Disclaimer: Die Charaktere gehören alle J. K. Rowling. Ich leihe sie mir nur aus und verdiene mit dieser Story auch kein Geld.

Danksagung:

Ein großes Dankeschön an Lukras und Chiara für ihre wundervollen ausführlichen Reviews!

Anmerkung und Warnung:

Ab jetzt kommt Lucius ins Spiel. Er wird in den nächsten Kapiteln wahrscheinlich etwas OOC werden, damit das Pairing funktioniert.

Und jetzt kommt die Warnung: Diese Story ist P16-Slash. Es wird Sex zwischen Männern geben, und auch Male-Pregnancy wird erwähnt (siehe Pairings). Wer das nicht lesen will, verlässt bitte ab jetzt diese Story, denn ich habe keine Lust auf Flames!

Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim Lesen!!

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4. Der Tag danach

Am nächsten Morgen schmerzte sein ganzer Körper, und er fror erbärmlich. Holzsplitter bohrten sich in Arme und Beine. Draco schlug die Augen auf - und schloss sie sofort wieder, denn das Sonnenlicht blendete ihn. Er öffnete sie erneut und blickte in die Ecke, in der er vorhin etwas Schwarzes wahrgenommen hatte. Dort lag Severus – regungslos, und den jungen Slytherin erfasste die Panik. Ungeachtete der Schmerzen und seiner Nacktheit kletterte er eilig über die Holz- und Glassplitter, die den ganzen Boden bedeckten, zu seinem Paten hinüber.

„Severus? Severus!"

Er schüttelte ihn und suchte fieberhaft nach einem Lebenszeichen.

‚Ich habe ihn getötet! Merlin, ich habe ihn getötet!'

Dann stöhnte Severus leise auf und öffnete die Augen. Draco hätte vor Erleichterung am liebsten geheult. Wortlos hüllte der Tränkemeister ihn in seinen schweren Umhang. Draco sog den vertrauten Duft von Kräutern ein und beruhigte sich ein wenig. Er betrachtete seinen Paten.

„Bist du…, ich meine, hab' ich…?"

Sein Blick suchte Severus hektisch nach Wunden ab.

„Ich bin nicht verletzt", entgegnete der Tränkemeister ruhig, „Im Gegenteil zu dir."

Draco hob die Hand und berührte seine Nase. Sie war blutig.

„Was…?"

„Ich musste mich wehren."

„Wie…?"

Severus erhob sich.

„Erschrick' jetzt bitte nicht."

Dann verwandelte er sich in einen prachtvollen Panther und Draco erinnerte sich vage an die gewandte Raubkatze, die ihn in der letzten Nacht zu Raserei gebrachte hatte, und an den Namen, den sein Wolf dem Gegner gegeben hatte.

„Shadow."

Im Nu verwandelte sich Severus wieder zurück.

„Wie bitte?"

Draco lächelte.

„So habe ich dich genannt: Shadow."

„Und dein Wolf? Wie heißt er?"

Der junge Slytherin senkte den Kopf.

„Silver", wisperte er.

Severus legte ihm einen Finger unter das Kinn und hob sanft deinen Kopf wieder an.

„Silver ist sehr schön und sehr stark. Das nächste Mal bekommst du den Wolfsbann."

Der Tränkemeister lächelte.

„Ich glaube, das ist besser für uns beide."

Draco biss sich auf die Lippen und der Blick der schwarzen Augen wurde warm.

„Und jetzt bringe ich dich erst einmal in den Krankenflügel."

Unwillkürlich zog Draco den Umhang enger um sich. Er wollte nicht, dass ihn jemand so sah. Doch Severus ließ nicht mit sich reden. Er wickelte seinen Patensohn fester in den Umhang und hob ihn vorsichtig hoch. Dann trug er ihn in den Krankenflügel.

Madam Pomfrey erblasste als sie die beiden so kommen sah.

„Mr. Malfoy hat sich in einen Werwolf verwandelt."

Die Heilerin stellte keine Fragen und dirigierte sie gleich zu einem freien Bett. Dort wickelte sie Draco vorsichtig aus dem Umhang. Der Slytherin drehte den Kopf weg, während die Heilerin ihren Zauberstab schwang. Er wusste, dass er furchtbar aussehen musste: Die tiefen Wunden, die Shadow ihm geschlagen hatte, weil er sich gegen Silver hatte verteidigen müssen, aber auch die Bisse, die sich der Wolf aus Frustration selbst zugefügt hatte.

Madam Pomfrey heilte die Wunden so gut sie konnte, dann gab sie Draco einen Schmerzlinderungs- und einen Schlaftrank.

„Wenn Sie möchten, dürfen Ihre Freunde Sie heute Abend besuchen."

Draco nickte. Was würden sie sagen?

Severus setzte sich an sein Bett.

„Wenn du willst, werde ich mit ihnen sprechen."

Draco konnte nur noch nicken. Er war so müde. Er spürte noch, wie er in weiche Decken gehüllt wurde und schmale Lippen sanft seine Stirn berührten. Dann war er eingeschlafen.

Severus betrachtete seinen Patensohn. Er wirkte so friedlich, friedlich und verletzlich. Sein ganzer Körper war immer noch von Wunden übersät, die dank der Regenerationskräfte des Wolfes in ihm, bald völlig verheilt sein dürften.

Sein Entsetzten, über das, was gestern nacht geschehen war, saß immer noch tief, das Entsetzen, als sich sein Patenkind vor seinen Augen in ein blutrünstiges Monster verwandelt hatte. Zum Glück hatte sein Instinkt reagiert, so dass er sich in Form von Shadow auch ohne Zauberstab gegen den jungen Wolf hatte wehren können. Dieser hatte keine Sekunde gezögert ihn anzugreifen. Shadow hatte sofort seine Krallen ausgefahren und Mühe gehabt sich gegen die nicht abreißenden Angriffe des rasenden Wolfes zu wehren. Severus hatte zwar mehr Kampferfahrung als Draco, was sich auch auf seine Animagusgestalt übertrug, aber die Verwandlung hatte die Reflexe seines Patensohnes unglaublich beschleunigt. Schließlich hatte sich Shadow nicht anders zu helfen gewusst als nach der empfindlichen Nase des Wolfs zu schlagen. Daraufhin hatte sich dieser sofort jaulend in eine Ecke verzogen und begonnen sich langsam selbst zu zerfleischen. In der Morgendämmerung hatte Silver seine Raserei aufgegeben und war vor Erschöpfung zusammengebrochen. Severus selbst verwandelte sich wieder zurück und beschloss sich ein wenig Ruhe zu gönnen. Leider war er entgegen seiner Vorsätze eingeschlafen, um dann von einem völlig panischen Draco geweckt zu werden.

Severus strich dem schlafenden jungen Mann eine Strähne aus dem Gesicht. Warum immer er? Erst hatte der Dunkle Lord beschlossen ihn früher als andere zum Todesser zu machen, dann bereitete es dem rotäugigen Monster offensichtlich Freude den jungen Malfoy mit auf die scheußlichsten Missionen zu schicken, wie diejenige im Muggelwaisenhaus. Das das Draco drohte von innen aufzufressen, interessierte den Dunklen Lord nicht. Das einzige, was dieser wollte, war Rache für Lucius' Versagen in der Ministeriumsabteilung.

Und jetzt das. Der Blick, mit dem Severus sein Patenkind musterte wurde warm. Silver war wirklich ein schöner Wolf, mit seinem cremefarbenen Fell und den dunkel goldenen Augen. Ein schöner starker Krieger, der sich nicht so leicht geschlagen gab, und unschuldig war, an dem, was er in den letzten Tagen hatte erleben müssen. Severus presste die Lippen zusammen.

Lucius würde am Abend eine Menge zu erklären haben.

Die Glocke zum Unterrichtsbeginn erklang und Severus trennte sich schweren Herzens von dem Bett seines Patenkindes. Auf seinem Weg aus dem Krankenflügel drückte ihm Poppy noch ein Sandwich in die Hand, sodass er seiner ersten Klasse nicht mit leerem Magen entgegentreten musste. Im Klassenraum hatte er noch Zeit einen „Pepper-up"-Trank zu nehmen, bevor die Zweitklässler von Ravenclaw und Hufflepuff in den Raum strömten. Beim Mittagessen in der Großen Halle bemerkte er Vin, Greg, Blaise und Pansy, die mit besorgter Miene zu ihm hoch sahen. Er nickte ihnen zu. Pansy senkte zur Antwort ebenfalls den Kopf. Sie würden nach dem Essen auf ihn warten.

Nach dem Essen näherte sich der Hauslehrer der kleinen Gruppe am Slytherintisch.

„Haben Sie jetzt Unterricht?"

Blaise und Pansy nickten.

„Arithmantik."

Der Tränkemeister hielt Hermine Granger auf, die gerade mit einem Arm voller Bücher an ihm vorbei eilen wollte, und trug ihr auf die beiden Slytherins bei Professor Vector zu entschuldigen. Dann bat er der Gruppe, ihm zu folgen. Er führte sie in sein Büro, wo er sie einlud in einer Sitzecke Platz zu nehmen. Dort hielt Blaise es nicht mehr auf.

„Wo ist Draco?"

„ Er ist im Krankenflügel."

Pansy sog erschrocken die Luft ein, während die Jungs versuchten Severus mit ihren Blicken zu durchbohren.

„Mr. Malfoy hat sich heute Nacht vor meinen Augen in einen Werwolf verwandelt."

„Was?"

Blais schoss hoch.

„Jetzt reicht's. Mir ist egal, was Draco sagt. Potter muss sterben!"

„Ich glaube nicht, dass das Mr. Malfoy weiter hilft", entgegnete Severus scharf und Blaise setzte sich wieder.

„Wie ist das passiert?" fragte Greg.

Der Tränkemeister zeigte ihnen das Pergament, dass er in einer Bibliothek in der Winkelgasse gefunden hatte. Die Slytherins lasen es sich einer nach dem anderen durch und ihre ungläubige Reaktion zeigte Severus, dass sie es verstanden hatten. Trotzdem runzelte Vin verunsichert die Stirn. „Was … was bedeutet das?"

„Das bedeutet, dass Draco Sie alle nun mehr braucht als jemals zuvor."

Er bohrte den Blick seiner schwarzen Augen in jeden einzelnen von ihnen, denn es gab unter den reinblütigen Zauberern noch immer Vorurteile gegen uneheliche oder adoptierte Kinder. Uneheliche Kinder wurden gern als „Bastarde" bezeichnet. Sie waren in der Regel nicht erbberechtigt, durften den Namen ihres Vaters – in der Regel waren es Zauberer, die außerhalb der Ehe Kinder zeugten, während Hexen darauf achteten, nur von ihren Ehemännern schwanger zu werden – nicht tragen, und viele Zauberer weigerten sich sie überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Bei den Malfoys war das traditionell anders. Lucius hatte einige Halbbrüder und –schwestern, um die sich sein Vater, Armand Malfoy, liebevoll gekümmert hatte, sehr zum Verdruss seiner Frau Lydia. Dann war er plötzlich unter nie ganz geklärten Umständen verstorben.

„Draco ist unser Freund. Wir werden immer zu ihm stehen."

Vin trug einen Ausdruck von Entschlossenheit, den Severus noch nie bei ihm gesehen hatte. Greg nickte nur, aber er wirkte nicht minder entschlossen nicht von Dracos Seite zu weichen.

„Mr. Zabini? Miss Parkinson?"

Blaise grinste.

„Auch wenn ich Potter nicht töten darf, Draco bleibt Draco, egal, was er für Eltern hat. Mein Gott, es würde mich nicht kümmern, wenn er eine männliche Banshee wäre."

Severus musste ebenfalls ein Grinsen unterdrücken.

„Miss Parkinson?"

Die Hexe hob nur eine Augenbraue.

„Sie erwarten doch wohl nicht, dass ich ihn einfach fallen lasse, nur weil er vielleicht andere Eltern hat. Er bleibt mein bester Freund, und wenn ihn irgendjemand auch nur schief anatmet, kriegt er es mit mir zu tun."

Severus schmunzelte in sich hinein, denn jeder Zauberer, der Pansy Parkinson in die Quere kam, konnte einem nur leid tun. Einmal hatte ein Ravenclaw ihr an den Hintern gefasst, woraufhin sie dem Jungen einen Impotenzfluch auf den Hals gehetzt hatte. Dessen Freundin hatte sich sofort auf Pansys Seite geschlagen. Schließlich begrabschte man nicht einfach ein Mädchen, auch wenn ihr Freund hundertmal beteuerte, dass es nur ein Versehen gewesen war. Nach einer Woche war die Wut der Hexe verraucht, und sie nahm den Fluch wieder von ihrem Opfer. Seitdem machten alle männlichen Ravenclaws einen großen Bogen um Pansy und behandelten die anderen Slytherin-Mädchen nahezu ehrfürchtig. Draco hatte Severus die ganze Geschichte natürlich erst so spät erzähle, dass dieser ihr keine Punkte mehr abziehen oder sie zu einer Strafarbeit wegen der ganzen Sache verdonnern konnte.

Wenn sie sich für die richtige Seite entscheidet, könnte sie unser Gegenpart zu Bellatrix sein., dachte der Tränkemeister, denn Pansy hatte nicht nur Köpfchen, sondern auch keine Skrupel mit allen Mitteln für das zu kämpfen, was ihr wichtig war.

Aufgrund ihres Treueversprechens beschloss Severus ihren unverschämten Ton ihm gegenüber zu ignorieren. Er konnte kaum sagen, wie stolz er auf jeden von ihnen war. Sie hatten sich als wirkliche Slytherins erwiesen, denn was kaum jemand außerhalb des Hauses wusste, auch unverbrüchliche Freundschaft gehörte zu den Tugenden der Schlangen. Jemand wie Pettigrew, der seine Freunde verriet, war in dem Haus der Schlangen unmöglich.

„Wie geht es Draco jetzt, Sir?" wollte Vin wissen.

„Es geht ihm gut. Er hat sich zwar einige Verletzungen zugezogen, doch sie dürften bald verheilt sein. Er schläft im Moment, aber er wird sich sicher über einen Besuch von Ihnen nach dem Abendessen freuen."

Alle nickten.

„Wird er im nächsten Monat den Wolfsbann bekommen?" erkundigte sich Blaise. Severus nickte.

„Mr. Malfoy wird die Vollmondnächte in Zukunft in meiner Obhut verbringen."

Pansy runzelte die Stirn.

„Aber der Wolfsbann ist doch sicher. Ich meine, da könnte er doch bei uns bleiben."

„Mr. Malfoy wird Ihre Freundschaft zuschätzen wissen, doch möchte ich ihn erst ein paar Monate beobachten und selbst dann könnte Ihr menschlicher Geruch zu irritieren."

Greg lächelte ein wenig.

„Verzeihung Sir, aber ich denke nicht, dass das ein Problem sein dürfte."

Severus hob eine Augenbraue.

„Viin und ich haben vor einiger Zeit darüber nachgedacht, wie wir Draco am besten beschützen können, sollten wir einmal keine Zauberstäbe bei uns haben. Wir haben von den Animagi gehört, und versucht selbst welche zu werden."

„Und wir haben es geschafft", ergänzte Vin mit einem gewissen Stolz.

„Sie sind Animagi?"

Vin und Greg senkten den Blick.

„Ich würde gern Ihre Tiere sehen."

Greg erhob sich und schob ein paar Stühle beiseite. Er schloss die Augen und im Handumdrehen stand ein schwarzer Stier mit mächtigen Hörnern in Severus' Büro. Der Tränkemeister war beeindruckt. Für einen Stier war selbst ein Werwolf ohne Banntrank zu bewältigen. Darüber hinaus waren Stiere gegen leichten Zauber nahezu immun. Einen Wimpernschlag später nahm Greg in seiner menschlichen Gestalt wieder Platz. Severus richtete seinen Blick auf Vin.

„Ich kann es leider hier nicht demonstrieren. Da würde Ihr Büro zu Bruch gehen. – Es ist ein Elefant."

Severus Augenbraue wanderte immer höher. Vins Wahl war sogar noch besser als Gregs. Elefanten waren fast so resistent gegen Flüche wie Drachen.

Blaise rutschte etwas nervös auf seinem Sessel herum als die Aufmerksamkeit seines Hauslehrers auf ihn fiel.

„Es hat erst einmal richtig geklappt."

Er erhob sich und stellte sich auf den freien Platz. Er schloss die Augen, und es geschah – nichts. Auch der zweite Versuch schlug fehl. Erst nach dem dritten Versuch stand plötzlich ein schwarzer Hengst in Severus' Büro. Blaise war anscheinend von seinem eigenen Erfolg sehr überrascht, denn seine Hinterbeine knickten weg, und er wäre fast gestürzt. Er fing sich allerdings wieder stand schließlich mit stolz erhobenem Kopf vor seinen Freunden und seinem Hauslehrer.

„Miss Parkinson?"

Noch auf ihrem Gang verwandelte sich Pansy in eine Antilope. Anmutig stand sie in der Mitte des Raumes, den Kopf leicht geneigt, damit die langen, gedrehten Hörner nicht an die Kerkerdecke stießen. Sie war wunderschön – und tödlich für ihre Feinde. Als Mensch ebenso wie als Tier.

Tja, Bella, dann zieh' dich schon einmal warm an.

Als sich auch Pansy wieder gesetzt hatte, sagte Blaise: „Sie sehen, Sie können uns Draco ruhig anvertrauen."

„Da ich annehme, dass niemand von Ihnen als Animagus registriert ist …," allgemeines Kopfschütteln „habe ich Sie auch nie in diesen Verwandlungen gesehen."

Allgemeine Erleichterung. Severus erhob sich.

„Jetzt bitte ich Sie, mich zu entschuldigen. Ich habe noch zu tun."

Blaise neigte den Kopf.

„Natürlich, Sir."

Die vier Freunde näherten sich der Tür.

„Übrigens, 20 Punkte für jeden von Ihnen für besondere Treue einem Freund gegenüber."

Die Freunde lächelten, und Severus nahm sich insgeheim vor, ihnen in Zukunft so viele Punkte wie möglich zuzuschustern.

Als sie gegangen waren, ließ sich der Tränkemeister in seinen Schreibtischstuhl fallen und legte den Kopf zurück. Sie waren Animagi! Sogar Vin und Greg beherrschten den Zauber perfekt, während Blaise offensichtlich noch einige Probleme hatte. War Draco auch an diesen Experimenten beteiligt gewesen. Garantiert! Severus bedauerte es kurz, dass sein Patenkind ihn nicht eingeweiht hatte, aber andererseits war er auch Dracos Lehrer, und da war es besser nicht alles zu wissen.

Der Tränkemeister versuchte erst gar nicht den aufsteigenden Stolz zurück zu drängen, denn er war stolz auf seine jungen Schlangen, und das konnte er auch sein, denn sie hatten es ganz schön in sich. Sie alle waren anders als die Mitglieder der anderen drei Häuser, und einige von ihnen waren sicherlich nicht einfach. Höchstwahrscheinlich würden sich auch ein paar dem Dunklen Lord anschließen, einige freiwillig und einige unfreiwillig, aber alles in allem waren sie es wert, dass man für sie kämpfte. Und er würde an dieser Schule solange für sie kämpfen, wie es nötig war.

Am Nachmittag hatte er noch zweimal Unterricht, bevor er noch einmal nach Draco sehen konnte, der immer noch schlief. Neben ihm auf dem Nachttisch stapelten sich bereits selbst gebastelte Genesungskarten, sowie Kesseltörtchen, Schokofrösche und andere Süßigkeiten. Severus zog die verrutschte Decke zu recht, und betrachtete eine Weile einfach nur den schlafenden jungen Mann, so wie er es oft getan hatte, als Draco noch ein kleines Kind gewesen war. Plötzlich wurde ihm bewusst, dass sein Patenkind ihm überhaupt nicht fremd kaum war. Trotz der Veränderung war ihm Dracos Aussehen immer noch vertraut. Als wäre er das Ergebnis einer Verbindung zwischen zwei Menschen, die Severus kannte. Er schüttlete den Kopf.

Dieses Rätsel konnte nur Lucius lösen.

In seinen Quartieren wurde er bereits von Lucius' Falken erwartet, der eine Nachricht bei sich trug, in der der Earl of Malfoy ihn auf ein Glas Wein nach Malfoy Manor einlud. Severus sandte eine kurze Nachricht zu Dumbledore, dass er nicht zum Abendessen kommen würde und stieg unter die Dusche. Nachdem er sich in eine seiner eleganteren Roben gehüllt hatte, reiste er über das Flohnetzwerk in den Familiensitz seines besten Freundes.

Dort wurde er von einem unterwürfigen Hauselfen begrüßt, der ihn in Lucius' Arbeitszimmer führte. Lucius erhob sich von seinem Schreibtisch und kam mit ausgestreckten Händen auf ihn zu.

„Severus! Wie schön dich zu sehen!"

Der Earl umarmte ihn und hielt ihn dann eine Armlänge von sich weg.

„Gut siehst du aus, obwohl du wie immer ein bisschen mehr frische Luft und ein bisschen mehr Nahrung vertragen könntest."

Severus rollte mit den Augen. Lucius deutete immer wieder an, dass er das Leben als Lehrer in Hogwarts für das Falsche für seinen besten Freund hielt.

„Du siehst auch nicht übel aus."

Lucius machte einen relativ erholten Eindruck, dafür, dass er vier Monate im Gefängnis gesessen hatte. Severus war überzeugt, dass sein bester Freund wieder eine Sonderbehandlung erhalten hatte. Schließlich war er nur des Einbruchs in die Mysterienabteilung und der Verfluchung Minderjähriger für schuldig befunden worden. Es hatte ihm auch dieses Mal nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden können, dass er ein Todesser war – das Dunkle Mal war seit der Wiederauferstehung des Dunklen Lords nur noch für Todesser sichtbar – und einige Finanzspritzen an den richtigen Stellen hatten ihr Übriges getan. Lucius war während seines Aufenthaltes in Askaban lediglich etwas dünner geworden, sonst hatte er sich nicht verändert. Er wies auf eine gemütliche Sitzgruppe, von der aus man einen schönen Blick auf die Malfoy'schen Ländereien hatte. Severus sank in die teuren Polster, und Lucius trug einem Hauselfen auf, Wein und Gebäck zu bringen.

„Wie geht es Draco?"

„Es geht ihm nicht gut. Es gab vor einer Woche einen Unfall im Tränkeunterricht."

Severus berichtete von dem Vorfall bis Draco im Krankenflügel aufgewacht war. Lucius explodierte.

„Wie kann Dumbledore style type"italic"das/style ignorieren? Sein Goldjunge läuft Amok, und er tut gar nichts! Dem Alten mache ich das Leben zur Hölle!!"

Severus hob die Hand, um seinen Freund zu beruhigen.

„Lucius, ich habe gesagt, dass der Trank korrekt war. Es war ein tadellos gebrauter Alterungstrank. Während meiner Recherchen habe ich allerdings dies gefunden, und mich würde interessieren, was du dazu zu sagen hast."

Er zog das Pergament aus der Tasche und reichte es dem immer noch aufgebrachten Earl. Dieser las es und erbleichte.

„Also?"

Vorsichtig legte Lucius das Pergament auf den Tisch. Er sah Severus nicht an.

„Ich … ich bin nicht Dracos Vater."

Der Tränkemeister glaubte, sich verhört zu haben. Selbst nach seiner Veränderung, hatte Draco eine gewisse Ähnlichkeit mit Lucius, auch wenn sie nicht mehr so stark war, wie vorher. Der Earl sprach weiter.

„Nicht in dem Sinne, dass ich ihn gezeugt habe."

Jetzt hob er den Kopf und begegnete dem forschenden Blick seines besten Freundes.

„Ich habe Draco vor über 16 Jahren zur Welt gebracht."

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