Sry für das lange Warten, aber jetzt geht es endlich weiter!
Kapitel 4
Wir wollten gerade aufbrechen, da informierte uns Det. Sheridan, dass wieder eine Frau vermisst wurde, die ins Profil passte. Dave berichtete ihm, was wir in Erfahrung gebracht hatten. Der Polizist war alles andere als begeistert, dass einer seiner besten Männer, wie er selbst behauptete, unter dringendem Tatverdacht stand, diese Frauen umgebracht zu haben. Er begann zu schimpfen, wir seien undankbar und dergleichen mehr. Mir riss der Geduldsfaden, weshalb ich ihn anschrie: „Jetzt passen Sie mal auf! Wussten Sie, dass ihr Kollege sich betrinkt? Wussten Sie, dass seine Frau bei einem Autounfall starb und unseren Opfern sehr ähnlich sah? Wir haben ein Profil erstellt und es trifft auf Jimmy Coulson zu. Wenn wir recht haben, dann hat er gerade eine weitere Frau entführt und uns läuft die Zeit davon! Entweder Sie lassen Ihren Kollegen verhaften, oder wir tun es, aber dann verlieren Sie Ihren Fall und Ihre Autorität!" Dann gab ich meinen Leuten ein Zeichen und wir setzten uns in Bewegung. Es dauerte nicht lange und die Polizeibehörde folgte uns, auch wenn sie uns finster anstarrten. Wir verteilten uns auf die SUVs und rasten mit Polizeisirenen durch die Stadt. Wir erreichen trotz des dichten Verkehrs die Wohnung des Verdächtigen innerhalb einer Viertelstunde. Wir konnten nur hoffen, dass der Mistkerl sich an sein Muster hielt, denn sonst gab es für die vermisste Frau Shelly Cavanaugh keine Rettung mehr. Wir sperrten die Straße, dann beschlossen wir gemeinsam, dass wir die Wohnung stürmen würden. Morgan und Alex sicherten mit einigen Officern die Rückseite, während J.J., Reid und Rossi durch die Eingangstür ins Haus eindrangen. Ich hingegen bezog Posten auf dem Dach des Einfamilienhauses gegenüber, um meinen Kollegen Rückendeckung zu geben. Coulson war sehr gefährlich und unberechenbar. Außerdem war nicht auszuschließen, dass einer der örtlichen Cops ihm einen Tipp gab. Über Funk meldete sich Derek nur wenige Minuten später: „Hotch, der Kerl ist definitiv unser Täter, aber im Haus war er nicht. Komm mal runter, das hier solltest du dir ansehen. Während ich die Treppen des zum Verkauf stehenden Hauses hinunterging, rief ich Garcia an, sie solle herausfinden, ob Jimmy Coulson noch ein Haus oder irgendetwas besaß. Dann betrat ich das Haus des Täters. Auch hier war alles akribisch sauber und ordentlich, dass es sogar beim Militär durchgegangen wäre. In der Küche befand sich eine wohlgefüllte Bar, Schnaps, Whiskey, Scotch, alle möglichen hochprozentigen Getränke. Derek zeigte mir eine Art Altar im Wohnzimmer, wo der Mörder Herz und Leber in einem Glas fachmännisch konservierte. Daraufhin meinte Reid: „Und am Spiegel im Schlafzimmer hängen Fotos von acht verschiedenen Frauen, alle blond wie unsere Opfer, was bedeutet, es gibt noch mehr Tote, jedoch ist Shelly Cavanaughs Bild noch nicht unter der Sammlung. Es besteht also die Möglichkeit, dass sie noch lebt. Was machen wir jetzt?" Dave runzelte die Stirn, während Alex und J.J. Blicke austauschten. Ich schwieg eine Weile, dachte über unsere Optionen nach. In diesem Augenblick ergriff Reid das Wort: „Es gibt vielleicht einen Ausweg… Aber dafür brauchen wir alle verfügbaren Einheiten und wir müssen uns vollkommen auf die verlassen können…" Da mein Telefon klingelte, ließ ich die Gruppe allein. Ich hob ab, an anderen Ende der Leitung sprach eine kühle, raue Stimme: „Aaron Hotchner, Sie wissen nicht, wer ich bin, aber ich kenne Sie… Wissen Sie… Irgendwie erinnern Sie mich an Ihren Sohn… Als der kleine Junge wusste, dass es mit ihm zu Ende ging, bettelte er nicht um sein Leben, sondern um das Ihrer kleinen Schlampe! Was werden Sie wohl tun, wenn es soweit ist?" Es schnürte mir die Kehle zu. Der Anrufer fuhr fort: „Ich möchte, dass Sie genauso leiden müssen, wie ich! Es war ganz allein Ihre Schuld! Ich werde all die Menschen, die Ihnen etwas bedeuten töten! Und mit Ihrem Stellvertreter und guten Freund fange ich an! Wissen Sie Aaron, Sie werden mich noch um den Tod betteln, das verspreche ich Ihnen!" Die Verbindung wurde unterbrochen. Mein Magen verkrampfte sich, mein Frühstück stieß hoch, als mir bewusst wurde, mit wem ich gerade telefoniert hatte. Mir stockte der Atem, mein Gesicht wurde so weiß wie die Decke des Polizeibüros. Ich presste die Lippen aufeinander um nicht anfangen zu weinen oder schlimmer noch, zu schreien. Anstatt zu meinem Team zurückzukehren stieg ich in einen der SUVs und fuhr davon, unterwegs rief ich Garcia an: „Du musst für mich etwas in Erfahrung bringen, aber kein Wort zu irgendjemandem, auch nicht zu den anderen! Finde heraus, wer mich zuletzt angerufen hat! Beeil dich bitte, es ist ziemlich wichtig… Es könnte sein, dass Menschenleben auf dem Spiel stehen… Danke!" Ich fuhr ziellos durch die Stadt, bis mein Team es vor Sorge nicht mehr aushielt und mich pausenlos anrief. Ich kehrte zur Wohnung des Täters zurück, wo wir uns auf die Lauer gelegt hatten, in der Hoffnung, der Bastard würde sein Haus nochmals betreten. Ich parkte meinen Wagen unweit des Grundstücks entfernt, wo meine Kollegen mich schon erwarteten. Da zu viele Autos uns verraten konnten, hatte einer der Polizisten den Wagen zurück zur Wache gebracht. Alle bis auf Alex und J.J. stiegen ein. Die beiden Frauen taten so, als würden sie durch die Straße joggen. Det. Sheridan hatte sämtliche Streifenwagen durch Zivilautos ersetzt. Dabei hatte er darauf geachtet, dass so wenige Fahrzeuge wie möglich in der Nähe des Hauses und der Straße parkten. Einige Polizisten hatten sich in der Gegend verstreut, getarnt als Bauarbeiter, Elektriker, Gärtner und vieles mehr. Unsere Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Jedem meiner Agents war aufgefallen, dass mit mir etwas nicht stimmte, doch im Moment ignorierten sie die Tatsache, dass ich nicht in Ordnung war.
Die Nacht brach bereits herein, als einer der Polizisten uns meldete, dass er Jimmy Coulson gesichtet hatte. Sofort kam Leben in meine Kollegen die bisher träge im Wagen gesessen hatten. Wir alle setzten uns aufrecht, unsere Hand ruhte auf der Waffe. Der Täter schien es eilig zu haben. Nicht nur das, sein Gang verriet große Selbstsicherheit, er schein zu glauben, dass er mit den Morden durchkommen würde. Kaum hatte er das Haus betreten, gab ich über Funk die Anweisung, zuzugreifen, wir konnten es nicht riskieren, dass er uns entwischte, denn es war Shelly die dann den Preis würde zahlen müssen. Wir sprangen aus dem Wagen und rannten über die Straße auf das Haus zu. Mit entsicherten Waffen drangen wir von allen Seiten in die Vierwände des Täters ein. Unsere Aktion ging so schnell vonstatten, dass wir Coulson dabei erwischten, wie er eine neue Leber in ein großes Marmeladenglas legte, das bis an den Rand mit Konservierungsstoffen aufgefüllt war. Er wurde festgenommen, noch bevor er wirklich wusste, was los war. Alex erklärte: „Leute uns bleibt nicht mehr viel Zeit! Ein Mensch überlebt nicht lange ohne Leber, die den Körper von Giftstoffen reinigt!" Dave behielt die Ruhe und fragte in die Runde: „Also gut, was wissen wir? Was sagt uns das Profil? Was sagt uns das menschliche Verhalten?" Derek sah sich im Haus kurz um, bevor er eine Antwort gab: „Coulson ist sehr genau, fast schon pedantisch. Er ist ein kranker Sadist, der es genießt seine Opfer zu foltern und sie leiden zu sehen. Sein übersteigertes Selbstwertgefühl macht ihn arrogant. Er muss seine Opfer irgendwo gefangen halten, wo er Zugang zu ihnen hat, ohne gesehen zu werden oder aufzufallen. Die Stadt ist sein Jagdgebiet, was bedeutet, er kennt sich hier sehr gut aus…" Mein Handy klingelte, ich zuckte kaum merklich zusammen, atmete erleichtert aus, weil die Nummer auf dem Display unserer Computerspezialistin gehörte. Ich hob ab. Sie berichtete: „Chef, ich habe herausgefunden, dass euer Täter durch seinen Vater eine kleine Wohnung in Chinatown geerbt hat. Ich habe mich mal schlau gemacht und entdeckt, dass das Gebäude abgerissen werden soll und es einen großen Keller hat… Versucht dort mal euer Glück!" Ich gab die Informationen an mein Team weiter und sofort brachen wir auf, Shelly wurde vielleicht dort festgehalten. Wir rasten mit drei Wagen zur Adresse, ich beorderte auch einen Krankenwagen, inklusive Notarzt, hin. Hoffentlich kamen wir nicht zu spät. Unsere Nerven waren zum Zerreißen angespannt, niemand sprach auch nur ein Wort. Sirenengeheul begleitete uns, als wir in die Straße einbogen. Mit gezogenen Waffen betraten wir alle das Gebäude. Die Wohnung befand sich im zweiten Stock. Nahezu lautlos durchsuchten wir, aufgeteilt in zwei Gruppen, die oberen Etagen bevor wir alle gemeinsam den Keller in Angriff nahmen. Da wir überhaupt nichts fanden, was eine Verzögerung wert war, stiegen wir die Treppe zum Untergeschoss hinab. Das einzige Licht kam von unseren Taschenlampen. Wir teilten uns wie selbstverständlich innerhalb von wenigen Sekunden in Zweiergruppen ein. Ich begleitete Dave, Reid unterstützte Alex und J.J. hatte Morgan als Bodyguard. Wir durchsuchten gerade den Heizungsbereich, als sich Morgan über Funk meldete: „Leute, wir haben sie! Shelly Cavanaugh lebt noch! Wo bleibt der Notarzt?" Wir beendeten unsere Durchsuchung im letzten Raum, wo uns der Gestank von Verwesung entgegenschlug. Rossi und ich starrten uns an. Was hatte das zu bedeuten?
