Disclaimer: Remus, Tonks, Snape und alles andere was mit Harry Potter zusammengehört, gehört nicht mir, sondern J. K. Rowling. Ich borge sie mir alle für meine Fanfic nur aus und mache damit keinen Profit. Da ich mir nicht mal fließend warmes Wasser leisten kann, ist es definitiv klar, dass mir keine Rechte an dem Meisterwerk HARRY POTTER gehören.

Das einzige was mir gehört sind diese Storyidee und Samuel Lupin Tonks.

HBP-Spoiler! Es gibt immer noch Leute, die das Buch nicht gelesen haben.

Lieben Dank an Endorphinchen, die die Fanfic für mich gebetat hat, den Titel ausgesucht hat und mich auf Unstimmigkeiten hingewiesen hat. Kleiner Wolf ist für sie.

Auch an Kerstin lieben dank, die später den Rest gebetat hat.

- - - - KLEINER WOLF - - - -

Remus konnte sich später, als er neben Tonks im Bett lag, nicht mehr daran erinnern, wie lange sie an diesem Abend noch in der Küche gesessen und geredet hatten.

Remus wusste nur, dass er unendlich erleichtert über die Rückkehr von Severus Snape war.

Mit Severus Rückkehr war auch sein Wolfskrauttrank zurück. Er würde sich wieder in einen Wolf verwandeln können ohne verrückt zu werden. Er sollte unendlich glücklich darüber sein und doch war er von Melancholie überkommen, weil die Folgen von Severus Rückkehr alte Erinnerungen an einen lieben Freund mit sich brachten.

„Jetzt wird alles wieder gut.", meinte Tonks.

„Nicht alles."

„Aber du kriegst wieder deinen Trank."

„Schon, aber für Severus bedeutet die Rückkehr in den Orden auch Hausarrest. Es wird zu gefährlich sein, wenn er sich draußen, außerhalb des Hauses zeigt. Die Todesser würden ihn töten. Jetzt geht es ihm wie Sirius damals. Er wird langsam verrückt werden, wenn er eingesperrt ist. Irgendwann wird er etwas unüberlegtes tun und dann .", Remus brach ab.

Beide wussten genau, wie die Geschichte mit Sirius damals geendet hatte.

Er war durch den Schleier gefallen, für immer verloren. Remus war nun der Letzte der legendären Rumtreiber.

„Wie wollen wir sie nennen?" fragte Tonks und legte Remus Hand auf ihren Bauch.

Sie hoffte, dass dieser Themawechsel ihn aus seiner Melancholie riss, in die er beinah vollständig zurückgefallen wäre.

„Auf jeden Fall nicht Remus junior."

„Und wenn es ein Mädchen wird?"

„Es wird ein Junge."

„Sicher?"

„Das sagt mir mein Werwolfinstinkt.", erklärte Remus.

„Na wenn du meinst. Was hältst du von James Remus Lupin?"

„James Sirius Lupin Tonks."

„Sirius Albus Lupin."

„Ted Arthur Lupin Tonks."

„Percival Brian Lupin."

Beide mussten lachen. Die Namensideen für den Lupin-Tonks-Spross wurden immer verrückter.

„Weißt du, eigentlich ist der Name egal, solange er gesund ist und in einer freien Welt aufwachsen kann.", meinte Remus und nahm Tonks in den Arm.

„Eine freie Welt? Meinst du, wir werden sie noch erleben können?"

„Ja, wir müssen nur fest daran glauben."

Tonks seufzte.

„Was ist?"

„Du weißt, dass wir den Anderen von dem Baby erzählen müssen. Ich kann die Schwangerschaft nicht länger verbergen. Es ist ein Wunder, dass noch keiner etwas bemerkt hat. Ich bin im vierten Monat, ein Umhang wird den Bauch bald nicht länger verbergen können, vielleicht noch einen Monat lang, allerhöchstens. Über lange Zeit kann ich auch nicht mehr morphen, was ich in zwei Monaten sowieso nicht mehr tun darf, weil es für das Baby gefährlich werden kann. Wir wollen ja nicht, dass er mit einer Schweinenase oder grünen Haaren geboren wird. In St. Mungos hat man mir schon gesagt, dass ich ab jetzt kürzer treten sollte und bald, ab dem sechsten Monat, nichts anderes mehr tun darf als mich auszuruhen.", erklärte sie.

„Morgen reden wir mit den Anderen. Wir erzählen ihnen beim nächsten Treffen auf jeden Fall von unserem Baby. Diesmal ging es einfach nicht. Es gab so viele Neuigkeiten, dass wäre einfach zu viel gewesen.", meinte Remus.

„Was denkst du, wie sie reagieren?"

„Ich weiß nicht. Einige werden sich bestimmt mit uns freuen."

Die Reaktionen am nächsten Tag, als Remus und Tonks von der Schwangerschaft erzählten, waren doch anders als sie es sich erträumt hatten. Vor allem, was Mad-Eye Moody und Molly Weasley betraf.

„Wie kann man nur so unverantwortlich sein? Habe ich nicht immer gesagt‚ Constant Vigilance?" platzte es aus Moody heraus.

„Wir sollten jetzt am besten sofort damit anfangen, eure Hochzeit zu planen.", meinte Molly.

„Tonks und ich werden nicht heiraten."

„Das ist vollkommen ausgeschlossen. Denkt doch nur an das Gerede der Leute."

„Molly bitte. Es ist einzig und allein die Entscheidung von Tonks und mir. Wir wollen nicht heiraten."

„Hast du Tonks das gefragt? Jedes Mädchen träumt von einer Hochzeit. Was sagst du dazu Tonks? Du willst doch bestimmt eine Hochzeit. Das wäre auch kein Problem, wir könnten das alles organisieren, vielleicht im Kaminzimmer. Arthur könnte sich um die Formalitäten kümmern und ein Kleid wäre auch kein Problem, wir nehmen mein altes Brautkleid, ein paar Zaubersprüche und es passt dir. Was sagst du?" wollte Molly wissen.

„Ich werde Remus nicht heiraten, zumindest nicht jetzt, nicht bevor wir wissen, wie es weitergeht."

„Aber das geht nicht!"

Molly war entsetzt.

„Warum? Weil du meinst, dass es das einzig richtige ist zu heiraten und dann Kinder zu bekommen, in der Reihenfolge? Deine Wertvorstellung ist nicht meine. Ich will Remus nicht heiraten, nicht, solange Krieg herrscht. Ich will keine hastige, überstürzte Zeremonie."

Tonks stand von ihrem Stuhl in der Küche auf.

Sie war es leid.

Von allen Seiten kamen nur Vorwürfe, angeblich wohlgemeinte Ratschläge, aber keiner hatte sich mit ihr über die Schwangerschaft gefreut. Sicher, es war keine einfache Zeit. Jetzt ein Kind zu bekommen war vielleicht falsch. Aber Tonks würde sich niemals gegen das Kind entscheiden.

Gerade als sie die Küche verlassen hatte trat Snape aus dem Schatten.

„Ein Baby?"

„Auch ein dummer Spruch auf Lager Snape? Ich habe heute noch keinen verhext, du wärst der Erste. Also, was willst du?" fragte sie wütend.

„Ich hoffe ihr nennt ihn nicht Sirius.", mit diesen Worten ließ er sie stehen.

Tonks sah ihm einen Moment sprachlos hinterher, bevor sie ihren Weg zum Badezimmer fortsetzte. Sie brauchte jetzt unbedingt eine heiße Dusche.

Während sie sich vom angenehmen Duft ihres Schaums beruhigen ließ, versuchte sie, an nichts zu denken.

Es gelang ihr nicht. Immer wieder lief in ihrem Kopf die Szenerie von vor einigen Minuten ab.

Sie hatte vielleicht überreagiert.

Aber andererseits, sie wollte nicht, dass Remus sich durch die Schwangerschaft zu etwas verpflichtet fühlte. Das wollte sie nicht mehr. Wenn er bei ihr blieb, dann sollte er es nicht tun, weil sie verheiratet waren oder weil er sich wegen des Kindes verpflichtet fühlte, sondern weil er sie liebte. Manchmal überkamen sie auch Zweifel, ob die Zweisamkeit zwischen Remus und ihr nur darauf beruhte, dass sie sein Kind unter dem Herzen trug. Seitdem sie Remus von der Schwangerschaft erzählt hatte, gab es zwischen ihnen mehr als nur Sex. Von Liebe wollte sie nicht sprechen. Aber es war ein Gefühl der Gemeinsamkeit entstanden, wenn sie abends nebeneinander im Bett lagen, miteinander redeten, was sie momentan häufig und viel taten.

Molly war viel zu altmodisch in ihren Vorstellungen.

Heirat, Kinder und das in der Reihenfolge, dass war Molly Weasleys Wertvorstellung, aber nicht ihre eigene. Tonks war es egal ob die Verbindung zwischen Remus und ihr legalisiert war, wie es so schon im Neudeutsch hieß. Das Einzige was für Tonks zählte, waren Gefühle, echte Gefühle. Was nützte ein Stück Papier das sie als Misses Remus Lupin auswies, wenn sie nicht das Gefühl hatte das auch zu sein?

Sanft massierte sie sich den Stress und die Anspannung aus ihren Armen. Aus dem Genick. Dem Bauch. Aus jedem Muskel und jeder Faser ihres Körpers.

Dann ließ das Wasser noch eine Weile über ihren erschöpften Körper laufen. Tankte neue Energie. Nahm sich ein Handtuch und begann, sich abzutrocknen.

Langsam zog sie sich an. Sie fühlte sich geschafft und gleichzeitig aufgewühlt.

Anschließend ging sie ins Kaminzimmer und setzte sich auf die Couch. Remus saß dort schon, in eine Decke eingewickelt, die Augen geschlossen.

Auf dem Tisch standen zwei Teetassen, eine halbvoll. Er saß ruhig da. Zu ruhig.

Tonks rutschte ein Stück näher zu ihm.

Kein Zweifel - Remus war eingeschlafen!

Sie goss sich Tee ein, trank einen Schluck und beobachtete ihn dabei die ganze Zeit über. Leise stellte sie die Tasse zurück auf das Tablett.

Vorsichtig nahm sie die Decke, schlüpfte unter sie und zog sie ein Stück höher.

Sanft berührte sie mit dem Gesicht seine Schulter.

Wärme durchflutete sie. Und sein ihr so sehr vertrauter Geruch. Sie mochte diesen Duft. Das war einfach Remus. "Ihr" Remus.

Sanft schmiegte sie sich an ihn. Sie wollte ihm für einen Moment ganz nah sein. Ihr Kopf an seinem Hals, halb auf der Brust. Ihr Körper dicht an ihn gedrückt. Tonks fühlte sich geborgen, wie so oft, wenn sie in seiner Nähe war. Ein leiser Seufzer der Hoffnung entrang sich ihr und sie schloss ihre Augen.

Und dann ließ sie los, ließ sich einfach nur noch fallen. Die Müdigkeit holte sie fast augenblicklich ein. Mehr wie in einem Traum fühlte sie, wie sich ein Arm sanft um ihre Schulter legte.