Kapitel IV – Why does it always rain on me?

Drei Stunden später war Sirius über einem Buch („Das Meer und seine magischen Bewohner" - Agatha Curent) eingeschlafen, während Severus Snape vor einem alten Klavier, dass wohl längere Zeit unbeachtet in der Ecke gestanden hatte, saß und auf die Tasten starrte. Draußen war mittlerweile das Wetter umgeschlagen und Regen ergoss sich wie aus Eimern vom Himmel.

Als Severus vorsichtig den ersten Ton anschlug und schließlich begann, mit Dämpfer sinnloses Zeug vor sich hin zu klimpern, erwachte Sirius. Er blinzelte irritiert und beschloss dann, die unregelmäßigen Töne zu ignorieren. Nach und nach woben sie sich zu einem Muster, wie ein Zopf, den man einflocht und ergaben plötzlich einen Sinn. Sirius erkannte das Stück nicht, hatte es aber schon irgendwo einmal gehört. Wie Wellen hoben und senkten sich die dunklen Töte, während eine traurige Melodie über ihnen schwebte. Sirius sah Mondlicht auf dunkler See vor sich und irgendwann schlief er mit den Tönen im Ohr und den Bild vor Augen erneut ein.

Als er wieder erwachte war die Musik längst verstummt und das Klavier geschlossen und verstaubt wie vorher. Hatte er das überhaupt erlebt oder hatte er nur phantasiert, geträumt? Snape jedenfalls war nicht mehr im Raum. Sirius streckte sich und legte das Buch, auf dem er geschlafen hatte, auf den Tisch. Plötzlich loderte im Kamin ein Feuer auf, das dort vorher nicht gewesen war und aus den Flammen trat Albus Dumbledore.

"Ah, wie ich sehe, habt ihr es euch bereits bequem gemacht?"

Sirius nickte verschämt und versuchte, seine zerknitterte Kleidung zurechtzurücken. Snape musste wohl in der Küche gewesen sein, denn er erschien mit einer dampfenden Tasse in der Hand und lehnte sich in den Türrahmen.

"Gut, gut. Denn ich habe schlechte Neuigkeiten. Das Ministerium erschien bei mir in Form einiger Auroren, die dringende Antworten auf einige Fragen haben wollten. Nachdem ich sie mit einigem Unsinn gefüttert hatte, verschwanden sie wieder. Aber Hogwarts steht von nun an für einige Zeit unter Beobachtung. Ich schätze, dass am Ende der Sommerferien sich das Problem von selbst erledigen wird, aber bis dahin haben wir ja noch einige Zeit. Kurzum, Sirius, es tut mir leid, aber du kannst vorerst nicht nach Hogwarts zurückkehren."

Sirius schloss resigniert die Augen. Wohin jetzt?

"Aber", ergänzte Dumbledore sich selbst, "ich biete dir an, die Sommerferien hier zu verbringen. Auch wenn es nicht die Hamptons sind, schätze ich, dass man den Sommer auch hier gut herumbekommen kann."

Sirius seufzte erleichtert. Das hier war tausendmal besser als eine stinkende Höhle und einem Sommer als Hund. Hier konnte er wenigstens Mensch sein. Auch wenn er allein sein würde. Aber es gab weitaus schlimmeres als das...

Severus löste sich vom Türrahmen. "Dann kann ich ja schon mal gehen."

Das Lächeln auf Dumbledores Gesicht wurde eine Spur krampfhafter.

"Ähm, nein, Severus, eher nicht."

Heißer Tee schwappte auf die Dielen.

"Wie bitte?"

Dumbledore räusperte sich, und in Sirius Hirn stiegen Gedanken und Visionen auf, die Askaban wie einen Freizeitpark wirken ließen.

"Ich konnte das Ministerium zwar davon überzeugen, dass Sirius nicht in Hogwarts ist... aber ich konnte sie nicht davon überzeugen, dass du mit ihm nichts zu tun hast. Sie wollten dich sprechen, und ich musste schnell etwas antworten. Also habe ich die Wahrheit gesagt, und ihnen erzählt, dass du auf Erholungsurlaub an der See bist, auf Kur quasi, mit deinem... äh... Hund."

Aus dem bleichen Gesicht des Tränkemeisters verschwand jedweder Ausdruck.

"Mit... meinem Hund?"

Sirius schien die Luft auszugehen und er musste sich ein paar Mal räuspern.

Dumbledore strahlte beide an.

"Urlaub wird euch beiden gut tun! Dann könnt ihr die Vergangenheit einmal überdenken. Wir müssen alle zusammenarbeiten, um gegen Voldemort gewinnen zu -"

Severus fiel ihm ins Wort.

"Oh nein, Albus, das werde ich nicht tun. Ich gehe jede gottverdammte Nacht zu einem Ungeheuer. Soll ich jetzt auch noch jeden verfluchten Tag mit einem verbringen?"

Sirius schnaubte.

"Ich bin hier mit einem Death Eater eingeschlossen! Bei der ersten Gelegenheit wird er mich umbringen, oder an das Ministerium verraten, oder..."

Dumbledore würgte beide ab.

"Ruhe! Ihr benehmt euch, als wärt ihr wieder fünfzehn. Ich habe von euch beiden mehr erwartet. Hier geht es nicht um eure persönlichen Probleme, sondern um Sirius Leben. Ihr wisst beide, wie wichtig ihr seid. Ich werde euch nachher durch einen Hauself das Gepäck zukommen lassen. Der Kamin ist nur an mein Büro angeschlossen und kann auch nur in eine Richtung benutzt werden. Hogwarts wird überwacht, also kommt nicht auf die Idee, irgendwohin zu apparieren. Ich will von euch beiden nichts mehr hören, bevor der Sommer vorbei ist. Denkt an eure Versprechen!"

Damit, und mit einem wütenden Blick auf beide, verschwand Dumbledore mit einem "Plopp" und ließ zwei Männer zurück, die sich stumm und voller Wut anstarrten.

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() Fayet ( ) – 9.8.2006

Authors Notes: Und wieder ein neuer Reviewer.. Danke an darkshadowydancer: Freut mich, dass ich das Gefühl, das ich beschreiben wollte doch ganz gut getroffen habe.. Und ich beneide dich: Von Urlaub träume ich momentan vergebens. hach

Deal: Ihr reviewt, ich schreibe. Savvy?