A/N: Da ich mich immer bei allen Reviewern persönlich bedanke, es aber bei Laurelina nicht kann, da sie keine Email-Adresse hinterlassen hat. mache ich das auf diesem Weg. Auch dir ganz vielen lieben Dank für die Review. Du hast übrigens gar keinen Grund, dich zu verkriechen. Im gewissen Sinne hast du nämlich Recht. Oliver und Angelina sind auf einer gewissen Ebene definitiv ein Traumpaar. Oder zumindest harmonieren sie recht gut zusammen. Ob das hier auch der Fall ist, bleibt noch abzuwarten. Hier steht ja noch die Frage aus, ob Oliver in Angelina überhaupt eine potentielle Möglichkeit für eine Liebesbeziehung sieht oder ob ihr ein entscheidendes Detail fehlt. ;-)
So, damit ist auch die Antwort erledigt. Ich wünsche euch viel Spaß mit Kapitel 4.
Kapitel 4: Kapitäne unter sich
Nachdenklich lehnte Oliver am Zaun und sah zur heulenden Hütte rüber. Er hatte sich schon immer gefragt, wie es in dieser Hütte wohl aussehen mochte. An die spukenden Geister glaubte er nicht wirklich. Die tat er nur als abergläubisches Geschwätz der Bewohner Hogsmeades ab. Außerdem, warum sollten Geister in einer baufälligen Hütte rumspuken, wenn in direkter Nachbarschaft ein riesiges weitläufiges Schloss stand, dass viel interessanter zum spuken war? Nein, um die heulende Hütte mußte es ein anderes Geheimnis geben, dessen war er sich sicher. Aber auch wenn er sich dessen sicher war, hatte er sich noch nie weiter zur Hütte vorgewagt, als bis zu eben diesem Zaun. Warum wußte er selber nicht.
Ein Geräusch hinter ihm ließ ihn herumfahren und sah Angelina auf sich zu kommen. Er konnte ihr ansehen, dass sie in letzter Zeit einiges mitgemacht hatte. Ein leicht angespannter Zug lag um ihren Mund und unter den Augen hatte sie einen leichten Ansatz von dunklen Ringen. Auch ihr Gang, der sonst immer eine enorme Energie und Lebensfreude zeigte, war heute ein wenig gebremster. Es gefiel ihm nicht so recht, was er da sah, denn Angelina war in seinen Augen immer ein perfektes Beispiel für Elan, gute Laune, Sportlichkeit und gutem Aussehen.
Er stutzte leicht und runzelte die Stirn. Gutes Aussehen? Seit wann sah er Angelina denn in diesem Licht? Oder hatte er sie immer schon so gesehen und es nur nie bemerkt? Tatsache war, dass er mit ihr immer am meisten von seinen Jägerinnen zu tun hatte, aber das hatte er immer auf die Tatsache geschoben, dass er in ihr seine potentielle Nachfolgerin gesehen hatte. Aber das war Harry auch gewesen, und hatte er mit ihm genauso viel Zeit verbracht, wie mit Angelina? Nein, eigentlich war er Harry mehr oder weniger aus dem Weg gegangen, was er immer mit dem doch recht großen Altersunterschied erklärt hatte. Harry war sein kleiner Starsucher gewesen, aber Angelina war schon immer seine Stellvertreterin, auch wenn sie davon nichts ahnte. Oder gab es da doch ganz andere Gründe, von denen er nichtmal etwas ahnte?
„Hey Käpt'n", begrüßte Angelina ihn als sie nahe genug bei ihm war, um mit ihm sprechen zu können. „Was soll dieser merkwürdige Gesichtsausdruck? Sehe ich so fürchterlich aus?"
Oliver schmunzelte und stieß sich vom Zaun ab, um auf sie zuzugehen. „Absolut nicht, Johnson. Du siehst genauso phantastisch aus wie immer."
„Lügner", lachte Angelina und blieb schließlich mit einem verschmitzten Lächeln und leicht zur Seite geneigtem Kopf vor ihm stehen. „Du kannst ruhig sagen, dass ich fürchterlich aussehe. Dieses ganze Theater in diesem Schuljahr macht mich so langsam mürbe. Und damit meine ich nicht nur das Chaos im Team."
„Du siehst nicht fürchterlich aus.", versicherte Oliver ihr und zog sie spontan in die Arme, bevor er leise weitersprach. „Höchstens ein wenig gestresst. Aber nicht fürchterlich." Dann schob er sie wieder von sich und sah sie wieder an. „Es ist schön, mal einen von euch wiederzusehen. Ich habe euch vermisst."
„Es ist auch schön, dich mal wiederzusehen, Käpt'n.", antwortete Angelina leise. „Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass du es ernst meinst. Immerhin gehörst du jetzt zu den Großen in der Branche."
„Irr dich da bloß nicht, Johnson." Oliver verzog leicht das Gesicht, was Angelina ein breites Lächeln entlockte. „Ich bin nur einer der ganz Großen im Bankdrücken und neuerdings sogar schwul."
„Ja, ich weiß.", nickte Angelina. „Das ist das ganz große Thema bei uns in dieser Woche. Vor allem bei den Kellerkindern."
„Kann ich mir denken.", brummte Oliver. Er schob seine Hände in die Robentaschen und sah nachdenklich in die Ferne, bevor er mit den Schultern zuckte. „Aber ich werd's wohl nicht ändern können, dass sich das ganze Land über meine sexuelle Orientierung Gedanken macht."
„Wenn es dich beruhigt, ich mache es nicht.", antwortete Angelina. „Mir ist es relativ egal, wie du gepolt bist. Hauptsache du bist zufrieden damit."
„Danke" Oliver warf ihr einen ehrlich dankbaren Blick zu. „Aber ich kann dir garantieren, dass das alles nur blödsinniges Geschwätz ist. Ich bin immer noch genauso hetero, wie ich es immer war."
„Werde ich mir merken.", gab Angelina zurück und lächelte ihm zu, „Aber was hältst du davon, wenn wir irgendwo hingehen, wo es wärmer ist?"
„Gute Idee. Hatte ich sowieso vor.", stimmte Oliver ihr zu. „Aber nicht nach Hogsmeade. Da ist die Gefahr zu groß, dass mich jemand erkennt. Und ich will nicht, dass du morgen Ärger kriegst , weil du mit mir auf der Titelseite des Tagespropheten zu sehen bist."
Angelina lachte laut auf und grinste ihn an. „Damit hätte sich aber diese 'Ist er schwul oder nicht'-Geschichte erledigt. Meinst du nicht?"
„Nicht wirklich.", widersprach er ihr, schmunzelte allerdings auch vor sich hin. „Man würde mir vorwerfen, dass dies ein geplantes zufälliges Zusammentreffen mit der Presse ist, um von der angeblichen Wahrheit abzulenken."
„Presseleute.", brummte Angelina und verdrehte die Augen. „Das Pack ist doch zu nichts zu gebrauchen."
„Stimmt" Oliver nickte und zog ein Foto aus der Tasche, bevor er Angelina wieder ansah. „Du kannst doch apparieren, oder?" Angelina nickte zustimmend, was Oliver ebenfalls zu einem Nicken veranlasste. „Gut. Mit dem Seit-an-Seit-Apparieren hapert es bei mir nämlich noch. Ich habe hier ein Foto von meinem Wohnzimmer – meine Eltern kannst du einfach ignorieren. Sieh es dir genau an. Die Adresse ist Alte Hafengasse 4 in Puddlemere. Glaubst du, du schaffst es, dahin zu apparieren, auch wenn du nur dieses Foto kennst? Da wären wir am ungestörtesten."
Angelina nickte und nahm das Foto in die Hand. „Ja, das schaffe ich. Und du hast Recht. Das ist wirklich die beste Lösung."
„OK, dann bis gleich."
„Bis gleich."
Oliver lächelte ihr nochmal zu, bevor er mit einem hörbaren PLOP disapparierte. Sie sah nochmal kurz auf das Foto in ihrer Hand, steckte es dann ein, schloss kurz die Augen, um sich auf ihr Ziel zu konzentrieren und disapparierte ebenfalls.
Als sich die Welt um Angelina herum wieder materialisierte sah sie sich kurz skeptisch um, doch sobald sie realisierte, dass sie wirklich in dem Zimmer angekommen war, dass sie auf dem Foto gesehen hatte, entspannte sie sich. Oliver selber war nirgends zu sehen und sie nahm an, dass er sich in einem anderen Raum in der Wohnung aufhielt. Neugierig sah sie sich um und stellte fest, dass er als Profispieler scheinbar gar nicht so schlecht verdiente. Auch wenn er noch keinen einzigen Einsatz in der Profiliga hatte.
Dominiert wurde der Raum von einer riesigen, hellen Couchgarnitur aus Leder und einem schlichten aber doch ansprechenden Kamin, in dem ein warmes Feuer brannte. Eine Wand verlief in einem leichten Bogen und war mit einer großen Fensterfront versehen. Von dort aus bot sich ein phantastischer Ausblick über den Hafen von Puddlemere. Die Wohnung schien im dritten oder vierten Stockwerk zu liegen, denn der Hafen lag einige Meter unterhalb der Fenster.
Drei Türen führten aus dem Wohnzimmer heraus und auch wenn es Angelina in den Fingern juckte, einen Blick hinter diese Türen zu werfen, riss sie sich doch zusammen und nahm stattdessen ihren Rundblick durch das Wohnzimmer wieder auf. Verschiedene Regale, Vitrinen und Schränke standen verteilt an den Wänden und wurden durch die dazwischen gestellten Grünpflanzen aufgelockert und wirkten so nicht so wuchtig wie die große Anbauwand im Wohnzimmer ihrer Eltern. Hier und da waren Fotos in verschiedenen Größen zu sehen, aber keines davon zeigte Oliver selber oder seine Puddlemerekameraden in Quidditchroben. Tatsächlich war im ganzen Wohnzimmer nirgends auch nur der kleinste Hinweis darauf zu finden, dass es das Wohnzimmer eines Profiquidditchspielers war.
„Gefällt's dir?"
Angelina zuckte leicht zusammen und drehte sich in die Richtung, aus der Olivers Stimme zu hören war. Ein leicht verlegenes Lächeln huschte über ihre Lippen, als sie ihn am Türrahmen hinter sich lehnen. Sie fühlte sich ertappt, obwohl sie sich eigentlich nicht so zu fühlen brauchte, schließlich war sie ja mit seiner Erlaubnis hier. Trotzdem kroch ein merkwürdiges Gefühl in ihren Magen und sie fühlte sich unter seinem fragenden Blick recht unwohl.
„Um ehrlich zu sein, bin ich leicht irritiert.", gab sie schließlich zu.
„Leicht irritiert?", fragte er zurück und stieß sich vom Türrahmen ab. „Was irritiert dich denn?"
„Naja" Angelina machte eine weitausholende Geste durch das Wohnzimmer. „Hier ist absolut nichts, was mit Quidditch zu tun hat. Es ist irgendwie schwer vorstellbar, dass es dein Wohnzimmer ist. Um ehrlich zu sein, ich würde es dir nichtmal abnehmen, dass es dein Wohnzimmer ist, wenn hier nicht so viele Bilder von dir stehen würden."
Oliver lachte leicht auf und ließ sich auf die Lehne des Sessels sinken, der ihm am nächsten stand. „Es muß wirklich ein Schock für dich sein, dass dein quidditchfanatischer ehemaliger Kapitän scheinbar endlich ein wenig gesunden Menschenverstand entwickelt hat."
Jetzt lachte auch Angelina auf und die merkwürdige Anspannung, die sie kurzfristig befallen hatte. Sie setzte sich in den anderen Sessel und lehnte sich behaglich zurück. „Ja, es ist wirklich schwer vorstellbar", gab sie zu.
„Dann laß dir sagen, dass du keine Ahnung hast, wer ich wirklich bin, Johnson.", meinte Oliver und rutschte über die Lehne in seinen Sessel. „Wie sieht's aus? Kann ich dir was zu trinken anbieten?"
„Etwas warmes wäre ganz nett.", nickte Angelina und stand jetzt wieder auf, um ihren Umhang aufzuknöpfen und auszuziehen. „Ich bin nämlich inzwischen doch recht durchgefroren. Wer hätte gedacht, dass es schon so früh so heftig friert?"
„Damit muß man in Schottland immer rechnen.", gab Oliver zurück und drehte dann den Kopf zu der Tür um, durch die er gerade gekommen war. „Tipsy?"
„Tipsy?", wiederholte Angelina und hielt verdutzt inne, um Oliver anzusehen. Doch einen Augenblick später bekam sie kugelrunde Augen, als Olivers Hauselfe eifrig in das Wohnzimmer getrippelt kam. „Du hast eine eigene Hauselfe?"
„Ja. Oder eigentlich nicht. Tipsy ist eine Art Leihgabe von Puddlemere. Alle Spieler bekommen vom Team eine eigene Hauselfe, damit sie sich nicht mit der Hausarbeit beschäftigen müssen, während sie genauso gut trainieren oder sich in der Presse so gut wie möglich vermarkten können."
Oliver verdrehte die Augen, doch Angelina nickte. „Klingt logisch."
„Ja, aber ist schon eine ziemliche Umstellung. Ich bin völlig ohne Hauselfen aufgewachsen." Dann wandte er sich zu Tipsy um. „Machst du uns bitte zwei große Becher heißen Tee, Tipsy? Und wenn du noch ein paar von diesen leckeren Keksen hättest, wäre das auch nett. Aber nur, wenn noch welche da sind. Ich will nicht, dass du noch extra welche machst."
„Ja, Sir." Tipsy verbeugte sich eifrig. „Es sind noch Kekse da und den Tee bringe ich Ihnen gleich."
„Danke Tipsy"
Tipsy verbeugte sich noch einmal, nahm breit lächelnd Angelinas Umhang in Empfang und trippelte dann wieder aus der Tür. Oliver sah ihr kopfschüttelnd über ihren Übereifer nach und drehte sich dann wieder zu Angelina um. Diese sah ziemlich verdutzt auf die Tür und schüttelte dann den Kopf.
„Ich korrigiere mich.", meinte sie. „Kurzfristig war doch ein Stückchen Quidditch in deinem Wohnzimmer. Und ehrlich gesagt, beruhigt mich das ungemein. Einen Moment lang hatte ich nämlich echt Angst, dass der alte Oliver nicht mehr da ist."
Oliver schmunzelte, als er verstand, worauf sie anspielte. Tipsy hatte heute eine andere Handtuchtoga an, als nach dem Spiel gegen die Catapults vor ein paar Tagen, aber auch dieses Handtuch hatte das Puddlemere-Emblem aufgedruckt.
„Es freut mich, dass du beruhigt bist.", meinte er und lächelte ihr zu. „Und jetzt laß uns dein Problem angehen. Wir haben schließlich nicht den ganzen Tag Zeit."
Angelina nickte zustimmend, konnte jedoch nicht verhindern, dass sich wieder ein merkwürdiges Gefühl in ihrem Magen breit machte. Woher kam das? War Oliver der Grund dafür oder lag es wirklich nur an all dem Chaos im Team. Innerlich schüttelte sie über diesen Gedanken den Kopf. Natürlich lag das an dem Chaos im Team und nicht an Oliver. Alleine der Gedanke daran war lächerlich. Immerhin ging es hier nicht um irgendeinen umjubelten Profispieler, sondern um ihren alten, quidditchfanatischen Kapitän. Und der war nie mehr als einfach nur ein Freund gewesen und so würde es auch bleiben.
„OK Ron! Versuche das nächste Mal mehr, dir nicht zu sehr anmerken zu lassen, ob du eher links oder rechts deckst! Du hast den Quaffles zwar mit einem wirklich spektakulären Manöver gehalten, aber auf Dauer wird es dir so nicht gelingen, deine Ringe sauber zu halten! Arbeite an deinem Pokerface und hör auf mit dem Besen zu zucken, wenn wir angreifen!"
Ron nickte stumm und atmete mehrfach tief durch. Ein leicht gequälter Ausdruck lag auf seinem Gesicht und er faßte sich kurz an die linke Seite, wo ihn eine halbe Stunde vorher ein Klatscher ziemlich hart getroffen hatte. Ein Klatscher, der ihn nicht hätte treffen dürfen, da die Treiber bei diesem Training auf seiner Seite spielten und eigentlich die Mädchen vom schießen abhalten und ihm den Rücken – oder in diesem Fall die Seite – freihalten sollten. Doch er biß die Zähne zusammen und beschwerte sich nicht. Er wußte schließlich nicht erst seit gestern, dass Quidditch ein verdammt harter Sport war.
Angelina nickte, als sie Rons Reaktion sah. Sie wußte, dass er ziemlich angeschlagen war und rechnete es ihm hoch an, dass er keinen Mucks tat, sondern weiterkämpfte. Sie würde es ihm später sagen, doch jetzt mußte sie sich erst um ihre Treiber kümmern. Sie rief sich nochmal kurz einige von Olivers Tipps ins Gedächtnis und sah dann Andrew an, der erschrocken zusammen zuckte, was ihr einen ersten Vorgeschmack auf die kommende Genugtuung brachte.
„Andrew! Jack! Kommt sofort hier rüber. Und Ginny!" Angelina sah sich nach Ginny um, die einige Meter über ihnen schwebte und nach dem Schnatz suchte. „GINNY!" Ginny sah sich verdutzt um und setzte dann zum Sturzflug an, als sie sah, dass Angelina sie zu sich runter winkte. Gleichzeitig mit Jack und Andrew kam sie bei Angelina an.
„Was gibt's?"
„Vergiß den Schnatz mal für eine Weile.", wies Angelina sie an und warf dann ihren Treibern einen finsteren Blick zu. „Her mit euren Schlägern und dann hört mir gut zu. Der erste von euch, der von einem Klatscher getroffen wird oder durch fliegerisches Unvermögen zu Boden geht, fliegt aus dem Team. Der andere kriegt noch eine letzte Chance. So langsam habe ich nämlich die Schnauze voll von eurem Gemurkse." Ungläubige Blicke wurden von allen Teammitgliedern in Richtung Angelina geworfen, doch diese ignorierte sie und drückte Ginny einen der Schläger in die Hand. „Mal sehen, was du für einen Schlag drauf hast. UND IHR BEWEGT EUCH GEFÄLLIGST ODER IHR FLIEGT BEIDE AUS DEM TEAM! HABE ICH MICH KLAR GENUG AUSGEDRÜCKT?"
Mit einem Anflug von Panik stoben Andrew und Jack auseinander, was fast zu einem Zusammenstoß der beiden Treiber führte. Angelina unterdrückte nur mit Mühe ein frustriertes Schnauben und sah Ginny mit einem fanatischen Glitzern in den Augen an.
„Mach ihnen die Hölle heiß, Ginny. Die sollen endlich mal lernen, was es heißt, Quidditchspieler zu sein."
„Mit dem größten Vergnügen, Käpt'n.", antwortete Ginny und warf Angelina ein breites Grinsen zu, bevor sie einem vorbeifliegenden Klatscher hinterher jagte und ihn einen Moment später Andrew in die Flugbahn schlug. Dieser entkam ihm nur knapp mit einem lauten Aufschrei und einer, wahrscheinlich unfreiwilligen, Faultierrolle.
Angelina nahm sich dagegen Jack genau zur Brust und schlug ihm wieder und wieder den anderen Klatscher entgegen. Die beiden neuen Gryffindortreiber flogen Haken schlagend und quiekend wie angestochene Ferkel über den Platz und versuchten immer verzweifelter ihrer gnadenlosen Kapitänen und ihrer nicht minder angriffslustigen Sucherkollegin zu entkommen.
Katie, Alicia und Ron hatten es sich derweil auf der Tribüne bequem gemacht und sahen der entfesselten Treiberjagd kopfschüttelnd zu.
„Stand in den letzten Tagen irgendetwas von einem tödlichen Trainingsunfall bei Puddlemere in der Zeitung?", fragte Alicia und zog blitzschnell den Kopf ein, als Jack nur wenige Zentimeter über ihr entlang jagte. Sie bezweifelte stark, dass er sie und die anderen beiden überhaupt wahrgenommen hatte.
„Nicht das ich wüßte.", antwortete Ron und versuchte so aufrecht wie möglich zu sitzen, um seine Rippen zu entlasten, was ihm jedoch nicht wirklich gelang. „Wieso?"
„Weil man glatt meinen könnte, Angelina sei von Olivers Geist besessen. Wir zwei fühlen uns glatt um zwei bis drei Jahre zurück versetzt.", antwortete Katie statt Alicia und grinste. Allerdings sah sie Ron gleich darauf besorgt an, als er zischend einatmete und das Gesicht verzog. „So schlimm?"
„Geht schon.", winkte Ron ab und sah wieder zu seinen vier Teamkollegen rauf, die sich immer noch kreuz und quer über das Feld jagten. „So war also ein Oliver-Training. Jetzt verstehe ich, warum Harry sich so oft beschwert hat."
„Mhhmm", brummte Alicia und schmunzelte, als Jack nur knapp einem Klatscher von Angelina entging, dabei aber fast mit Ginny kollidierte, die auf direktem Gegenkurs zu ihm flog. „Aber es gibt doch einen gewissen Unterschied zu einem normalen Oliver-Training."
„Laß mich raten.", meinte Ron und warf seiner Schwester einen Blick zu. „Er hatte keinen kleinen fanatischen Helfer."
„Das auch.", meinte Alicia und schüttelte sich. „Das hätte auch gerade noch gefehlt. Nein, der Unterschied, den ich meine, ist, dass Angelina uns nicht mit Nachnamen anbrüllt und man sich so nicht wie ihre kleine Mini-Armee fühlt."
Katie brach in Gelächter aus, in das Alicia gleich darauf mit einfiel. Nur Ron schüttelte den Kopf, während er gequält grinsend versuchte das Lachen zu unterdrücken, das sich an die Oberfläche zu bahnen drohte. Mit angeknacksten Rippen war das Lachen eben keine lustige Angelegenheit.
A/N: Mein scannender Blick hat scheinbar was gebracht. zufrieden grins Meine aktuellen Stats sehen wie folgt aus:
11 Reviews, 216 Hits, 1 Favs-Eintrag, 4 Alert-Einträge. JIPPHIE!!! Ich danke euch. Und da die Taktik aufzugehen scheint, werde ich meinen Scanner-Blick auch noch ein Weilchen weiter durch die Weiten von gleiten lassen. Ätsch!
