Kapitel 3 (Jensen)
Die letzten zwei Wochen waren deutlich ertr glicher gewesen als die davor. Jared hatte zwei Monate lang frei und wir verbrachten fast jeden Abend miteinander. Endlich wurde der de Alltag mal wieder ein wenig zerrissen und es kam etwas Schwung in mein Leben.
Es tat mal wieder richtig gut einfach nur Spa zu haben und alles Beschissene zu vergessen, was den ganzen Tag ber so gelaufen war. Zwar hing mir Jared jetzt wieder in den Ohren ich solle den Job aufgeben und mir was suchen was mir Spa machte, aber was war das denn? Ich wusste nichts und ich hatte schlie lich noch eine Ex-Frau und meine kleine S e zu versorgen.
Wir sa en gerade bei mir und hatten uns den Fernseher angestellt, doch keiner von uns schaute eigentlich auf den Bildschirm. Wir redeten wieder und leider Gottes kam Jared schon wieder auf das Thema. Mensch Alter, der Beruf killt dich 30 Jahre fr her . Begann er und ich verdrehte die Augen. Jared . Kam es ermahnend ber meine Lippen. Konnte er es nicht einfach mal sein lassen. Du h ttest weiter mit mir in der Schauspielschule bleiben sollen . F gte er hinzu und ich biss mir auf die Lippen.
Ja, da hatten wir uns kennen gelernt und waren von Anfang an beste Freunde geworden. Doch dann kam ich mit Megan, meiner jetzigen Ex-Frau, zusammen und alles hatte sich ge ndert. Ich hatte diese Frau geliebt und gab um ihret Willen den Traum Schauspieler zu werden auf. Sie war der Meinung gewesen, dass ich mich entscheiden m sse und das hatte ich, f r sie. Und wo hatte es mich hingebracht?
**Such dir einen soliden Job und h ng nicht deinen Tr umen nach mit denen kannst du uns beide nicht ern hren**
Genau das waren ihre Worte gewesen. Wenn ich nur damals nicht so verliebt gewesen w re. Ich seufzte schwer und sah Jared an. Ich w re nie ein guter Schauspieler geworden du hast das im Blut aber ich . Ich zuckte mit den Schultern. Jared stand von dem Sessel mir gegen ber auf und verschwand kurz in der K che. Als er wiederkam hatte er zwei neue Flaschen Bier in der Hand. Du w rst ganz sicher ein besserer Schauspieler geworden . Sagte er zu mir und ich sah ihm deutlich an, dass er es ernst meinte. Ich seufzte erneut. Lassen wir bitte das Thema oder macht es dir Spa mir immer wieder Salz in die Wunde zu streuen? Wollte ich wissen und ffnete die neue Flasche Bier. Jared setzt sich nun neben mich und sch ttelte den Kopf. Aber du k nntest doch noch . Ich hob die Hand. Jared, bitte! Ermahnte ich ihn erneut und er nickte nur.
Ich wusste er wollte mein Bestes.
Ich wusste ich hatte mich ver ndert.
Und ich wusste, dass er alles daransetzten w rde damit ich mein Leben endlich wieder lieben w rde.
Der restliche Abend verlief ruhiger. Wir plauderten ber dies und ber das, nur nicht mehr ber meine Fehlentscheidung. Wor ber ich mehr als dankbar war. Aber ich war mir sicher, lange w rde es nicht dauern und er kam wieder mit dem Salzstreuer.
Letztendlich hatten wir so viel getrunken, dass Jared auf meinem Sofa n chtigte, da wir eh am n chsten Tag in die Stadt wollten passte das umso besser.
Mit Jared shoppen gehen war gut um die Bauchmuskeln zu trainieren. Eine Stunde mit ihm shoppen brachte mir als drei Stunden in einem Fitnessstudio zu ackern. Immer und immer wieder zog er Grimassen, riss dumme Spr che, sodass mir manchmal schon Tr nen kamen vor Lachen. Umso l nger ich mit ihm zusammen war umso mehr sp rte ich mein altes Ich wieder in mir.
Jedoch wusste ich, dass der stumpfe Alltag schnell wieder da sein w rde, wenn Jared zu den Dreharbeiten musste. Und ich hasste diesen Tag jetzt schon. Aber momentan versuchte ich den Gedanken daran zu verdr ngen und hielt mir meinen Bauch vor Lachen, als Jared so tat als w rde er gegen einen Laternenmast laufen und alle Leute ihn erschrocken ansahen. Er war g ttlich! Wer brauchte einen Therapeuten wenn man einen Clown wie ihn zum besten Freund hatte.
Den ganzen Tag rannten wir von einem Gesch ft ins andere. Jared konnte, wenn es ums Shoppen ging, wie ein Weib sein, allerdings hatte ich deutlich mehr Spa dabei. Gegen sp ten Nachmittag beschlossen wir zum Abschluss noch einen Kaffee zu trinken.
Ich glaub ich muss noch ne Party schmei en . Meinte er und grinste schelmisch. Noch eine? Wegen was? Fragte ich gleich und wusste, dass jetzt wieder irgendwas kommen w rde was so typisch Jared war. Keine Ahnung Grund find ich. Aber die Klamotten die du heute gekauft hast verstauben sonst in deinem Schrank. Und wenn ich das n chste Mal wieder hier bin sind die out! Erkl rte er frech und ich verdreht die Augen. Ja typisch Jared! Allerdings wusste ich, dass er nicht so der Trendsetter war und es ihm egal war, ob ich in einem Stil rumlief der aus dem letzten Jahrhundert kam. Er ging auch nicht mit der Mode!
Ich muss noch eine Kleinigkeit hiernach erledigen, kommst du mit? Fragte er mich und l chelte die Kellnerin an, die uns gerade den Kaffee gebracht hatte. An ihrem Blick konnte man schon sehen, dass sie Jared am liebsten gerade um ein Autogramm gebeten h tte. Doch sie zog sich leise wieder zur ck. Selten, den meisten war es egal, die st rmten wie die Bekloppten auf ihn zu, wollten Autogramme und Fotos. Oh man und das alles h tte ich auch haben k nne. Ein sehr bitterer Geschmack machte sich breit in meinem Mund und ich seufzte.
Hey... Erde an Jensen noch da oder entdeckst du nen neuen Planeten? Ich sah ihn an und grinste schief Sch n w rs! Meinte ich so locker wie m glich. Also kommst du mit? Fragte er nach. Wohin? , Muss nochmal zu Mark, hab ein Spiel gegen ihn verloren und muss mich seinen Fantasien stellen! Ich blickte ihn fragend an. Wie? Wo? H ? Ich verstand gerade gar nichts mehr.
W hrend wir unseren Kaffee tranken erkl rte er mir, dass Mark ihn beim Billard abgezogen und er ihm versprochen hatte, wenn er verlieren sollte, dass Mark sich an ihm auslassen durfte. Das war nat rlich rein auf die Fotografie bezogen. Hoffte ich zumindest, denn mir die beiden vorzustellen uah. Zumindest hatte Mark ihn wohl heute zu sich bestellt, um mit ihm einige Sachen deswegen zu besprechen.
Mark hatte ich fl chtig an Jareds Geburtstag kennen gelernt. Meiner Meinung nach ein netter, aufgeschlossener Mensch und er hatte ein gutes Auge f r Feinheiten. Und alleine sein Blick, Gott mir wurde anders.
Hei t das du l sst dich nackt ? Ich konnte den Satz nicht mal beenden. Keine Ahnung aber darauf wird s hinauslaufen Jared zuckte Locker mit den Schultern.
Man, wann war aus mir so ein verklemmtes Arschloch geworden? Diese Frage stellte ich mir immer fter.
Ist doch nichts dabei , Erg nzte er dann noch und ich seufzte. Naja ich w rde mich ganz sicher nicht nackt fotografieren lassen Meine Stimme war deutlich leiser geworden. Musste ja keiner wissen wor ber wir hier redeten. Warum nicht, ist doch nichts dabei , Er ist ein Homo . Kam es ber meine Lippen, zumindest hatten sich so einige Kommentare an Jareds Geburtstag danach angeh rt. Was lange nicht so b se gemeint war, wie es sich anh rte. Ich wusste schlie lich das Jared auch auf M nner stand und es st rte mich nicht oder besser gesagt nicht mehr.
Gut, als ich es erfahren hatte, hatte ich schon meine Probleme damit, weil ich danach nie wusste wie eine einfache Umarmung von ihm gemeint war und auch diverse andere Sachen. Aber mittlerweile stand ich da dr ber und wusste auch, dass der Gr ere nichts von mir wollte. Und? Hakte er nach. Nichts und . Brummte ich leise.
Eine gute halbe Stunde sp ter parkte ich meinen Impala vor Marks Studio. Jared konnte man einfach nichts abschlagen. Alter du glaubst gar nicht, was dir entgeht . Meinte Jared und sah mich an. Ich wollte eigentlich gerade aussteigen, lie es dann aber. Was weil ich mich nicht nackt fotografieren lasse? Wollte ich wissen. Das auch ! Kam es nur wenige Sekunden sp ter. Und ich wusste was er eigentlich sagen wollte.
Das Thema ist neben meinem Berufsdilemma ebenfalls verboten, klar! Schneide es ja nicht an. Ich wills nicht wissen und keine Einzelheiten h ren, sonst schmei ich dich hier raus und fahr heim! Erkl rte ich ernst und konnte Jared deutlich ansehen das es ihm schon leid tat nur an dieses Thema gedacht zu haben. Gehen wir rein? Fragte er und ich nickte zustimmend nach wenigen Sekunden.
