Disclaimer:

Ich kann mir seit heute zwar mein Abschlusszeugnis von der Universität an die Wand tackern, aber Sailor Moon gehört mir immer noch nicht.. ..::heul::..



Edward4ever1992: Vielen Dank für das Kompliment ..::blushes::.. Aber Neo Diji hat die FF einfach so super geschrieben, da geht das übersetzen fast wie von selbst


Kapitel 4: Heart-to-Heart


Mamoru seufzte, als er durch die Straßen Tokios schlich. Normalerweise würde er jetzt in den Park gehen, um über die Geschehnisse des Tages zu reflektieren. Aber heute Nacht... heute fühlte es sich richtiger an... durch die dunklen Straßen zu wandern. Die Sonne ging gerade unter und er wanderte bereits seit einiger Zeit durch die Straßen, geplagt von seinen Gedanken. Und noch immer wusste er nicht, mit wem er über seine verwirrten Gefühle sprechen sollte, da er es absolut ablehnte, einen Psychiater aufzusuchen. Von denen hatte er genug erlebt, als er noch ein kleiner Junge war.

'Was ist, wenn ich Usako ein Geschenk kaufe, um ihr zu zeigen, wie leid mir das alles tut?', überlegte er und blickte in den dunklen Abendhimmel hinauf. 'Rosen? Das würde ziemlich teuer werde... Warte, ich kann sie ja selbst produzieren. Aber das wäre irgendwie billig. Okay, Rosen sind nicht die beste Idee... Ich muss irgendetwas finden, was ihr etwas bedeutet, damit ich sie von meinen Gefühlen überzeugen kann.' Er schloss die Augen und stoppte, um sich zu konzentrieren. Zum Glück war es recht still, es war viel leichter zu denken, wenn der Lärm der Stadt einen nicht umflutete.

Ein verzweifelter Schrei durchdrang die Stille.

Der dunkelhaarige junge Mann wurde aus seinen Gedanken gerissen und sprintete vorwärts, in die Richtung, aus welcher der Schrei kam. Er hatte ein schlechtes Gefühl bei der ganzen Sache, auch wenn er sich nicht erklären konnte, weshalb. War es ein Youma? Er rannte an dem Eingang einer dunklen Seitenstraße vorbei, dann stoppte er und kehrte zurück. Er blickte in die Dunkelheit hinein. Was auch immer es war, der Schrei war von dort gekommen. Sein Bauch sagte es ihm.

Langsam schlich er hinein, immer bemüht, sich im Schatten zu befinden. Es dauerte nicht lange, dann konnte er eine Gruppe Rowdys ausmachen, die eine verängstigte Frau eingekreist hatten. Sie schwang ein Netz... Zitronen?... in Richtung Anführer in der Hoffnung, doch noch entkommen zu können.

Der Anführer hielt sich seine verletzte Wange und starrte sie finster an. „Jungs, warum erteilen wir ihr nicht eine kleine Lektion, hä?" Zustimmendes Gegrunze der anderen war die Antwort.

Mamoru verzog sein Gesicht und schlich näher, um sich in ihre Mitte einzureihen. Je näher er an die Frau herankommen konnte, desto besser konnte er sie aus den Fängen dieser zwielichtigen Gestalten befreien. Und sich als einer von ihnen auszugeben, würde ihn näher an sie heranbringen, er konnte diese Chance nicht verstreichen lassen. Außerdem, sollte etwas schief gehen, hatte er ja immer noch seine geliebten Rosen. Sie waren vielleicht nicht das perfekte Geschenk für Usagi, aber sie waren perfekt für seinen Kampf als Tuxedo Kamen. Allerdings bezweifelte er, dass er sie brauchen würde... schließlich war er der große, wundervolle, perfekte Chiba Mamoru.

Zuerst bemerkte ihn niemand, da die Rowdys nur damit beschäftigt waren, sich der verängstigten Frau zu nähern. Aber Mamorus Glück hielt nicht lange an. Einer der Rowdys, ein Mann Mitte 30, übersäht mit Tattoos und Piercings, drehte sich unerwartet zu ihm um. Überrascht von diesem plötzlichen Angriff wurde Mamoru an die gegenüberliegende Wand geschleudert.

Ikuko keuchte und blickte in die Runde ihrer Entführer. Derjenige, der getroffen worden war, stand mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Boden auf. Und er schaute verärgert aus.

Der tätowierte Mann, der ihn gegen die Mauer geschleudert hatte, runzelte die Stirn. Sein Anführer drehte sich fragend zu ihm um und richtete dann seinen Blick auf den dunkelhaarigen Eindringling. Obwohl seine Aufmerksamkeit nicht mehr auf sie gerichtet war, konnte Ikuko ihm nicht entkommen.

„Ein Eindringling? Du bist kein Mitglied unserer Gang, Junge.", spie der Anführer. „Geh' und raub' jemand anderes aus. Wir haben diese Frau zuerst gesehen, verstanden?" Er fuchtelte mit seinem Messer herum. „Obwohl ich sehen kann, weshalb du dringend Geld brauchst. Mit einer Jacke wie deiner, kann ich es dir echt nicht verübeln..."

Mamoru blickte den Mann entrüstet an. „WARUM HASST EIGENTLICH JEDER MEINE JACKE? WAS IST SO SCHLIMM DARAN?"

Ikuko versuchte erneut, in die Freiheit zu entkommen und wieder wurde sie zurückgehalten. Warum konnte die Aufmerksamkeit ihrer Entführer nicht vollständig diesem verrückten jungen Mann mit schlechtem Modegeschmack gelten? Der Mann musste verrückt sein, wenn er freiwillig mit einem solchen Ding in die Öffentlichkeit ging...

„Lasst sie gehen!", knurrte Mamoru und deutete auf Ikuko. Er hatte es aufgegeben, so zu tun, als würde er die Frau retten wollen, seit sein Plan, sich bei den Rowdys einzuschleichen, fehlgeschlagen war.

Die Hooligans grinsten höhnisch. „Versuchst wohl, hier den Helden zu spielen, was? Komm' her, Schönling. Kämpf' gegen uns oder gib' auf!"

Süffisant grinsend näherte Mamoru sich den Männern. Nicht nur war er nachts Tuxedo Kamen, nein, er hatte auch einen Karatekurs besucht. „Fang' an." Es war eine Kampfansage, einfach und präzise. Und die Rüpel, die nie einem Kampf aus dem Wege gingen, kreisten ihn ein.

Mamoru spottete, er bekämpfte jede Nacht echte Monster! „Ihr ängstigt mich nicht, wisst ihr." „Du solltest Angst haben.", warnte einer und ließ seine Muskeln spielen. Während er noch sprach, griff ein anderer Mamoru bereits an.

Dank seiner schnellen Reflexe drehte sich Mamoru um und schnappte sich die Faust noch in der Luft, ehe sie seinen Kopf erreichte. „Du solltest es noch mal versuchten.", lachte er und die ganze Gruppe der Rowdys wurde blind vor Zorn. Niemand stellte sich ihnen in den Weg! Niemand unterbrach sie, wenn sie gerade jemanden ausrauben wollten! Der junge Mann hatte Nerven, aber die Rowdys waren bestrebt, ihm diesen Funken auszutreiben.

Endlich war Ikuko nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses. Auf Zehenspitzen schlich sie aus der Gasse hinaus auf die belebte Hauptstraße, wobei sie sich immer wieder nach dem jungen Mann umdrehte, der ihr Leben gerettet hatte. Als alle Rowdys begannen, auf ihn einzuschlagen, fürchtete sie, er würde bald unterliegen. Deshalb war sie überrascht, als er aus der Mitte heraussprang, über ihre Köpfe hinweg. Er landete in einiger Entfernung zu der Gruppe, die noch nicht bemerkt hatte, dass sie mittlerweile einander bekämpften und nicht mehr ihr beabsichtigtes Ziel.

Mamoru grinste schief und drehte sich suchend nach Ikuko um, um sicher zu gehen, dass sie unverletzt entkommen war. Erleichtert seufzte er, als er sie entdeckte, wie sie ihn dankend anlächelte und dann hastig davoneilte. Er folgte ihr.


Ikuko wirbelte herum, als sie die Schritte hinter sich hörte, die Tasche mit den Zitronen erhoben, um ihren Angreifer damit abzuwehren. Sie seufzte erleichtert, als sie den jungen Mann erkannte, der sie gerettet hatte. „Ich muss mich noch bei Ihnen bedanken, für das, was Sie für mich getan haben. Ich weiß nicht, ob ich hätte entkommen können..."

Mamoru winkte ab und nahm behutsam ihren Arm, um sie noch weiter vom Ort des Geschehens weg zu führen. Er wollte so viel Entfernung wie möglich zwischen sich und die Rowdys bringen. „Ich hab' getan, was ich konnte. Mehr nicht. Ich bin nur froh, dass Sie unverletzt geblieben sind. Ich war ohnehin frustriert und es war hilfreich, den Stress an diesen Rüpeln, die nichts besseres verdienen, auszulassen. Sind Sie denn in Ordnung?"

„Mir geht's gut, ich fühle mich jetzt sicher." Ikuko lächelte leicht, obwohl sie noch immer die Zitronen fest an ihre Brust presste.

„Kann ich Ihnen die Zitronen abnehmen?", fragte Mamoru und deutete auf das Netz.

Die blauhaarige Frau schüttelte ihren Kopf. „Nein, danke. Ich muss jetzt einfach was zum festhalten haben."

Mamoru nickte verständnisvoll. „Ich verstehe. Ist es in Ordnung, wenn ich Sie nach Hause begleite? Um sicherzugehen, dass Ihnen nichts passiert? Ich hab' sowieso nichts besseres zu tun, als verrückt zu werden, wenn ich noch länger über meine Probleme nachdenke." Er zuckte sichtlich zusammen. Er, Chiba Mamoru, hatte noch niemals zuvor zugegeben, dass er Probleme hatte! Zum Glück kannte ihn diese Frau nicht näher, insofern machte es nichts.

„Probleme?", fragte Ikuko nach, „Möchten Sie darüber reden? Ich hab' zwei Kinder, ich bin also ein ziemlich guter Zuhörer." Sie gluckste, als sie an Usagi dachte und umklammerte das Netz mit den Südfrüchten fester.

„Uh...", Mamoru blinzelte. Er fragte sich, ob er ihr trauen konnte. Sie wünschte ihm nicht den Tod und sie schien nicht sehr neugierig sein (im Gegensatz zu Motoki). Und, das Beste an der ganzen Sache, sie war kein Psychologe, der in einem langweiligen Büro saß und bedeutungslose Fragen stellte! Mamoru musste zugeben, er hatte nach jemandem gesucht, mit dem er über seine Probleme sprechen konnte... „Ich würde lieber alles für mich behalten, wenn es Sie nicht stört." Verflucht sei sein Mund!

Ikuko wollte gerade nicken, als seine Stimme sie erneut unterbrach.

„Sehen Sie, da ist dieses Mädchen. Also, ich bin in sie verliebt. Aber sie hasst mich... und das aus gutem Grund: ich hab' mich ihr gegenüber seit unserem ersten Treffen wie ein Idiot verhalten. Ich weiß ehrlich nicht, weshalb. Ich denke, ich war verunsichert ob der vielen Gefühle, die sie in mir entfachte und ich wollte ihr nicht in die Falle gehen. Aber heute, heute bin ich einfach zu weit gegangen und hab' ihr einige unverzeihliche Dinge an den Kopf geworfen. Ich weiß nicht, ob sie mir jemals verzeihen wird, was ich gesagt habe, aber ich weiß einfach nicht, wie ich mich entschuldigen soll und machen kann, dass sie sich in mich verliebt!" Mamoru fuhr sich durch die Haare und seufzte verzweifelt auf.

Tsukino Ikuko blinzelte. Dafür, dass er alles für sich behalten wollte, trug der junge Mann sein Herz wirklich auf der Zunge.

Er seufzte erneut und schloss die Augen. „Und da ist noch mehr... Die beste Freundin des Mädchens war schon lange in mich verknallt und heute hat sie mich gefragt, weshalb wir beide nicht zusammen sein können. Sie bedrängte mich und ich war so verwirrt, dass ich ihr schließlich die Wahrheit gesagt habe. 'Du bist nicht Usagi.' Es ist wohl unnötig zu sagen, dass sie es nicht besonders gut aufgenommen hat... und direkt hinterher kam mein Odango in die Arcade und ich war so wütend auf mich selbst, dass ich solche Schwäche gezeigt und herausposaunt hatte, dass ich in sie verliebt bin. Und ich hab' es an ihr ausgelassen... Ich schätze, ich hab' sie für die ganze Sache verantwortlich gemacht. Ich meine, sie ist dafür verantwortlich, dass ich mich in sie verliebt habe. Aber diesmal hab' ich die Grenzen eindeutig überschritten und ich weiß nicht, was ich soll..." Er stöhnte und stoppte seinen Schritt, um seinen Kopf gegen eine Steinmauer zu hauen.

Ikukos Augen weiteten sich. 'Usagi? Meine Usagi?' Sie schüttelte ihren Kopf und versuchte, die wirren Gedanken zu sortieren. „Nun ja...", stammelte sie. Sie wusste nicht recht, was sie sagen sollte. Nach dem, was er ihr erzählt hatte, war dieser junge Mann offenbar der 'Baka' a.k.a. Chiba Mamoru. „So... was haben Sie der jungen Frau, in die Sie verliebt sind, denn gesagt? Was war so unverzeihlich?"

Mamoru zuckte sichtlich zusammen, er wollte die harschen Worte am liebsten vergessen. „Ich habe ihr gesagt, dass sie eine Verschwendung menschlichen Lebens sei. Und eine Vergeudung meiner wertvollen Zeit. Aber ich hab's nicht so gemeint... Ich meine nie etwas von dem, was ich zu ihr sage. Ich liebe sie! Doch jedes Mal, wenn ich mit ihr sprechen will, kommen nur Beleidigungen aus meinem Mund..."

Usagis Mutter nickte leicht, Mamorus Beichte hatte einiges aufgeklärt. „Sie haben recht... Sie haben es ganz schön verbockt." Am Ende der Straße bog sie rechts ab und Mamoru folgte ihr ohne nachzudenken.

„Ich bin am Ende."

„Das ist ein Klischee!", lachte Ikuko. „Aber ich verstehe... Und so wie ich Usagi kenne, bin ich mir sicher, dass sie dir vergeben kann. Hab' einfach ein bisschen Vertrauen in deine Gefühle, Mamoru-san. Danke noch einmal für die Rettung."

Mamoru schaute sie ungläubig an. „Sie kennen meine Usako?... Und Sie kennen meinen Namen? Und ich mag meine Gefühle nicht. Sie haben mir und meiner potentiellen Freundin bisher nichts als Probleme verursacht... Ich hasse sie! Die Gefühle sollten verdammt werden dafür, dass ich so intensiv für meine Usako empfinde und furchtbare Angst vor ihrer Zurückweisung habe, sollte sie jemals von meinen Gefühlen erfahren. Diese Zurückweisung würde mich von innen heraus zerstören." Erneut zuckte Mamoru zusammen. Hier stand er nun und verriet seine intimsten Geheimnisse nicht etwa einer Fremden, wie er es eigentlich gedacht hatte, sondern jemandem, der Usagi kannte und über sein Verhalten bescheid wusste. 'Erschießt mich jetzt!'

Mit großen Augen schaute Ikuko ihn an. „Du liebst siewirklich, hab' ich recht? Und ja, Usagi redet die ganze Zeit von dir... Wie könnte ich nicht den großen, perfekten Chiba Mamoru kennen? Aber ich glaube, dass du sie frei und ohne Probleme lieben kannst und im Gegenzug ebenfalls geliebt wirst, wenn du ihr nur erzählst, was du mir gerade erzählst hast." Die Frau lächelte den verwunderten jungen Mann auffordernd an. „Tut mir leid, aber dies ist mein Haus. Ich hoffe, du fühlst dich nach unserem Gespräch etwas besser, Mamoru-san. Ich rate dir wirklich, Usa von deinen Gefühlen zu erzählen." Sie ging in Richtung Haus, ihr blaues Haar wehte leicht in der sanften Brise.

Mamoru schaute ihr hinterher, erstaunt über Ikukos Worte. „Wie kann Usako mich lieben...?" Er sprach nicht weiter, als er bemerkte, dass die Frau bereits ins Haus hineingegangen war. „Ich werde es herausfinden!", schwor er sich selbst. „Wer immer Sie auch sind, danke für Ihre Zuversicht." Als er sich zum Gehen umwandte, glitten seine Augen zufällig über den Namen auf dem Briefkasten.

Tsukino.