Titel: Airplane! – Über den Wolken
Autor: LilyPrincess
Übersetzerin: etuaip
Altersbeschränkung: T
Wörter: 4.610
Kapitel: 4/17
Genre: Romanze
Hauptcharakter: Lily Evans, James Potter, die restlichen Marauder
Pairings: LE/JP
Inhaltsangabe: Nachdem sie wegen einer dummen Muggelpanne das Konzert des Jahres verpasst hat, nimmt Lily Evans den Flug nach Chicago, bereit ein paar Wochen mit ihrem Vater zu verbringen. Der Flug dorthin aber, erweist sich als besser als das verpasste Konzert, denn dort trifft sie einen attraktiven Unbekannten, der vielleicht gar nicht so „unbekannt" ist…
Anmerkungen: AU, Übersetzung


Kapitel 4: Die dritte Stunde

Mit ruhigen Nerven entschied ich mich, ein kurzes Schläfchen zu halten. Ich fühlte mich unbeschreiblich glücklich und stolz seit ich mit der männlichen Version Aphrodites, jetzt zu meiner linken, die Plätze getauscht hatte. Ich muss fast vierzig Minuten geschlafen haben, als ich ein Pieksen an meiner Schulter fühlte. Ich erinnere mich nicht wie exakt ich darauf reagiert habe, aber dem Lachen des dunkelhaarigen Mannes nach, muss es etwas Peinliches gewesen sein. Ich war einfach in diesem Bereich an dem Tag ein wenig leistungsorientierter… verdammt.

Meine Augen öffnend, blickte ich träge zu ihm rüber und bemerkte schnell, dass eine andere Person neben ihm stand. Eine Stewardess mit blonden Haaren, die fester zurückgezogen waren, als die meiner alten Verwandlungsprofessorin, McGonagall; ihre Augen standen aus ihren müden Augenhöhlen hervor. Sie sahen mich beide erwartungsvoll an; der Typ mit einem Hauch Amüsements, die Stewardess mit ein bisschen Ekel.

„Hmm", murmelte ich, mein Schlaf hatte mich noch nicht komplett verlassen.

„Wolltest du etwas zu trinken?", half der Mann aus, bevor die Stewardess wieder ihren Mund öffnen konnte um ihre eigenen Worte zu wiederholen.

„Oh", sagte ich sanft und unterdrückte ein Gähnen, „Ähh, haben sie etwas Apfelsaft?"

Die Frau blickte ihren Wagen mit inspizierenden Augen an. Nach ein paar Sekunden hob sie wortlos ein bernsteinfarbenes Trinkpäckchen hoch und lächelte als sie es mir gab. „Genießen sie es, Miss.", sagte sie höflich und ging zur nächsten Reihe weiter.

Die Unschärfe wegblinzelnd blickte einige Sekunden ich runter auf mein Getränk. Ich war nicht zu durstig, also legte ich es zur Seite. Als mein Mund sich öffnete um ein tot geborenes Gähnen rauszulassen, das ich Sekunden vorher unterdrückt hatte, hob ich eine Hand um ihn zu verdecken, nur um sie mit dem gleichen geekelten Gesichtsausdruck zurückzuziehen, der sich eben auf dem Gesicht der Stewardess befunden hatte. Ich rubbelte schnell besagte Hand gegen meine Shorts um die dicke Lage Sabber, die während meines Schläfchens mein Kinn runtergelaufen war, wegzuwischen. Nun, ich denke, es ist sicher zu sagen, dass meine Weiblichkeit an dem Tag brutale Prügel bekam.

Ich blickte zu dem Mann zu meiner Linken, dankbar zu sehen, dass er in meinem Moment der Demütigung nicht rübergesehen hatte. Entweder hatte er es nicht bemerkt (nicht das glaubhafteste, wenn man annahm, dass sein vorheriger amüsierter Blick wegen meiner Spucke entstanden war) oder er war einfach zu höflich um offen zuzugeben, dass er es bemerkt hatte (wenn das der Fall war, war er süßer als ich dachte).

Mit einem tiefen Seufzer sah ich aus dem Fenster, ahmte damit nach, was der Mann Stunden vorher auch getan hatte. Meine Gedanken aber waren sicher nicht die gleichen wie die des Mannes. Neugierde überkam mich als ich an meinen Vater dachte und wieso er mich plötzlich gebeten hatte zu einem Besuch zu kommen. Ich hatte ihn seit einer Weile nicht mehr gesehen, seit er in die Staaten gezogen war als ich siebzehn war.

Wieso jetzt? Direkt nachdem ich das Konzert des Jahrhunderts verpasst habe. Vielleicht war das Gottes Weg mich von der Enttäuschung abzulenken – denn dieser Flug machte wirklich gute Arbeit damit. Nun, es hat mich nicht exakt von dem verpassten Konzert abgelenkt, aber es half wirklich meine Enttäuschung zu dämpfen.

Vielleicht hatte er jemand neues getroffen – mein Vater. Vielleicht hatte er eine neue Frau gefunden und wollte, dass ich sie traf um mein Urteil über sie zu studieren. Nun, ich wusste auf der Stelle, dass ich die Frau hassen würde… wenn da eine ist, meine ich. Keine Frau war besser als meine Mutter und ich sage das nicht, um wie die klischeehafte Version des sturen, missverstandenen Kindes geschiedener Eltern zu klingen. Meine Mutter war mein Idol, ich verehrte alles an ihr. Sie war freundlich, schön, und konnte nie genug für die Menschheit tun. Mein Vater war auch freundlich und wohltätig. Ergo meine Theorie der Basis ihrer Scheidung. Sie hatten zu viel gemeinsam… sie waren zu wohlwollend zu anderen Leuten, aber nie zueinander. Sie standen in ständiger Konkurrenz, um zu sehen wer der Beste im, die Menschheit lieben war.

Aber diese Theorie berücksichtigte nicht-

„Also, wer hat es noch verpasst?", seine Stimme holte mich aus meinen Gedanken.

Ich drehte mich blinzelnd um, „Pardon?", fragte ich, nicht verstehend.

„Das Konzert.", sagte er mit einem kleinen Lächeln, „du sagtest, ‚Ich bin in einer Fahrgemeinschaft gefahren und wir haben es verpasst'… wer ist ‚wir'?"

Ein dämmernder Blick traf mein Gesicht, „Oh, richtig.", sagte ich fröhlich bevor ich das ‚wir' betrachtete. Meine Augen verdunkelten sich bei der Erwähnung des ‚wir'. Ich zuckte mit den Schultern, „Meine Mitbewohnerin und ihre Freunde."

Er hob eine Augenbraue, „Redest du über alle deine Freunde mit solchem Enthusiasmus?"

Diese Aussage war so absurd, dass ich es als meine Pflicht ansah in Lachen auszubrechen. „Oh… oh, das ist gut. Sie ist meine Mitbewohnerin... das macht sie nicht zu einer Freundin, nur nicht zu einer Feindin. Ihre Freunde aber… das ist eine ganz andere Sache. Sie halten mich auf dem höchsten Level der Missachtung, auf dem ich sie auch halte."

Er hob einen Mundwinkel, „Ich hätte nie gedacht, dass du jemand bist, der Feinde hat."

Ich errötete, da ich die kleine Andeutung eines Flirtens in seinem Satz mochte. Mein Magazin wieder öffnend, starrte ich auf das Foto von Peter Pettigrew, Black Magics Pianisten und zweitem Sänger.

Er lehnte sich näher zu mir, fütterte meine Berauschtheit, auch wenn ich versuchte sie zu verstecken. „Wieso bist du mit ihnen gegangen wenn du sie nicht magst?", fragte er neugierig.

Ich wartete ein paar Sekunden bevor ich antwortete, „Nun… es war Abigail – meine Mitbewohnerin – die die Tickets besorgt hat. Ich kann nur annehmen, dass sie eine Karte zuviel gekauft hat, oder dass eine ihrer anderen Freunde nicht konnte und dass war, wieso sie mich eingeladen hat." Ich pausierte, „Ich weiß es nicht, wirklich. Ich denke, ich wollte nur Black Magic so sehr in einem Konzert sehen, dass ich willig war eine Nacht schlechter Gesellschaft zu opfern."

Er nickte, lächelte mich wieder mitfühlend an. „Und am Ende bist du nicht einmal hingegangen.", beendete er für mich. „Das scheint nicht richtig.", murmelte er, was mich dazu brachte mich zu fragen ob er nur leise mit mir sprach oder ob er einfach mit sich selbst redete.

„Überhaupt nicht richtig.", wiederholte er, lehnte sich zur anderen Seite seines Sitzplatzes, sein Kinn lag auf seiner Faust als er gedankenverloren wieder zu der unhöflichen Lady in der vorderen Reihe starrte.