Warum eigentlich ein Slytherin. Hermine war aufgewacht und hatte sich sofort diese Frage gestellt. Bei Zähneputzen hüpften die Worte in ihrem Kopf herum. Verspotteten sie aufs Beste. Ihre Haare hatten längst wieder ihre normale Kringel Form angenommen, und es war eine Qual sie zu kämmen. Warum er? Die Braunhaarige ging die Treppe hinunter in den Gemeinschaftsraum. Warum Malfoy? Selbst Neville wäre ja noch akzeptabel aber warum er. In ihrem Traum hatte sie sich mit ihrem anderen ich über ihre Gefühle gestritten und war zu dem Schluss gekommen dass sie, Hermine Jane Granger, dass sie sich verliebt hatte. In Draco Malfoy, den Kronprinzen der Slytherins. Gott sei Dank dass heute ein weiterer freier Tag wartete, wie zum Teufel sollte sie ihre Hormone unter Kontrolle kriegen. Sich in einem der Sessel nieder lassend begann Hermine ein Buch zu lesen. „Liebe Trank oder Wahrheit?` war die Aufschrift.
Draco öffnete sanft die Tür. Dass Schlammblut saß in einem der Sessel, und hatte schon wieder diesen Monströsen Pullover an. Es war eigentlich Schade da ihr Körper nicht zu verachten war. Ihr vielen schon wieder ein paar locken ins Gesicht und in Malfoy brach ein Kampf aus. Er hätte ihr gern diese Locken aus dem Gesicht gestrichen. Die Braunhaarige blickte auf, sah kurz in seine Augen, wurde entzückend rot und wandte sich wieder ihrem Buch zu. Wie niedlich sie doch war. Der Slytherin schalt sich innerlich. Was sind das für Gedanken an eine Muggelstämmige. Ja er wollte sie. Da. Er hatte es Gesagt. Ging davon jetzt die Welt unter? Nein. Noch nicht.
Hermine versuchte angestrengt nicht mehr von ihrem Buch auf zu sehen, obwohl sie fühlte dass der Reinblütler sie beobachtete. Ihr Herz schlug schneller und eine ihr nur zu bekannte röte stieg dem Mädchen ins Gesicht. Reis dich zusammen Granger. „Höchst interessante Lektüre Granger. Willst wohl das Wiesel beeindrucken." Ohne etwas zu erwidern blickte sie stur in ihr Buch. „Hehj Schlammblut, kein Danke für Gestern?" Hermine Blickte erschrocken auf und sah in die schelmische Miene von Draco. Sie flüsterte beinahe: „Danke Malfoy." Dieser ließ sich aber nicht beirren. „Ein richtiger Dank wär nett." Nun platzte der braunhaarigen ihr Kragen, sie sprang auf und schnauzte los. „Danke. D-A-N-K-E! Verdammt nochmal. Was willst du denn von…" Weiter kam sie nicht. Denn Malfoy hielt ihr Kinn mit dem Zeigefinger nach oben. Sodass sie in sein Gesicht blicken musste. Seine Hitze umfing sie und nur diese Augen hielten sie davon ab einen Herzinfarkt zu erleiden. „Ich dachte da eher an Belohnung als Folter." Er hatte die Stimme gesengt und leckte sich über die Lippen. Dann tat er etwas was er sich nie verzeihen würde. Er lachte auf, drehte sich um und ging. Hermine berührte ihre Lippen. Er war ihr so nahe gewesen. Paralysiert ließ sie sich wieder auf dem Sessel nieder.
„FUCK!" Er hätte es beinahe durchgezogen. Beinahe. Ihr Geruch hatte ihn so in den Bann gezogen dass er nicht mehr wusste was er tat. Was würde nur sein Vater sagen wenn er erfuhr dass sein Sohn Gefühle für ein jämmerliches, mickriges Schlammblut hegte. Verdammte Scheiße. Fluchend ging er durch die Gänge und ein paar Schüler blickten ihn verwundert an. Es war selten den Herr der Slytherins so aus der Fassung zu sehen. Draco wusste nicht wohin er wollte, aber trotzdem machte er nicht halt. Bis er schließlich von Parkinson aufgehalten wurde. „Malfoy Schatz." Flötete sie, und ergriff seine Hand. „Wo möchtest du denn hin?" Der Slytherin riss seinen Arm aus ihrer Hand und antwortete Kalt: „Nirgendwohin du willst!" Er lief weiter. Sein Vater hatte schon angedeutet dass er sich diese Slytherin zur Schwiegertochter wünschte. Und nicht eine Gryffindor die geholfen hatte den Lord zu besiegen. Schon wieder fuhr er sich durch die Haare. Dann kam er wieder beim Schülersprecherturm an. Das Mädchen war anscheinend nicht da. Mit hastigen Schritten ging er in sein Zimmer, schloss die Tür und setzte sich auf sein Bett. Die Beine ausgebreitet ließ er den Kopf baumeln und faltete die Hände. Dann fiel ihm ein was sein Vater einmal gesagt hatte. „Wenn dich ein Mädchen jemals dazu bringt, so zu sitzen, dann bist du verschossen in sie wie ein Rohrapfel. Dabei hatte er Narzissa liebevoll angelächelt. Ja. Sein Vater liebte seine Mutter, obgleich diese nicht mit all dem einverstanden war das er da tat. Und nun saß er hier. Nur weil ihn das Schlammblut fast geküsst hatte. Er hasste sich dafür.
Hermine berührte mit der einen Hand immer noch ihre Lippen. Wie wäre wohl ein Kuss mit ihrem Erzfeind? Fordernd, nicht sanft, rau! Da war sie sich sicher. Er war ja schließlich die Schul Schlampe. Aber was wenn das alles nur Gerüchte waren, die Parkinson ausgestreut hatte in dem Wunsch er würde für immer ihr gehören? Ach verdammt. Warum dachte sie nur solange über etwas nach was beinahe passiert wäre. Sie sollte sich um die anstehenden Schulaufgaben kümmern. Sich mit ihren Freunden treffen. Und nicht auf dem Bett liegen und Nachdenken was passiert wäre, hätte sein können. Dann fasste sie einen Entschluss, und wartete kurz darauf vor dem Portrait der dicken Dame auf Ginny, die sofort heraus geeilt kam. Nach kurzer Zeit saßen die Freundinnen in der Bücherei und unterhielten sich leise über alles, bis Hermine endlich herausrückte. „Du Ginny. Wäre es deiner Meinung nach falsch sich in einen Slytherin zu verlieben?" Ginny dachte kurz nach. „Schon. Die sind doch alle Weiberhelden. Vor allem Malf…" Ihr Mund klappte auf. „Nein!" Ich seufzte und nickte: „Doch. Was soll ich nur tun." Jetzt fing die rothaarige an zu lachen. „Du hast mich fast erwischt Herm. Mein Gott. Ich dachte wirklich du könntest Malfoy mögen." Wohl oder übel Stimmte Hermine in ihr Lachen ein, und ein schwer verletzter Slytherin bahnte sich leise seinen Weg aus der Bücherei, als die Mädchen ermahnt wurden Still zu sein.
Der Stich in seinem Herzen war riesig und Schmerzhaft. Bis in die Bücherei war er ihr gefolgt. Ja. Er war sich jetzt sicher dass er sie mochte. Da. Er hatte es schon wieder zugegeben. Wie konnte er sich nur in eine Gryffindor verlieben, die noch nicht einmal dasselbe für ihn fühlte. So ein Mist aber auch. Da verknallt man sich in ein Schlammblut und die will nicht. Er fluchte frustriert vor sich hin, und der alte Knacker öffnete nur wiederwillig das Portrait und murmelte etwas von `Alle nur verrückt hier`. Nun konnte Draco nicht anders. Er setzte sich in den Sessel in dem Granger immer saß und fuhr mit den Fingern ehrfürchtig die Lehnen hinab. Er konnte ihren leichten Lavendel Geruch vernehmen und saugte ihn tief in sich hinein. Verdammt nochmal war er ein Spanner. Wie von der Tarantel gestochen sprang er auf, als das Bild zur Seite schwang und hatte gerade noch genug Zeit um in sein Zimmer zu hechten, als Hermine auch schon den Raum betrat.
Ginny hatte ihr so ein schlechtes Gewissen verpasst, dass ihr Herz sich verkrampfte. Sie schämte sich es ihrer besten Freundin zu erzählen. Achduscheiße! Es war ihr also doch ernst mit ihm. Es gab einen dumpfen Aufschlag als ihre Stirn gegen den Tisch klatschte. Warum auch er? Warum müssen die Hormone sie auch so hassen? Dann tat sie etwas das sie selbst überraschte. Sie klopfte automatisch an Malfoys Tür. Kurz darauf erschien sein verwundertes Gesicht. „Was den Schlammblut?" Sie wurde rot murmelte dass nichts wäre und eilte durch den Raum an ihre Treppe, dann hinauf in ihr Zimmer.
Draco kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hatte Granger gerade wirklich geklopft, und war sie dann wirklich völlig errötet gewesen? Der Slytherin war sich nicht sicher. Die hatte ja Nerven. Irgendwie fühlte er sich stolz, warum auch immer. Abermals fuhr er sich mit der rechten Hand durch die zerzausten Haare. Er brauchte Ablenkung, und entschied sich Zabini Blaise einen Besuch abzustatten und ihm nebenbei seine Erinnerung zu nehmen.
Nach ein paar Stunden waren Zabini und der Kronprinz wieder die besten Freunde. Seine gesamte Erinnerung an den Haloweenabend war gelöscht und Draco fühlte sich trotz allem endlich einmal wieder wohl. „Sag mal Draco bist du verknallt?" Der Junge blickte verwundert zu seinem Freund hinauf. „Du benimmst dich so komisch. "Wirklich?" Fragte Malfoy verzweifelt. Er musste nicht auch noch aussehen wie ein voll verknallter Vollpfosten. Nun war Blaise in seinem Element. „Dass ich diesen Tag noch erleben darf. Mein bester Kumpel, Frauenheld schlecht hin ist verknallt? Wer ist es denn? Isabella? Oder doch Pansy." Draco schüttelte angewidert den Kopf. „Hmm. Wer denn sonst…" Mit einem frustrierten Aufschrei sagte Malfoy: „Ich liebe niemanden man." Blaises Augen weiteten sich. „Ein Korb? Der Kronprinz bekommt einen Korb. Omeingott das kann doch nur eine Gryffindor sein!" Anscheinend war seine Miene nun Schuld bewusst den sein bester Freund fuhr glücklich fort. „Sag mir nicht es wär Granger." War er wirklich so zu durchschauen? Dennoch versuchte der Verliebte eine abweisende Bewegung. „Ich reis mir eher die Nieren raus als mich in die zu verlieben." Sein Freund stöhnte. „Schade. Ich hätte schwören können es wäre das Schlammblut." Er setzte ein trauriges Grinsen auf, beobachtete Draco aber sehr genau. „Ich muss los!" Und schon war der in die Enge getriebene Slytherin aus dem Gemeinschaftsraum verschwunden.
Der Zurückgebliebene rieb sich die Hände. „Interessant… Was wenn ich die beiden Mal zu einem treffen zwinge?" Mit diesem mehr netten als boshaften Gedanken ging Blaise aus dem Raum.
