3. Death in vogue

Glänzende Augen. Glänzendes Haar.
Schlaflos vor Neugier und blind für die Gefahr.
Blutrot
Lippen und Wangen, Haut weich wie Samt.
Jung, schön und weiblich, verderblich und verdammt
sterblich!

(- "Totale Finsternis" aus Tanz der Vampire)

„...ist der rumänische Begleiter der Striga, uns besser bekannt, als das Geschöpf der Dunkelheit. Dessen Sehnsucht- dessen Verlangen auf Blut beschränkt ist. Nach einer rumänischen Sage ist er oft in Gesellschaft einer Hexe, seiner Striga, aufzufinden. Wobei der Strigoi das dominantere Glied dieser Zweck-Gesellschaft ist, da er das Blut seiner Gefährtin nutzt, um...", Hermione schlug das Buch zu.
Das reichte, ihre Unterlippe bebte bedrohlich. Da hätte sie auch wirklich allein drauf kommen können. Ein Vampir. Ein Geschöpf der Finsternis. Nein, besserte sie sich in Gedanken rasch aus, nicht „ein"- „das". DAS Geschöpf der Finsternis. Ihre Augen wanderten durch den Raum, der in düsterem Kerzenlicht da lag.
Ein helles hysterisches Lachen erklang und sie riss den Kopf um und entdeckte das dunkle Geschöpf, in einem Gemälde, unter dem Rock einer gelbgekleideten Dame. Immer noch waren seine Zähne Blut befleckt. Augenblicklich begriff sie, der Strigoi. Doch er wirkte merkwürdig verloren so wie er da saß und der Lady in die Wasen kniff. Irgendetwas fehlte doch Hermione kam beim besten Willen nicht drauf was es wahr. Die gelbgekleidete Lady schrie auf, als der Vampir mit der Zunge über ihre Schenkel fuhr.
„Sie...sie unverschämter Rüpel!", schimpfte sie empört, doch der Vampir über ging ihre Bemerkung gekonnt.

„Hast du Angst, kleine Striga?", zischte er. Seine Augäpfel glühten.

„Nein? Das solltest du aber!"

Seine Worte waren kaum noch ein Zischen, es schien schier ein ungewöhnlicher Laut aus seiner untoten Kehle hervor zu gehen, doch sein Lachen erstarb, als Hermione den Raum verließ. Aufrechten Ganges den Kopf so hoch gehoben wie sie konnte ohne sich das kleinste Zeichen von Angst anmerken zu lassen.
Eine helle Stimme ließ ihn herum fahren. Die Waldfee war an seiner Seite erschienen und schob ihn sehr besitzerergreifend von der Besitzerin des Portraits weg. Die gelbe Lady atmete erleichtert auf. Die Fee hingegen kicherte- ein sadistischer Ausdruck legte sich in ihre Augen.

„Oh, sie weiß ja gar nicht was ihr blüht.", sie kicherte und korrigierte sich noch im selben Atemzug. „Was ihnen beiden noch blüht!"

Der Vampir knurrte. „Noch nicht, meine Liebe. Noch ist es nicht Zeit!"

Ihr Kichern wurde lauter und ihre Augen flackerten amüsiert. Sie ließ ein Fauchen ertönen.

„NOCH nicht.", lachte sie gehässig.

Ron stöhnte auf, als ihm Neville seinen Stundenplan reichte. Entrüstet ließ er sein Brot sinken und studierte flüchtig den Fetzen Pergament. Er rümpfte die Nase, als wäre der Plan einer von Hagrids Knallrüpfigen Krötern. Angewidert legte er ihn zur Seite.

„Ah, da kommt die neue Schülersprecherin.", witzelte Seamus und Ron fuhr auf.

„Morgen Hermione.", begrüßte Harry sie und auch Ron brummte ein „Morgen."

Doch sie verzog das Gesicht. „Was für ein Elan!", fuhr sie ihn offenbar sehr schlecht gelaunt an.
Ron hob die Hände zu einer abwehrenden Geste und machte Anstalten sich zu verteidigen, doch Hermione schnitt ihm das Wort ab.

„Ronald, wenn du mit diesem: Oh-da-kommt-Miss-Besserwisserin-Oberstreberin-Ton, anfangen musst, dann sag besser gar nichts.", fauchte sie ihn wütend an.

Harry beugte sich rasch zu Ron hinüber, dem das Frühstück offenbar im Hals stecken geblieben war und klopfte ihm hastig auf die Schulter.
„Mach dir nichts draus, ich mein sie wohnt mit Malfoy zusammen, wer würde da nicht ausrasten?", flüsterte er Ron zu. Der versetzte seinem besten Freund ein raschen Stoß in die Seite.

„Sie...sie hat dich gehört.", nuschelte er.

Hermione stemmte die Hände in die Hüften. Ihr Haar stand in alle Richtungen ab. „Oh ja und wie sie das hat.", schnaubte sie wütend, griff nach ihrer Tasche und verschwand.

„Endlich.", stöhnte Blaise fröhlich auf.

Draco sagte nichts, stimmte ihm jedoch zu, es war Abend und der erste Schultag hatte gefühlte 3 Schuljahre gedauert. Hier und da eilten ein paar Schüler fröhlich Schwatzend an ihnen vorbei, als die beiden Slytherins die große Halle zum Abendessen betraten. Blaise schlug zielstrebig den Weg zum Slytherintisch ein und Draco folgte ihm kommentarlos. Er musterte die Anwesenden flüchtig und in seinen Gedanken formte sich ein stummes Gebet: Bitte nicht zu Pancy, bitte nicht. Oh Zabini ich dreh die eigenhändig den Hals um. Er schnaubte spöttisch, als sich Blaise direkt neben dem mopsgesichtigen Mädchen niedergelassen und kletterte wütend in die Bank ihm Gegenüber.

„Oh, Draco-Schatz wie war Alte Runen?", fragte sie und klimperte mit den stark getuschten Wimpern.

„Verwandlung.", entgegnete Blaise breit grinsend.

„Was?", fragte sie schnippisch, würdigte Zabini jedoch keines Blickes.

„Draco hatte Verwandlung, Panc. Du hast noch den alten Stundenplan intus."

„Oh.", quiekte sie und warf Zabini nun einen nahe zu mörderischen Blick zu. Ihre Wangen glühten scharlachrot und sie schien bis ins Grund blamiert.

Draco seufzte, vielleicht hielt das kleine Miststück jetzt endlich die Klappe. Er musterte sie und tiefe Falten legten sich in seine Stirn. Abwesend häufte er sich etwas von dem Abendessen auf den Teller.
Och bitte, flehte er innerlich, nicht zu ihr, mehr zu sich selbst, bitte lass sie nur einen kurzen Moment lang den Mund halten. Zu viel verlangt. Pancys Hand strich zweideutig über seinen Unterarm und er verzog kurzzeitig den Mund.

„Draco hast du heute Abend etwas Zeit für mich? Um deine neuen...Räumlichkeiten einzuweihen?", gurrte sie und ihre spitzen Finger streichelten über seinen Unterarm. Er brummte etwas unverständliches und biss in sein Brot. Keine Miene verzog sich und Blaise lachte hohl auf.

„Was hast du gesagt Draces? Panc und ich hab deine Antwort akustisch nicht ganz...wahrgenommen ."

Dracos Augen verfinsterten sich. „Ich hab ein Date mit Granger.", brachte er patzig heraus und leerte seinen Kürbissaft.

„WAAS?", Pancy schnellte auf, doch Blaise drückte sie rasch wieder auf die Bank.

„Bei Grindelwald, Panc bist du tatsächlich so naiv? Draces hat mit ihr ein paar Organisatorische Schulsprecherpflichten mit dem Schlammblut zu besprechen.", übersetzte er und schüttelte genervt den Kopf.

Draco seufzte. Die dumme Kuh tat ja fast schon, als würde er diesen Mist aus reinem Vergnügen tun. Wütend schlang er sein Essen herunter und erhob sich. „Bis nachher, Draces.", rief ihm Blaise hinterher.
„Und viel Spaß! Mach dem kleinen Monster die Höhle heiß!", ein schelmisches Lächeln umspielte Dracos Mundwinkel.

„Das tue ich immer, Blaise.", sagte er ohne mit der Wimper zu zucken. Granger saß am Gryffindortisch, bei Wiesels Schwester und flüsterte mit ihr. Unwirsch blickte er sich nach Potter und Wiesel um. Nirgends eine Spur von ihren hirnlosen Anhängseln, vielleicht roch die Luft an diesem Tisch deshalb halbwegs rein. Er biss sich auf die Zunge.
Rein? Draco, ja? Hier hocken die Schlammblüter und Blutsverräter, erinnerte er sich selber. Mit gemessenen Schritten trat er hinter sie und beugte sich herunter.

„Beweg dich, Granger. Ich warte nicht ewig darauf das du deinen fetten Hintern hoch bekommst!"

Sie wandte sich kalt um, ihre Wangen waren vor Wut gerötet und das Weasley-Mädchen legte ihr berühigend eine Hand auf die Schulter.

„Nicht aufregen.", flüsterte sie und Draco warf ihr einen kalten Blick zu.

„Misch dich nicht ein, Wieselschlampe. Ich hab mit Granger gesprochen!" Das Weasley Gör funkelte ihn wütend an.

Doch Granger stand bereits auf, verabschiedete sich von der Tomate und machte sich auf den weg Richtung Schülersprecherräume.
Draco folgte ihr gemessenen Schrittes und beachtete sie nicht mehr. Es war ihm gleich ob er ihr zu hastig ging, nein, ganz im Gegenteil er war froh wenn er ihr zu hastig ging.

„Könntest du das lassen.", schnauzte sie ihn wütend an.

„Wie bitte, Granger? Darf ich dich an deine eigenen Worte erinnern. Sprich in ganzen Sätzen, du bist nicht klug genug für solche Äußerungen.", konterte er gelangweilt.

In einem Tonfall der vor Desinteresse so offensichtlich trotzte das es schon unmöglich war. Ihre Nasenflügel bebten gefährlich und ihre rechte Braue schnellte kritisch nach oben. Tat sie das eigentlich immer wenn sie gekränkt war, fragte sich Draco. Er genoss es das sich Potters Anhängsel von ihm Tyrannisieren ließ. Blaise wusste ja gar nicht wie amüsant das war.

„Du sollst aufhören mich zu behandeln, als wäre ich deine Untergebene oder diejenige die sich Mal eben von dir beleidigen lässt.", brüllte sie ihn an und versuchte ihre buschigen Haare zu bändigen, als sie vor dem Portrait stehen blieb.

Total außer Atem nestelte sie an ihrer Tasche herum und versuchte wieder zu Atem zu kommen. Genervt wandte sie sich dem Vampir zu.

„Strigoi.", nannte sie ihm rasch das Passwort.

Ein sadistisches Grinsen legte sich auf Dracos Lippen. „Es heißt nicht Strigooi...Granger.", ahmte er sie nach. „Du sprichst das o viel zu lang.", sie biss sich auf die Unterlippe und der Vampir brach in höhnisches Gelächter aus. Etwas kaltes, unnahbares ließ ihn zusammen fahren. Etwas unbekanntes. Das Lachen des Vampirs wurde lauter und seine Begleiterin grinste gefährlich vor sich hin.

„Aber jetzt ist es Zeit nicht wahr, mein Liebster?", fragte sie begierig und kicherte. „Jetzt wird es Zeit werden.", lachte sie.

Ein Zischen ertönte. Draco wandte sich um, es kam nicht von dem Vampir und seiner Mätresse, doch von Granger kam es auch nicht. Es war bloß ein Raunen, ein undurchdringlicher Laut und er merkte wie ihm schwarz vor Augen wurde. Er schnappte nach Luft. Nein, nicht ihm wurde schwarz vor Augen. Seine Umgebung wurde schwarz bis auf... „Granger...was ist das? Was tust du da?", stammelte er und spürte wie ungewollt die Panik in ihm aufstieg.
Sie antwortete nicht. Alles um sie herum schien zu verschwinden. Alles schien sich zu drehen, bloß Granger war so klar und deutlich zu sehen wie vorher. Er griff nach ihrer Hand und schüttelte sie. „Bei Merlin, Granger...", begann er erneut auf sie einzureden, doch ehe sie reagieren konnte, schien es als würde ihre Umgebung wieder an Farbe gewinnen.
Ein dunkler Holzboden erschien unter ihren Füßen und ein altes Haus formte sich. Der Vampir und seine Fee waren verschwunden...eben so wie jegliches Gemäuer von Hogwarts.

„Dra..co", stammelte Hermione. „Wo sind wir?"