hatte Harry erbost gefragt und Snape hatte darauf nur wütend geknurrt: „Du sitzt schön bei mir, klar? Das heute beim Mittagessen war einmalig. Du bist ein Slytherin und hast mit den Gryffindors nichts zu tun." Eine leichte Bedrohlichkeit, wie Harry sie schon aus seinem Unterricht kannte, lag in seiner Stimme. „Außerdem soll ich auf dich aufpassen und das kann ich am besten, wenn du neben mir sitzt." Niedergeschlagen hatte er sich also neben Snape gesetzt, nicht ohne seinen Freunden einen entschuldigenden Blick zuzuwerfen.
Und nun saß er hier, neben Snape, und starrte diesem auf die Finger, während er den Trank, den sie diese Stunde durchnahmen, braute. Er hatte Harry verboten ihm zu helfen („Ich schaff das sehr gut alleine, danke auch."). ‚Na ja', dachte Harry gelangweilt, ‚eins muss ich zugeben: Er hat wirklich verdammt schöne Hände.' Erschrocken ob dieses plötzlichen Gedankens schlug er sich die Hand vor den Mund. „Geht's dir nicht gut, Granger, oder was ist los?", fragte Snape und wenn Harry sich nicht irrte hörte dieser sich wirklich besorgt an. „N..nein", stammelte er „Mir geht's gut. Mach ruhig weiter." Verstimmt grummelnd wandte der Meister der Zaubertränke, wie er auch zu dieser Zeit schon genannt werden konnte, sich wieder seinem Trank zu. Harry, der immer noch überrascht über seine Gedanken war, tat es ihm gleich, um wenigstens durch zusehen etwas zu lernen.
Die nächsten Tage verliefen sehr gut. Die meisten Fächer hatte Harry mit Hermine und Lupin zusammen, die wohl die komplette Fächerliste gewählt hatten und immer ein wenig erschöpft wirkten. Aber er hatte auch eine ganze menge Fächer mit James und Sirius und zu seinem Leidwesen auch mit Snape. Zu seinem Glück hatten Snape und er nicht jedes Fach gleich und so konnte er sich in den Fächern, die er ohne ihn hatte getrost neben seine Freunde setzten und nach einiger Zeit widersetzte er sich ihm einfach und setzte sich auch in den anderen Fächern zu ihnen. Auch saß er nun beim Essen fast jedes Mal am Gryffindortisch, sodass er eine bessere Beziehung zu den Leuten dieses Hauses aufbaute, als zu denen seines eigenen Hauses. Snape nahm dies beleidigt war, widersprach aber nicht, weil er wusste, dass er alleine gegen die Rumtreiber nicht ankam.
In Wahrsagen hatten sie eine Schrullige alte Lehrerin, die Harry sehr stark an Trelawney erinnerte und Harry – wie sollte es auch anders sein? – sofort in seiner ersten Stunde einen baldigen und schmerzvollen Tod voraussagte. Harry nahm dies sehr gelassen hin und sein Mitschüler, die offenbar schon an solche Szenen gewohnt waren, ebenfalls.
Ein paar Wochen später saß Harry alleine im Gemeinschaftsraum der Slytherins und machte seine Hausaufgaben für Verwandlung. Er wurde in seinem Haus zwar geduldet, doch hatte er hier keine Freunde, da er schließlich ein ‚Gryffindorfreund' war. Doch plötzlich setzte sich jemand neben ihn. Harry sah auf und wünschte sich sogleich es nicht getan zu haben. Er sah direkt in die nachtschwarzen Augen von Severus Snape. ‚Wow, was für seltsame, schöne Augen.' Sogleich hätte er sich wieder am liebsten für das Gedachte geohrfeigt. Diese Art Gedanken waren ein Grund, warum er sich in letzter Zeit immer so von Snape fernhielt, sie häuften sich immer mehr und Harry hatte keine Ahnung, weshalb. „Was willst du, Snape?", fragte er ablehnend. „Ich wollte nur mal ‚Hallo' sagen."
„Gut, das hast du ja jetzt. Könntest du mich jetzt bitte wieder in Ruhe lassen?"
„Wenn du unbedingt willst." Seufzend stand Snape wieder auf und setzte sich sogleich wieder. „Ich dachte, du wolltest verschwinden?" Harry sah leicht genervt aus.
„Nein, du wolltest, dass ich verschwinde", verbesserte Snape ihn, „Aber das ist es nicht. Ich wollte dich fragen, ob du schon weißt, mit wem du nach Hogsmeade gehst." Als Harry ihn verwundert ansah setzte er, verlegen auf den Boden starrend hinzu: „Na ja, wie du vielleicht schon gemerkt hast hab ich nicht viele Freunde hier und normalerweise geh ich immer alleine, aber ich dachte, vielleicht können wir ja zusammen gehen?" Harry sah ihn sprachlos an. Was wurde das denn jetzt? Snape verhielt sich ja schon die ganze Zeit komisch, nachdem Harry ihn vor den Rumtreibern ‚gerettet' hatte, aber das war jetzt wirklich seltsam. Aber was sollte es? Er zuckte mit den Schultern „Klar, warum nicht. Mir soll's egal sein, mit wem ich hingehe." Erfreut sah Snape ihn an. Und da passierte das Unglaubliche: er lächelte! Ein ehrliches, erfreutes Lächeln, wie es Harry noch nie bei ihm gesehen hatte. Seit er hier auf Hogwarts war, hatte er Snape eh selten lächeln sehen und in seiner Zeit kannte er nur das zynische Grinsen seines Zaubertränkelehrers. ‚Hmm', dachte Harry erfreut, ‚das sollte er wirklich öfter machen, es steht ihm.' Und er lächelte genauso aufrichtig zurück.
TBC Kelene
wir sehen uns am 19. 02. mit dem neuen Kapitel
