, Donnerstag
„Sie sind so süß zusammen." „Wer?" „Sirius und Maddie?" „Wieso?" „Schau doch mal!" Der Vorhang des Bettes bewegte sich ein bisschen und Sonnenlicht blendete mich.
Ich knurrte leise und vergrub meinen Kopf auf Sirius' Brust. „Hm kann sein." hörte ich James grummeln. „Wir hören euch. Verpisst euch." knurrte Sirius neben mir. Ich spürte wie seine Hand mich noch näher an ihn zog. „Sorry Kumpel." lachte Remus und der Vorhang schloss sich wieder.
Ich zog meine Beine an und schlang sie um seine. „Ist dir kalt?" flüsterte er in mein Ohr. „Ein wenig." Mir war überhaupt nicht kalt. Waren Jungs komplette Idioten? Ich wollte einfach nur seine Nähe.
Jedenfalls nahm er seine Decke und schlug sie über mich. Dann nahm er meine Hand und legte sie auf seine Hüfte.
Ich schlug langsam meine Augen auf und blickte direkt in seine Augen. Er sah mich spitzbübisch an.
„Guten Morgen." „Morgen." Ein kleines Lächeln zückte seine Lippen und er beugte sich zu mir hinüber. Sanft berührten sich unsere Lippen und wurden zu einem.
Er schmeckte so gut. Ich hätte gedacht, er würde mich diesen Morgen ignorieren und abweisen, egal was die Nacht davor passiert war. Ich dachte, es wäre etwas einmaliges für ihn gewesen. Aus Mitleid.
Denn so war er doch schließlich, nicht wahr? All diese endlosen Mädchen, die hier lagen, an der Stelle, an der ich in diesem Moment lag. Er flirtete mit ihnen und bekam sie rum und sobald sie sich Hoffnungen machten, puff, waren sie abgeschrieben. Doch ich schob diesen Gedanken in das hinterste Eck meines Kopfes.
Unser Kuss wurde stürmischer wurde und ich krallte meine Fingernägel in seine muskulöse Schultern. Leise stöhnte er auf. Musste er so geil sein? Seine Finger wanderten über meinen Rücken und zogen an meinem Top. Sachte zog er mir das Top über den Kopf und schmiss es hinter sich. Er legte sich auf mich und positionierte sich so, sodass er zwischen meinen Beinen war. Meine nackten Beine schlangen sich um seine Hüften und wanderten an seinen Beinen auf und ab. Meine Hand legte sich auf seine Brust und ich streichelte mehrmals darüber, während sein Mund mit Küssen an mir herumwanderte. Er küsste mich am Hals und dann immer weiter abwärts am Dekolletee. Ich stöhnte auf und spürte wie sein Mund sich auf meine Haut zu einem Lächeln formte. Seine Berührungen hinterließen Gänsehaut bei mir.
Ich schlug meine Augen auf. Grinsend bahnte ich meine Hand zu seinen Boxershorts. Ich fuhr mehrmals an seinem Hintern darüber, dann wanderte ich quälend langsam nach vorne. Ich hörte ihn anfangs knurren, doch als ich über seine Beule strich, keuchte er auf. Leise kicherte ich.
„Alter, könnt ihr mal aufhören?! Wenn ich einen Porno hören will, hol ich mir selbst ein Mädchen." unterbrach uns James.
Ich stoppte und meine Augen wurden groß. Scheiße, scheiße. James und Remus waren noch immer im Zimmer. Ich vergrub mich vor Scham unter Sirius, während er mich trotzdem weiter langsam streichelte. „Jungs, ich hab vorhin schonmal gesagt ihr sollt euch verpissen und wenn ihr nicht auf mich hört seid ihr selbst Schuld." knurrte Sirius. „Kann ja nicht jeder wissen, dass ihr gleich rangeht." Remus lachte laut auf. Und ich dachte immer, er wäre ein kleiner verklemmter Streber.
Endlich hörten wir wie sie aufstanden und den Raum verließen. Die Tür knallte laut zu.
Mein Kopf schnellte nach oben und ich bemerkte wie er mich eindringlich musterte. Ich legte meine Hand an seinen Nacken und zog ihn schnell wieder zu mir hinunter. Sein Lippen krachten auf meine und ich drängte ihn immer weiter an mich. Er keuchte auf und ich bemerkte, wie er über mir strauchelte. Ich brach ab und sah ihn verwirrt an. „Was ist?" flüsterte ich. Er verzog seine Lippen und sah mich entschuldigend an. „Ich denke das ist keine gute Idee." flüsterte er.
„Was!?" Meine Stimme wurde lauter, ich war verwirrt. Mein er das ernst? Erst mich heiß machen und dann fallen lassen? War das ganze Show? „Hey Hübsche. Hör auf, dir in deinem Köpfchen irgendetwas zusammen zu spinnen." „Dann sag mir warum." forderte ich. Solangsam fühlte ich mich unwohl. Ich lag hier im BH unter ihm und wurde abgelehnt... ich kam mir so unglaublich dumm vor. Er hatte mich tatsächlich rumgekriegt. „Ich denke wir sind noch nicht so weit." Er lies von mir ab und legte sich wieder neben mich. Was sollte das jetzt wieder heißen? Wir waren beide keine Jungfrauen mehr und heirateten bald. Ich starrte weiter auf die Decke, doch beschloss schließlich aufzustehen. Sollte ich mich hier etwa lächerlich machen? Ich saß schon am Bettrand als er mich zu sich zurückzog. So gut es ging versuchte ich mich zu wehren, aber es brachte natürlich gar nichts. „Hau jetzt nicht ab! Ich sage nicht, dass ich dich nicht will, und glaub mir, ich will dich! Sehr sogar. Aber wir kennen uns gerade mal ein paar Tage und müssen in einem Jahr heiraten. Wir sollten es langsam angehen und uns ersteinmal kennen lernen." „Bei deinen Schlampen interessiert es dich doch auch nicht, wie lange du sie schon kennst." flüsterte ich und ging.
„Scheiße scheiße scheiße." fluchte ich vor mich hin. Ich rannte durch die Gänge des ganzen Schlosses. „Hast du Pascal Parker gesehen?" Ich wusste gar nicht wie viele Schüler ich gefragt hatte, es lohnte sich nicht mehr mitzuzählen. Alle wiesen mich in verschiedene Richtungen und ich war kurz vorm durchdrehen.
„Hallo? Hallo? Hast du vielleicht Pascal Parker gesehen?" erschöpft blieb ich vor einem großen blonden Jungen stehen. Seine Uniform wies Ravenclaw vor. Er drehte sich zu mir um und grinste mich an. „Höchstpersönlich zu Diensten." Verwirrt sah ich ihn an. „Ernsthaft? Du bist Pascal, der Schülersprecher?" „Jep." „Sehr gut! Ich hab dich schon Stunden gesucht." „Womit habe ich die Ehre?" Ich sah ihn unsicher an. „Du kennst doch Sirius. Naja was sage ich, ich mein er hat dir ja seinen Zettel gegeben. Ich hab eine Bitte an dich!" Fragend blickte er mich an. „Ich weiß, das klingt dumm und wahrscheinlich ist es auch verboten, aber ich bitte dich inständig. Bitte bitte, lass Sirius Namen da raus. Werfe ihn bitte nicht in den Kelch!" „Naja, weißt du Madeleine. Wenn er das will, kann ich das auch nicht ändern." „Ich weiß ich weiß. Aber er ist mein Verlobter und ich meine, wenn ich ihn schon heiraten muss, dann soll er wenigstens lebendig sein. Bitte ! Ich tu auch alles dafür!" flehte ich ihn an.
Ich überlegte kurz ob ich auch nach James' und Remus' Namen fragen sollte, aber er strauchelte ja schon bei Sirius und falls das Ganze rauskam, hätte ich mit einem Rumtreiber schon genug Ärger. Ich musste ja nicht gleich alle gegen mich hetzen. „Ich tu alles! Alles!" fing ich nocheinmal an. „Okay, ich mache ihn raus, aber dafür musst du eins tun!" „Und was?" „Besorge mir ein Date mit Evans."
„Und er hat echt nein gesagt?" „Wenn ich's doch sage." grummelte ich. Ich lag wieder mit James im Raum der Wünsche. So langsam wurde das zur Gewohnheit, man konnte einfach viel zu gut mit ihm reden. Besonders über ernste Themen.
„Total untypisch." „Glaubst du ich genüge seinen Ansprüchen nicht?" Sein Kopf schnellte zu mir hinüber. Er nahm mich in den Arm. „Ach was. Red dir das bloß nicht ein. Und wie kannst bitte du nicht seinen Ansprüchen genügen." Er lachte. „Naja genug über Sirius. Was ist mit Evans?" lenkte ich ab. „Hhh. Wie immer. Nein Potter ich will bestimmt nicht mit dir ausgehen" „James sie ist es nicht wert." Ich verzog meine Miene. Ich musste Pascal ein Date mit ihr besorgen, zum Glück lief es für James immer noch schlecht. „Sie ist dumm. Ernsthaft, warum sollte sie dich nicht wollen? Jedes Mädchen rennt dir hinterher, du solltest nicht wegen ihr Trübsal blasen." „Hmm" Ich schnaufte. Wenn das so weiter ging...„Hey." Er boxte mich leicht in die Schulter. Ich grummelte. „Sie ist so dumm..so dumm.. und nichteinmal hübsch. Außerdem ist sie ein Ginger."
„Bist du etwa eifersüchtig? Außerdem sind die Weasleys auch rothaarig." konterte er lachend.
„Die sind auch nicht hübsch und außerdem Blutsverräter. Und nein ich bin nicht eifersüchtig, warum sollte ich auch?" Gegen Ende wurde ich immer leiser. Er setzte sich auf und sah mich eindringlich an.
„Wir sind hier schon auf einer Seite oder? Ich mag dich, ehrlich Maddie. Aber du weißt, dass auch meine Familie so abgestempelt wird und wir trotzdem auf der Seite des Guten sind." „Was ist schon das Gute." flüsterte ich und stand auf. Er stand ebenfalls auf und packte mich an den Schultern. „Ich mein's ernst. Ich stehe nicht auf Voldemorts Seite. Und ich hoffe du auch nicht." Ich konnte seinem Blick nicht ausweichen. Er beeindruckte mich von Tag zu Tag mehr. Nicht nur, dass er heiß aussah, er konnte einem gut zuhören, gab Rat und stand loyal zu seinen Freunden. Aber er sah es zu locker. Als wäre Voldermort nur irgendein dahergelaufener Typ und kein Mörder, der die ganze Zauber- und Muggelwelt bedrohen würde. Klar, er wusste über die Gefahren und nahm es ernst, aber er sah nicht meine Seite.
Ich verstand, dass er ein Kämpfer war. Das Beobachten von Leuten brachte mir viele Erkenntnisse. James würde niemals seine Freunde verraten, er würde eher mit dem Tod bezahlen. „James. Ich... du weißt, wie meine Familie dazu steht."
Er stöhnte auf. „Ist das dein Ernst?". Er verstand mich nicht.
Ich erntete einen enttäuschten Blick. „Schau dir Sirius an, er hat es auch da raus geschafft." „Ja schau ihn dir an! Sieh dir an was passiert ist! Er wird bald rausgeworfen, wenn das so weiter geht. Seine Familie verachtet ihn, selbst sein kleiner Bruder. Ich will so etwas einfach nicht. Und ich seh meine Familie eh nur in den Ferien, also kann ich mich wenigstens da benehmen.
Sirius muss nur ein paar Wochen im Jahr dort sein und wenn er will, sogar nur die Sommerferien und trotzdem bauscht er alles so auf." Seine Augen blitzten mich wütend an, aber ich gab nicht nach. Bei diesem Thema lies ich mich nicht gerne abstempeln und die Diskussion hatte ich schon gestern mit Sirius. „Sirius hat Narben. Viele ! Und die stammen sicherlich nicht vom Schach spielen mit Regulus. Und selbst, wenn er rausgeschmissen wird, dann zieht er eben zu mir, wenn's sein muss. Aber lieber Blutsverräter als Mörder."
„Ich habe nie gesagt, dass ich alles unterstütze was sie tun James." „Und trotzdem stehst du hinter ihnen, du verteidigst sie auch noch." zischte er. Seine Augen funkelten mich an. „Verdammt James! Das ist kein Spiel, was hier getrieben wird. Du hast eine Familie die dich liebt, die hinter dir steht, egal welchen Mist du baust. Aber was denkst du, was bei mir zu Hause los wäre, wenn ich mich nur einmal gegen die Dunklen Künste stellen würde? Klar, liebe ich meine Eltern und ich denke sie lieben auch mich, aber würde ich irgendetwas falsch machen, müsste ich genauso hohe Strafen davon tragen. Du verstehst das nicht, du bist nicht an meiner Stelle." konterte ich.
Nicht auszudenken, wenn ich einen Cruciatus oder ähnliches abbekommen würde.
„Weißt du was, mir ist das Ganze egal. Ich weiß, es ist schwierig für euch. Aber ich will von dir wissen, ob du vorhast ein Todesser zu werden? Willst du den Dunklen Künsten folgen und stehst du hinter seinen Anhängern?" Ich sah ihn traurig an. Wie konnte ich ihm meine Lage denn genau erklären? Ich verstand doch selbst noch nicht alles. Ich wusste selbst nicht, wem ich folgen sollte, was das Richtige für mich war. „Je mehr Zeit ich mit euch verbringe, umso mehr entferne ich mich von meinen Eltern und ihrer Lebensweise. Reicht dir das?" „Vorerst..." murmelte er. „Ich will nicht, dass du mich falsch verstehst, wie gesagt ich mag dich sehr und vor allem will ich dich nicht verlieren.Aber Maddie, ich will nicht mit Mördern und Todesser befreundet sein."
Meine Gesicht verzog sich. Es fühlte sich an, als hätte er mir gerade ein Messer in den Rücken gestoßen. Es tat weh wie er über mich und meine Familie sprach.
„Ich meine... wie würdest du dich verhalten, wenn du bei diesen Todessern mitmachst, plötzlich Remus vor dir stehen würde und du ihn töten müsstest. Würdest du das tun, ihnen folgen und gehorchen?"
Ja... was würde ich tun?
29. September, Sonntag
Den 29. September hatte ich mir in meinem Kalender ganz groß angestrichen. Es war Delia's Geburtstag und somit meine erste Hogwartsparty! Und morgen war sogar Unterrichtsausfall, wegen einem Lehrerausflug!
Und da man auf keiner guten Party pünktlich kommen sollte, kam ich natürlich erst um 22 Uhr dazu, als die Party schon im vollen Gange war. Delia verstand das aber.
Mein Kleid war komplett in weiß und ging mir bis zu den Knien. Es war kurzärmlig und bestand über und über aus Stickereien. Mein kleines Mini Hochzeitskleid. Ich liebte es einfach und es machte mir Vorfreude auf meine eigene Hochzeit.
Von außerhalb konnte man keinen Ton hören , so traf mich die Lautstärke umso heftiger, als ich die Tür vom Raum der Wünsche öffnete. Ich stöhnte auf.
Sie hat es recht schön dekoriert, soweit ich es erkennen konnte.
Überall tanzten Leute, selbst auf den Tischen. Doch bevor ich mit Tanzen anfing, musste ich ersteinmal Delia finden. Ich drängelte mich durch die Menschenmasse rüber zur Bar. Dahinter stand ein braunhaariger großer Junge, der mit dem Rücken zu mir stand.„Remus?" fragte ich ungläubig.
Der Junge hinter der Bar drehte sich zu mir um. „Ja?" „Was machst du denn bei der Bar?" Ich lachte. Das zerstörte nun wohl alle meine Erwartungen. „Der Barkeeper hat abgesagt und ich helfe Delia ein bisschen aus." Sein bellendes Lachen ertönte. Typisches Rumtreiber Lachen. „À pros pros Delia. Wo ist das Geburtstagskind?" „Hinter dir!" kreischte eine hohe Stimme. Oh Merlin. Ohne mich umzudrehen und allein von der Stimme aus, wusste ich, dass meine liebe Freundin hier, mehr als ein paar Tequilas getrunken hatte. Remus grinste und wendete sich wieder der Masse zu. Ich drehte mich und nahm Delia gleich fest in den Arm.
„Alles, alles Liebe zum 17. Süße!" „Danke, danke nochmal!" lachte sie. Ich hatte ihr schon heute Mittag mein Geschenk überreicht und ihr gratuliert. „Und wie läuft's bisher?" „Sau gut! Bin schon bisschen angeschwipst! Aber nur ein bisschen. Ah – Remus! Zwei Tequila bitte, für mich und meine Freundin!" „Was? Nein, lass mal." protestierte ich, doch sie lachte nur. „Hey, hey! Meine Party, meine Regeln. Heute wird gefeieeeööö- ups."
Sie knickte mit ihrem Absatz um. Ich streckte meine Hand noch aus, aber bekam ihre nicht mehr zu fassen. Glücklicherweise wurde sie aufgefangen. Gar nicht auszudenken, was sonst passiert wäre, denn Delia konnte absolut gar nicht auf ihren 13 cm Absätzen laufen. Im Gegensatz zu mir, natürlich.
„Upsala, wen haben wir den da?" Es war natürlich Sirius. Wer sonst? Er hob sie wieder hoch und Delia hob sich an ihm fest um ihr Gleichgewicht zu finden.
„Maddie." flüsterte Sirius und nickte mir zu. „Sirius." meinte ich emotionslos. Delia starrte uns abwechselnd an. „Was geht denn mit euch? Ohje, ne ne. Meine Party. Leute, Leute wir feiern heute. Keine Miesmacher sein!"
Sie schnappte sich die zwei Tequila Gläser und drückte sie Sirius und mir in die Hand. „Trinken!" forderte sie.
„Remus, nochmal ne Runde!" schrie sie anschließend Richtung Bar.
Es war gerade mal 24 Uhr und mein Alkoholpegel hatte sich extrem erhöht. Hierbei nochmal ein Dankeschön an Delia!
Ich saß mittlerweile alleine in irgendeiner Ecke auf irgendeiner Couch, während ich den anderen beim Tanzen zusah.
Ich bin kein freundloser Mensch, aber ganz ehrlich, ich sah mich nicht wirklich in der Lage fehlerfrei zu laufen.
Alle tanzten kreuz und quer, was mich auf eine kuriose Art und Weise nur noch mehr verwirrte. Stöhnend hielt ich mir den schmerzenden Kopf.
Aber umso länger ich die Leute beobachtete , umso (nüchterner wurde ich und umso) klarer wurde mir , dass hier zu wenig gefeiert wurde. Und die Tanzart erst. Die Mädels konnten mal null tanzen, und von den Jungs wollte ich erst gar nicht anfangen. What the hell. Seriously? Das war eine Party Leute!
Mein Blick glitt über die Menge und ich entdeckte meinen Verlobten wieder. Interessant. Ein kleines Keuchen entrann mir, gefolgt von einem hysterischen leisen Lachen. War das sein Ernst? Er stand an einer Wand vor einem Mädchen und machte mit ihr rum. . .rum! Ich sah deutlich, wie sehr er das genoss, und vor allem sie, wie sie sich unter ihm wand.
Ich war – selbstverständlich - wütend und stellte mein Glas mit einem lauten Krachen auf den Glastisch vor mir.
So etwas musste ich mir nicht geben. Wie konnte er es wagen mich so zu verletzen?! Mit großen Schritten stolzierte ich auf die Beiden los. Konzentrieren Maddie! Lauf gerade!
Kaum angekommen, riss ich Sirius von ihr los und gab ihm eine saftige Ohrfeige. Sein Kopf ging mit meiner Ohrfeige. „Was bildest du dir ein?" schrie ich ihn an. Selbst ich war überrascht von meiner Lautstärke.
Er schaute mich schockiert an und hielt sich die Wange. Das Mädchen neben ihm keuchte und sah mich ängstlich an. Kleine Bitch hatte Angst? Sollte sie auch. Sie war eine von Plott's Bitches, die nur in hässlichen rosa Kleidern rumlaufen. „Ich... Maddie. Es -" „Es ist nicht so wie es aussieht? Es tut dir Leid? Oder was willst du mir sagen, Sirius, hm?" fuhr ich fort.
Ich war auf 180. Plötzlich packte mich eine Hand an meiner Schulter und Remus stand neben mir. „Maddie, beruhige dich." sagte er eindringlich, aber das war unmöglich sein Ernst. „Ich soll mich beruhigen? Mein Verlobter macht gerade mit dieser Fotze rum." Tat mir (nicht) Leid für meine Ausdrucksweise, aber ich war so was von wütend. Er war mein Verlobter! Das Mädchen funkelte mich an und drehte sich um, jedoch nicht ohne vorher Sirius ihre Nummer zu geben.
„Ruf mich an, wenn du mich willst." „Ha. Ich glaubs nicht. Die Bitch gibt ihm noch ihre Nummer. Hast du sie noch alle?!" Ich lächelte sie falsch an und endlich verzog sie sich.
„Maddie, er ist betrunken..er weiß nicht was er tut." verteidigte Remus Sirius. Dieser jedoch stand nur daneben und sah mich geschockt an. „ Verdammte Scheiße, Remus. Ich bin auch nicht stocknüchtern und kann noch klar denken." zischte ich. „ Du kannst mich mal Black." wand ich mich an Sirius.
„Nur weil du keinen abbekommst Boutier?" Mein Mund fiel auf. Hatte er das gerade wirklich gesagt? Wagte er tatsächlich nach dieser Aktion so etwas zu sagen? „Sirius!" zischte Remus und sah mich an, als ob er darauf warten würde, dass ich ausrastete. Und das tat ich auch.
„Ich? ICH soll keinen abbekommen? Bist du behindert?!" „Übertreib mal nicht okay?" „Ich übertreibe nicht. Was war vor ein paar Tagen Sirius, hm? Mir sagst du, du willst noch nicht mit mir schlafen, es wäre zu früh und wir sollten warten. Ich wette du hättest die kleine Schlampe sofort mit in dein Zimmer genommen und sie gefickt."
Tränen stiegen in mir auf. „Und wenn schon." „Du bist ein Wichser Black."
Enttäuscht haute ich ab.
1 Stunde später
Patricia Plott, die kleine Bitch, tanzte gerade auf einem Tisch herum. Sie tanzte schrecklich und sah auch scheiße aus, und da musste ich natürlich helfen, oder? Ich stand auf, stützte mich jedoch an der Lehne ab, da mein Gleichgewicht auch nicht mehr das Beste war, und lief schwankend auf den Tisch zu.
Bis ich es überhaupt durch die Masse schaffte verging eine Ewigkeit, denn wenn man bei jedem Schubser fast umkippt, ist das Ganze nicht gerade sehr hilfreich. Als ich am Tisch stand, wurde ich auch sofort von Plott bemerkt.
„Was willst du hier Boutier, verzieh dich." „Tut mir Leid, aber ich kann mir dein möchtegern Getanze nicht mehr ansehen." Der Junge neben ihr zog scharf die Luft ein. „Was stehst du da so dumm rum, hilf mir hoch, Bursche!"
Der Junge lachte und hielt mir seine Hand als Hilfe hin. Kaum war ich oben, schubste ich, so asozial wie ich war, einfach Plott vom Tisch. Sie stolperte ein bisschen, hatte natürlich auch noch hohe Absätze an, aber irgendein Junge fing sie auf. „Iih. Lass mich sofort los. Bäh, ich glaube ich wasch mich lieber gleich." kreischte sie und schubste den armen Jungen weg. Mir egal.
Der Junge neben mir sah geil aus. Dunkelbraune Haare, groß und muskulös. Mein Typ oder? War das hier irgendwie Standard in Hogwarts? „Und wer bist du ?" fragte ich arrogant. „Jacob." Er schenkte mir ein schiefes Grinsen und ich musste sofort anfangen zu lächeln. „Maddie." „Ja, ich weiß wer du bist."
„Wer nicht?" Er lachte. „ Ziemlich eingebildet, meine Liebe." „Wer kann, der kann's..." rief ich.
„Ich glaub ich mag dich jetzt schon." raunte er mir ins Ohr. Mein Grinsen weitete sich.
Die folgende halbe Stunde verbrachte ich, wild tanzend, mit Jacob. Wie sich herausstellte, war auch er einer der beliebtesten Jungs von Hogwarts.
Er war in Ravenclaw und ebenfalls in meinem Jahrgang. Wie konnte ich vorher noch nichts von ihm gehört haben?
„Primadonna girl, all I ever wanted, was the world."
"Aaaah! Geil, das ist mein Lieblingssong, Jacob!" schrie ich zu ihm rüber. Diesen Satz bereue ich heute noch. Meine Art wurde immer leicht peinlich, sobald ich zu viel getrunken hatte.
„Passt zu dir." lachte er. „Wieso bitte?" grinste ich. „Alles was du willst, ist die Welt. Passt zu deiner Einstellung." „Vielleicht will ich ja auch nur dich und nicht die ganze Welt?"fragte ich unschuldig.
You said that I'm kind of difficult, but its always someone else's fault. Put you up around my finger babe, you can count on me to misbehave.
„Und ich bin mir sicher, dass auch du dich nicht immer benimmst, hm?" flüsterte er mir ins Ohr. Ein Schauer lief mir den Rücken runter. Seine Lippen berührten leicht mein Ohr.
Would you do anything for me? Get down on your knees for me.
Ich drehte mich um, sodass ich seine Brust an meinem Rücken spürte und ging während dem Tanzen immer weiter runter, bis zu seinen Knien und schmiegte mich wieder hinauf.
Living life like I'm in a dream. Big ego. Get what i want cause i ask for it not because i deserve it.
Er drehte mich schnell zu sich und zog mich näher. Ich ignorierte den Schwindel, der mich überkam. Ich hatte eindeutig zu viel getrunken und das Tanzen verschlimmerte es. Ich sah verzweifelt durch die Menge, hatte schon ewig mit keinem, den ich kannte, gesprochen.
Plötzlich berührten Jacobs Hände mein Gesicht. Ich drehte mich zu ihm um, doch mein Blick kreuzte kurz Sirius'.
Der Moment war zu schnell, ich ahnte nur ansatzweise, dass sein Blick mir verdeutlichte, wie wenig er von meiner Aktion hielt. Selbst Schuld.
Doch ich konnte nicht weiter darüber nachdenken, denn plötzlich beugte sich Jacob zu mir runter und seine Lippen landeten auf meinen. Ich war viel zu betrunken und hatte viel zu viele unbefriedigte Bedürfnisse, als ihn abzulehnen. Ich legte eine Hand auf auf seine Brust, mit der anderen drückte ich ihn noch weiter runter zu mir.
Er knabberte leicht an meinen Lippen bevor er mit seiner Zunge um Einlass bat. Unsere Zungen gaben sich einen erbitterten Kampf. Am Rande bekam ich mit wie ein paar um uns herum pfiffen, doch die Musik war so laut. Jacob's Hand wanderte hinunter und kniff mir in den Arsch. Ich kicherte.
Zuerst spürte ich wie mein Kleid kurz runterrutschte, etwas daran zog, aber ich bekam es erst richtig mit als sich plötzlich eine Hand um mein Fußgelenk schloss und mich wegzog. Ich brach den Kuss keuchend ab und sah nach unten.
Vor mir stand ein ziemlich aufgewühlter James, der seine Chance sofort ergriff und mich vom Tisch zog. Ich stolperte leicht, klammerte mich jedoch an James, der mich durch die ganze Masse hetzte und aus dem Zimmer ziehen wollte. Jacob's Proteste gingen in der Menge unter und ich kam James kaum hinterher, doch er nahm keine Rücksicht auf mich. Ich riss mich los und blieb stehen.
Er bemerkte es sofort und sah mich wütend und fragend zugleich an. Nicht, dass eigentlich ich diejenige wäre, die da ein paar Fragen hätte, hm?
Wir standen immernoch zentral auf der Tanzfläche. „Was soll das James?" „Was das soll Maddie!? Dein Ernst? Was das soll?" schnauzte er mich wütend an. War ich hier im falschen Film?
„Ja?" „Ist ja nicht nur so, dass dein Verlobter hier rumrennt. Nein, du machst auch noch mit einem anderen rum, vor allen Leuten, die übrigens auch mitbekommen haben, dass du mit Sirius verlobt bist. Man, was soll die Scheiße?" Ich lachte laut auf. „Und er? Er hat vorhin mit einer von Plott's Schlampen rumgemacht. Vor meinen Augen!" „Was?" ungläubig sah er mich an.
„Und als ich ihn zu Rede gestellt hab -" „Aber soetwas würde er doch nicht machen..." flüsterte Sirius' bester Freund. Eine Träne lief mir hinunter, „-da , da hat er noch gemeint, dass ich eh keinen abbekomm und … und du weißt, du weißt doch , dass er letztes Mal nicht mit mir schlafen wollte...und-" „Hey..." er kam näher und nahm mich in den Arm.
Sanft strich er über meine Schulter, während ich mich an ihn klammerte.
James zog mich sachte mit sich mit. Er wünschte sich einen extra Raum, in den nur wir gehen konnten und auch unsere Ruhe hatten.
Er führte mich zu einem Bett, das mitten im Raum stand, und wir legten uns darauf. „Wird wohl echt Gewohnheit das Ganze hm? Wir zwei im Raum der Wünsche, auf dem Bett über unsere Probleme reden..." „Hm."
Ich umarmte ihn und legte meinen Kopf in seine Armbeuge.
Eine weitere Träne entfloh mir. Ich war allgemein kein weinerliches Kind, hatte schon viel durchgemacht. Aber sobald es um Sirius ging, war ich verletzlich. Wobei ich das Gleiche wohl auch bei James machen würde.
Vielleicht hatte ich früher nie geweint, weil ich so erzogen wurde und nie Liebe spürte. Und jetzt? Jetzt war ich verliebt. Vielleicht war das der Grund, dass ich so weinerlich war. Ich war es einfach nicht gewohnt das zu spüren.
„James... wie soll ich das aushalten. Das Ganze wird mit der Hochzeit doch nur noch schlimmer. Am Ende bin ich einer dieser Frauen, die zusehen, wie ihre Männer sie betrügen und sie selbst nur zu Hause herumsitzen und die Kinder hüten." Er strich mir durch meine Haare.
„Du hast immer noch mich. Ich werde für dich da sein und du kannst immer mir kommen, egal was ist. Und außerdem würde er so etwas nicht tun. " „Das hast du auch vorhin gesagt und er hat mit dieser Schlampe rumgemacht." „ Hast du nicht gefordert, dass nach der Hochzeit jeder treu bleibt?" er sah mich fragend an. „Ja...aber ich bezweifle, ob er sich daran hält. Selbst wenn, so wie es aussieht, wird das eine reine Zweckehe...ohne Gefühle, ohne Liebe." murmelte ich traurig. So hatte ich mir mein Leben nicht vorgestellt. „Bist du in ihn verliebt?" „Nein. Ich denke nicht. Aber mir liegt etwas an ihm, und es verletzt mich, wenn er mich betrügt." Liar Liar, pants on fire.
„Verständlich..." „James?" „Ja?" „Wenn wir 30 sind und .. und immer noch keine Partner haben, heiratest du mich dann?"
Er schlug seine Augen auf und sah mich lange an.
Ich fühlte mich ein wenig unbehaglich unter seinem Blick.
„Du weißt schon, dass du Sirius heiraten musst." „Ja, aber wenn die Ehe schlimm wird. Ich meine, irgendwann , schaffe ich es vielleicht mich scheiden zu lassen." „Und deine Eltern?" „Wir könnten abhauen." schlug ich vor. Er grinste mich an und fuhr mir durch die Haare. „Und was ist mit Sirius? Er ist mein bester Freund." „Ja, aber er ist ein Arsch und ich mag dich … ist doch egal. Ja oder nein?"
Er lächelte mich warmherzig an. „Klar." „Danke James." Ich legte meinen Kopf wieder auf seine Brust und schloss die Augen.
„Maddie aufwachen!" „Hm?" murmelte ich. Ich hörte ein leises Lachen. „Süße, es ist schon drei Uhr, wir sollten langsam wieder raus."
„Feiern sie noch?" „Ich weiß es nicht, konnte nicht aufstehen, dank dir. Aber ich denke schon."
Sollte ich da wieder hinaus gehen? Jeder wird doch sehen, dass ich geheult hatte.
Er strich mir sanft über meine Wange. „James?" „Ja?" „Danke." „Kein Problem." „Nein... echt danke. Du hilfst mir immer in letzter Zeit und ich, ich rede nur schlecht über Evans, das tut mir Leid." „Maddie..." „James ich mag dich." unterbrach ich ihn und blickte ihn abwartend an. Seine Hand stoppte und sein Blick wurde besorgt.
„Nein, hey!" Ich legte meine Hand an sein Kinn, sodass er mich ansehen musste. Doch er richtete seinen Blick trotzdem wo anders hin.
„Versteh mich nicht falsch. Bitte versteh mich nicht falsch. Wende dich jetzt nicht gleich ab. Ich sag das jetzt nicht wegen gestern. Weil ich jetzt verletzt bin." „Maddie.." „Ich weiß, ich weiß.. Evans. Sie ist überall da drinnen." Ich tippte ihm mit dem Finger an die Stirn. Er nahm meine Hand und küsste sie. Ich biss mir auf die Lippe. „Darum geht es nicht. Du bist dafür bestimmt mit ihm zusammen zu sein." flüsterte er.
„Was?" verwirrt sah ich zu ihm hinauf. „Ich bin dafür bestimmt mit Lily zusammen zu kommen -" Oh nein, ich sah wo das hinführte.
„James... du verrennst dich da in etwas-" „und du bist dafür bestimmt mit Sirius zusammen zu kommen." Ich sah ihn an. Meine Stirn zog sich kraus.
Das war definitiv nicht der Grund, warum er mich von Jacob weggezogen hat.
