„Dieser… Bastard!" Mad Eye spie das Wort förmlich aus und starrte zitternd vor Wut die Tür an, welche sich hinter Lucius geschlossen hatte. Beschwichtigend legte Yara dem alten Auror die Hand auf die Schulter.
„Wie konnte er es wagen mir derart offen zu drohen?" Sie konnte Mad Eyes Wut nur zu gut verstehen. Gegen diesen Todesser schien kein Kraut gewachsen zu sein. Wenn selbst Fudge es nicht wagte ihm die Stirn zu bieten wer dann?
Plötzlich durchfuhr sie ein Geistesblitz.
„Ich muss gehen, Mad Eye. Wir sehen uns morgen…!"
Einen verdutzten Auror hinter sich lassend, eilte sie aus dem Büro und hatte kurz darauf das Ministerium verlassen.
„Yara?" Die junge Frau musste bei dem überraschten Blick und dem freudigen Glitzern in den Augen ihres ehemaligen Schuldirektors lachen.
„Sehe ich nicht mehr so aus?", fragte sie und beobachtete Dumbledore dabei, wie er hinter seinem Arbeitstisch hervorkam und mit ausgebreiteten Armen auf sie zu ging.
Er schloss sie in die Arme und drückte sie kurz, ehe er einige Schritte zurücktrat. „Du bist erwachsen geworden.", bemerkte er mit einem Augenzwinkern und bot ihr mit einer einladenden Geste an Platz zu nehmen.
„Soll das heißen, als ich den besten Abschluss in der Geschichte von Hogwarts gemacht habe, war ich es noch nicht, Professor?" Gespielt beleidigt sah sie Dumbledore an.
Der Schuldirektor schüttelte den Kopf. „Aber Yara… ich bin nicht mehr dein Direktor, sondern nur noch ein sehr guter Freund, wie ich hoffe. Nenn mich Albus."
Sie nickte und er fuhr fort: „Und es hätte der beste Schulabschluss in der Geschichte von Hogwarts werden können, wenn du dich etwas mehr angestrengt hättest.", fügte er hinzu und zwinkerte der jungen Frau erneut zu.
„Damals als du gegangen bist, warst du immer noch der kleine Sturkopf, den ich seit dem ersten Schuljahr so gemocht und bewundert habe!" Er lächelte mehr wie ein Vater, als wie ihr ehemaliger Lehrer und sie senkte verlegen den Kopf.
„Ich wusste seit ich dich das erste Mal sah, dass du eine der begabtesten Hexen bist, die Hogwarts je gesehen hat. Und wie ich – von den seriösen Zeitungen der Zaubererwelt höre – habe ich recht behalten."
Yara machte eine wegwerfende Handbewegung. „Ach was…. der Tagesprophet übertreibt. Alle Todesser, die ich bisher überführt habe, waren kleine Fische, nicht wichtig für Voldemort."
Dumbledore schätzte es, dass Yara keine Angst davor hatte Voldemorts Namen zu nennen, etwas, was nicht verständlich war in der Zaubererwelt. Erst recht nicht jetzt, da er wieder an Kraft gewann.
„Noch mag das der Wahrheit entsprechen, aber…. ich hörte Mad Eye hat dir einen neuen Auftrag übergeben?!"
Verwundert sah sie ihn an. „Du weißt davon?"
Schnell schüttelte Albus den Kopf. „Nur was Mad Eye mir gesagt hat und das war nicht viel. Er hat ein sehr großes Geheimnis darum gemacht, wen du als nächsten nach Askaban schickst!" Dumbledore lächelte und sah sie über den Rand seiner Halbmondgläser an.
„Soviel wie ich weiß, soll es diesmal ein großer Fisch sein?!"
Da Yara ihrem ehemaligen Direktor bedingungslos vertraute und sie ihn ohnehin einweihen wollte, um ihn um Hilfe zu bitten, erwiderte: „Lucius Malfoy!"
„Sie müssen verstehen, dass wir jeden gleich behandeln müssen." Fudge fühlte sich wie eine Maus, die vor der Schlange saß und wusste weder ein noch aus. Lucius eisiger Blick schüchterte ihn ebenso ein, wie der bedrohliche Klang seiner Stimme und seine Haltung. Er hatte – wie zufällig – die rechte Hand am Knauf seines Gehstocks liegen.
„Die Hausdurchsuchungen werden überall durchgeführt, ob nun Mitarbeiter des Ministeriums darin wohnen oder nicht." Fudge versuchte soviel Festigkeit und Überzeugungskraft in seine Stimme zu legen, wie es ihm möglich war, was jedoch kläglich scheiterte.
Lucius hob eine Augenbraue. Drohend trat er auf den Zaubereiminister zu, welchem immer unwohler in seiner Haut wurde.
„Ich nehme sie beim Wort, Minister, und werde verfolgen, wessen Haushalte noch durchsucht werden."
Es war mehr als deutlich, dass Malfoy Fudge nicht ein Wort glaubte, doch für den Moment beließ er es dabei, wandte sich - nach einem knappen Kopfnicken - um und verließ das Büro des Ministers.
Fudge blieb zurück – mit mehr Problemen als vorher.
Jetzt würde er weitere Hausdurchsuchungen anordnen müssen, um Lucius zu besänftigen und diesen von der Fährte wegzulocken.
Diese junge Aurorin, in welche Mad Eye so viel Hoffnung setzte, sollte Malfoy lieber früher als später nach Askaban verfrachten.
Dieser Zaubereiminister dachte wohl er könne ihn zum Narren halten. Wenn es etwas gab, was Fudge noch schlechter konnte, als sich durchzusetzen, dann war es zu lügen.
Während Lucius durch die Korridore des Ministeriums lief, beschloss er dafür zu sorgen, dass die Hausdurchsuchung ohne Erfolg verlaufen würde. Sie würden ihm den Besitz illegaler Tränke, Artefakte und sonstigen schwarzmagischen Gegenständen nicht nachweisen können.
Er würde sie aus dem Haus schaffen – besser…. er würde sie aus dem Haus schaffen lassen.
Und danach würde er sich Fudge vorknöpfen…
„Lucius Malfoy?" Dumbledore klang überrascht. Damit hatte er offensichtlich nicht gerechnet. Yara nickte bekräftigend. „Mad Eye ist der Meinung – und damit hat er sicher recht – dass es uns im Kampf gegen Voldemort nichts bringt, nur Todesser zu überführen, die uns keine Informationen preisgeben können. Wir brauchen einen engeren Vertrauten des Dunklen Lords und da ohnehin allgemein bekannt ist, dass Lucius ein Todesser ist und er dem Ministerium wo es nur geht Steine in den Weg legt, vor allem im Bezug auf die Gesetze zum Schutz der Muggel, fangen wir bei ihm an. Ist er erst einmal aus dem Weg geräumt, wird es sicher leichter im Kampf gegen die Todesser."
Dumbledore sah man seine Zweifel an. „Es ist ein gefährliches Unterfangen. Lucius hat Macht und Geld! Er wird euch das Leben zur Hölle machen."
Yara bemerkte die Sorge in Albus Stimme, doch sie konnte sie nicht teilen. „Macht und Geld wird ihm auch nichts mehr nützen, wenn wir eindeutige Beweise haben."
Betrübt schüttelte Dumbledore den Kopf. „Er hat sich schon einige Male freikaufen können."
Das hatte Yara nicht gewusst. Woher auch? Sie war acht Jahre lang von der Außenwelt so gut wie abgeschnitten und so auf ihre Ausbildung konzentriert gewesen, dass ihr der Rest der Welt egal war.
„Versteh mich bitte nicht falsch…. ich wäre sehr erfreut darüber, wenn es euch…. dir gelingen würde Lucius zu überführen und ihm zu einigen Jahren in Askaban zu verhelfen und ich werde euch so weit ich es kann helfen, doch ich kenne ihn und seine Methoden."
Fragend sah Yara ihn an. „Was ich damit sagen will…… er ist gefährlich, also pass auf dich auf und tu nichts unüberlegtes."
„Gibbli!" Lucius stieß die Eingangstür zu seinem Landsitz mit solcher Wucht auf, dass es den Anschein hatte, als wolle die Tür aus den Angeln springen und rauschte in die Eingangshalle. Wo war dieser verfluchten nichtsnutzige Hauself? „Gibbli!"
Aus dem Nichts erschien der Gesuchte vor seinem Herrn und spürte als erstes den Gehstock, der ihm einen Striemen auf dem Kopf verpasste.
Wimmernd versuchte er sich mit den Armen zu schützen. „Der Herr hat gerufen?" Lucius funkelte ihn zornig an, schlug ihn jedoch nicht noch einmal. „Du und die anderen Hauselfen werdet nach draußen gehen und das Gelände um den Landsitz genauestens erkunden.
In der nächsten Stunde betritt keiner von euch das Haus, es sei denn es gibt etwas ungewöhnliches auf meinem Grund und Boden, das ich wissen sollte, haben wir uns verstanden?"
Gibbli wagte kaum zu atmen, so eisig war der Blick, welcher auf ihm lag.
„Was… was meint der Herr mit ungewöhnlich?"
Der Gehstock traf ihn diesmal so hart, dass der Hauself zurückgeschleudert wurde und schmerzhaft auf dem Boden landete. Ein Tritt folgte.
„Gegenstände oder gar Zauberer und Hexen, die hier nichts zu suchen haben, du Idiot.", knurrte Lucius. „Jetzt verschwinde!"
Sofort löste sich der Hauself vor den Augen seines Herrn auf.
Lucius wandte sich der großen Standuhr zu und richtete seinen Zauberstab auf das Möbelstück.
„Mobilus!"
Vier Kapitel dürften erst einmal reichen – denke ich! :)
Wer's bis hierhin geschafft hat, darf mir sehr gerne seine Meinung mitteilen! :P
