Ein neues Kapitel und wieder gehört mir nichts. Ich wollte eigentlich schon früher ein neues Kapitel schreiben, aber leider hat eine Hornisse gemeint sie müsse mich stechen und deshalb war ich etwas aus der Bahn geworfen. Da diese Geschichte nicht fertig geschrieben ist kann es Zeitweise etwas länger dauern, aber ich bemühe mich.
- Spooky: er ist es!
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Die Ketten hielten sie gefangen und sie konnte nicht zu ihnen. Harry rief verzweifelt um Hilfe und Ron war nicht zu mehr als einem Stöhnen fähig. Das Blut um sie herum. Dort hinten Hogwarts, aber es sah so anders aus. Plötzlich schlang sich eine gewaltige Schlange um das Schloss. Sie musste hin und ihnen helfen! Dieses Monster durfte nicht gewinnen. Doch die Ketten wollten sie nicht gehen lassen. Aber nein, es waren keine Ketten sondern Arme, voll mit den ungewöhnlichsten Tätowierungen. In ihrer Verzweiflung schrie sie nach ihren Freunden, diese Reagierten aber nicht drauf.
Plötzlich wurde es dunkel und dann sah sie wieder das wohlbekannte Gesicht ihres Jägers. Vor Freude ihn endlich wieder gefunden zu haben versuchte sie sich schnell aufzurappeln. Dabei wurde ihr kurz schwarz vor Augen. Als sich ihre Sicht wieder klärte stand sie wieder und ihr Liebster war nur wenige Meter entfernt von ihr. Sie konnte sich nicht bewegen, aber das war auch nicht notwendig denn er kam auf sie zu gesprungen. Nur noch eine Hundertstelsekunde und sie würde ihn berühren können. Was war geschehen? Sie müsste jetzt doch in seinen Armen sein. Langsam drehte sie sich um, was sie dann sah war wie ein Stich in ihr Herz. Er war an ihr vorbei gerannt und hob nun eine junge Frau in die Höhe und drehte sich mit ihr. So glücklich waren beide. Sie war ein Geschöpf wie aus Legenden. Ihr langes blondes Haar war in vier Zöpfe geflochten und mit grünen Bändern durch zogen. Ihr Gesicht war das eines Engels, ihre Lippen voll und rosa, ihre Augen wie aus Gold und ihre Haut wie Elfenbein. Ihre ganze Gestalt war bezaubernd, das seidige weiß- grüne Gewand bedeckte selbst ihre Arme und doch konnte man jede Kontur erkennen. Eine Göttin des Frühlings und keiner konnte gegen sie bestehen, wurde ihr im gleichen Moment klar. Das Bildnis dieser Schönheit hatte sich in wenigen Sekunden in ihr Herz gebrannt. Nie könnte sie ihren Jäger wieder haben, nie.
Ein Schluchzen entrang ihrer Gurgel.
Sie schnellte von ihrem Lager hoch und kämpfte mit ihrem Körper drum genug Luft zu bekommen und dabei keinen Krach zu machen. Zwei weitere Tag waren vergangen seit sie am Bach mit Merlin gesprochen hatte. Der Morgen war schon hereingebrochen. Sie wandte sie Richtung Merlin um sich zu vergewissern dass er nicht aufgewacht war. Danach wand sie sich aus ihren Fellen, streckte sich, zog wieder ihre Schuhe an und nahm auch ihren Umhang mit als sie die Hütte verließ. Sie erleichterte sich kurz und ging dann zum Fluss um sich die Müdigkeit weg zu waschen. Sie hatte gleich einen Eimer mitgebracht und füllte diesen nun. Der Morgen war frisch und so zog sie den Umhang dichter um sich als sie wieder zur Hütte zurückging.
In der Hütte konnte sie fast nicht sehen, aber sie wollte Merlin noch nicht wecken weshalb sie sich so daran machte die Asche von der wenigen Glut zu trennen. Den Ahnen sei dank, war noch genug da so das sie sich nicht mit der langwierigen Prozedur beschäftigen musste neues Feuer zu entzünden. Sie holte Rinde, kleines getrocknetes Holz und belebte das Feuer wieder. Vorsichtig schaute sie ob er erwacht wäre, aber als es nicht so war, wandte sie sich wieder dem Feuer zu. Sie erhitzte einen Trank für ihre Patientin. Nach wenigen Minuten war er genau auf der Temperatur wie sie ihn wollte. Auch das Feuer brannte jetzt hell genug, so dass sie mehr sehen konnte. Mit dem Trank in der Hand kniete sie sich zu der Kranken, vorsichtig zog sie die Felle etwas weg und war überrascht als sie ein Krächzen hörte. Sie sah zu dem Gesicht ihrer Patientin auf und sah dass sie wach war. Sie beugte sich näher zu ihr um ihre Worte zu verstehen.
„Hohe Priesterin ist es schon so weit? Bringt ihr mich zu den Pforten des Jenseits?"
Als sie das hörte war sie für einen Moment sprachlos. „Nein, ich bin hier damit Ihr wieder gesund werdet. Wartet einen Augenblick und ich hohle Euch Euren Sohn." Schnell stand sie auf und ging um das Feuer herum zu Merlin. Sie kniete sich zu ihm und versucht ihn zu wecken. Nach einigen Augenblicken schlug er die Augen auf und saß dann auch auf.
„Kommt, eure Mutter ist erwacht!" Darauf sprang er hoch und stürmte an ihr vorbei. Sie lächelte als er bei seiner Mutter nieder kniete und leise mit ihr sprach. Mit einem Ohr hörte sie ihm zu und nebenbei erhitzte sie die Medizin und stellte Wasser auf.
„Wer ist die Priesterin die vorhin bei mir war?" Fragte ihre Patientin ihren Sohn, nach den ersten Momenten der Freude. „ Ich habe sie vor drei Tagen getroffen. Sie bot mir ihre Hilfe an und ich nahm sie dankend an. Ich wusste nicht was ich tun sollte." Er drückte die zierlichen Hände, dann sah er zu ihr. „ Hat meine Mutter Recht seid ihr eine Priesterin?"
„Wie kommt ihr darauf?" Fragte sie Merlin. „Seht nur an euch herunter. Euer Kleid ist nach altem Muster und die Talismane um euren Hals. Es würde auch erklären wieso ihr die Gabe besitzt." Was Merlin meinte war, dass ihr Kleid aus einem einfachen doch schönen weisen Stoff gemacht war. Die Ärmel und der Ausschnitt waren mit grünem Faden bestickt. Das alles mit dem geflochtenen Haar war wie es zu dieser Zeit die wenigen Priesterinnen die es noch gab trugen. Erst wusste sie nicht was sie sagen sollte. „Nein ich bin keine Priesterin. Meine Kleider sind ein Geschenk."
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Seit diesen ersten Tagen war einige Zeit vergangen. Mehr als zwei Jahre um genau zu sein. Die Sonne strahlte auf die Erde herunter und brachte die Wasseroberfläche zum glänzen, als bestünde sie aus Diamanten. Der Horizont wurde von einer undurchdringbaren Nebelwand verdeckt. Ein Schutz vor solchen welche nicht erwünscht waren. Selbst wenn man den Strand dieser Insel einmal entlang gegangen währe hätte man keinen Punkt gefunden an welchem man durch ihn hindurch gesehen hätte. Auf einer Seite wo scharfe Felsen dem Wasser Einhalt gebot war eine Gestalt zu erkennen. Diese saß auf einem nur durch einen dünnen Steg mit dem Land verbundenen Felsen. Ein Seefahrer hätte einen weiten Bogen um sie gemacht, denn er hätte sie für eine Jungfrau der Meere gehalten. Dieser Gedanke wurde durch ihr mehrschichtiges weiß-blaues Kleid, sowie die kunstvoll geflochtene Haartracht nur unterstützt. Es war ihr Lieblings Ort, hier konnte sie ihren Gedanken und Gefühlen freien lauf lassen. Seid den ersten Tagen in dieser Zeit war viel geschehen. Nach dem Glendwa, die Mutter Merlins wieder zu Bewusstsein gekommen war hatten sie sie mit Unmengen an Fragen bombardiert. Wie ein Aal hatte sie sich unter den meisten heraus gewunden. Es war nicht leicht gewesen ihr Geheimnis zu verbergen und doch zu antworten. Nach einer gewissen Zeit hatten sie es aufgegeben. Aber einmal hatte sie eins ihrer Gespräche zufällig mit angehört.
„Ich habe mir meine eigenen Gedanken über das wenige was uns Ardwe gesagt hat gemacht. Sie sagte doch sie könne noch nicht in ihre Heimat zurückkehren. Mir kam ein Gedanken. man hört doch so viel von Unruhen zwischen den Stämmen des Ostens, vielleicht musste sie ihre Heimat verlassen um solch einer Fehde zu entgehen und vermeidet nun mehr darüber zu sagen um nicht in Gefahr zu geraten." Waren die Worte Glendwas an ihren Sohn. Dieses Gespräch war noch einen Weile weiter gegangen, aber hatte nie eine negativen Wendung genommen. Sie waren noch einige Wochen bei der langsam Gesundenden geblieben. Aber es kam der Punkt an dem die Patientin keine Pflege mehr brauchte. Unsere Fremde musste sich etwas für die Zukunft überlegen. Sie war zu dem Schluss gekommen, dass sie wohl eine der größeren Stämme aufsuchen müsste und dort als Heilerin arbeiten oder wie Glendwa sich in einem Wald eine Hütte bauen sollte. Dana hatte ihr gesagt, dass die Reise lang und nicht einfach sein würde, aber nun hatte sie trotzdem Angst. Angst allein zu sein, Angst bis zum letzten Moment hier verweilen zu müssen. Sie wusste nicht was es genau bedeutete einem Menschen auf seinem Weg zu helfen. War es genug gewesen seine Mutter zu retten und musste sie nun noch Jahre warten bis sie weiter reisen durfte oder war es nur der Anfang und sie musste nun noch für Jahre hinter ihm her reisen und ihm helfen. Doch sie kam nie zu dem Punkt an welchem sie sich für einen Weg entscheiden musste. Davor beschützte sie ein Angebot Merlins welches er ihr unterbreitete.
„ Wie lange habt ihr auf der Insel Avalon verbracht?" Fragte sie ihn, während sie Rüben für das Mittagessen putzte. „Meine Kräfte hatten sich schon jung gezeigt und meine Mutter hatte nach einer Antwort auf die Geschehnisse gesucht, aber lange kam keine. Als ich schon ein Halbstarker war kam ein Wanderer in dieser Gegend vorbei. Dieser war einer von uns und auf der Suche nach solchen wie mir. Er erklärte meiner Mutter und mir mit was ich gesegnet war. Im darauf folgenden Sommer kam er wieder und nahm mich mit. Ich hatte meine Mutter nicht verlassen wollen, aber schließlich war ich mit ihm gegangen. Die Reise an die Ufer diesseits der Nebel ist lang, wir hatten ungefähr einen Monat gebraucht. Seither sind 8 Sommer vergangen. Aber die ersten zwei Sommer hatte ich nicht auf die andere Seite gedurft. Man lehrte mich meine Magie im Zaum zu halten und ich musste arbeiten. Ich habe auf einem Hof nah des Sees gearbeitet und schon fast bereut mit dem Fremden gegangen zu sein. Währen nicht die wöchentlichen Treffen gewesen in welchen er mir Dinge beibrachte wäre ich wahrscheinlich wieder zu meiner Mutter zurück gekehrt. Doch.." Hier stockte er kurz und eine leichte Röte stieg ihm in die Wangen. „Doch kurz bevor ich mich mit der Tochter des Hofes verband, bekam ich die Erlaubnis auf die andere Seite des Sees zu wechseln. Ich war schwer versucht nicht zu gehen, aber mein Wissensdrang siegte schließlich. Aber ich habe seit dem nicht meine ganze Zeit dort verbracht. Nach zwei Sommern war ich zu meiner Mutter zurückgekehrt um ihr zu helfen. Zwei Winter verbrachte ich hier. Danach ging ich zurück." Er rechnete kurz nach. „Also bin ich wohl 4 Sommer auf der Insel gewesen." Interessiert hatte sie ihm zu gehört und zwischenzeitlich angefangen die Rüben zu den Zwiebeln in den Topf zu schneiden. Als er zu sprechen aufgehört hatte sah sie ihn mit strahlenden Augen an. Sie knabberte noch wenige Momente auf ihrer Unterlippe, aber schließlich sprudelten die Fragen aus ihr heraus. „Ist die Insel so schön wie man sich erzählt? Wie ist es dort zu leben? Was hat man euch gelehrt?" Um den Sprudel an Fragen zu stoppen drückte sie die Lippen auf einander und schaute beschämt in den Topf. Merlin lachte aber nur, er hatte sie bis jetzt nur als sehr ruhig und ernst kennen gelernt. Dieser Ausbruch von fast kindlicher Freude war überraschend, aber erfreuend gewesen. „Wieso kommt ihr nicht mit mir, wenn ich in fünf Tagen aufbreche. Dann könnt ihr euch all diese Fragen selbst beantworten."
Diesem Vorschlag war sie nur zu gerne nachgekommen.
Die Gestalt mit dem in der Sonne rot-golden schimmernden braunen Haaren hatte einen Holzstab aus einer versteckten Tasche ihres Kleides geholt. Jetzt drehte sie ich in ihren Händen und erinnerte sich daran wie sie ihn bekommen hatte. An das Gefühl von Hitze welches durch ihren Körper gewogen war, als sie ihn das erste Mal berührt hatte. Er hatte einen Regen von goldenen und silbernen Funken versprüht. Auch dachte sie daran wie sie sich in ihrem vierten Schuljahr damit beschäftigt hatte mehr über die Kunst des Zauberstabmachens zu erfahren. Am meisten hatten sie die alten Verfahren interessiert. Wie man Stäbe oft in dem eigenen Blut einlegte, wenn man keinen sehr kraftvollen Kern hatte oder die Hölzer und Kerne, welche in ihrer Ungewöhnlichkeit keine Grenzen kannten. Sie hatte sich damals einmal selbst am versehen eines Stabes mit seinem Kern versucht, dafür hatte sie beim Brauen eines Trankes ein Haar eines Einhorns mitgenommen. Es war ihr zwar gelungen die zwei zu verschmelzen, aber der Kern hatte sich nicht in der Mitte des Holzes verteilt sondern, hatte sich am einen Ende konzentriert. So enttäuscht sie auch war, man muss sagen dass selbst die meisten Erwachsenen nicht in der Lage gewesen wären sie zu verschmelzen. Dies ist auch mit ein Grund wieso es nur so wenige Meister gibt.
Die schlanke Hand verführte nun Bewegungen mit diesem Stab. Er zeichnete das Wesen in die Luft aus wessen Haar auch sein Kern bestand. Das Wesen welchem Merlin und seine Meisterin auf ihrer Reise zu der Insel welche immer mit Nebel umgeben ist begegnete.
Sie waren vor 3 Tagen aufgebrochen und hatten, obwohl sie schnell voran kamen noch einen Großteil ihrer Reise vor sich. Die erste gemeinsame Nacht unter freiem Himmel war maßgebend für die ganze Reise. An diesem Abend legte sich die Aufgabenverteilung fest. Ardwe machte das Feuer, kümmerte sich um die Schlafplätze und erschuf einen magischen Schutzwall welcher sie vor wilden Tieren beschützen und wenn ihnen Jemand etwas böses tun wollte sie warnen sollte. In der Zwischen Zeit ging Merlin Wasser hohlen und sich nach etwas Essbarem umsehen.
Am dritten Abend verhielt es sich genau so. Nach dem sie den Getreidebrei und das gekochte Gemüse gegessen hatten legten sie sich zur Ruhe. Ihr Marsch war anstrengend gewesen, weshalb sie länger als sonst schliefen. Ardwe hatte friedliche Träume und lag nun mit von sich gestreckten Armen auf dem Rücken. Sie rannte in ihrem Traum auf einer Wiese auf und ab, wobei die Vögel sangen und ein wunderbar warmer Wind ging. Dann brach er plötzlich ab. Sie wachte auf. Aber im Wunsch die Wiese noch einmal zu sehen, hielt sie sich an den Erinnerungsfetzen fest und versuchte wieder einzuschlafen. Sie hörte ein leichtes Schnauben wie von einem Pferd. Verwirrt dachte sie, dass das doch nicht Teil ihres Traumes gewesen war. Das Schnauben wieder holte sich, nun registrierte sie in ihrem Kopf, dass das Schnauben real war. Mit einem Ruck richtete sie sich auf und schrak zurück. Kaum zwanzig Zentimeter von ihr entfernt stand ein Fohlen und beschnupperte ihre Decke. Aber der Ausdruck Fohlen ist sehr weit reichend. Denn in diesem Fall handelte es sich um ein Einhornfohlen. Mit großen Augen sah sie das schwarze Tier an. Wie bei Pferden sind auch bei Einhörnern die Jungen noch nicht weiß, sondern werden es erst mit den Jahren. Plötzlich ertönte ein Wiehern, wenn man diesen etheralen Ton denn so nennen darf, das Fohlen sah sie noch einen Moment an und fegte dann davon. Beim Wiehern der Mutter war auch Merlin erwacht und nun sahen sie sich geschockt an.
Die Erinnerung hatte ein Lächeln auf ihr Gesicht gezaubert. Sie schwang ihren Zauberstab und sagte die dazu gehörigen Worte. Eine weiße Gestalt sprang aus ihrem Zauberstab und stürzte sich in das Wasser. Einen Moment später tauchte ein Otter aus dem Wasser auf. Es was ihr Patronus. Seit sie auf die Insel gekommen war hatte sie angefangen alle Sprüche die sie kannte zu üben. Eine Sache welche sie angefangen hatte zu machen damit sie nicht vergaß wer sie war. Eine Sache welche sie davor bewahren sollte dass sie in ihrer neuen Zeit zu Heimisch würde.
Mit einem Aufstöhnen ließ sie ihn verschwinden und richtete sich auf. Den Blick von der See reissend setzte sie den ersten Fuß auf die dünne Verbindung mit dem Festland. Einen Schritt zurück in das Hier und Jetzt.
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Jede Antwort ist gern gesehen.
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