Kapitel 4
„…ich meine, klar ist das ein zeitloser Stil, aber die Sachen werden ja auch älter und fangen an…na ja…zu riechen und so. Magie kann auch nicht alles richten, es kommt mir vor als…Ron?" Ron starrte sie nicht an, es war mehr eine Art beobachten. Als würde er sie lesen, wie ein Buch. „Ron?"
„Ja?" „Ist irgendetwas? Du...ähm, du siehst mich so komisch an." stammelte Hermine und fuhr sich verlegen durch die Haare. Die machen immer Unsinn, wenn sie nicht aufpasst. „Äh.." Ron räusperte sich verlegen. „Ich…äh…ich hab mich nur an Schulzeiten erinnert…"
„An etwas Spezielles?" Hermine wollte der Frage gar keinen so…na ja fast romantischen Ton geben, als würde sie ihn zwingen, sich an sie zu erinnern.
„Glaubst du, du hast dich verändert? Ich meine, im Gegensatz zu früher." wich Ron mit einem Mal sehr abrupt vom Thema ab. Hermine konnte kaum einschätzen, ob hinter diese Frage ein Kompliment oder eine Kritik versteckt war. Oder keines von beidem, und sie interpretierte wieder zu viel in Worte hinein. Oder Taten. Oder Gesichtsausdrücke. Eines Tage würde ihr Kopf wegen so etwas Unnützem explodieren, da war sich Hermine sicher.
„Entschuldige. Ich wollte dich nicht…" stammelte Ron. Offensichtlich hatte sie ihn durch ein etwas zu langes gedankenverlorenes Schweigen irritiert. „Nein, ich habe nur über die Antwort nachgedacht." Lüge. Klappe, Unterbewusstsein! „Ich denke…ich denke, irgendwie schon. Und dann auch wieder nicht." philosophierte sie. Ihr Gehirn ratterte, etwas Gescheites zu sagen, nicht bloß diese billige Schwafelei. In sich gekehrt sagte sie, flüsterte fast: „Im Grunde bin ich noch die alte Hermine…tief in Büchern vergraben. Stur. Besserwisserisch." Ron grinste sie an. „Auf der anderen Seite…na ja… hat mit das Alter geholfen, einige Sachen klarer zu sehen und zu erkennen." Sie sah Ron nun tief in die Augen.
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Diese Frage hat sich ihm nicht gerade aufgedrängt. Zumindest nicht so, als hätte er es bewusst nachvollziehen können. Sie war einfach so rausgeplatzt. Weil er sich um die Antwort auf Hermines Frage drücken wollte? Weil es sie vielleicht in eine romantische Nostalgiestimmung versetzten sollte? Weil er sich das wirklich fragte?
Jetzt sah sie ihn an mit ihren braunen Augen. Er fragte sich, was sie erkannt hatte. Ihn? Nach all den Jahren? Hatte sie vielleicht seine perfiden Jungenträume von damals, sie zu küssen, durchschaut? Würde es jetzt…? Er könnte ja….
Ron lehnte sich nach vor. Näher an Hermines Gesicht. Er reckte den Hals. Küsste sanft ihre Wange. Es war kaum mehr als ein Hauch. Ihre Haut war heiß. Ihre Wangen glühten rot.
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Sie sah ihn an. Mit offenem Mund. Sie war fassungslos. Weil es da nichts zu denken gab. Es war so klar. So zielgerichtet. Kein Interpretationsspielraum. Zu erstem Mal in Hermines Leben gab es nur einen, einen einzigen Gedanken in ihrem Kopf.
Sie nahm Rons Kopf in ihre Hände, zog ihn sanft zu sich. Ihre Lippen berührten seine.
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Ron befand, das Beste daran war, dass es ganz anders war, als er es erwartet hatte.
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How can a flower bloom just over a day and a night? You got to let the water drain in.
A/N: Ich bin furchtbar schlecht darin wahrhaftige Liebesszenen zu beschreiben, deshalb hab ich es gleich gelassen. Der Weg ist das Ziel. Tut mir leid, dass das Kapitel so kurz ist. Danke für die Reviews.
