Bitte Reviewed, damit ich seh, dass sich überhaupt jemand meine Geschichte durchliest. Ansonsten viel Spaß beim Lesen :)

Natürlich gehört mir immer noch nichts, sondern ausschließlich der Autorin.


Kapitel 4

Am nächsten Morgen verließ Olivia den leeren Krankenflügel, noch bevor die Sonne ganz aufgegangen war.
Harry war bereits am gestrigen Abend entlassen worden und so hatte Olivia die eigentlich ganz geschickte Situation nicht zu ihren Gunsten nutzen können.

Sie trug ihre Kleider vom vorherigen Tag, welche sich bei ihrem Anfall zurück verwandelt hatten, was jedoch bei allem drum herum, niemanden zu interessieren schien. Zum Glück.

Sie hatte die Sachen einfach mit einem einfachen Reinigungszauber frisch gemacht, ihre Haare zu einem Zopf geflochten und war in die Große Halle zum Frühstück gegangen.
Das Testspiel war auf nach dem Frühstück angesetzt und sie wollte ihre Chancen ins Team aufgenommen zu werden nicht durch eine Verspätung verschlechtern.

Sie kam viel zu früh. Nicht einmal Harry war schon da.

Sie vertrieb sich die Zeit damit, einige Runden zu fliegen, um sich wieder daran zu gewöhnen und bald spürte sie die altbekannte Freude in sich hochsteigen, die sie beim Fliegen immer spürte.

„Hey, Olivia, richtig?"

Überrascht bremste sie ihren Besen und sah hinunter.

Da unten stand Harry, eine Hand über den Augen um sie vor der Sonne zu schützen und winkte sie zu sich runter.

Das war ihre Chance mit ihm zu sprechen.

Sie flog nach unten und landete elegant auf dem weichen Boden, der noch vom gestrigen Regenschauer aufgeweicht war. Bei den Temperaturen, die gerade herrschten, würde er bestimmt schnell trocknen.

„Morgen, du willst dich also als Jägerin bewerben, wenn ich mich richtig erinnere."
Sie nickte und fühlte sich auf einmal seltsam befangen.

„Bist du sicher, dass du schon wieder fliegen kannst? Du warst doch gestern auch im Krankenflügel."
Mit einem Schlag war ihr Selbstbewusstsein wieder zurück.

„Natürlich kann ich fliegen, hat man das denn gerade nicht gesehen?"

Er lachte und stimmte ihr zu.

„Äh, Harry – ich darf dich doch Harry nennen?"

Er nickte und sah sie auffordernd an.

„Naja, ich hab mich gefragt, ob ich vielleicht heute Abend…"

Sie wurde durch laute Stimmen und Lachen unterbrochen, als die restlichen Anwärter für das Team mitsamt ihren Besen das Quidditchfeld betraten.

Harry drehte sich einfach von ihr weg, als hätten sie sich nicht gerade unterhalten, und begrüßte die restlichen Gryffindors.

Einen Moment lang war Olivia gekränkt, dann zwang sie sich dazu, zu berücksichtigen, dass er nicht wusste, dass sie Geschwister waren und dass sie für ihn nur ein Mädchen war, dass Jägerin werden wollte und mit seiner Freundin befreundet war.

Mehr war sie nicht für ihn – würde sie vermutlich nie werden, wenn sie es nicht hinbekam ihm zu sagen, wer sie wirklich war.

Sie war so tief in ihre Gedanken versunken, dass sie fast den Moment verpasste, in dem alle anderen in die Luft stiegen um einige Runden zu fliegen, hätte Ginny sie nicht geschüttelt und zurück in die Wirklichkeit geholt.

Sie stieg schnell auf ihren Besen und erhob sich neben Ginny in die Lüfte.

Gemeinsam drehten sie einige Runden, nach denen Harry bereits den ersten sagte, sie könnten nicht gut genug fliegen, als dass er sie im Team aufnehmen könnte.

Danach folgte die Auswahl des Hüters, welche nicht lange dauerte, da es nur einen Bewerber gab.

Ron Weasley, Ginnys Bruder und Harry Potters bester Freund. Sie hatte ihn einige Male getroffen, jedoch nie mehr als ein paar Worte mit ihm geredet.

Nach dem, was die anderen sich zu flüsterten, war er bereits letztes Jahr Hüter gewesen und zwar ein außerordentlich Guter.

Danach folgten endlich die Jäger und sie schwang sich sofort neben Ginny in die Lüfte.

Zuerst machten sie einige Übungen mit dem Quaffel – Passen, Fangen und damit fliegen – dann begannen sie mit den richtigen Würfen – mit Ron vor den Torstangen.

Es war anstrengend, doch Olivia war glücklich, als sie schließlich wieder auf dem fast trockenen Boden landete und sich neben Ginny auf einer der Tribünen niederließ.

Sie glaubte, dass sie es gar nicht mal so schlecht hinbekommen hatte, immerhin hatte sie es geschafft vier von fünf Mal an Ron vorbei durch einen der Ringe zu werfen und da war sie die Einzige, da Ron Ginnys vierten Ball gerade noch mit den Fingerspitzen hatte halten können.

Harry stellte sich also schließlich vor sie hin, sagte einige Worte und las dann vor, wer in der Mannschaft war.

Zu ihrer Erleichterung stellte sie fest, dass sie neben Ginny und einen Siebtklässler namens Dean Thomas – welcher anscheinend eine Weile mit Ginny zusammengewesen war – in die Mannschaft aufgenommen war und gemeinsam mit Ginny sah sie sich noch die Auswahl der Treiber an, ehe sie fröhlich hüpfend zusammen zum Schloss zurückkehrten.

Sie hatte es ins Team geschafft und das vervielfachte ihre Chance, irgendwann mit Harry allein reden zu können ungemein.

Erschöpft vom Training und immer noch unter den Nachwirkungen des gestrigen Anfalls leidend, ging sie früh ins Bett und schlief ein, ehe der Mond ganz aufgegangen war.

Der nächste Tag war ein Sonntag und dennoch nutzte Olivia die Zeit nicht um auszuschlafen – sie hatte aufgrund des frühen ins Bett Gehens ihre nötige Portion Schlaf bekommen – sondern verbrachte die frühen Morgenstunden, in denen sie unbeobachtet war, um sich mit Verwandlung auseinanderzusetzten.

Sie wollte ihr hohes Niveau schließlich auch dieses Schuljahr halten.

Olivia blätterte gerade verträumt durch das Buch, als ein bestimmtes Kapitel ihr ins Auge stach.

Animagi stand ganz oben auf der ersten Seite.

Für einen Moment war sie wie hypnotisiert von dem Wort und versuchte das Gefühl zu benennen, das sich bei seinem Anblick von ihrer Brust aus in ihrem ganzen Körper ausbreitete.

Sie konnte nicht anders, sie musste einfach alles, was da über Animagi stand, lesen. Es war nahezu magisch, wie sehr das Kapitel sie anzog. Es ging sogar so weit, dass sie sich – nachdem sie das Kapitel gelesen hatte – anzog und in die Bibliothek verschwand, um mehr darüber herauszufinden.

Madam Pince schien über ihr frühes Auftauchen nicht sonderlich glücklich und ließ sie die ganze Zeit kein einziges Mal aus den Augen.

Diese Frau brauchte dringend jemanden, mit dem sie über ihre Probleme reden konnte, ehe sie noch verrückter wurde, als sie es sowieso schon war. Vielleicht wäre es also gar nicht mal so schlimm, wenn die Gerüchte über sie und Filch stimmen würden.

Es wäre bestimmt eine unglaubliche Erleichterung für alle Bibliotheksnutzer, wenn Madam Pince etwas gelassener werden würde – sie selbst eingeschlossen.

Als es bereits aufs Mittagessen zuging, stelle Olivia ihre Bücher sorgfältig wieder an ihren Platz zurück und verließ die Bibliothek.

Für einen Moment war sie unschlüssig, wo sie hingehen sollte. Sie war einfach zu sehr von dem, was sie über Animagi herausgefunden hatte, eingenommen und hatte das Gefühl, dass sie im Moment nicht besonders Gesellschaftstauglich war.

Statt also ihre Freundinnen zu suchen, ging sie aus dem Schloss heraus und zum Quidditchplatz, von wo aus sie ihren Besen per Aufrufszauber zu sich beförderte und einige Runden über dem Platz drehte.

Sie war abwesend, konnte jedoch trotzdem nicht verhindern, hin und wieder einen Blick zu den kleinen Figuren am See zu werfen, welche sie instinktiv als Harry und Ginny erkannte.

Sie fühlte sich schlecht dabei, sie zu beobachten, doch es war eine Art innerer Zwang, gegen den sie einfach nicht ankam, egal wie stark sie es versuchte.

Irgendwann landete sie schließlich wieder und trug ihren Besen über ihrer Schulter, während sie nachdenklich zum Schloss zurückschlenderte.

Die Idee mit den Animagi ließ sie nicht mehr los und sie hatte das Bedürfnis, zu versuchen – nur zu versuchen – selber einer zu werden. Es war etwas, das bereits zu tief in ihrem Wesen verankert war, als dass sie es als dumme Träumerei hätte abtun können.

Sie ging kurz in den Gemeinschaftsraum, um ihren Besen zu verstauen, danach ging sie hinunter zum Mittagessen, für welches sie bereits ziemlich spät war.

Keine ihrer Freundinnen war anwesend; wo Ginny war, wusste sie ja, doch bei den anderen konnte sie nur mutmaßen. Es änderte jedoch alles nichts daran, dass sie heute wohl alleine Essen musste.

Seufzend setzte sie sich etwas abseits von den anderen Gryffindors an den Gryffindortisch und begann lustlos in ihrem Eintopf rumzustochern.

Sie hatte sich schon lange nicht mehr so alleine gefühlt, vor allem nicht in einer so offenen, freundschaftlichen Gemeinschaft, wie in Hogwarts.

„Hey, Marner!", rief jemand hinter ihr und sie hatte bei der spöttischen Stimme bereits ein ungutes Gefühl im Magen, ehe sie sich auch nur umdrehen konnte.

Keine drei Meter hinter ihr stand Pansy Parkinson, mit einigen ihrer Slytherinfreunde, unter denen sie Tracey Davis und Milicent Bulstrode erkannte, welche alle ein Jahr über ihr waren.

Olivia hatte die drei einmal in der dritten Klasse – sie waren damals in der vierten – davon abgehalten, einen Zweitklässler zu verzaubern, welcher sich für Harry ausgesprochen hatte. Harry war zwar allgemein unter den Slytherin verhasst, doch zu dieser Zeit, war es besonders schlimm gewesen – eigentlich hatte ihn sogar die ganze Schule gehasst. In diesem Jahr hatte das Trimagische Tunier stattgefunden und nur wenige hatten noch zu Harry gehalten.

Sie selbst hatte nicht recht gewusst, für wen sie Partei ergreifen sollte, aber deswegen ließ sie trotzdem nicht zu, dass ein unschuldiger Zweitklässler aus nichtigen Gründen fertig gemacht wurde.

Entgegen ihrer eigenen Erwartung hatte sie es geschafft, alle drei mit einer Ganzkörperklammer zu versehen und die Drei hatten daraufhin ziemlichen Stress mit Professor McGonagall gehabt, was sie ihr anscheinend bis heute noch nicht verziehen hatten.

„Parkinson, was willst du? Wieder kleine Zweitklässler fertig machen?", fragte sie abwertend und drehte sich möglichst lässig zu den Dreien um und erhob sich, während sie ihren Zauberstab langsam und möglichst unauffällig aus ihrem Ärmel in ihre Hand rutschen ließ.

„Ach, weißt du, eigentlich wollten wir heute kleine Schlammblüter fertig machen. Dich, Marner."

Wütend biss sie die Zähne zusammen. Am liebsten hätte sie ihnen gesagt, wer wirklich ihre Eltern waren, doch Tatsache war nun einmal, dass ihre Adoptiveltern beide Muggel waren, beziehungsweise gewesen waren. Ihr Dad war gestorben, als sie zehn war. Krebs.

„Rede nicht so über meine Eltern", presste sie hervor und konnte sich gerade noch davon abhalten, Parkinson hier, mitten in der Großen Halle, anzugreifen.

„Ach ja, warum sollten wir? Du bist es nicht wert, überhaupt auf diese Schule zu gehen. Niemand, der nicht reinblütig ist, sollte auf diese Schule gehen dürfen!"

Ganz hinten in ihrem Kopf, fragte sie sich, warum niemand eingriff und Parkinson zurechtwies, doch eigentlich war sie froh um den Grund, dieser dummen Eule endlich mal auch etwas reinzudrücken.

„Du scheinst vergessen haben, Parkinson, dass deine Freundinnen, auch nur Halbblüter sind, oder wusstest du das nicht?", fragte sie schneidend und genoss den Ausdruck puren Zorns auf den Gesichtern der drei Mädchen.

„Darüber solltest du vielleicht zuerst nachdenken, ehe du jemand anderen als nicht wert bezeichnest. Einen schönen Tag noch."

Mit diesen Worten trat sie auf die drei zu, welche vollkommen automatisch zur Seite traten und sie passieren ließen.

Schade eigentlich. Sie hätte im Moment nichts gegen einen ordentlichen Streit gehabt.

Einen Trost gab es jedoch noch: es würde bestimmt nicht lange dauern, bis sie es ihr heimzahlen wollen würden und dann würde sie bereit für sie sein.