4. Lestrande Angst machen
Es war kein Mord, es ging um Drogen, aber was soll's. Es konnte nicht jeden Tag Weihnachten sein und Sherlock musste dem Syndikat zugestehen, dass es hier ein paar interessante Leute auf den Spielplatz gelassen hatte. Er sagte das zu John.
„Nicht gut, Sherlock", sagte John.
...Verdammt. Warum?...
Sherlock verdrehte die Augen. Sie standen vor der alten Werft. Ein Duzend Polizeiwagen um sie herum. Junge Männer wurden abgeführt, und schwere Waffen verladen. Es war super gelaufen. Der kleine Gauner, der das Pech hatte genau den Laden ausrauben zu wollen, in dem Detectiv Lestrade gerade seine Milch kaufte, hatte zur Armbanduhr geführt, die zum Handy, die zu der alten Dame mit dem blau gepunkteten Kleid und den Haschichkeksen - die aber für den Fall nicht weiter wichtig waren und von denen deshalb nur Sherlock und John wussten - ihre Katze zum Nachbarn, der zu den alten Werften und hier durften die Spürhunde ran.
Einer von ihnen folgte Sherlock, die breite Nase quasi auf seinen Schuhe gedrückt, und war daher auch promt derjenige der die richtige Werft fand. Und dort die wackligen Bretter, die Plastiktüten und die 110 Kilogramm Kokain.
Sherlock war zufrieden. Der Hund fiebste und krazte an seinen Schuhen. John sah ihm sehr skeptisch dabei zu. Sherlock lächelte ihn an und Johns Blick wurde noch misstrauischer.
Lestrande kam auf sie zu und lächelte wie immer müde.
…Grauer Anzug, Kaffeefleck auf linkem Ärmel, die neue Uhr wieder um, wollte sie nicht beim Zugreifen gefährden, vermutlich Geschenk, Frau? Geschwister? Eltern? Freundin? Hatte vor kurzem Geburtstag, vermutlich Familie, vermutlich Frau, Folgergung: Probleme mit Frau gelöst oder aufgeschoben...
„Mir ist langweilig", sagte Sherlock. Lestrandes Lächeln schwand und er seufzte.
„Sie können gehen", sagte er. „Das war ziemlich gut. Die Drogenfandung ist beleidigt, aber was soll's?"
„Vielleicht werden sie ja abgeworben", sagte John lächelnd.
…Lestrande zur Drogenfandung, höheres Gehalt, aber gefährlicher, womöglich mit Beförderung, dann von Familienverhältnissen unterstützt. Wahrscheinlichkeit das Lestrande in diesem Fall den Bereich wechselt: Hoch. Nächster in der Beförderungskette Sergant Donavan, Wahrscheinlichkeit dass sie Lestranges Job bekommt: Hoch. Wahrscheinlichkeit das Sherlock über Mordfälle nachdenken kann: 0...
Mit einem Schritt stand Sherlock vor Lestrande.
„Sie werden nicht zur Drogenfandung gehen", sagte er.
„Äh", sagte Lestrande.
„Sherlock!", sagte John.
„Die Drogenfandung ist langweilig," erklärte Sherlock. „Sie haben es immer mit den selben Leuten zu tun, Sie suchen immer das selbe und Schluss endlich ist es ein Hund der die ganze Arbeit macht." Er zeigte auf den Hund, der mit voller Konzentration an seinem Schuh leckte. Lestrande warf einen besorgten Blick hinter sich.
„Wieso kaut der Dorgenhund an Ihrem Schuh?", flüsterte er.
„Er leckt", verbesserte Sherlock. Lestrande starrte ihn an. John stand sehr fest auf Beiden Beinen, so als wollte er jeden Moment wegrennen.
„Ich denke, weil", begann Sherlock, doch Lestrande drehte sich ruckartig um.
„Mein Gott, sagen Sie es mir nicht!" Sherlock wer verwirrt. „Hauen Sie ab. Jetzt!" Lestrade griff nach dem Halsband des Hundes und zog ihn weg.
„Sie gehen nicht zur Drogenfandung", stellte Sherlock klar.
„Ich gehe nicht zur Drogenfandung!", zischte Lestrande. „Und jetzt weg mit Ihnen. Weg, weg!" Sherlock drehte sich um die eigene Achse und ging in Richtung Hauptstraße. John ging direkt neben ihm und starrte ihm ins Gesicht.
…Zusammengezogene Augenbrauen, zusammengepresste Lippen. Sorge. Oder Ärger. Aber Warum? Vielleicht wegen der Schuhe, sicher hatte John das bemerkt, er hatte die Schuhe sauber gemacht, erst heute morgen, wegen des Bluts...
„Ich werde meine Schuhe saubermachen", bot Sherlock an. Johns Blick wurde noch härter.
...Verdammt...
„Warum?", fragte John.
„Ich bin bei der alten Frau in Leberwurst getreten", sagte Sherlock. John lachte. Laut und lange.
...Warum? Heute sind alle so schwierig. Oh, ich vermisse das Kokain, ich vermisse das Kokain, ich vermisse, vermisse, vermisse...
„Mir ist langweilig", sagte Sherlock und beschleunigte seine Schritte, so dass John fast in einen leichten Trab verfiel. „Lass uns neue Kugeln für deine Waffe kaufen."
