AN: Nach langem bin ich wieder mit meiner Geschichte weitergekommen. Ich hab keine Rechte an Supernatural oder Criminal Minds. Here it comes ;)
Genervt sieht Hotch um sich. Auf dem kleinen Parkplatz vor dem Diner stehen mehrere Polizeiautos und einige Krankenwagen, allesamt munter blinkend. Die Blaulicht-Sirenen stören ihn sehr. Hier sind sie mittlerweile absolut unnötig, trotzdem scheinen sich die Polizisten nicht die Mühe zu geben sie ab zu stellen.
Sie waren zu spät gekommen. Nach Reids Anruf hatte Hotch das Team zusammen gerufen und sie waren so schnell es ging zum Diner gefahren, doch offensichtlich nicht schnell genug. Als sie am Diner ankamen fanden sie zu ihrem Erstaunen ein abgeriegeltes Gebäude mit rund zwanzig Zivilisten in Panik vor. Doch keine Spur von Morgan und Reid. Nach einem Anruf in der Polizeistation lief das System von selbst: die Menschen wurden befreit, versorgt und befragt und das Diner nach Spuren abgesucht. Alles jedoch mit nur wenig Erfolg.
Zu allem Übel musste Hotch mehrere Telefonate mit seinen Vorgesetzten führen, ein nervenaufreibendes Erlebnis aus dem sich doch nichts Wichtigeres ergab als: „Klären sie die Sache so schnell und unauffällig wie möglich!".
Hotch sucht sich den nächsten Polizisten und beschwert sich bei ihm. Endlich kehrt bisschen Ruhe ein. Er konnte jetzt wirklich nicht noch eine Migräne gebrauchen und dazu würden auch die vielen Befragungen langen. Er geht zur nächsten Person um sie zu den Ereignissen zu befragen.
Von Ihr erfährt er dasselbe was er davor schon von allen anderen erzählt bekam.
„Es passierte alles so plötzlich. Vier Männer in schwarz, sie sahen so furchteinflößend aus. Wir mussten uns alle an die Wand stellen, es war schrecklich, wie die uns ansahen. Ach, wir sollten unsere Handys nicht anrühren, einem haben die es aus der Hand geschlagen. Sie ließen sich das Geld von uns und vom Diner einsammeln. Ein großer Kerl mit Caro-Hemd und langen Haaren kam aus dem Gang mit einem Schwarzen- darf man das noch sagen?- der war FBI-Agent. Unglaublich was heutzutage alles passiert. Man denkt immer auf dem Land ist noch alles, gut aber man ist ja nirgends sicher. Früher gab es sowas nicht! Henry war mal bei einem Überfall dabei, aber die nahmen nur das Geld mit. Und die armen Kinder, dass sie so etwas erleben mussten. Ach so. Also sie nahmen den Agenten und den anderen mit und dann noch zwei Männer aus der Reihe. Dann waren sie wieder weg. Das ging alles so schnell."
Nach einer Stunde sind sie wieder in der Station. Das Präsidium hatte ihnen einen kleinen Raum zu Verfügung gestellt. Nicht viel, aber mehr konnte man nicht erwarten bei der Größe des Reviers. Auf dem Land gibt es oft keine großen Stationen und wer hat schon Platz für ungenutzte Räume. Dafür wurden sie weitgehend herzlich empfangen, bis auf ein paar Polizisten waren alle offen dafür die Hilfe der Profiler anzunehmen.
Jetzt sitzen sie alle zusammen, so gut es geht, um alles zu besprechen. Garcia ist über Video dazu geschaltet.
„Also Leute, schlechte Nachrichten: ihr seid da wirklich im allerletzten Kaff. Es gibt kaum Verkehrskameras, sodass ich die Fahrzeuge nicht ausmachen konnte, geschweige denn ihre Route. Das Diner hat zwar eine Kamera, aber selbst wenn sie nicht so absolut dämlich, offensichtlich von einem Schwachkopf"
„Garcia!"
„Entschuldige: unnütze angebracht wäre, hilft das auch nichts, die Aufnahmen sind zerstört. Es tut mir leid, aber ich bin euch soweit keine Hilfe. Ich weiß nicht was ich machen kann."
Die sonst so gut gelaunte, immer aufgedrehte Tech.-Analystin ist deutlich mitgenommen. Sie schwankt ständig zwischen äußerster Empörung über die Zustände bei ihnen und absoluter Niedergeschlagenheit vor Sorge um ihren Adonis und ihren Genius. Ihnen allen setzt die Ungewissheit sehr zu, doch Garcia merkt man es am meisten an.
„Das macht nichts Garcia, wir werden sie schon finden. Außerdem sind die beiden trainierte FBI-Agenten, sie wissen wie man aus so Situationen heraus kommt."
Leider ist sich Hotch da nicht so sicher. Es konnte ihnen auch zum Verhängnis werden und sie schneller in den Tod führen. Durch die Aussagen erfuhren sie, dass die Unsubs speziell die Agenten mitnahmen, als sie ihre Marke sahen. Hoffentlich ist es für das Überleben der beiden von Vorteil.
Die Zeugenaussagen hatten ihnen ein ungefähres Bild gegeben über das was passiert ist, aber auch nicht mehr. Die Vorgehensweise war außergewöhnlich und seltsam. Wie sie die Situation auch betrachten, sie kommen nicht weiter, wieder einmal. Diese Stadt hatte das wohl so an sich.
Außerdem haben sie auch noch ihren anderen Fall zu klären. Es scheint alles so ausweglos, dass er sich insgeheim wünscht es ist nur ein Alptraum und er wacht bald auf, zu Hause bei seinem Sohn mit einem freien Wochenende vor sich. Es war wirklich wiedermal Zeit für einen Urlaub für das ganze Team. Den bekommen sie sowieso viel zu selten.
„Ok, herumrätseln bringt uns nicht weiter: Garcia du suchst einfach weiter, ob es nicht doch etwas Brauchbares gibt; wir senden dir nochmal die genauen Zeugenaussagen. Wir müssen auch an den anderen Fall denken, wir haben hier immer noch einen Mörder frei herumlaufen, also gehen Prentiss und Rossi wieder an den Fall. Rollt nochmal alles von vorne auf und überdenkt es neu, es muss etwas geben, womit er sich finden lässt. JJ und ich überlegen uns die Möglichkeiten zu der Entführung und sehen wie wir da weiterkommen."
Sie setzen sich in ihre Gruppen und versuchen verzweifelt irgendwie voran zu kommen. Hotch sieht sich die Stadtkarte an und überlegt sich mögliche Routen und Ziele. Und er macht sich daran ein Profil zu erstellen, wenigstens ein Vorläufiges. JJ arbeitet währenddessen an einem Statement und setzt sich mit den Reportern auseinander.
Die angespannte Stille wird gestört als ein Polizist aufgeregt zu ihnen stürzt. Stürmisch bewegt er sie mit ihm zu kommen, mit den Händen wild gestikulierend.
Kurz darauf stehen sie alle im Büro des Chiefs. Er ist ein großer, dünner Mann, der gutherzig zu jedem ist, Bilder von seiner Frau und seiner Tochter überall stehen hat und sie mit offenen Armen empfing. Jetzt jedoch sitzt er hinter seinem Schreibtisch, die Augen unterlaufen und die Wangen eingefallen, deutlich von den letzten Tagen mitgenommen.
Als sie hereinkommen steht er schnell auf und führt sie zu einem Fernseher.
„Das wurde eben auf dem Nachrichtenkanal ausgestrahlt. Natürlich bekommen die Fernsehsender diese Geschichte mit und ich hab mit einem Haufen Reporter gerechnet, aber nicht damit."
Er nimmt die Fernbedienung und lässt ein Band abspielen. Aufmerksam sehen es sich die Profiler an.
Ein örtlicher Sender hat eine Tonaufnahme zugesendet bekommen, die sie öffentlich abspielen. Sie startet mit etwas Knistern, dann ist eine vom Computer verzerrte Stimme zu hören.
„Hallo verehrtes FBI.
Wie Sie offensichtlich schon mitbekommen haben wurden einige Gäste eines Diners entführt, darunter auch FBI-Agenten.
Sicher wollen Sie sie alle unverletzt wieder haben?
Und das so bald wie möglich? Ihnen könnte bei uns ja sonst was zustoßen…
Sie bekommen Ihre Leute und die drei netten Bürger zurück im Tausch gegen die Freilassung von Tony Morelli.
Sie haben bis fünf Zeit das zu regeln, dann melden wir uns nochmal bei Ihnen.
Ach, und berechnen Sie für jede Geißel noch 1 Millionen $. Nur um für ihre körperliche Unversehrtheit zu garantieren."
Rossi bricht als erstes das entstandene Schweigen: „ Na immerhin kommunizieren sie mit uns. Blöderweise wissen sie, dass sie zwei unserer Agenten haben. Aber sie wollen offensichtlich mit uns kooperieren. Und wir sind einen Schritt weiter und können sie besser profilen und Garcia kann hoffentlich was aus dem Band herausholen."
„Und genau das tun wir jetzt auch. JJ, du setzt dich mit dem Sender in Verbindung. Hol aus denen alles raus, was es zu erfahren gibt. Und sende Garcia die Aufnahme. Sie soll auch alles über Tony Morelli herausfinden. Rossi und Prentiss, ihr geht an das Profil und entwickelt eine Strategie. In eineinhalb Stunden will er sich wieder melden, bis dahin habt ihr Zeit dann müssen wir wissen was wir machen. Ich muss erstmal wohl wieder telefonieren."
Das erste was er wahr nimmt ist Zwielicht. Und dröhnende Stille.
Langsam öffnet er die Augen und sieht etwas Licht.
Die Tür ist auf. Die hintere Tür des Lieferwagens ist auf.
Alles ist still.
Er sollte etwas tun… Er sollte …. ?
Fliehen! Fliehen wäre gut.
Er versucht aufzustehen. Oder auch nur den Arm heben.
Langsam, unendlich langsam richtet er sich auf.
Wenn ihm nur nicht so schwindelig wäre. Und sein Mund ist staubtrocken.
Gleich hat er es gepackt. Nur noch ein paar Zentimeter…
Er spürt eine raue Hand.
Etwas wird ihm auf Nase und Mund gedrückt und schon fällt er erneut in erzwungenen Schlaf.
AN: Ist das wieder ein Cliffhänger? Ich glaube nicht. Wenn ja tuts mir leid. Ehrlich!
