Elendil rammte seine Klinge in den Wolfkörper um sicher zu gehen das auch noch der letzte Funken leben in der Kreatur erloschen war. Die fünf Gefährten hatten von einem Bauern der in der Nähe lebte den Auftrag bekommen ein Wolfsrudel, das seinen Bau in der Nähe seines Hofes hatte und schon mehrere seiner Tiere gerissen hatte, zu vernichten. Das hatten sie auch getan in dem sie zu erst die Höhle ausgeräuchert und dann die Tiere mit Bogen, Schwertern und Speer nieder gemacht hatten. Nach dem sie sicher waren das auch noch das letzte Tier tot war kehrten sie zum Hof zurück und erstatten dem Breeländer bericht.

„Ihr braucht die Wölfe aus dem, von euch genannten Bau, nicht mehr zu fürchten da sie nicht mehr sind." Als Elendil dem Bauern das mitteilte atmete dieser vor Erleichterung auf. Endlich konnte er wieder in ruhe schlafen ohne dass das Heulen und die Sorge um sein Vieh ihn nachts aus dem Bett jagten.

„Habt, Dank mein Herr. Endlich ist etwas Ruhe. Ich kann euch leider nur wenig für eure Hilfe geben. Doch bitte nehmt dieses Pfeifenkraut und diesen Beutel voll Geld. Mehr kann ich euch wirklich nicht geben. Auch wenn ich euren Namen und die eurer Gefährten nicht weiß." Er händigte ihnen einen kleinen Beutel mit Münzen aus und dazu noch ein Kleinen Beutel Pfeifenkraut. Sie besaßen zwar noch keine Pfeifen, doch liebäugelten schon Beleg sich eine zu besorgen doch nur wenn es ihm möglich war. Sie dankten dem Bauern und verabschiedeten sich höflich. Der Bauer sah ihnen nach und seine Gedanken kreisten über dem Ring den er am Finger des Anführers gesehen hatte. Er hatte ein so auffälligen Ring noch nie gesehen oder gar von ihm gehört. Doch ging er mit einem anderen Bauern zum Wolfsbau um sich die toten Tiere anzusehen und fand die toten Raubtiere auf einem Haufen vor. Nicht eines hatte überlebt.

Elendil und seine Gefährten nun zogen weiter durch das Breeland und die Umgebung. Sie waren vor zwei Wochen am Morgen wieder aus Bree fort gegangen, als die Sonne gerade aufging und die meisten Leute in Bree noch schliefen. Sie waren durch das Westtor von Bree gegangen und bis auf die Wachen dort, hatte sie niemand fort gehen sehen.

In diesen zwei Wochen hatten sie den Menschen im gesamten Umland von Bree und Arched gegen alle möglichen dunklen Geschöpfe geholfen die fast immer Wölfe waren. Einmal waren sie sogar an die Hügelgräberhöhen gekommen wo Elendil und seine Begleiter auf die Grabhügel der Vorväter der Dunedain einst ihre letzte Ruhe gefunden hatten, gesehen hatten. Doch hatten sie dort nicht lange verweilt.

Silmarien erinnerte sich noch mit grausen an die Mückenwasser die sie einmal durchqueren mussten. Sie wusste nicht wie oft man sie gestochen hatte. Es gäbe dort mehr Mücken als Wasser, hatte Sirinde gesagt die sich seit Bree dicht bei Beleg hielt und die Anderen gaben ihr im stillen Recht. Dass Sirinde und Beleg nun doch mehr verband als Freundschaft konnten nun die beiden weiter leugnen doch glaubte es ihnen keiner der drei anderen mehr.

Elendil grinste immer wieder zu Silmarien, wusste er inzwischen dass die Beorningerin, als sie vorgeschlagen hatte das Beleg und Sirinde zusammen ein Zimmer nehmen sollten, die beiden näher zu einander bringen wollte. Doch dies war nach einiger Zeit allen klar und die anderen nahmen bereits an das die Frau aus Rhun und der Mann aus dem Westreich bereits überlegten wie sie es Silmarien vergelten konnten.

Doch nun saßen sie im Schatten eines Baumes Nördlich von Bree und schlugen ihr Nachtlager auf. Es sah alles nach einer Sternenklaren Nacht aus und der Mond war noch nicht aufgegangen. Im Westen war der Himmel noch leicht rötlich während es im Osten bereits ganz dunkel war. Die Luft war noch immer kühl und so hatten sie ihre Wintermäntel der Beorninger an. Nach dem sie ein Feuer entfacht hatten und gerade die Wache bestimmen wollten, sah Amandil von Süden her einige Reiter kommen.

Wer war das? Es war eine Gruppe aus fünf Reitern wie man, als sie näher kamen, erkennen konnte. Alle erhoben sich und nahmen sicherheitshalber ihre Waffen zur Hand. Sie wussten zunächst nicht, wer die Fremden waren und wollten nicht von Banditen überfallen werden. Doch als die Reiter näher kamen, erkannten sie dass es sich um Männer in Wappenrock und Kettenhemd handelte. Anhand des Wappens erkannten sie das es sich bei diesen Männern um Soldaten Arnors handelte. Der Anführer der Soldaten war Thoron welcher, als sie die Gruppe um Elendil erreicht hatten, sein Pferd zum halten brachte und abstieg. Seine Soldaten blieben auf ihren Pferden sitzen, während er auf Elendil zu ging und dann vor ihm stand. Er musterte ihn nun sichtlich interessierter als bei ihrem ersten treffen.

„Gruß euch Elendil. Ich wurde aus geschickt euch zu suchen. Valandur wünscht euch umgehend zu sehen." Als der Hauptmann der Wachen des Osttores dies sagte, traten Elendils Begleiter vor. Ihnen gefiel es nicht das Elendil mit diesen Leuten gehen sollte. Mochten sie auch Soldaten sein. Aber viel mehr war dies ein Grund misstrauisch zu sein. Die letzten Reiter die Elendil gesucht hatten, hatten vermutlich den Auftrag ihn zu töten und wieder andere Soldaten hatten ihn und seine Begleiter eingesperrt. Somit hatten sie alle Gründe diesen nicht zu trauen und kaum einen Grund ihnen zu trauen.

„Warum wünscht euer Herr Elendil zu sehen? Er könnte sich weigern mit euch zu kommen. Und ich für meinen Teil will erst den Grund hören ehe wir mit euch kommen." Sirindes Zunge ist genauso schnell wie ihre Pfeile, dachte sich Beleg und stellte sich neben sie. An seinem Gesicht lass man das er derselben Meinung war wie Sirinde. Solange er nicht den Grund für das Treffen wusste würde er Elendil nicht mit diesen Leuten fortschicken. Und selbst wenn er ihn wüsste, würde er Elendil begleiten.

„Seit versichert, Valandur wünscht euren Freund nur zu sprechen aber dies umgehend. Was genau besprochen werden soll, hat er mir nicht gesagt. Kommt ihr?" Thoron war nicht entgangen wie misstrauisch man ihn und seine Reiter beäugte. Tatsächlich war Elendil unschlüssig ob er mitgehen sollte oder aber es lieber bleiben ließ. Zwar glaubte er kaum dass es sich um eine Falle handelte doch war Vorsicht geboten.

Inzwischen standen auch Amandil und Silmarien bei ihren Begleitern und sahen abwechselnd Thoron oder seine Männer an. Amandil und Silmarien teilten die Ansichten von Beleg und Sirinde. Sie würden Elendil mit diesen Leuten nicht ziehen lassen. Jedenfalls nicht alleine.

Thoron erkannte das. Er wusste nicht wie er nun reagieren sollte. Valandur hatte ausdrücklich gesagt das er, Elendil alleine sprechen wollte. Doch Elendils Gefährten waren nicht bereit ihn gehen zu lassen. Doch da viel dem Hauptmann des Osttores von Bree ein das Valandur zwar sagte das er Elendil alleine sprechen wollte aber er hatte nicht gesagt das Thoron nur Elendil mitbringen sollte, auch wenn er Sirinde, die alleine wegen ihrer mandelförmigen Augen und leicht braune Haut heraus stach, nicht recht trauen wollte. Ihr Fremdes aussehen ließ auch Thorons Begleiter stutzig werden. Doch wandte er sich wieder an Elendil.

„Wenn ihr wünscht Elendil können eure Gefährten euch bis nach Bree begleiten und dort im Wachhaus für eine Weile unterkommen. Doch muss ich euch noch einmal bitten mit uns zu kommen." Nach Thorons Worten nickte Elendil langsam. Wenn seine Gefährten ihn begleiten konnten würde er kommen. So verbrachten Elendil und seine vier Begleiter zusammen mit Thoron und seinen Männern unter dem Baum und früh am nächsten Morgen brachen sie nach Bree auf. Da die Hälfte von ihnen keine Pferde hatte, kamen sie nur langsam voran und das störte Thoron doch schon. Allerdings ließ es sich nicht vermeiden. So brauchten sie zwei Tage.

Am Abend des zweiten Tages kamen sie in Bree an und während Elendils Gefährten zu den Unterkünften der Streitkräfte gebracht wurden, brachte Thoron Elendil selbst zu seinem Vorgesetzten. Was Elendil auffiel war wie interessiert die Soldaten Elendil musterten. Sie sahen ihm immer zu nach, als wenn er jemand völlig fremdes war der noch nie in Bree gesehen wurde. Teils aber waren die Blicke auch skeptisch und manche, vor allem aber von auffallend vielen jungen Soldaten, bewundernd. Elendil verstand nicht warum. Etwas war in Bree anders: In den Straßen waren mehr Soldaten als bei seinem ersten Besuch und vereinzelt sah man sogar Zwerge, welche ihre Äxte schliffen.

Doch als Eben Elendil fragen wollte was geschehen sei klopfte dieser an eine Tür die kurz darauf geöffnet wurde. Sie gingen hinein und anschließend eine Treppe hoch. Das Haus gehörte wohl zu einem der ältesten von Bree und gehörte eindeutig dem Truppenkommandanten von Bree. An den Wänden hingen Porträts von Frauen und Männern aber auch Waffen. Elendil sah hinauf zu Thoron der noch immer kein Wort sagte sondern einfach weiter ging.

Schließlich erreichten sie den ersten Stock und gingen einen gang der nach Westen führte. An der letzten Tür rechts blieb Thoron stehen, öffnete sie und wies Elendil hinein. Dieser zögerte kurz, ging dann aber hinein. Vor ihm war ein Tisch auf dem alle möglichen Papiere lagen und dabei ein Tintenfass in dem eine Feder steckte. Auf der Linken Seite stand ein Bücherregal der zum bersten gefüllt war, einige der einbände verrieten das sie bereits sehr alt waren.

Hinter dem Tisch saß nun ein älterer Mann mit kurz geschnittenen schwarzen Haaren und Bart welche sich bereits gräulich gefärbt hatten. Er saß in einem Sessel der fast wie ein Thron wirken mochte. Als er Elendil sah wies er auf einen der Stühle vor dem Tisch und Elendil folgte der Einladung und setzte sich.

„Ich grüße euch, Elendil. Ich bin Valandur, Truppenkommandant von Bree. Ich bin froh das Thoron euch finden konnte. Ich habe euch rufen lassen um euch zu bitten den Reihen von Arnors Heer anzuschließen." Das Überraschte Elendil nun doch. Man bat ihn dem Heer Arnors bei zu treten? Wo doch Thrain ihm gesagt hatte, das der Rat in Fornost kaum noch Handlungsfreiraum hatte. Was war los? Er musste es herausfinden.

„Verzeihung, Valandur. Aber warum seit ihr so erpicht darauf das ich eure Truppen verstärken soll? Warum schicktet ihr eure Männer erst zu mir, nach dem ich Bree wieder verlassen habe?" Seine Fragen waren berechtigt und er kam direkt auf den Punkt. Valandur lächelte kurz ehe sein Gesicht wieder ernst wurde. Es gab nicht viele die so direkt mit ihm sprachen. Dieser junge Mann war nicht aus Arnor, das wusste der ältere Mann und fand es zu gleich bedauerlich.

„Ich werde es euch sagen. In ganz Bree wird verkündet das ihr Shárk, den Uruk-Hai und Häuptling der Orks von Amon Sul getötet haben sollt. Zumindest behaupten Nerdanel und der Zwerg Thrain dies. Da ich glaube meiner Nichte und kurz nach dem sie dies gesagt haben, schickte ich einige Späher zum Amon Sul. Dort ist wohl unter den Orks ein Machtkampf aus gebrochen, der zwar entscheiden sein mag aber die Orks entscheidend geschwächt hat." Elendil war überrascht. An den Uruk erinnerte er sich noch gut, nicht alleine wegen der der Beule die er an der Stirn hatte und die Verletzung am Oberarm. Dass es sich bei diesem um den Häuptling der Orks von Amon Sul handelte, hatte Elendil nicht gewusst.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs berichtete Valandur das Amon Suls Strategisch wichtige Position von den Menschen Arnors erst erkannt, als die Orks den Turm seit langem besetzt hielten, und die Menschen keine Chance mehr hatten ihn zurück zu erobern. Doch eröffnete Shárks Tot eine Möglichkeit den Turm Südlich der Wetterberge zurück zu erobern.

„Und eben für dieses unternehmen brauche ich alle Fähigen Kämpfer die ich finden kann. Wenn Arnor Amon Sul zurück erlangen soll brauchen wir alle Kräfte die wir aufbieten können." Nach diesen Worten schwieg Elendil, fuhr mit der rechten Hand zum Kinn und dachte nach. Valandur sah den Auffälligen Ring an der hand des jüngeren Mannes und zog die Stirn in Falten. Schließlich erhob er sich und ging zum Bücherregal. Er hatte einen leicht hinkenden Gang erkannte man dass er sich Wohl am Bein einmal verletzt hatte. Am Regal angekommen, zog er ein Buch heraus das einen Blauen Einband hatte, schlug es auf und blätterte darin herum. Als er schließlich die Seiten gefunden und durch gelesen hatte, sah er auf.

„Elendil? Wie seit ihr an denn Ring gelangt den ihr da tragt?" Sein Gesicht war ernst und sein Blick durch dringend an. Er wirkte auch äußerlich angespannter als noch vor wenigen Augenblicken. Elendil sah ihn fest an und hielt dem Blick stand. Er wusste dass er diesen Mann nicht belügen konnte, doch fürchtete er einstückweit die Reaktion auf seine Antwort.

„Er ist ein Erbstück meines Hauses." Valandurs Gesichtsichtszüge entgleisten nun vollends und fast hätte er das fallen gelassen, was er noch immer in Händen hielt. Thoron verstand nicht was passierte und war verwirrt als sein sonst sehr beherrschter Vorgesetzter sich leicht Regal abstützte. Dann aber das Buch auf den Tisch legte und eine tiefe Verbeugung vor Elendil machte.

„Gruß euch Herr. Wie kann ich euch dienen." Nach diesen Worten Valandurs stand Elendil auf und machte eine Abwehrende Geste. Hier schien ein Missverständnis vorzuliegen, aber wahrscheinlich nicht. Denn das Buch war zu einer zeit geschrieben worden als die Fürsten von Dol Amroth bereits mit den Königen verwandt war.

„Verbeugt euch nicht Valandur. Ich habe weder Amt noch Macht. Und als ich den Süden verließ da habe ich alles Aufgegeben. Denn ihr wisst nicht was im Süden geschehen ist." Dann erzählte Elendil alles was im Süden der Welt geschehen war. Vom Streit um die Krone der Brüder Elessar und Meneldir, dem Bürgerkrieg und der Ermordung Turambars. Valandur, der sich wieder gesetzt hatte hörte mit finsterem Gesicht zu. Als Elendil geendet hatte nickte er langsam.

„Dann ist also außer euch und euren Gefährten keine Hilfe zu erwarten. Doch wenn ihr Arnor wirklich helfen wollt, Elendil. Dann geht nach Fornost und fordert den Thron des Nordens. Ihr habt ein anrecht auf ihn und nicht wenige im Volk würden es begrüßen einen König zu haben der von Telcontars Blut ist." Doch Elendil schüttelte bei diesen Worten den Kopf. Er sollte in Arnor König sein? Er wollte nicht weil er sich nicht vorstellen konnte dass ihn irgendjemand in Arnor als solchen akzeptieren würde. Dies sagte er auch doch Valandur schüttelte den Kopf und wollte gerade dazu ansetzten etwas zu erwidern als er von einem heftigen Hustanfall heimgesucht wurde. Thororn kam auf Valandur zu und wollte, ihn stützten als er aufstand sich aber nach vorne beugte, stützen doch hob dieser nur die Hand und richtete sich auf.

„Wie dem auch sei. Wir besprechen das ein anderes Mal. Doch werde ich eurer Bitte nachkommen und mich euren Reihen anschließen um meinen Beitrag zur Sicherung des Friedens in Arnor zu leisten." Valandur nickte langsam und Öffnete eine Schublade und Holte daraus eine Spange hervor die wie ein Stern gebildet war. Thororn machte ein erstauntes Gesicht doch nickte Valandur ihm zu der Hauptmann sah Elendil an.

„Kniet nieder." Elendil trat vor und kniete vor Valandur nieder. Valandur stand nun vor dem Tisch und sah auf Elendil herab. Dieser hatte sein Schwert gezogen und hielt Valandur das Heft hin.

„Als Truppenkommandant habe ich die Vollmacht Männer zum Kampf für Arnor zu vereidigen. Schwört ihr dem Volk von Arnor und den Rat des Nördlichenzepters mit eurem Leben zu verteidigen?" Elendil bestätigte dies in dem er gelobte Arnor bis zum Tot zu verteidigen, bis Valandur ihn aus seiner Pflicht nahm oder ein neuer Herrscher in Fornost kommen würde. Dann übergab die Spange und Elendil erhob sich.

„Ihr seid nun ein Hauptmann Arnors und vom Selben Range wie Thoron und nur mir unterstellt. Morgen brechen wir nach Amon Sul auf. Ruht euch aus und sagt euren Begleitern dass sie es ebenfalls tun. Den Turm zurück zu erobern wird nicht leicht." Damit verabschiedete Valandur seine beiden Hauptleute. Elendil und Valandur verneigten sich und gingen hinaus. Nach dem sie am Fuß der Treppe waren hielt Thoron, Elendil an. Er sah ihn schweigend an. Nun aber mit einem Blick den Elendil nicht deuten konnte. Er war jedoch keineswegs Feindselig, eher überrascht. Er wäre nie auf den Gedanken gekommen das dieser Waldläufer ein Erbe des Großen Elessar sein könnte. Doch Valandur glaubte es und Thoron hielt es für klug dies ebenfalls zu tun.

„Warum habt ihr nicht gesagt wer ihr seid? Nicht wenige Männer würden euch folgen, denn wir warten schon seit Jahren darauf das endlich der Erbe Elessars kommt und uns endlich aus dem Schatten führt." Es klang fast wie ein Vorwurf, doch mehr eine Sehnsucht. Elendil sah Thoron an und anschließend zur Seite. Der jüngere Mann wusste dass die Menschen von Arnor hohe Erwartungen an den Erben Elessars stellten. Thoron tat dies ebenfalls und Elendil wusste nicht ob er diesen auch gerecht wurde.

„Thoron. Ich kam hier her um Arnor Hilfe zu leisten und nicht um mit meiner Abstammung hausieren zu gehen. Ich möchte euch bitten, euer Wissen über mich nicht überall zu verbreiten. Ich werde jedoch tun was ich kann. Dennoch werde ich euch wohl um Rat ersuchen, auch wenn wir im Rang gleich sein mögen." Thoron verstand. Wäre es Elendils Absicht gewesen sich als ein Erbe Elessars erkennen zu geben, so hätte dies längst getan. Er kam dieser Bitte auch nach und sagte nichts weiter dazu sondern brachte Elendil zu den Unterkünften der Soldaten wo er den Soldaten und Hauptleuten Elendil vorstellte. Jedoch ließ er dessen Herkunft aus und sagte lediglich das er einer der Südländer sei die sich auf den Weg nach Arnor gemacht hatte und das mehr Hilfe aus dem Süden nicht zu erwarten sei.

Die Soldaten sahen sich ihren neuen Hauptmann an. Anhand der Narben im Gesicht schlossen sie das sie es hier mit einem halbwegs erfahrenem Kämpfer zu tun hatten. So zogen sich alle zurück und Elendil suchte seine Gefährten auf um ihnen alles zu berichten.

„Man hat dich zu einem Hauptmann Arnors gemacht? Das überrascht mich. Nun bist du ja eine wahre Autoritätsperson Elendil." Sirinde lachte leise nach dem sie dies gesagt hatte. Sie hätte niemals gedacht das Elendil einmal freiwillig einem Heer beitreten würde, hatte doch sein Vater geweigert, Meneldir die treue zu schwören. Sie hatten sich alle in einem Raum mit fünf Schlafstädten eingefunden. Silmarien indes befestigte die Spange an Elendils Mantel, den er ihr gegeben hatte. Amandil und Beleg sahen Elendil schweigend an, doch hatten sie, wie die beiden Frauen, ihren Entschluss schon gefasst. Wenn sie auch nicht offiziell zum Heer gehörten, so würden sie mit auf diesen kleinen Feldzug gehen, wenn man es als einen Feldzug nennen konnte.

„Ihr sagt es Sirinde. Morgen werden die Soldaten Arnors zum Amon Sul aufbrechen, um diesen zurück zu erobern. Wer von euch mitkommen will, möge dies tun. Wer nicht, der kann in Bree bleiben bis eine Nachricht kommt." Nach seinen Worten sahen alle ihn bestürzt an. War dies ein Test um zu prüfen wie weit sie mit ihm gehen würden? Nein, war es nicht, doch Elendil wollte niemanden zwingen mit ihm zu kommen. Amandil und Beleg sahen sich an und nickten nur.

„Amandil und ich folgen dir weiter. Wir waren die ersten die dir folgten und wir tun es weiter. Wie ich Sirinde einschätze wird auch sie mit kommen, genau wie Silmarien." Als Beleg die angesprochenen ansah stellte er fest dass er Recht hatte. Alle würden mit kommen gleich was Elendil sagte. Dieser lächelte. Er wollte sogar einstückweit dass sie mitkamen, auch wenn es gefährlich war. Als Silmarien fertig war stellte sie sich hinter Elendil und legte ihm den Mantel um und schloss die Spange. Sie saß perfekt. Solche Spangen trugen einst die Dunedain als sie gen Mordor am Ende des dritten Zeitalters zogen. Später, als die Dunedain immer weniger wurden, übernahmen die Hauptleute Arnors die Spangen, um auf ihren Rang hinzu weise und die Dunedain zu ehren, die hin und wieder in Arnors Heer in hohen Positionen einnahmen.

Nach dem die Gruppe um Elendil die Nacht ruhig geschlafen hatte, erwachten sie am nächsten Morgen früh und machten sich fertig. Elendil trug seinen Mantel mit der Spange und erhielt von Amandil dessen Lederarmschienen die keine Verzierung hatten. Als sie in den Aufenthaltsraum, im Erdgeschoss, traten wies Thoron Elendil zu sich. Bei ihm standen zwei weitere Menschen und Thrain der Zwerg. Während einer der Menschen eine Breeländer zu sein schien trug der andere einen Brustpanzer, Arm und Beinschienen. Er schien ein Mann aus Fornost zu sein, das vermutete Elendil zumindest, da Valandur auch von Verstärkung aus Fornost gesprochen hatte. Junge Mann verbeugte sich höflich und die anderen taten es ihm gleich.

„Nun sind wir fast vollzählig. Nur Valandur fehlt, ich habe ihn noch nicht gesehen. Das ist ungewöhnlich." Thoron schien besorgt zu sein. Offenbar hatte Valandur kommen wollen, doch war bislang nicht erschienen. Gerade als einer der Elendil unbekannten Hauptleute etwas sagen wollte kam ein Botenjunge der sich als Bilbo heraus stellte und sie bat mit zukommen. Draußen auf der Straße waren alle Männer versammelt. Einige wenige waren Waldläufer mit kurzen Bögen wie sie im Norden üblich waren. Andere schienen aus Fornost zu kommen. Sie trugen Brustpanzer und darunter wohl noch eine Lederpanzerung und die meisten hatten lange Speere und Spitz zu laufenden Helmen. Ähnlich wie die Männer der Zitadelle von Minas-Thirit. Am zahlreichsten waren die normalen Soldaten doch sie schienen nicht nur aus Bree und Umland gekommen zu sein, den dafür waren sie zu zahlreich. Die kleinste Gruppe waren die Zwerge. Dies waren wie Thrain, kleine stämmige und Gesellen die schwere Panzer trugen immer unter sich blieben. Alles in Allem waren es etwas mehr als neun hundert Männer.

Doch darüber konnte sich Elendil später Gedanken, denn sie betraten das Haus Valandurs und wurden in den ersten Stock in das Zimmer gegenüber, des Büros geführt. Sie betraten Valandurs Schlafgemach welches schlicht eingerichtet war. Doch die Aufmerksamkeit der Hauptleute galt Valandur der mit bleichem Gesicht in seinem Bett lag. Er schien zu schlafen. Nerdanel saß an seiner Seite und streichelte seine rechte Hand. Als sie die Männer sah, weckte sie ihren Onkel vorsichtig. Dieser erwachte und sah die Hauptleute an. Dann wies er Elendil und Thoron zu sich, strich sich seinen Ring vom Finger und übergab ihn an Thoron. Dann sah er zu Elendil.

„Zu gerne hätte euch auf dem Thron des Nordens gesehen. Doch das ist mir wohl nicht vergönnt, zu schwer wurde ich in meinem Leben verwundet und manche Wunden töten erst nach Jahren." Er hustete einmal und er spukte Blute auf das weiße Bettlaken. Ehe er sich an alle Hauptleute wandte.

„Ihr wisst was ihr tun müsst: Erobert Amon Sul zurück, sonst wird es nie einen Dauerhaften Frieden, westlich der Wetterberge geben. Euch und den Soldaten wünsche ich das die Valar euch segnen und schützen mögen." Dann schlief er wieder ein. Doch es war mehr als ein einfaches einschlafen. Valandur verschied in jenem Moment. Nerdanel weinte in jenem Moment bitterlich, denn nun verlor sie auch das letzte Familienmitglied welches ihr geblieben war. Thoron sah auf denn Ring den Valandur ihm gegeben hatte. Ein Schlichter Ring aus Gold mit Rubinrotem Stein. Er zögerte, ehe er ihn auf den Ringfinger der rechten Handstrich.

„Und so endet, Valandur der Sohn des letzten Dunadan von Arnor. Er musste sein Ende gespürt haben, deshalb ließ er nach euch suchen Elendil. Weil er jemanden brauchte der mich ersetzte, denn nun bin ich Truppenkommandant von Bree. Werdet auch ihr mir folgen?" Elendil nickte und erneuerte bei Thoron den Eid den er erst am Vorabend geschworen hatte. Ihm gleich tat es der Breeländische Hauptmann.

In aller eile Kleideten sie Thoron in eine seines Ranges angemessenen Rüstung. Sie glich eigentlich den Normalen Rüstungen nur hatte sie Schulterplatten und einen dunkel Blauen Umhang. Schließlich zog Elendil die Decke über Valandurs Gesicht, die Hauptleute verbeugten sich tief und gingen hinaus und ließen Nerdanel mit Bilbo zurück.

Als die Hauptleute heraus traten, verkündete Thoron das Valandur schwer erkrankt sei, ihnen aber den Segen der Valar auf den Weg in die schlacht gab. Die Soldaten schwiegen nur, denn niemand glaubte das Valandur schwer erkrankt sei. Man sah es den beiden Hauptleuten aus Bree an das diese behauptung kaum stimmen konnte. Doch sagten sie nichts dagegen dass man sie belog sondern machten sich Abmarsch bereit.

Gerade als sich der Tross aus Soldaten in Marsch setzten wollte blieb Amandil stehen. Elendil sah seinen Freund an und lass in seinen Augen was er tun wollte und nickte nur. Amandil verabschiedete sich, wandte sich um und eilte zu Valandurs Haus. Auch er ahnte das Valandur gestorben war und wollte Nerdanel beistehen, auch wenn es ihm nicht behagte seine Gefährten alleine in die Gefahr zu schicken. Mit ihm blieben über dreißig Breeländische Soldaten zurück, die Valandur auch tot glaubten und nicht in die Schlacht ziehen mochten. Die vier anderen zogen mit dem kleinen Heer gen Amon Sul, um den Altenwachturm für Arnor zurück zu erobern. Die erste große Schlacht gegen die Orks im Norden rückte mit jedem Schritt näher.