4. We are family!
Zu Beginn bleibt mir mal wieder zu sagen: DANKE uhwii für deine laufende Unterstützung und einfach…du weißt was ich meine
Natürlich auch ein Dankeschön an alle anderen Leser
Es tut mir Leid, dass ich so lange nichts geschrieben habe, na ja ich hatte viel mit Schule, Bewerbungen und undurchdringlichen Uniwebseiten zu tun, vielen dank falls ihr Geduld mit mir hattet.
Edwards Sicht
„Ohh die Landschaft sah so bezaubernd schön aus, da muss man einfach mal mit einem offenen Cabrio durch die Provinz fahren…
Und wenn wir schon mal auf dem Weg sind könnten wir auch gleich in einer der größeren Städte Halt machen und shoppen gehen, ich habe gehört dort gibt es hübsche Kleider von noch unentdeckten Designern im Stil des späten 19. Jahrhunderts…"
„Alice! Wir werden nur mal kurz hinfahren, „Hallo" sagen und wieder verschwinden. Du musst auch nicht gleich annehmen, dass wir wieder deine ganzen Tüten tragen werden."
„Ach, waren die etwa zu schwer für klein Emmilein?"
„Hey! Ich habe…"
„Du hast mich bei meinen Ausführungen über die herrliche Natur Italiens unterbrochen!"
„Die Natur? Also wenn du mich fragst zählt ein Shoppingtrip nicht gerade dazu."
Nach dieser weiteren Unterbrechung war Emmett nicht der Einzige, der sein Lachen beim Anblick von Alice´ verärgerter Grimasse nicht zurückhalten konnte. Jasper sah man den Kampf mit den Gesichtsmuskeln deutlich an, allerdings rief er sich im Gegensatz zu meinem Bär eines Bruders ins Gedächtnis, dass man einer Auseinandersetzung mit unserer kleinen hyperaktiven Elfe lieber aus dem Weg ging. Auch Emmett blieb die Luft im Halse stecken, als sich ein zugegeben leicht angsteinflößendes diabolisches Lächeln auf Alice´ Gesicht ausbreitete. Ooh ja, das würde später bestimmt noch lustig werden…Na ja Vampire haben halt öfters Langeweile, was soll man sagen?
„Wo war ich, bevor man mir so unhöflich ins Wort fiel? Ach die Kunst und Architektur der Renaissance in Florenz, Rom oder Venedig, dass würde euch auch mal ein wenig gut tun. Die Besichtigung einer Piazza oder eine Wanderung durch die toskanischen Hügel könnte euren Horizont um so Einiges erweitern. Und was ich schon immer interessant fand ist die Amalfiküste mit ihrem türkisblauen Wasser, von den steilen Klippen sieht man nachts die funkelnden Sterne und tagsüber die Wolken wie gigantische Wattebausche über der Meeresoberfläche…"
„…und der Mond sah aus wie ein Keks, schon verstanden."
Dieses Mal überging Alice ihn einfach als hätte sie nichts gehört, wenngleich das mit unserem feinen Gehörsinn natürlich unausweichlich war. Wahrscheinlich verärgerte ihn das sogar mehr als jede andere feindselige Antwort es zu tun vermocht hätte.
Ich fragte mich teilweise ernsthaft, woher meine Lieblingsschwester ihre schier unendliche Energie nahm, sie kann stundenlang ununterbrochen wie ein Wasserfall reden. In diesem Gebiet kann ich aus Erfahrung sprechen. Vielleicht lebte sie zur Zeit ihrer Verwandlung nicht in einem Sanatorium zur Linderung von geistigen Krankheiten sondern in einem Laboratorium für Experimente mit zwielichtigen Pillen.
„…und außerdem soll es dort auch fantastische Pizzen geben."
Ok bei dieser Bemerkung konnte auch ich nicht mehr an mich halten, ich bin eigentlich ziemlich tolerant für ein Monster, aber diese abscheulichen Teigklumpen schmecken einfach furchtbar. Vertraut mir, ich habe es probiert und das Ergebnis war alles andere als appetitlich. Manchmal verstehe ich schlichtweg die Gedanken der Menschen was Geschmack angeht nicht.
„Pizzen? Wieso sollte uns die Existenz von Pizzen auch nur im Geringsten interessieren?"
„Das ist ja jetzt auch überhaupt nicht der springende Punkt! Das Wichtigste ist, dass dieser Trip nach Volterra garantiert auch Spaß machen wird, wenngleich ich ein paar Punkte auf der Aktivitätenliste guten Gewissens wegstreichen könnte."
Jepp, genau deswegen hatten wir ein leicht merkwürdiges Gespräch über Geschmacksverirrungen angefangen: Wir würden unsere lieben Artgenossen in Volterra besuchen. Erst ein einziges Mal hatten wir alle das zweifelhaft gezwungene Vergnügen gehabt, Carlisle´s nicht ganz so vegetarisch lebende Bekannte zu treffen und ehrlich gesagt sah ich diesem Treffen nicht gerade mit Enthusiasmus entgegen. Die Volturi waren gewissermaßen das Gesetzt unter den Vampiren. Die Judikative, Legislative und Executive in einer Institution, keine sonderlich gute Gewaltenteilung wenn ihr meine Meinung dazu hören wollt. Und wenn sie einer Angelegenheit voreingenommen gegenüberstehen ist es sehr schwer, sie von etwas anderem zu überzeugen. Wobei Carlisle´s Freund Aro im Vergleich zu Caius und Markus wohl noch am verständnisvollsten ist, was einerseits an seiner Fähigkeit Gedanken lesen zu können und andererseits daran liegt, dass er anscheinend alles untersuchen will und die Dinge eher als ein interessantes wissenschaftliches Experiment ansieht.
Nun ja und genau diese Volturi hatten uns vor einigen Tagen angerufen und um ein Erscheinen der ganzen Familie gebeten. Das mag für euch nun recht merkwürdig klingen, schließlich erwartet man nicht gerade einen Anruf von jahrhundertealten Blutsaugern (ein doch recht abwertender Begriff für unsere Art, den ich an dieser Stelle jedoch für angemessen halte. Ihr solltet nur auf keinen Fall Rosalie so nennen, dass würde sehr horrende Konsequenzen haben.) Allerdings sind die Volturi sehr modern und auch recht gut organisiert, was auch an fehlenden Geldsorgen liegen könnte. Nun ja, was bedeuten schon materielle Dinge wenn man ewig lebt. Zumindest gibt es in ihrem für meinen Geschmack etwas übertrieben prunkvollen Anwesen Fahrstühle wie auch alte marmorne Säulen aus Gold, ein doch recht eindrucksvoller Mix aus alt und neu.
Früher hatte auch Carlisle, der mit Abstand menschlichste von uns allen, bei den Volturi gelebt, doch natürlich galt diese leicht unpersönliche Einladung keinem Nachmittagskaffee, sondern einem ihrer zahllosen Stadtfeste. Allerdings schien dieses noch ein bisschen bedeutender zu sein als die gewöhnlichen und fand nur alle Hundert Jahre statt. Da vor all der Zeit auch meine „Adoptivvater" zu Beginn des so genannten Festes des „heiligen Markus" zugegen war, sollte er als symbolische Figur anwesend sein, wobei die ganze Familie ja gleich mitkommen könnte.
Im Grunde genommen hatte Carlisle als friedliebender Vampir bei den Maßnahmen zur Bekämpfung feindlicher Vampire nicht teilgenommen und immer wieder versucht, einen Waffenstillstand zu erreichen. Wir alle waren uns über den wahren Grund dafür, weshalb die königliche Familie uns sehen wollte, im Klaren. Sie machten keinen allzu großen Hehl darum, dass sie uns am liebsten alle in ihre Garde aufnehmen wollten, schließlich braucht man immer jemanden zum gesetzte ausführen und Furcht verbreiten. Aro hatte es bei unserem letzten Besuch vor allem auf Alice mit ihren Zukunftsvisionen und mich mit meiner etwas anderen Fähigkeit abgesehen, allerdings war er auch an allen anderen sehr interessiert gewesen.
Alles in allem waren wir auf ein erneutes Treffen folglich nicht sehr erpicht, aber wir hatten nicht wirklich eine Wahl. Meine Schwester hatte gesehen, dass sie wahrscheinlich im Falle einer Absage sowieso bald vorbeigeschaut hätten und die Volturi zu verärgern war nie sonderlich ratsam.
Jedenfalls war das der Grund, weshalb wir heute Abend in Richtung Florenz aufbrachen. Wir müssen zwar erst in zwei Tagen in Volterra sein, aber wie Alice so schön ausgeführt hat gäbe uns das die Möglichkeit zur kulturellen Weiterbildung. Natürlich könnte sie damit auch die Geschäfte von Gucci, Prada, Pucci und Roberto Cavalli. Das könnte man zum Beispiel daraus schließen, dass sie eine genaue Stadtkarte mit den einzelnen Filialen im Kopf hat und diese wie ein Mantra in den letzten Tagen immer wieder aufsagt. Jedoch solltet ihr eines über den zu kurz geratenen Energieball wissen: Sie bekommt immer was sie will und die Tatsache, dass sie ihren Schmollmund perfektioniert hat ist da nicht gerade sonderlich hilfreich. Und so fügen wir und alle unserem Schicksal, auch wenn dieses den weiblichen Familienmitgliedern offensichtlich eher weniger zu schaffen macht.
„Hey Edward hier zieh das an und was tust du hier eigentlich, Musik hören? Himmel, wie kann man nur so unproduktiv sein?"
In einem Rascheln von Kleidung und einem Wirbel aus kurzen schwarzen Haaren war sie wieder verschwunden. Also ernsthaft, ist es denn ein Kapitalverbrechen zweimal das gleiche Kleidungsstück anzuziehen? Manchmal übertrieb sie es wirklich, aber solange es sie glücklich machte…
Kennt ihr diese Momente im Leben in denen ihr euch fragt, wie ihr je in solch eine Situation kommen konntet? Ja genau die meine ich. Tja in genau so einer Situation befinde ich mich gerade. Nun gut vielleicht hatte der Alkohol auch ein wenig dazu beigetragen, dass ich mich dabei gar nicht so schlecht fühlte. Ich hatte jedoch die Vorahnung, dass sich das morgen früh etwas geändert haben würde, dazu brauchte ich wirklich keine hellseherischen Kräfte. Ihr fragt euch vielleicht, wie so etwas bei einem Vampir möglich ist. Ehrlich gesagt weiß ich das auch nicht so genau, ich habe schließlich keine Vampirbiologie studiert. Es gibt jedoch einige Theorien die damit zusammenhängen, dass der Alkohol das Monster in uns für kurze Zeit leicht zu unterdrücken vermag. Trotzdem ist es nicht sonderlich ratsam oft zu trinken, denn bekanntlich lässt das ja die Hemmungen sinken und das ist für unsere Tarnung nicht sonderlich förderlich.
Leider war ich immer noch nicht betrunken genug um zu vergessen, dass ich mich an einem der wohl klischeehaftesten Orte jeder größeren Stadt befand: Ich saß mit meinen Geschwistern in einer Karaokebar. Ihr habt es erfasst, der Kulturverfall hatte auch vor Florenz nicht Halt gemacht, es war einfach nur traurig. Carlisle und Esme waren schlau genug sich das nicht anzutun und dafür ein bisschen von der wahren Kultur dieser Region zu erleben. Im Moment saßen wir in einer zum Glück recht isolierten Lounge, in die nur wenig Licht schien. Nicht dass das unsere Augen getrübt hätte. Und zu unserem aller Vorteil war Emmett auf die großartige Idee gekommen, ein Trinkspiel zu starten, allerdings ging es nicht ausschließlich nur darum. Tja, anscheinend hatte mein Bruder Alice´ viel sagendes Lächeln schon längst wieder vergessen. Ich persönlich war noch nie ein großer Freund von derlei Beschäftigungen gewesen, zugegeben konnte es ab und zu ein wenig amüsant sein, aber ich halte mich für gewöhnlich von derlei Risiken fern. Ich sah einfach keinen allzu großen Sinn darin. Aber einmal könnte ja nicht zu sehr schaden, nicht wahr? ...oh verdammt
Jepp ich hatte zugesagt und wohin hatte mich das gebracht? Auf die provisorische Bühne einer kleinen Karaokebar in Florenz in mitten von kleinen Scheinwerfern und unter die meiner Meinung nach taktlosen Blicke von einer Horde plastischen Fakeblondinen. In diesen Augenblicken wünschte ich mir ernsthaft sehnlichst, nicht die abscheulichen Gedanken der Menschen um mich herum hören zu müssen, und ich rede nicht nur von den weiblichen. Wenn sie nur wüssten was geschehen würde, sobald ich diese Visionen in die Tat umsetzte.
Da wäre dann auch immer noch das Problem meiner momentanen prekären Lage. Ich wusste auf was für Ideen meine Geschwister kommen würden, sollte ich mich doch weigern. Das nächste Mal ist mir egal, wie viel Risiko ein weiteres Glas bedeutet und ich nehme nicht die andere Option. Das Jasper mir so etwas antun würde, er meinte zwar ich müsste entspannter werden, aber seine Frau hat eindeutig einen schlechten Einfluss auf ihn. Das ich das auch nicht in seinen Gedanken hatte sehen können…
Nun ja, was blieb mir anderes übrig? Ergeben beugte ich mich meinem Schicksal und ich begann die ersten Zeilen von „Iris" von den „Goo Goo Dolls" im Mikro erklingen zu lassen. Wenigstens war meine Familie hier ein wenig gnädig und ich durfte die verkürzte Version eines nicht vollkommen sinnlosen Liedes singen.
„And all I can taste is this moment
And all I can breathe is your life
Cause sooner or later it's over..."
Je mehr Zeit verging, umso mehr verfing ich mich in dem Text und ich blendete den Rest der Welt halbwegs aus. Ich liebte Musik, auch wenn ich das Singen eher anderen überließ, und die ganze Aktion entwickelte sich doch gar nicht so schlecht. Das heißt bis mir eine unschickliche Dame in fortgeschrittenem Alter ihr Oberteil vor die Füße warf. Ganz ehrlich, so etwas ist einfach nicht schön. Natürlich hörte ich Emmett schon über alle anderen hinweg vor Lachen brüllen, bevor ich mich überhaupt wieder unserem Tisch genähert hatte. Von Jasper und Rose bekam ich vier Daumen und tosenden Beifall für meine Performance (erstaunlich wie so wenig Personen so viel Lärm veranstalten konnten…so viel zum Thema unauffällig) und nachdem ich mich kurz verbeugt hatte ging Alice, geschäftsmäßig wie sie sein konnte, zum nächsten Punkt der Tagesordnung über.
Im Laufe der Nacht stand noch eine freiwillige Performance von „Dirty Talk" meiner Schwestern zum Besten, wobei Emmett und Jasper alle anderen männlichen Gäste der Bar mit ernsthaft angsteinflößenden Blicken straften. Dies änderte sich auch nicht als Rosalie das Lied „Diva" von Beyonce zum Besten gab und ein Mann ihr etwas näher sein wollte als alle anderen. Er hat hoffentlich gelernt, sich von angriffslustigen Frauen mit spitzen Absätzen fernzuhalten.
Das absolute Highlight blieb für mich jedoch die angekündigte Rache von Alice. Sie hatte das genau geplant, sonst hätte sie wohl kaum dieses lächerliche pinke Kleid aus einem ihrer Einkaufstüten gezogen. Obwohl man so etwas bei ihr nie genau weiß. Das Emmett seine Boxershorts auf dem Kopf hatte während er übertrieben enthusiastisch „Cheri Cheri Lady" ins Mikrofon schmetterte trug auch nicht zu den Chancen bei, dass die Bewohner von Florenz unseren Besuch je wieder vergessen würden. Es gibt Dinge, die lassen einen nie wieder los und die liebe Familie zählt wohl oder übel dazu…
Ich bin mir nicht sicher, was ich von diesem Kapitel halten soll…es entstand weil ich einen Keksmond-Satz schreiben sollte, als beschwert euch auch bei der merkwürdigen ICQ-Werbung ;)
Naja ich hatte einfach mal Lust auf ein bisschen was Leichtes…
Über Kommis würde ich mich wirklich RIESIG freuen
