So, hi...
Ja, ein Kapitel, mitten in der Woche. Wieso? Ich habe ein kleines Ziel erreicht und mir ist nach Feiern. Und wenn man feiert, dann möchte man ja auch anderen eine Freunde machen, ne?
Wieder einmal vielen Dank an Leaky Cauldron, die das Chap gebetat hat und mir ihre Korrekturen mit kleinen Kommis verzuckert hat. #g# More power to you! Danke!
Wiederholten und aufrichtigesten Dank an alle, die mir gereviewt haben. Ich liebe euch!!!
Anschliessend entschuldige ich mich in aller Form bei denjenigen, die nach dem letzten Chap wegen Lachkrämpfen in ärztliche Behandlung mussten. Leider werde ich mich in dieser Hisicht wohl nicht bessern. Eher im Gegenteil, wenn ich an mein Lieblingschap denke, auf das ihr allerdings noch etwas warten müsst.
Heissen Dank auch an inessnape, die mich komplimentierte, indem sie sagte, dass sie seit "Draco Malfoy als hopsende Ratte", im Original " Draco Malfoy - the amazing bouncing rat" nicht mehr so gelacht hat. Ich habe mir diese Geschichte anschliessend zu Gemüte geführt (oft gehört und bisher ignoriert) und mich weggeschmissen. Diese Story ist nur genial (ich kann allerdings nur vom Original ausgehen, nicht von der Übersetzung) und wenn meine Story tatsächlich auch nur ein Zehntel so komisch sein sollte, dann ist mein Leben nicht umsonst gewesen.
Ansonsten möchte ich noch kurz ein paar Sachen anmerken, da ich danach gefragt wurde: Dinge, die es bei mir nie geben wird:
1. mpreg - wir mögen in der Zaubererwelt sein, aber deswegen müssen wir doch Mutter Natur nicht unnötig auf die Füsse treten. Sollte es im reallife soweit sein, dass es wirklich funktioniert, werd ich zu den Ersten gehören, die sich dafür einsetzen, aber bis dahin - bäh.
2. Heirat, Schwangerschaft und happy ever after im Allgemeinen in meinen Storys - NIEMALS! doppelbäh!
3. Draco (oder wer auch immer) als Tunte/crossdressed - Nope, nein Sir, nicht bei mir. Sorry falls es da Verwirrungen gegeben haben sollte.
Nachdem jetzt alle Klarheiten beseitigt wurden - viel Spass! #g#
Geißel von Hogwarts
Kapitel 4 – Eine Lektion im Küssen, Teil 1
Harry sah auf den Kontrakt, den die Gryffindors mit den Slytherin geschlossen hatten, und stellte fest, dass die letzte Aufgabe sich silbern gefärbt hatte. Das bedeutete, Slytherin war am Zug. Und dabei hatte er so gehofft, dass sie es nicht durchziehen würden. Aber scheinbar waren Draco und seine Leute entschlossen, bis zum bitteren Ende durchzuhalten. Nun ja, daran war nichts zu ändern.
Er sah hinüber zu Hermione, die in einer Ecke saß und ein Buch las, dass den äußerst interessanten Titel „1001 Weg, deinen Feind in die Knie zu zwingen" trug. Er stupste Ron an und nickte mit seinem Kopf in ihre Richtung. Ron grinste und Harry beobachtete, wie sich ein verträumter, kleiner Schleier über die Augen seines besten Freundes legte.
Oh je, ich wusste dass das passieren würde. Er sollte sich ganz dringend eine Freundin suchen, denn Hermione würde ihn von hier bis Askaban hexen, wenn er ihr wieder Avancen macht.
Hermione und Ron hatten seit dem 4. Schuljahr eine ich-will-ich-will-nicht-Beziehung am Laufen gehabt, bis sie sich im 6. Jahr zusammengerauft und tatsächlich versucht hatten, eine Romanze aufzubauen. Es hatte keine 7 Tage gedauert, bis sie sich an die Kehle gegangen waren. Sie hatten schließlich festgestellt, dass sie Freunde waren, sehr gute Freunde, aber eben nichts weiter als das. Hermione sah in Ron eher eine Art Bruder, so wie in Harry, und alles was darüber hinausging, fühlte sich eben seltsam und falsch an. Ron hatte das ebenso gesehen, doch manchmal sah man in seinen Augen noch diesen Blick aufblitzen, diesen Blick, der sagte: Was wäre, wenn...?
Langsam tröpfelten auch die anderen Siebtklässler in den Gemeinschaftsraum und auch Ginny ließ nicht lange auf sich warten. Sie war zwar erst im 6. Jahr, doch als Weasley und allgemein anerkanntem Sturkopf, hatte sie sich qualifiziert, ebenfalls an dem Wettbewerb teilzunehmen. Angeblich als „Vorbereitung"für ihr eigenes Abschlussjahr.
Keiner hatte dagegen etwas einzuwenden gehabt und Hermione war eigentlich sogar ganz froh darüber, denn auch wenn sie inzwischen mit den anderen Mädchen ihrer Jahrgangsstufe zurechtkam, so hatte sie doch über die letzten Jahre mit Ginny ein besonderes Freundschaftsverhältnis entwickelt. Das Mädchen war ihr persönliches Nachschlaglexikon, sobald es um irgendetwas ging, das Jungs betraf, denn Ginny hatte mit ihren roten Haaren, den blauen Augen und der porzellanweissen Haut schon so manches Herz gebrochen und konnte sich eines umfangreichen Wissens rühmen. Ihre unbeschwerte Art, sich mit Hermione, die nach dem letzten Sommer mit Viktor Krumm selbst kein unbeschriebenes Blatt mehr war, über Themen zu unterhalten, die selbst Lavender und Parvati die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte, war ein unschätzbares Reservoir an aufheiternden Themen.
Sie hatte, nachdem die Sache mit Ron endgültig vorbei war, einen Brief von Viktor bekommen. Er schien immer einen Riecher dafür zu haben, wann er problemlos in ihrem Leben auftauchen konnte. Sie hatten einen phantastischen Sommer bei ihm zu Hause verbracht und dabei waren sie auch, mehr als einmal, zusammen im Bett gelandet. In dieser Hinsicht war Viktor wirklich eine Offenbarung gewesen und Hermione hatte Geschmack an dieser speziellen Art der körperlichen Ertüchtigung gefunden. Leider war er außerhalb des Bettes nur halb so hinreichend gewesen. Mit seinem ununterbrochenen Geschwafel über Quidditch hatte er sie schon bald an Ron erinnert und das in einer Weise, die ihr nicht gefiel. Am Ende des Sommers hatten sie beide beschlossen, Freunde zu bleiben, aber Hermione war realistisch. Viktor war ein berühmter Quidditchspieler und stets von Frauen umgeben. Dementsprechend waren die Briefe zwischen den beiden immer weniger geworden und schließlich herrschte Stille. Sie war ein wenig traurig darüber gewesen, schließlich nahm er einen besonderen Platz in ihrem Leben ein. Doch Ginny hatte sie schnell aus dem Trübsal geholt.
Gerade jetzt warf diese ihr einen Blick zu, der neue Informationen versprach. Hermione versuchte, sich zu erinnern, mit wem das quirlige Mädchen zur Zeit zusammen war. Schließlich kam sie darauf und warf Dean einen amüsierten Blick zu. Sie war sich sicher, noch vor dem Schlafengehen intime Auskünfte über seine anatomischen Besonderheiten zu bekommen.
Endlich waren alle versammelt und wie auf ein geheimes Signal hin ertönte wieder das ungeduldige Pochen am Fenster, durch welches gleich darauf der gleiche, arrogante Falke hereingeschwebt kam und, diesmal ohne zu landen, im Kreisen seine Nachricht fallen ließ und sich wieder davonmachte. Es war fast, als wüsste das Tier, dass auf dem Blatt keine besonders gute Nachricht stand, und so schnell wie möglich weg sein wollte, bevor die Bombe hochging.
Harry hob das Pergament auf, als enthielte es eine giftige Substanz, und öffnete es dann mit der gleichen Sorgfalt. Seine Augen vergrößerten sich, bis er auf äußerst unbekömmliche Art und Weise einer Eule glich, dann ließ er sich in den nächsten Sessel fallen, was Neville zum Quieken brachte.
„Sorry Mann", murmelte Harry, setzte sich in einen freien Sessel und dann glitten seine Blicke zu Lavender, Parvati und zuletzt Hermione. Die drei begannen sich ernsthafte Sorgen zu machen.
„Ähm", war das Nächste, was von Harry kam, und da er sich anscheinend nicht durchringen konnte, zu erzählen, was die nächste Aufgabe war, schnappte Seamus sich das Blatt. Er las es und konnte sich dann offensichtlich nicht entscheiden, ob er lachen oder weinen sollte.
Er räusperte sich und las die Aufgabe vor.
Challenge 3:
Eine der weiblichen Gryffindors hat in der nächsten Stunde Snape zu küssen.
PS: Mein Beileid für die Familie des bald verstorbenen Gryffindormitgliedes.
PPS: Seid froh, dass wir die Aufgabe nicht einem der Kerle gegeben haben!
Wie üblich folgte auf die Verlesung der Aufgabe entsetztes Schweigen.
„Warum muss es denn immer Snape sein?", wimmerte Neville schließlich.
„Weil er uns hasst, uns die meisten Punkte abzieht und natürlich, weil er keinerlei Humor hat", klärte Ron ihn auf.
„Ich würds machen", warf Ginny ein, woraufhin sie von allen geschockt angestarrt wurde. „Na was denn?", fragte sie unbekümmert und zuckte die Schultern. „Diese ganze ich-bin-ein-bad-guy-Sache, die schwarzen Klamotten und die Stimme... er ist schon irgendwie heiß, das könnt ihr nicht leugnen."
„Doch kann ich!", erklärte Dean.
„Problemlos", fügte Ron hinzu, woraufhin Seamus, Neville und Harry nickten. Lavender und Parvati begannen zu kichern.
„Na ja", meinte Lavender irgendwann, „also Ginny hat schon irgendwie recht."
„Auch wenn wir ihn niemals küssen würden", erklärte Parvati und Lavender nickte. „Er würde uns vermutlich 1000 Punkte abziehen und Strafarbeiten bis zum Ende aller Zeiten geben. Ganz zu schweigen davon, dass er uns vermutlich ins nächste Jahrtausend hexen würde."
„Ich machs", kam eine Stimme aus dem Hintergrund und alle drehten sich um, um Hermione anzuglotzen, die sich bisher zurückgehalten hatte. Harry und Ron trugen simultane Ausdrücke endloser Verwirrung, Neville hatte einen Farbton von Grün angenommen, der sich nicht im Geringsten mit seiner Haarfarbe verstand, und Dean und Seamus sahen sie mit einer stummen Heldenverehrung an, als hätte sie soeben verkündet, das Böse aus der Welt vertrieben zu haben. Lavender und Parvati verfielen in haltloses Kichern und Ginny stand mit stolzgeschwellter Brust da, als wollte sie sagen: Das ist mein Mädchen!
„Mione, bist du dir sicher? Ich meine, die Chancen, dass du das überlebst, stehen nicht wirklich gut", meinte Harry zögerlich.
Sie sah ihn an. „Harry, willst du diesen Wettbewerb nun gewinnen oder nicht?"
„Jah, schon..."
„Na siehst du. Parvati und Lavender wollen es nicht machen und wenn du nicht gerade planst, dich in ein Mädchen zu verwandeln und es selbst zu machen, dann bin ich ja wohl deine einzige Chance, oder?"
„Jah, schon..."
„Außerdem freue ich mich darauf, es zu tun!"
„Wa... WAS?"
„Ja, ich werde diese miese Fledermaus lehren, was es heißt, sich mit Hermione Granger anzulegen! Er denkt, er kann mich rumschubsen, wie es ihm passt? Ich werde ihm den Schock seines Lebens verpassen, darauf könnt ihr euch verlassen!"
Stille legte sich über den Raum.
„Ehrlich Mione, ich habs einmal gesagt und ich sag's wieder", meinte Ron ehrfürchtig. „Du bist manchmal erschreckend, nett, aber echt erschreckend!"
Hermione grinste in einer Art, die jedem im Raum ein für alle Mal klarmachte, dass man Hermione nicht reizen sollte, wenn man sein Leben unbeschadet führen wollte.
Das Abendessen verlief bis zum letzten Moment recht ruhig. Snape saß an seinem gewohnten Platz am Lehrertisch und schob sein Essen über den Teller. Er wusste nicht genau, weswegen, aber irgendwie hatte er heute keinen rechten Hunger. Neben ihm unterhielten sich Pomona Sprout und Rolanda Hooch. Rolanda erzählte gerade ausführlich, dass sie in den Winterferien, die sie in London verbracht hatte, Oliver Wood wiedergetroffen hatte, und aus welchem Grund genau er früher ihr Lieblingsschüler gewesen war. Pomona saß daneben und giggelte ab und zu, während ihre Wangen einen leichten Rotton angenommen hatten. Schließlich hatte Snape, der mal wieder sein ausgezeichnetes Gehör verfluchte, genug von den Details.
Er wandte sich mit kalter Miene an die Fluglehrerin.
„Rolanda, es ist dir sicherlich bewusst, dass die Dinge, die du gerade erzähl hast, zu deiner Entlassung führen könnten, oder?"
Sprout wandte sich hastig ab, da sie dem Tränkemeister nicht in die Quere kommen wollte, doch Hooch gab sich von seiner einschüchternden Art unbeeindruckt.
„Weißt du, Severus, ich habe mich schon immer gefragt, ob der Stock nicht splittern könnte, wenn du dich hinsetzt."
Snape sah sie mit leicht geweiteten Augen an, während sie sich bei Sprout weiter über Olivers spezielle Gelenkigkeit ausließ. Als von ihm keine Antwort kam, drehte sie sich noch einmal kurz um.
„Wenn du die Beleidigung entdeckt hast, dann kannst du gerne wegen einer Revanche zu mir kommen, Severus, Darling."
Damit wandte sie ihm endgültig den Rücken zu.
Severus starrte auf selbigen.
Na warte, Rolanda, das gibt ein Rückspiel, versprochen. Du hast ja keine Ahnung, wie viele Gifte ich habe, die nicht nachweisbar sind...
Er ließ seinen Blick schlechtgelaunt durch die Halle schweifen, wo sich jeder, der seine Augen auf sich spürte, sofort zusammenduckte, um ja keine weitere Aufmerksamkeit zu erregen. Doch plötzlich verankerten sich seine schwarzen Augen in einem Paar zimtbrauner.
Granger.
Er hob eine Braue, doch statt sich abzuwenden, zog das unverschämte Mädchen selbst nur eine Braue hoch und ein wissendes Lächeln legte sich um ihre Lippen, richtiggehend provozierend. Er war froh, in den Jahren als Spion gelernt zu haben, wie man eine Maske der Gleichgültigkeit beibehielt, selbst wenn man überrascht war.
Weiber!
Nach einem kurzen, unerbittlichen Blickduell wurde sie von einem ihrer kleinen Freunde abgelenkt und Severus entließ den Atem, von dem er nicht gewusst hatte, ihn angehalten zu haben. Wie kam das Gör dazu, ihn anzustarren? Vor allem, ihn so anzustarren? Er spürte, dass sein Atem, wenn auch nicht schneller, so doch tiefer ging. Unbewusst hatte er sich ihr entgegengelehnt und trotz der Distanz versucht, ihren Geruch einzufangen.
Was ist nur mit mir los?, fragte er sich. Das war doch sonst nicht seine Art, sich so zu benehmen. Es war, als hätte ihr Streit in der Bibliothek etwas in ihm geöffnet, wovon er vorher nicht gewusst hatte, dass es da war.
Trotz dessen, dass sein Verstand dagegen protestierte, nutzte er den Moment ihrer Ablenkung, um sie gründlich zu studieren. Ihre Haare schwangen weich um ihre Schultern, als sie den Kopf wegen etwas schüttelte, dass Weasley zu ihr sagte. Ihre Haltung war gerade und selbstsicher, ihre Bewegungen anmutig und als seine Augen tiefer glitten, spürte er den Anflug von Röte auf seinen Wangen. Meine Güte, wann hatte sie denn die entwickelt? Er erwischte sich selbst beim Starren und riss sich gewaltsam von dem Bild fort, wohl wissen, dass er den Anblick ihrer Brüste unter der Schulbluse fortan nicht mehr ignorieren könnte. Er hörte ihr Lachen und es klang für ihn wie Silbermünzen, die auf Marmor fielen.
Verdammt...
Er kam sich vor wie ein alter Lüstling. Wie alt konnte das Mädchen sein? 16? 17? Die kleine Stimme machte sich wieder bemerkbar und erinnerte ihn daran, dass sie inzwischen 18 war. Schon längst volljährig in der Zaubererwelt. Er war doppelt so alt wie sie. Andererseits war ein Altersunterschied von knapp 20 Jahren in der magischen Welt nicht mehr, als 5 Jahre bei den Muggeln. Immerhin lag die normale Altersspanne eines Zauberers bei 150 Jahren. Er ohrfeigte sich innerlich selbst. Was dachte er denn über so etwas nach? Es war ja nicht so, dass er plante, mit ihr eine Beziehung einzugehen.
Und was genau planst du dann?, fragte die nervige Stimme in ihm schadenfroh.
Er murmelte einen Fluch, stand auf und verschwand aus der Halle.
Hermione sah ihn aus den Augenwinkeln gehen. Erleichtert atmete sie auf. Sie hatte die ganze Zeit über seinen Blick auf sich gespürt, wie zwei Pfeile aus Feuer. Was sollte das?, fragte sie sich verwirrt. Irgendwie war ihr plötzlich gar nicht mehr danach zumute, ihn morgen in der Stunde zu küssen. Mit einem Mal zweifelte sie daran, dass es eine so gute Idee gewesen war, sich freiwillig zu melden.
Reine Nervosität, schalt sie sich, krieg jetzt bloß keine kalten Füsse!
Ginny, die von dem inneren Monolog nichts mitbekommen hatte, legte ihre Hand auf Hermiones Arm.
„Komm schon, lass uns abhauen, ich muss dir noch was erzählen", sagte sie mit einem Zwinkern. Die beiden erhoben sich und gingen zurück zum Turm.
Harry war nach dem Abendessen noch einmal schnell zur Eulerei hochgegangen, um nachzusehen, wie es Hedwig ging, und befand sich nun auf dem Weg zurück in seinen Gemeinschaftsraum, als er um die Ecke und direkt gegen etwas Hartes lief.
„Pass doch auf, wo du hinrennst, Potter!", schnarrte eine überhebliche Stimme.
„Tut mir...", Harry sah auf und erkannte Draco Malfoy, was ihn dazu brachte, seinen Satz umzuändern, „überhaupt nicht leid. Wundert mich, dass du überhaupt was gemerkt hast, ich dachte, zuallererst würde man bei dir auf dein Ego prallen."
„Witzig, Potter, wer hätte gedacht, dass du Sinn für Humor hast? Wenn man allerdings deine Haare bedenkt..."
„Oh, meine Güte, Malfoy, war das wirklich eine Beleidigung? Muss spät sein, was?"
„Übst du dich an Sarkasmus? Soll ich dir ein gutes Buch darüber leihen, denn scheinbar hast du den Dreh noch nicht ganz raus?"
Harry grinste schief und seufzte dann.
„Was ist Potter? Hat es dir die Sprache verschlagen, oder fällt dir einfach nichts mehr ein?"
„Weiß nicht. Irgendwie ist es nicht mehr wie früher."
„Oh, geht es dir besser, wenn ich dich Narbengesicht nenne und dir vielleicht noch einen Fluch hinterher schicke? Wenn es dir hilft... ich tu's gern."Ein höhnisches Lächeln umspielte Dracos Lippen. Aber auch wenn er es nicht zugeben wollte, er wusste, was Harry meinte. Da sie inzwischen auf der selben Seite standen und auch Seite an Seite gekämpft hatten, hatte sich ihre Beziehung geändert, ob sie das nun gut fanden oder nicht.
„Hast du noch nie überlegt, wie es wäre, wenn sich Gryffindor und Slytherin vertragen würden?", fragte Harry und hätte sich angesichts der verachtenden Schnaubens von Draco gleich auf die Zunge beißen können.
„Klar und als nächstes würden wir zwei die besten Freunde werden, feststellen, dass wir Seelenpartner oder etwas in der Art wären. Dann fallen wir uns um den Hals, weil wir erkannt haben, dass es zwischen uns schon immer eine tiefe Verbindung gegeben hat, und wir nur versuchten, sie durch Hass zu übertünchen. Danach schwören wir uns vermutlich ewige Liebe und leben glücklich bis ans Ende unserer Tage?"
Harry hob eine Braue.
„Du scheinst oft und lange darüber nachgedacht zu haben."
„Es ist mehr wie eine dumpfe Erinnerung aus einem Albtraum."
Harry lehnte sich an die Wand und verschränkte die Arme über der Brust, während er Draco einen langen Blick schenkte.
„Ich wusste nicht, dass ich dich so beschäftige, dass du sogar von mir träumst."
Draco verschränkte ebenfalls die Arme. Das Mondlicht, dass durch die Fensterbögen fiel, spiegelte sich in seinen grauen Augen.
„Du versuchst auch alles so umzuwandeln, dass es dir schmeichelt, oder, Potter?"
Harry stieß sich lächelnd von der Wand ab und ging auf Draco zu. Als er an ihm vorbeiging, sagte er mit verführerischer Stimme:
„Gib es doch einfach zu, Malfoy. Du stehst auf mich!"
Dann lachte er und verschwand im Dunkeln. Er sah nicht den erst überraschten, dann geschockten Gesichtsausdruck, der sich Dracos bemächtigte. Ein paar Sekunden stand er völlig reglos da.
Dann zog er einen Mundwinkel nach oben und flüsterte in die Dunkelheit: „Und was, wenn ich es tue?"
Ginny und Hermione saßen in Hermiones Zimmer, welches sie als Headgirl bekommen hatte. Ginny war gerade mit ihren neuesten Erzählungen fertig geworden und nun hockten sie im Schneidersitz auf Hermiones Bett und blätterten durch die letzte Ausgabe von „Witch's Weekly", ein Vergnügen, welches sich Hermione nur gönnte, wenn sie mit Ginny allein war, nicht zuletzt, weil Ginny die Zeitung organisierte. Einmal hatte Ginny sogar die „Playwitch" mitgebracht und die Bilder darin hatten Hermione ziemlich verlegen gemacht.
Plötzlich ruckte Ginnys Kopf hoch.
„So, und jetzt mal raus mit der Sprache", grinste sie.
Hermione sah sie verwirrt an.
„Was meinst du?"
„Na komm schon, spiel nicht die Unwissende. Was ist das jetzt mit Snape? Ist doch sonst nicht deine Art, dich einfach über hilflose Lehrer herzumachen. Jedenfalls nicht in der Art."
„Äh, Gin, ich weiß echt nicht, was du meinst. Was heißt hier überhaupt hermachen? Und hilflos mag ja auf viele zutreffen, aber nicht auf Snape. Du weißt doch, wieso ich das mache."
„Ja ja, Rache, blaaa, erzähl mir doch nichts! Das hat nicht zufällig irgendwas damit zu tun, dass er groß, dunkel, auf seltsame Weise gutaussehend ist, und eine Stimme hat, bei der man nur wegschmelzen will?"
„Sicherlich nicht! Wir reden hier über Snape! Ekel Snape! Der Mann, der uns seit Jahren terrorisiert! Klingelt da was? Du solltest echt mal anfangen, mit dem Kopf zu denken."
Ginny machte sich nicht das Geringste aus der Beleidigung.
„Ja, ich erinner mich an ihn. Endlose Augen, eine große Nase und ein dominantes Auftreten." Sie gab ein schnurrendes Geräusch von sich und begann zu lachen, bis sie von Hermione ein Kissen über den Kopf gezogen bekam.
„Du bist echt unmöglich", lachte sie. Dann sah sie auf die Uhr. „Es ist schon ziemlich spät, Gin. Ich glaub, ich sollte jetzt schlafen gehen."
„Na schön, nochmal davongekommen. Aber diese Unterhaltung ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben!"Sie umarmte das andere Mädchen und lief zur Tür. Kurz bevor sie diese schloß, zwinkerte sie Hermione noch einmal zu und summte: „Träum süß!"Dann warf sie die Tür zu und lief lachend den Gang entlang.
Hermione schüttelte den Kopf. Snape, also wirklich! Sie hob Krummbein vom Bett und er sprang auf den Sessel neben dem Schreibtisch, kringelte sich zusammen und schlief gemütlich weiter. Wenn sein Dosenöffner ihm kein frisches Essen hinstellen wollte, dann war ihm alles andere auch egal.
Sie legte sich unter ihre Decken und löschte das Licht.
„Snape", murmelte sie, „als ob man den wirklich anziehend finden könnte. Er ist einfach nur ein Fiesling!"
Kurz darauf war sie eingeschlafen.
So, das Kapitel ist ein wenig länger, darum habe ich es in zwei Teile aufgespalten. Na, dann wollen wir doch mal sehen, ob Hermione Snape wirklich küsst, wie er darauf reagiert und was das nächste Mal zwischen Draco und Harry passiert.
Nächstes Mal: Kapitel 5 – Eine Lektion im Küssen, Teil II
Danke fürs Lesen und wir sehen uns Ende der Woche!
viv
