Ryan und Beckett

Beckett parkte das Auto auf der gegenüberliegenden Straßenseite. So konnten sie den Eingang des Hauses, in dem sich die Wohnung des Verdächtigen befand, gut überwachen, ohne selber gleich gesehen zu werden. Die Lösung des Falls, an dem sie arbeiten, war schwierig. Sie hatten zwar eine Ahnung wer der Mörder war, aber sie hatten keine Beweise, um ihn zu überführen. Deshalb hatte Gates nach langer Diskussion widerwillig einer heimlichen Durchsuchung der Wohnung des vermeintlichen Täters, Charlie Turner, zugestimmt. Wenn sie wussten, dass es Beweise in der Wohnung gab, konnten sie leichter einen Durchsuchungsbeschluss bekommen. Sie konnten dann immer noch sagen, dass es sich um einen anonymen Tipp handelte und so die illegale Maßnahme rechtfertigen. Aber dazu mussten sie sicher sein, dass es auch wirklich handfeste Beweise gab.

„Wer kommt mit?" Beckett schaute fragend auf ihre Kollegen Esposito, der auf dem Beifahrersitz saß, und Ryan, der auf der Rückbank Platz genommen hatte. Castle, der neben Ryan saß, hob sofort die Hand. Beckett schmunzelte. „Nein, du diesmal nicht. Dafür ist die Sache zu heikel." Castle zog einen Schmollmund, lehnte sich zurück und schlug beleidigt die Arme unter.

„Geh du." Esposito deutete auf Ryan, der nickte. „Castle und ich halten hier Wache."

Sie hatten Glück und mussten nur 20 Minuten warten, bis Turner das Haus verließ. Sobald er in sein Auto gestiegen und losgefahren war, stiegen Beckett und Ryan aus und machten sich auf den Weg zur Wohnung in der zweiten Etage. Die Schlüssel hatten sie sich vorher vom Hauswart geholt, der nur gleichgültig mit den Schultern gezuckt und keine weiteren Fragen gestellt hatte.

Vor der Wohnungstür angekommen lauschten Beckett und Ryan auf Geräusche aus dem Inneren. Als nichts zu hören war, klingelte Ryan. Niemand antwortete. Beckett nahm den Schlüssel und schloss die Tür auf. Sie traten ein, schlossen die Tür hinter sich und zogen ihre Waffen. Leise und vorsichtig sahen sie in jeden Raum, bis sie sicher sein konnten, dass sich niemand mehr in der Wohnung aufhielt. Sie steckten ihre Waffen weg und zogen Handschuhe über. Beckett fing an das Büro zu durchsuchen und Ryan wandte sich dem Schlafzimmer zu. Da die Wohnung sehr aufgeräumt war, was aus Becketts Erfahrung eher ungewöhnlich für einen Verbrecher war, ließ sie sich leicht durchsuchen und sie konnten alles ohne Probleme wieder an seinen Platz zurückstellen. Es würde keine Hinweise geben, dass sie jemals hier gewesen waren.

Castle und Esposito saßen im Auto und langweilten sich ziemlich schnell. Erst als Castle vorschlug „Angry Birds" zu spielen, besserte sich die Stimmung. Um das Ganze interessanter zu gestalten, machten sie aus, dass der Verlierer dem Gewinner einen Drink nach Wahl spendieren musste. Esposito kletterte zu Castle auf die Rückbank und schaute zu, wie Castle ein Schwein nach dem anderen vernichtete. Als der Level beendet war, übergab Castle das Handy an den Detective. Esposito blickte kurz in Richtung des Hauseingangs, den sie überwachen sollten und ließ vor lauter Schreck Castles Mobiltelefon fallen.

„Scheiße." Esposito kletterte schnell auf den Beifahrersitz, um sein Telefon zu greifen, was auf dem Armaturenbrett lag. Er drückte die Kurzwahltaste 2 und wartete ungeduldig, bis die Verbindung aufgebaut war. „Ryan, ihr müsst euch sofort verstecken. Turner ist gerade wiedergekommen, er ist schon im Haus." Erst jetzt erkannte der verwirrte Castle, dass das direkt vorm Eingang parkende Auto dem Täter gehörte. „Nein, ihr habt keine Zeit mehr, die Wohnung zu verlassen", schrie Esposito in sein Handy. „Versteckt euch und verhaltet euch ruhig."

Ryan ergriff panisch Becketts Handgelenk und zog seine verdutzte Kollegin den Flur entlang.

„Ryan, was soll der Scheiß? Wer war da am Telefon?" Sie versuchte seine Hand abzuschütteln, aber er umfasste sie mit eisernem Griff. Ryan schaute sich um und erblickte die Tür zum Abstellraum, er lief darauf zu, Beckett im Schlepptau, öffnete sie, schubste Beckett hinein und schloss die Tür hinter sich. Beckett protestierte lauthals und er legte ihr eine Hand über den Mund.

„Sei still", befahl er ihr strenger als beabsichtigt. Aber es wirkte und Beckett verstummte. „Charlie Turner kommt zurück", flüsterte er ihr ins Ohr und im selben Moment hörten sie die Wohnungstür auf und zu gehen.

„Baby, ich habe die verdammten Eintrittskarten nicht." Entweder war Turner nicht alleine oder er telefonierte. Ryan und Beckett lauschten angespannt. „Okay, ich schaue noch mal überall nach. Bis später." Sie hörten das Piepen eines Handys als aufgelegt wurde. Er hatte also telefoniert. „Die kleine Hexe macht mich fertig", murmelte Turner und sie hörten wie sich seine Schritte entfernten.

„Ich glaube er ist in die Küche gegangen", meinte Beckett leise. „Lass uns verschwinden."

„Er könnte uns sehen. Alle Zimmer gehen zum Flur und ich habe keine Tür gehört", warf Ryan ein. „Wenn er uns erwischt, sind wir unseren Job los. Wir sollten erst mal abwarten." Beckett nickte.

Langsam normalisierten sich ihre Adrenalinspiegel wieder und sie wurden sich ihrer Situation bewusst. Der Raum, in dem sie sich befanden, hatte kein Fenster, aber unter der Tür fiel genug Licht ein, dass sie einigermaßen etwas erkennen konnten, nachdem sich ihre Augen an das Dämmerlicht gewöhnt hatten. Sie bemerkten, dass der Raum klein war, sehr klein. Er war circa 70 cm tief und 1 m breit, sie hätten also bequem nebeneinander stehen können, wenn nicht an der einen Seite ein Schuhregal über die ganze Höhe des Raumes angebracht worden wäre und auf der anderen Seite nicht ein Staubsauger, Schrubber und Besen ständen. Sie konnten also nur hintereinander stehen, dazu reichten die 70 cm gerade aus. Beckett stand mit dem Gesicht zu Wand, ihre Stirn berührte fast den Sicherungskasten, der dort hing. Ryan stand hinter ihr, um ihr nicht zu dicht auf die Pelle zu rücken, drückte er seinen Rücken und seinen Po gegen die Tür. Zwischen seinen Beinen stand ein Plastikeimer, in dem mehrere Flaschen mit Putzmittel standen. Becketts Beine stießen gegen einen Werkzeugkoffer, auf dem noch weitere elektrische Geräte lagen. Alles in allem war der Raum so vollgestellt, dass sie sich nur minimal bewegen konnten, ohne etwas umzureißen.

Sie hörten, wie Turner über den Flur lief und vor sich hin fluchte. Er schien die Tickets noch nicht gefunden zu haben. Er war gerade am Abstellraum vorbeigelaufen, als Becketts Handy piepste. Erschrocken holte sie es aus der Hosentasche und schaute drauf. Es war eine SMS von Castle: „Alles klar?" „Geht so. Wir stecken im Abstellraum fest", schrieb sie zurück, nachdem sie die Handschuhe ausgezogen hatte.

„Wir sollten die Handys auf „Lautlos" stellen", bemerkte Ryan.

„Hab ich schon", antwortete Beckett bissig. Sie steckten die Telefone wieder ein und warteten. Turner lief immer wieder durch die Wohnung, an Flucht war insofern vorerst nicht zu denken.

Nach knapp 10 Minuten wurde Beckett unruhig, sie trat von einem Bein auf nächste, rollte mit den Schultern und beugte ihren Oberkörper zu allen Seiten, soweit es ging. Als sie anfing ihre Arme zu bewegen, stieß sie gegen einen Besen, der polternd gegen die Wand fiel. Erschrocken machte sie einen Schritt zurück und trat Ryan auf den Fuß. Er biss auf seine Hand, um einen Schmerzensschrei zu unterdrücken. Sie hielten den Atem an, doch nichts passierte. Turner hatte nichts mitbekommen.

„Was soll das?", zischte Ryan, nachdem die Schmerzen in seinem Fuß etwas nachgelassen hatten. „Bleib still stehen oder willst du uns auffliegen lassen?"

„Dieses auf einer Stelle Stillstehen macht mich ganz mürbe", gab Beckett zu. „Können wir mal den Platz tauschen oder so?"

„Wie soll das gehen, bei dem ganzen Kram, der hier herumsteht." Ryan überlegte kurz. „Du könntest dich gegen mich lehnen, vielleicht hilft das etwas." Er lehnte sich wieder gegen die Tür, zog seine Handschuhe aus, legte seine Hände an Becketts Hüften und zog sie zu sich. Sie lehnte sich gegen seine Brust und entspannte sich etwas.

„Danke", sagte Beckett und je ruhiger sie wurde, umso mehr drückte sich ihr Körper an seinen. Er fand das eigentlich ganz schön, bis ihr Hinter seine intimste Stelle berührte. Mist, damit hatte er nicht gerechnet. Er versuchte seine Gedanken abzulenken, mit Baseball, Hundebabys und seiner Frau Jenny. Aber nichts half. Er war schon immer ein bisschen verschossen gewesen in seine heiße Kollegin und sie jetzt so dicht bei sich zu haben, war einfach wunderbar. Kein anderer Gedanke hatte mehr Platz in seinem Hirn, zumal sowieso schon das gesamte Blut daraus in seine wachsende Erregung geflossen war.

„Alles klar, da hinten?" Beckett hatte natürlich bemerkt, dass er sich, im wahrsten Sinne des Wortes, versteift hatte. Aber sie war ebenfalls angetörnt und das nicht nur von seinem harten Glied, das sich in ihren Po drückte, sondern auch von seinen Händen, die von ihren Hüften unter ihre Bluse gerutscht waren und sanft über ihre nackte Haut direkt oberhalb ihres Hosenbundes streichelten. Sie mochte Ryan, sollte sie ihn gewähren lassen? Wo würde das hinführen? Sie stellte sich vor, wie sie hier von Esposito und Castle überrascht wurden. Dieser Gedanke schreckte sie jedoch nicht ab, er machte sie eher noch bedürftiger. Sie spürte, wie sich die Hitze zwischen ihren Beinen sammelte.

Ryan machte ihr die Entscheidung leichter, als er eine Hand unter ihren Hosenbund schob und über ihren Unterbauch streichelte. Sie seufzte, fasste mit ihrer rechten Hand nach hinten und drückte seine Erektion durch den Stoff seiner Hose.

„Kate", stöhnte Ryan. „Bitte spiel nicht mit mir."

„Dann lass endlich die Hosen runter."

Das ließ Ryan sich nicht zweimal sagen. Er öffnete seine Hose und schob sie samt Unterhose nach unten. Dann legte er seine Hände wieder auf ihren Bauch und streichelte darüber. Beckett griff hinter sich und umfasste seinen steifen Penis. Sie bewegte ihre Hand über seine Länge und streichelte mit dem Daumen über die Spitze.

„Oh, Kate, das ist gut." Ryans Stöhnen wurde lauter.

„Kevin, leise", warnte Beckett und hörte auf, ihre Hand zu bewegen.

Ryan seufzte frustriert, erinnerte sich dann aber an seine Hände. Er versuchte über Becketts Schulter zu gucken und knöpfte ihre Hose auf. Er zog den Reißverschluss nach unten und schob die enge Jeans soweit herunter, wie es ihm möglich war. Er ließ seine Handflächen über ihren Slip gleiten und Beckett war froh, dass er in dem gedämpften Licht nicht allzu viel sehen konnte, denn sie hatte heute Morgen Unterwäsche angezogen, die nicht wirklich sexy war. Schnell zog sie den Slip nach unten, bevor Ryan doch noch etwas über ihre Unterwäsche sagen konnte.

Ryan schob langsam eine Hand zwischen Becketts Beine. Durch die Jeans in ihren Kniekehlen und den ganzen Kram auf dem Boden, konnte sie sich nur wenig für ihn öffnen. Sie beugte sich etwas nach vorne, stützte sich mit einer Hand an der Wand vor ihr ab und ging ein klein wenig in die Knie. So hatte Ryan genug Zugriffsraum, um zwei Finger in sie einzuführen. Beckett stöhnte, als er immer abwechselnd über ihre Klitoris strich und dann wieder ein paar Mal in sie stieß. Ryan drehte ihren Kopf zur Seite, sodass er ihren Mund mit seinem verschließen konnte und ihr Stöhnen gedämpft wurde. Becketts Hand kehrte wieder zu seinem harten Glied zurück, das rhythmisch in ihre Pobacke pikte.

Die Stellung, die sie innehatten, war alles andere als bequem, wahrscheinlich hatte sie morgen Rücken- und Nackenschmerzen, aber sie spürten, wie sie dem Höhepunkt immer näher kamen und allein dieses Gefühl war die ganze Sache wert.

„Kate, ich komme gleich", flüsterte Ryan atemlos.

„Aber bitte nicht auf meine Klamotten", warnte Beckett leise, aber mit strengem Ton.

Im letzten Moment nahm Ryan wahllos einen Schuh vom Regal neben ihm, steckte seinen Penis hinein und ließ sein Sperma in den schwarzen Herrenslipper spritzen. Erleichtert stellte er den Schuh zurück, lehnte sich gegen Beckett und seufzte zufrieden.

„Wir sind hier noch nicht fertig, Kevin" erinnerte Beckett ihn fast liebevoll und er bewegte erneut seine Hände und Finger in ihr und über sie. Ihr Orgasmus kam so plötzlich und hart, dass sie sich selber den Mund zuhielt, um nicht laut aufzuschreien.

Sie waren gerade dabei ihre Hosen wieder anzuziehen, als sie Turner direkt vorm Abstellraum hörten. „Baby, ich habe die verdammten Karten nicht. Ich habe überall gesucht, außer im Abstellraum, da schaue ich jetzt noch nach."

Beckett und Ryan stockte der Atem, als sie hörten, wie sich der Türknauf drehte.

„Was?", schrie Turner vor der Tür wütend. „Du hast die Tickets die ganze Zeit in deiner Handtasche gehabt? Oh, Baby, du bringst mich noch ins Grab." Er ließ den Türknauf los und die Tür schnappte wieder zu. „Ich bin auf dem Weg zu dir."

Ryan und Beckett holten erst wieder Luft, als sie hörten, wie die Wohnungstür ins Schloss fiel.

„Das war knapp", sagte Ryan und stolperte in den Flur. Er zog den Reißverschluss seiner Hose hoch und grinste Beckett frech an. „Aber heiß."

Beckett stürmte Augen rollend an ihm vorbei und öffnete die Tür des Nachbarraumes. Es war das Gäste-WC. Sie stellte sich vor den Spiegel und versuchte, so gut es ging, ihre Haare zu richten. Ryan stellte sich in den Türrahmen und schaute ihr zu.

„Warum haben wir uns eigentlich nicht hier versteckt?", fragte er nachdenklich. „Hier hätten wir ganz andere Möglichkeiten gehabt." Beckett schaute sich in dem ziemlich geräumigen Bad um und nickte unmerklich. „Wollen wir?", fragte Ryan grinsend.

„Nein!", erwiderte Beckett mit Nachdruck und verließ fast fluchtartig den Raum. In diesem Moment klingelte ihr Handy und ohne auf das Display zu schauen, nahm sie das Gespräch an. „Was?", schrie sie fast in das Gerät. Es war Esposito, der ihnen mitteilen wollte, dass Turner wieder losgefahren war. „Passt diesmal aber besser auf."

Sie durchsuchten die Wohnung weiter und fanden in der Küche die erhofften Beweise. Am Kühlschrank hing ein Foto, auf der eine Gruppe von Leuten abgebildet war. Unter anderem auch das Opfer, das dabei direkt neben Turner stand. Also hatte er das Opfer gekannt. Das war die Verbindung, die sie brauchten und Beckett fotografierte das Bild ab. Ryan fand ferner im Küchenschrank hinter diversen Kaffeebechern ein Messer, das die Tatwaffe sein könnte. Auch davon machten sie ein Foto und verließen dann die Wohnung.

Als sie zum Auto kamen, waren Castle und Esposito viel zu sehr damit beschäftigt sich zu entschuldigen, dass sie nicht aufgepasst hatten, als zu merken wie derangiert Ryan und Beckett von ihrer kleinen Begegnung noch waren. Sie fuhren schnell zurück zum Revier, um die „anonym" erhaltenen Beweise möglichst zügig dem Staatsanwalt übergeben zu können. Und tatsächlich standen sie schon am nächsten Morgen mit einem offiziellen Durchsuchungsbeschluss wieder vor Charlie Turners Tür.

Ryan und Beckett sprachen nie wieder über den kleinen Vorfall, der sich im Abstellraum zwischen ihnen ereignet hatte, aber komischerweise gab es immer öfter eine neue Teamaufteilung, Castle musste sich mit Esposito zusammentun und Ryan ging mit Beckett. Man konnte ja nie wissen, welche Gelegenheiten sich irgendwann bieten würden.

A/N: Ihr dürft auch gerne ein Review hinterlassen. Da hätte ich nichts gegen ;-)