Harry
Potter
Und der Zeitzauber
Kapitel 4:
"Wir
sollten langsam in den Unterricht gehen", unterbrach Harry die
wieder aufgetretene Stille.
Erste Stunde hatten sie zusammen mit
den Ravenclaws Pflege magischer Geschöpfe. Und wen traf Harry da
an? Keinen geringeren als Hagrid. Dies zauberte Harry wieder ein
Lächeln aufs Gesicht. Hagrid war der Erste den er von seinen
Bekannten hier angetroffen hatte, denn Dumbeldore, hatte er noch kein
einziges Mal gesehen, obwohl er doch sonst immer bei jeder
Tagesmahlzeit anwesend war. Jedoch konnte er in der Anwesenheit von
Riddle Hagrid nicht einfach guten Tag sagen, da er schließlich
in den Augen der Slytherins einfach nur ein tolpatschiger Volltrottel
war und es Riddle gewiß missfallen würde, wenn er sich mit
Hagrid anfreunden wollte.
Sie hatten ebenso wie es Harry gewohnt
war vor der Wildhüterhütte Unterricht, nur das sie anstatt
Hagrid ein älterer Mann mit einer Glatze und Bartstoppeln im
Gesicht unterrichtete. Er war schlaksig und trug eine Ahornbrille.
"Das ist Mister Addison", wisperte Riddle Harry zu. "Guten
Morgen", begrüßte Mister Addison sie alle mit einem
freudig strahlenden Gesicht und zerrte eine große verschlossene
Truhe aus der Hütte raus.
"Heute nehmen wir die
Kukulkan durch. Kann mir jemand hier sagen was das für ein Tier
ist?" Nur zwei Arme schossen in die Höhe und zwar der von
Hagrid und der von Riddle. "Ja Riddle?" "Die Kukulkan
ist eine gefiederte Schlange. Über die leider sehr wenig bekannt
ist, da es nur noch so wenige davon gibt. Sie leben lieber abseits
von Menschen und können sich jedem Lebensraum anpassen."
"Das ist richtig. Ich werde die Schlange nun herausholen, also
treten sie bitte alle ein wenig zurück, da diese Schlange sehr
aggressiv auf zu viele Menschen reagieren kann und wir wollen doch
nicht, dass hier jemand zu Schaden kommt."
Mister Addison
hob eine schwarze Schlange mit rabenschwarzen Schwingen aus der
Truhe. Einige blickte angeekelt das Tier in seinen Händen an,
anderen war es völlig gleichgültig und wiederum andere zu
denen man auch Riddle zählen konnte waren beeindruckt von dem
Anblick der Kukulkan. Nach Pflege magischer Geschöpfe, machten
sie sich auf den Weg in die Kerker, denn dort hatten sie nun
Zaubertrankunterricht. "Irgendwann werde ich mir eine Schlange
als Haustier halten", sagte Riddle fasziniert. "Ach ja?",
sagte Harry und zog eine Augenbraue hoch. Es war mehr eine
Feststellung als eine Frage. Harry konnte Riddles Faszination für
diese Tiere nicht nachvollziehen. Er hatte zwar nichts gegen
Schlangen, nein im Gegenteil, er mochte sie an für sich, seit
dem er die Schlange im Zoo gesehen hatte und herausfand, dass er mit
diesen Tieren kommunizieren konnte. Aber dennoch machte es für
ihn keinen Unterschied, ob er sich nun eine Eule, eine Katze oder
eine Schlange halten würde. Pro Eule. Seit er hier angekommen
war hatte er sich kein einziges Mal richtig um Hedwig gekümmert
hatte seit er. Er hatte noch nicht einmal seinen Koffer ausgepackt.
Er hatte ihn einfach zusammen mit Hedwig im Büro des Direktors
stehen lassen und später hatten sie dann anscheinend Hauselfen
auf sein Zimmer getragen. Hedwig nahm ihm sein Verhalten gewiss schon
übel, zumal sie ohnehin schon so empfindlich war, aber dieses
Mal wäre es ja sogar verständlich. Denn trotz Hedwigs
schwankenden Gemütes, hatte er seine Eule sehr lieb
gewonnen.
Sie erreichten gerade das Klassenzimmer und Harry
erblickte einen kleinen dicken Mann mit blondgelockten Haaren, der
griesgrämig sein Gesicht verzog und ungeduldig mit den Fingern
auf dem Pult vor ihm rumhämmerte. Na das kann ja lustig werden
dachte Harry bei seinem Anblick. War es eigentlich in den Schulregeln
vorgeschrieben, dass alle Zaubertranklehrer besonders unfreundlich
und streng sein mussten. Denn dies würde wenigstens erklären
warum Snape so war und das man ebenfalls Harrys neuem
Zaubertranklehrer, diese Eigenschaften ansehen konnte. Alle setzten
sich so schnell wie möglich auf ihre Plätze und sofortige
Stille trat ein.
"Bevor wir den Unterricht beginnen, möchte
ich schon einmal für den Neuen sagen, dass ich kein Fehlen der
Hausaufgaben dulden werde, ebenso wenige wie Widerworte. Haben sie
mich verstanden Mister Potter?!", keifte er Harry an. "Ja".
Gut, jetzt war Harry sich sicher, der Lehrer war genauso furchtbar
wie Snape. Dafür verlief der Unterricht aber ganz glimpflich.
Auch die darauf folgenden Fächer waren recht aushaltbar, und nun
war Harry auf dem Weg zum Quidditchfeld, um sich seinem Training zu
widmen.
"Du bist also der neue Sucher?", Vor Harry
baute sich ein großer muskulöser Junge mit blonden langen
Haaren auf, welcher er zu einem Zopf zusammen gebunden trug und einer
sehr blassen Haut. Er musterte Harry von oben bis unten und meinte
schließlich mit einem freundlichen Lächeln: "Ich bin
Steve der Kapitän und Hüter dieser Mannschaft. Die drei
dort sind die Jäger." Er zeigte auf ein kleinen zierlichen
Jungen mit braunen Haaren und grauen Augen, ein schwarzhaariges
Mädchen mit haselnußbraunen Augen und einen Jungen mit
hellblauen Augen, dessen Haare fast weiß schienen, da sie so
hell waren. "Der braunhaarige ist Clive, dass Mädchen heißt
Marie und der mit den blauen Augen ist Thomas. Und die beiden dort,"
er zeigte auf ein rothaariges Mädchen mit vielen Sommersprossen
und grünen Augen und einen Jungen mit gebräunter Haut,
schwarzen Haaren und dunkelbraunen Augen, "sind die Treiber
Sahra und Jack."
Steve stellte sich in Pose und sagte
schließlich zu ihnen: "In drei Wochen findet dieses Jahr
unser erste Spiel gegen Hufflepuff satt. Hufflepuff ist zwar nicht
wirklich ein ernst zunehmender Gegner, aber dennoch sollten wir es
nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schließlich haben sie
ebenfalls einen neuen Sucher und dazu noch einen neuen Hüter.
Nun zu dir Harry. Wie ich sehe besitzt du keinen Besen. Ist das
richtig?" "Ja," dass stimmte zwar nicht ganz, aber
erstens hatte er seinen Besen gar nicht mitgenommen und auch wenn er
es getan hätte würde ihm das nun wenig bringen, da dieser
Besen in dieser Zeit noch gar nicht vorhanden war. Außerdem wer
es ja unfair gewesen, da sein Besen den anderen in seiner Qualität
sehr weit voraus gewesen wäre. "Gut, dann wirst du halt
wohl oder übel einen der Schulbesen benutzen müssen. Warte
hier, ich bringe dir einen." So begann also das Training und am
Abend machte sich Harry als erstes auf den Weg zur großen
Halle, wo schon ein gut gelaunter Riddle auf ihn wartete. "Und
wie war es?" "Zwar anstrengend, aber einfach super."
"Ich habe gehört das du gar keinen Besen besitzt und daher
einen Schulbesen benutzen musst, stimmt das?" "Ja",
antwortete Harry knapp. "Aber wie hast du denn dann auf deiner
alten Schule Quidditch gespielt?" "Mit einem Besen, womit
sonst. Aber da haben alle mit Schulbesen gespielt", sagte er und
hoffte das seine Lüge wenigstens etwas glaubwürdig wirkte.
Aber Riddle ging nicht weiter auf das Thema ein, also warum sich
Sorgen machen?
Die folgenden Tage vergingen eigentlich recht Ereignislos, außer das Harry eine Woche vor dem Spiel täglich Quidditchtraining hatte. Riddle schenkte ihm überhaupt gar keine Aufmerksamkeit mehr. Ständig war er damit beschäftigt zu lernen oder anderen Schülern für Geld Nachhilfe zu geben. In den ersten Tagen dachte sich Harry nicht viel dabei, aber so langsam bekam er das Gefühl das er irgendwas falsch gemacht haben musste. Doch als er Riddle darauf ansprach, antwortete dieser nur, dass sein Geld langsam knapp würde und er daher viel Nachhilfestunden gab und leider nicht mehr so viel Zeit für ihn habe, aber dass dies wirklich nicht seine Schuld wäre. Kurze Zeit später freundete sich Harry mit Clive an. Er war wirklich sehr nett und gut gelaunt. Harry fragte sich wie so Jemand überhaupt in Slytherin landen konnte. Am Abend vorm Spiel bekam Harry fast kein Auge zu. Er strich sanft über Hedwigs Gefieder. Diese hatte ihm schon längst verziehen und zwickte nun liebevoll in seinen Finger.
Am nächsten Morgen vorm Spiel bekam Harry keinen
Bissen runter er war einfach zu aufgeregt wie stets, vor einem
Quidditchspiel. "Harry, du solltest was essen", meinte
Riddle schließlich. "Ich hab' aber keinen Hunger",
entgegnete Harry wie ein kleines schmollendes Kind, was ein Lächeln
auf Riddles Gesicht zauberte, welches Harry schon länger nicht
mehr gesehen hatte. Wie denn auch, er sah ihn ja nur noch beim Essen
und im Unterricht. Plötzlich flogen die Eulen mit der Post in
die große Halle. Zwei Waldkäuze, kamen mit einem großen
länglichen Paket auf Riddle zugeflogen und ließen es vor
ihm nieder. "Ich dachte schon meine Bestellung kommt gar nicht
mehr an. Ich will doch meine Zeit nicht umsonst mit Nachhilfe geben
verplempert haben. Hier für dich Harry", sagte Riddle mit
einem breiten Grinsen und reichte Harry das längliche Paket.
Dieser starrte Riddle entgeistert an.
"Für mich?"
"Siehst du hier etwa noch jemanden der Harry heißt? Nun
öffne es doch schon", forderte Riddle und schien ebenso
neugierig wie Harry zu sein, allerdings eher auf seine Reaktion. "Es
ist zwar nicht das aller neuste Modell, da ich so viel nicht in der
kurzen Zeit zusammenbekommen habe, aber immerhin auf jeden Fall
besser als die alten Schulbesen." Harry fiel Riddle fröhlich
um den Hals, doch als er registrierte wen er hier eigentlich vor sich
hatte, lies er ihn erschrocken los. Er hatte grade wirklich Tom
Vorlost Riddle umarmt. Er wusste langsam wirklich nicht mehr, was er
von seinem eigen Verhalten denken sollte. Aber hatte sich Harry das
eben eingebildet, oder hatten sich Riddles Wangen eben leicht rosa
gefärbt? "Es freut mich dass er dir gefällt. Du
solltest dich langsam auf den Weg zu den Umkleideräumen machen,
bald beginnt das Spiel." "Du hast Recht. Noch mal vielen
Dank für den Besen." "Nichts zu danken. Ich wünsche
dir viel Glück, du schaffst das schon." Harry nickte und
verließ die große Halle.
