„Das kannst du nicht machen, Richard." Aufgebracht lief Laura vor dem Schreibtisch des Dekans auf und ab. „Robert Mitchell ist einer unserer besten Spieler. Du kannst ihn nicht einfach der Uni verweisen."

An diesem Morgen, etwa drei Wochen nach dem grandiosen Sieg der Uni gegen die BU, hatte Richard vor dem versammelten Kollegium bekannt gegeben, dass er einen Studenten wegen mangelnder Leistung von der Uni werfen würde. Das hatte für allgemeines Unbehagen gesorgt und Laura hatte Richard im nachhinein noch um ein Gespräch gebeten. Nun stand sie da. Die Fäuste in die Hüften gestemmt und blickte ihren ehemaligen Geliebten durchdringend an.

„Doch Laura das kann ich. - Hast du dir mal die Noten des Jungen angesehen? Sie sind katastrophal. Er hat sein Stipendium aufs Spiel gesetzt und verloren. - Er wird die Uni verlassen."

„Gibt ihm doch wenigstens die Chance seine Noten zu verbessern."

„Wenn er das nötige Kleingeld für die Jahresgebühr aufbringt, steht dem ganzen nichts im Weg, dass er bleibt."

Laura war erschüttert über diese Worte.

„Kleingeld, Jahresgebühr? Dir geht es wirklich ums Geld?"

„Davon leben wir, Laura. Worum sollte es mir sonst gehen."

„Vielleicht darum, dass du mit deiner Entscheidung dem Jungen die Zukunft ruinierst. - Wie willst du ihm das denn bitte erklären?"

„Ich gebe dir einen guten Rat, Laura. - Als Dekan dieser Uni muss ich mich und meine Entscheidungen niemandem erklären. Sie sind beschlossene Sache."

Sie schüttelte ungläubig den Kopf.

„Und für jemanden wie dich habe ich mal etwas empfunden. - Jetzt frage ich mich wie mir das passieren konnte."

„Das ist Politik, Laura." Richard war aufgestanden und kam auf sie zu. Er legte ihr den Arm um die Schultern und zog sie zu sich um sie ein wenig zu beruhigen.

„Es ist deine Politik, Richard. Du hast entschieden, ohne das mit mir oder dem Kollegium ab zu sprechen." sie wandt sich aus der Umarmung. „Das ist selbst unter deiner Würde."

Richard ging zu seinem Schreibtisch zurück. Er hasste diese Auseinandersetzungen mit ihr.

„Wenn dir das Wohl der Studenten so viel mehr am herzen liegt, hättest du vielleicht an einer Highschool unterrichten sollen. Hier an der Universität herrschen andere Sitten."

Sie kam zum Schreibtisch und stützte sich darauf ab. Eindringlich sah sie ihn an.

„Es herrschen deine Sitten. Dir geht es um Geld und Ansehen, mir um die Zukunft unserer Studenten."

„Du vergreifst dich im Ton, Laura." nun stand Richard auch wieder auf.

„Das mag sein, doch dieses Gespräch zeigt mir, was für ein egoistischer und arroganter Mistkerl du bist. Ich denke das Gespräch ist beendet. Es führt zu nichts." Sie stieß sich vom Tisch ab und lief zur Tür.

„Was wirst du Mitchell sagen."

Erstaunt drehte sich Laura zu Richard um.

„Erwartest du wirklich von mir, dass ich ihm sage, dass er von der Uni geworfen wird, weil er nicht die von dir gewünschte Leistung erbringt? - Vergiss es Richard. Den Stiefel ziehe ich mir nicht an. Das nimm schön auf deine eigene Kappe."

Kurz darauf fiel die Tür hinter Laura ins Schloss.

Bill war noch immer wütend. Damit, dass er einen seiner Spieler von der Uni werfen wollte, hatte Adar wirklich eine Bombe platzen lassen. Er hoffte inständig, dass Laura den Dekan umstimmen konnte. Aus den Augenwinkeln nahm er eine Bewegung wahr. Er drehte sich um und sah Laura auf sich zukommen. Sie lächelte als sie sich neben ihn setzte. Kurz begegneten sich ihre Blicke ehe beide sich auf das Spielfeld sahen, wo das Training in vollem Gange war.

„Das Rot steht ihnen."

„Danke." geschmeichelt zupfte sie sich ein wenig den Blazer zurecht.

„Es tut gut sie zu sehen, Laura." er freute sich wirklich. Immer wenn sie in seiner Nähe war, ging es ihm gut.

„Sie auch, Bill." Sie legte ihm die Hand auf den Arm und strich kurz darüber.

„Haben sie mit Adar gesprochen?"

„Ja, das habe ich." An ihrer Stimme erkannte er, dass sie keine guten Nachrichten hatte.

„Und?" Er drehte den Kopf und blickte sie an. Sie wandte den Kopf und begegnete seinem Blick. Als sie mit dem Kopf schüttelte sah er wieder zum Spielfeld. „Es tut mir leid, Bill. - Er lässt sich nicht davon abbringen. Er will ihm nicht einmal die Chance geben, seine Noten zu verbessern."

„Wann?"

„Vermutlich heute Nachmittag, Ich werde versuchen bei dem Gespräch dabei zu sein. - Vielleicht lässt sich doch noch eine andere Lösung finden."

„Danke, Laura."

„Dafür nicht Bill." Sie stand auf um zu gehen, da sie selbst noch Unterricht hatte.´„Ich werde tun was ich kann." Sie lächelte ihm nochmals zu ehe sie sich auf den Weg machte.