Verzicht der Übersetzerin: Nun, wie es der Name 'Übersetzerin' schon ausdrückt, gehört diese Geschichte nicht mir. Sie wurde in den Jahren 2003 - 2004 von Rozefire geschrieben, die eine wirklich talentierte, junge Autorin ist. Ich habe sie lediglich um die Erlaubnis gebeten 'Dead Famous' zu übersetzen. Wenn ihr die Geschichte im Original lesen wollt, dann geht einfach auf ihren Account, okay. Oh, und die InuYasha Charaktäre gehören natürlich auch nicht mir. Sie gehören einzig und allein Rumiko Takahashi. Ach ja und alles Gute zum Geburtstag Sango(-chan)!

Anmerkungen der Autorin: Eine andere seltsame Sache an dieser Geschichte ist wahrscheinlich, das InuYasha als Anti-Held gezeigt wird. Obwohl das genau genommen doch nicht so ungewöhnlich ist, da er im Manga zuerst ja auch als Anti-Held dargestellt wurde und er bis Band zwei oder drei zu keinem richtigen Helden wurde (in den ersten paar Bänden war er ein ziemlich fragwürdiger Held).Aber wirklich, sogar ich finde ihn ziemlich verabscheuungswürdig in dieser FanFic …

Verzicht: Ich möchte euch nur sagen, dass ich persönlich nichts gegen die Franzosen habe. Tatsache ist, das ich für jemanden, der in Großbritannien lebt, eine ziemlich hohe Meinung von Frankreich habe … Ich bin schon ein paar Mal dort gewesen und glaubt mir, sie sind überhaupt nicht so glamourös (aber das Land ist herrlich), überhaupt nicht so unfreundlich, wie alle annehmen, aber auch nicht übermäßig freundlich (zumindest nicht dort, wo ich gewesen bin). Ich hatte früher eine Freundin, deren Familie französisch war, und mit der ich in die Schule ging und zufälligerweise hatte sie ein bisschen was von einer Schlampe an sich. Vor einiger Zeit wurde sie zu ihrem Schulleiter gerufen, weil ihr Rock zu kurz war, also ist ihr Vater in die Schule gekommen, behauptend, dass sie keine Schlampe wäre, sondern nur eine Franzosin … offen gesagt hat sie sich sehr dafür geschämt.

Also entschuldige Manon, denn ich habe Angelique Spagni vielleicht nach dir geschaffen ;; (Sie wird es nie erfahren …)


Kapitel 4

Frühstück bei Blossoms


„Zeit zum aufstehen, Schlafmütze!" Sango band die Vorhänge der großen Erkerfenster fest zurück, und Kagome verzog sich schnell unter die behagliche Decke ihres Bettes. Dann wandte sich Sango zu ihr um. „Nun komm' schon Kagome! Wir haben einen anstrengenden Tag vor uns. Willkommen zum ersten Tag deiner Woche -"

„In der Hölle?"

„- im Paradies." Sango sah sie verwirrt an. „Was ist denn los?"

„Ach … Ich muss auf der Stelle bewusstlos werden." Kagome stöhnte unter der Decke. „Ich hab' letzte Nacht die Augen nicht eine Sekunde lang zubekommen … jemand dort oben hat nicht aufgehört diese ominösen Knall Laute zu machen. Hat mich die ganze Nacht wach gehalten …"

Sango schnaufte verärgert, als sie zurück zu den Glastüren, die auf den Balkon führten, ging und sich gegen das Geländer lehnte um nach oben zu sehen. „InuYasha! Ich weiß, das du da oben bist – schick' auf der Stelle Angelique weg!"

Kagome öffnete ein Auge einen Spalt breit, als sie Kratzgeräusche von oben vernahm. „Angelique ist nicht hier!", kam InuYashas körperlose Antwort von oben herab geschwebt.

„Dann sag' halt Eiko sie soll verschwinden!"

„Eiko ist auch nicht hier!"

„Dann sag' Rochelle -"

„Rochelle ist ebenfalls nicht -"

„Die Wetterfee – die Putzfrau – Natsu – Natari – Hatsuyo – Ist mir egal, sag' auf jeden Fall wem auch immer dort oben, dass er verschwinden soll. Ich werde es nicht dulden, dass du -"

„Reg' dich ab!", kam seine abrupte Antwort. „Es ist niemand hier oben außer mir. Ich trainiere nur ein wenig, das ist alles."

Sango schien aufzuatmen. „Dann ist ja gut. Sei nur leise." Sie wartete seine Antwort gar nicht erst ab, sondern betrat stattdessen Kagomes Zimmer und schloss die Glastüren hinter sich. „Ich werde Kikyo sagen, dass sie später mit ihm schimpfen soll, okay?"

„Mm." Kagome schob die Decke soweit zurück, dass ihre Arme frei waren und rieb sich die Augen. „Wie spät ist es?"

„Sechs Uhr morgens."

„Was?" Kagome starrte sie mit offenem Mund an. „Aber es ist Sonntag!"

„Ein vollkommen verplanter Sonntag.", stimmte Sango zu und ging um ihr Bett herum, um ein Kleiderbündel aufzuheben, das neben Kagomes Füßen gelegen hatte. „Schau mal, mit diesen Kleidern hier solltest du ein paar Tage auskommen, aber ich werde dir später noch ein paar Kleidungsstücke mehr besorgen. Der Schneider arbeitet noch immer an deinem Kleid für den Abend der Preisverleihung, aber du solltest es vor Donnerstagnacht erhalten."

Kagome richtete sich auf und ließ ihre Hände über die Gewänder gleiten, die Sango ihr präsentiert hatte. Es waren alles Modelle der besten Designer Marken. „Kann ich das alles behalten, wenn ich nach Hause gehe?"

„Wieso nicht?" Sango zuckte freundlich lächelnd die Schultern. „Wir werden die Kleider niemand anderes geben können, außer vielleicht der Wohlfahrt. Also kannst du sie auch gleich mit dir nehmen."

„Cool …" Kagome hob eine lange Wildlederjacke, mit einem Designerschild unter dem Kragen, auf. „Um die Wahrheit zu sagen habe ich hier bereits einen größeren Kleiderschrank als Zuhause. Ich glaube ich habe so zirka drei Pullover, ein paar Röcke und Jeans … und zirka siebzig Schuluniformen."

Sango lächelte, offensichtlich erfreut denen, die ‚weniger Glück' hatten zu helfen. „Nun, in diesem Fall werden wir dir ein bisschen was extra geben. Jedenfalls ziehst du dich jetzt lieber an. Ich komme dann in zwanzig Minuten wieder, um dich zum Frühstück zu bringen und vielleicht würdest du ja auch gern eine Tour durch die Villa machen?"

„Hört sich gut an." Kagome lächelte und Sango verschwand mit einem letzten Winken.

Kagome besah sich die Kleidung, die sie ihr gegeben hatte, näher und seufzte leise. Die teuersten Markenklamotten der Welt waren auf ihrem Bett ausgelegt … und ja, sie sahen bezaubernd und cool aus, aber ehrlich gesagt, würde sie sie in einem Geschäft nicht wirklich als ihren eigenen Geschmack erkennen.

Trotzdem, Ruhm und Reichtum hatten ihre guten Seiten. Obwohl, dachte Kagome, als sie zur Decke aufsah, sie auch ihre schlechten Seiten haben.

Ihrem Wort treu bleibend, war Sango innerhalb von zwanzig Minuten zurück und fand Kagome angezogen und zum weggehen fertig vor. „Lässt du dein Haar so?", fragte sie betont.

Kagome drehte sich um sich selbst, um in den Spiegel, der an der Wand ihres vorübergehenden Zimmers hing, zu blicken. Sie hatte es gebürstet, wo war das Problem? „Warum?"

„Vergiss es … Komm' nur mal her." Kagome ging vorsichtig auf sie zu, sich fragend was sie vorhatte. Sobald sie sich in Reichweite befand wirbelte Sango sie herum, schnappte ein Haargummi von ihrem Handgelenk auf ihre Finger herunter und zog Kagomes Haare in einen hohen Pferdeschwanz zusammen. „Hier.", sagte sie, als Kagomes Haare ausreichend von ihren Schultern entfernt waren. „Um einiges eleganter. Jetzt komm'. Ich werde dich vor dem Frühstück noch ein wenig herumführen."

Die Villa war größer als sie gedacht hatte … Sie glich Dr. Who's Polizei Box – vier dimensional. Von außen sah sie groß aus – aber im Inneren schien sie noch weiter zu reichen als die Gärten.

„Wir haben hier auch irgendwo ein Hallenbad.", sagte Sango als sie im Erdgeschoss umherwanderten. „Für kältere Tage. Und direkt daneben befindet sich eine Sauna. Dort ist der Frühstücksraum, das Spielzimmer, der Raum für das Heimkino und das Klassikzimmer."

„Was ist ein ‚Klassikzimmer'?", fragte Kagome.

„Das ist der Raum, den wir den Photographen zeigen, die hierher kommen, um Fotos von der Villa zu machen." Sango wies sie an, ihr zu folgen. „Komm', hier entlang."

Kagome betrachtete ihre Umgebung ehrfürchtig, doch sie konnte nicht anders, als sich ein wenig verärgert zu fühlen, als Sango sie durch die Korridore führte. „Also ehrlich, was hat InuYasha jemals getan, sich so viel leisten zu können?"

„Was hat er nicht getan?", antwortete Sango mit einem schrulligen Lächeln, als sie das Klassikzimmer – einen Raum mit großen Doppeltüren - erreichten. „Die Wände hier sind schalldicht. Du könntest da drinnen wahrscheinlich jemanden umbringen, und niemand würde den Schrei hören."

„Es sei denn die Tür wäre offen."

„Jaah, dann wärst du in Schwierigkeiten." Sango drückte die Türen auf und führte sie hinein. „Aber mach dir keine Sorgen. Ich bezweifle, dass InuYasha jemals jemanden hier drinnen getötet hat … oder … zumindest hab' ich bis jetzt noch nichts davon gehört."

Kagome sah sie misstrauisch an, und fragte sich, ob sie es vielleicht zur Hälfte ernst meinte. Sie bekam allerdings keine Chance, auf das Thema einzugehen, da sie das glänzende, schwarze Klavier in der Mitte des prächtig dekorierten Raumes erblickte. „Oh, wow … ein Flügel …" Sie näherte sich instinktiv dem Instrument. „Spielt InuYasha?"

„Nö …" Sango schüttelte ihren Kopf, begleitet von einem Schulterzucken. „Er gehörte seinem Vater. Der Mann war ein begeisterter Pianist … hat sich allerdings nicht wirklich auf InuYasha übertragen."

„Leben seine Eltern hier?", fragte Kagome lässig, als sie eine ihrer Hände sanft über die Tasten gleiten ließ, sanft genug, um sie nicht zu stören.

„Seine Eltern sind tot."

Kagome erstarrte und sah zu Sango zurück, woraufhin sie deren ernsten Gesichtsausdruck zu sehen bekam. „Oh … das hab' ich nicht gewusst."

Sango lächelte sie ungläubig an. „Siehst du dir denn die Nachrichten nicht an? Sie sind vor so zirka sechs Jahren bei einem Autounfall gestorben. Die Zeitungen haben für ein Jahr über nichts anderes geschrieben."

„Ich hab' nicht wirklich auf die Nachrichten geachtet als ich neun war …", gab Kagome zu, und fühlte sich nun, im Nachhinein schlecht deswegen. Zeit ihres Lebens hatte sie nach Möglichkeit so gut es ging versucht, allem was mit InuYasha zu tun hatte, aus dem Weg zugehen. Vor allem als sie jünger gewesen war. „InuYasha muss so um die … elf gewesen sein, oder?"

„Jaah." Sango nickte. „Es muss hart für ihn gewesen sein. Ich hab' bis vor drei Jahren nicht für ihn gearbeitet … das Meiste, was ich über ihn weiß hat Miroku mir erzählt. InuYasha redet nicht wirklich mit mir."

„Wer passt dann auf ihn auf?"

„Nun, seine Tante hat früher auf ihn acht gegeben, aber sie ist abgehauen, als er sechzehn wurde. Meinte, sie würde es nicht länger aushalten." Sango schüttelte ihren Kopf, als würde sie sich an ein lustiges Erlebnis erinnern. „InuYasha passt seitdem selbst auf sich auf."

Das hatte er für einen siebzehnjährigen, der bald achtzehn sein würde, gut gemacht. „Ist er deswegen so ein … so ein …" Kagome bemühte ich um eine Bezeichnung.

„Ein Rüpel?"

„Ein arroganter, atypischer Superstar mit mehr Geld als Verstand." Kagome nickte. „Ist er so, weil er einsam ist?" Jetzt hörte sie sich schon an wie ihre Mutter …

„InuYasha ist vierundzwanzig Stunden am Tag von Menschen umgeben. Ich glaube nicht, dass er Zeit dafür hat, sich einsam zu fühlen." Sangos Lächeln veränderte sich ein wenig … bis es eindeutig traurig aussah. „Aber … ich glaube er hat sich nach dieser Tortur 1992 wirklich verändert."

Kagome blinzelte sie an. „Welche Tortur?" Sie runzelte die Stirn. „Es gab 1992 eine Tortur?"

„Anscheinend war er bis zu diesem Jahr ganz erträglich." Sango schien sie nicht zu hören, als ihr Blick zu Boden fiel. „Aber danach wurde sein Verhalten immer schlimmer … aber die Leute haben es einfach ertragen weil sie mussten. Ich glaube, es wäre grausam gewesen, das nicht zu tun …"

„Was? Über was redest du da?", drängte Kagome.

„Und weil die Leute ihm immer alles durchgehen lassen haben, ist er so geblieben …" Sango schüttelte ihren Kopf. „Wirklich traurig …"

„Was ist traurig? Was ist 1992 passiert?" Kagome wedelte ihre Hand. „Hallo? Rede ich gegen eine Wand?"

„Hm?" Sango schien sich endlich daran zu erinnern, dass sie nicht alleine war. „Entschuldige bitte. Ich bin wieder abgeschweift … Jedenfalls, willst du jetzt frühstücken gehen? Ich hab' Kikyo versprochen, dass ich dich in regelmäßigen Zeitabständen füttern werde."

Obwohl Kagome keine direkte Antwort darauf fand war sie tatsächlich hungrig. „Okay. Wo geht es hier zur Küche?"

„Oh, du wirst dein Frühstück nicht hier bekommen.", antwortete Sango, als sie Kagome aus dem Klassikzimmer heraus und in den Korridor führte. „Du wirst im Blossom Café frühstücken."

„Echt?" Kagome fühlte die alte Nervosität wieder in sich aufsteigen. „Du meinst … das Blossom Café, in dem alle TV Stars, Schauspieler und Sänger abhängen?"

„Genau. Dort gibt es im Übrigen auch sehr gutes Essen.", sagte Sango fröhlich, als sie die Türen schloss und eine Hand an ihr Ohr legte. „Miroku, schick' bitte eine Limo hierher um sie abzuholen. Kagome ist bereit um zu Blossoms zu fahren." Sie ließ ihre Hand wieder an ihre Seite fallen und sah Kagome an. „Obwohl du und InuYasha einen schlechten Start gehabt habt, bin ich mir sicher, dass wir das schon noch hinkriegen werden … Er ist wirklich nicht so schlimm."

Erzähl' das Kagomes verletztem Stolz.


Das ist meine Überraschung?", zischte InuYasha Kikyo an, die ihn zu der wartenden Limo begleitete.

„Es ist doch eine Überraschung, oder?", sagte Kikyo gelassen. Offensichtlich bekam sie einen Kick daraus, ihn zu quälen. „Du wirst Kagome zum Frühstück begleiten und du wirst dich ihr gegenüber höflich verhalten und du wirst sie dazu bringen, sich in deiner Gesellschaft wohl zu fühlen, denn wenn sie am Ende dieser Woche nicht zufrieden gestellt ist, wird sich das alles nur gegen dich auswirken. Sie wird am nächsten Samstag verschwinden und ihre Beschwerden werden bereits am Sonntag überall veröffentlicht sein. Verstanden?"

„Gebt ihr halt Geld und bringt sie dazu die Klappe zu halten.", sagte InuYasha beleidigt. „Wir müssen doch nicht nett zu ihr sein."

„Das nennt man Gastfreundschaft. Du solltest dich damit mal vertraut machen." Kikyo reichte ihm seine Geldbörse, als sie die Limo erreichten und öffnete ihm die Tür. „Und jetzt zieh' hinaus, junger Mann und mach' mich stolz."

„Leck mich."

„Bring' mich nicht in Versuchung." Sie wies ins Innere der Limo. „Jetzt steig' ein."

Mit einem mürrischen Seufzer rutschte er in das gemütliche Abteil und sah sich sofort von Angesicht zu Angesicht mit dem Schulmädchen. Ihre Augen verengten sich augenblicklich und sie rutschte von ihm weg. Kikyo knallte die Tür hinter ihm zu, wobei sie beinahe eines seiner Ohren erwischt hätte, und zwang InuYasha damit sich hinzusetzen, da nun sein einziger Fluchtweg versperrt war.

„Morgen."; sagte Kagome höflich, darauf achtend ihn nicht anzusehen.

„Guten Morgen.", antwortete er mit sarkastischer Höflichkeit in seiner Stimme.

„Nein, ich sagte ‚Morgen': Ich hab' niemals gesagt, dass er gut ist.", schnappte sie und wandte sich ihm nun doch zu. „Weißt du, das ist nicht unbedingt meine Vorstellung von einem angenehmen Frühstück. Ich würde viel lieber hier bleiben und mit Sango Pommes essen."

„Nun, ich würde um einiges lieber mit ein paar Schweinchen bei McDonald's essen, als mit scheinheiligen Fangirls zu frühstücken."

„Ich bin kein Fangirl.", schoss sie durch zusammengebissene Zähne zurück.

„Natürlich bist du das nicht.", sagte er mit herablassender Stimme. Kagome kochte leise vor sich hin, aber beschloss, ihn von nun an zu ignorieren. Sie würde ihm nicht das Vergnügen bereiten, ihr den Spaß zu verderben … und das würde sie am Besten bewerkstelligen, in dem sie so tat, als wäre er nicht da. Verdammt … sie wünschte sich wirklich, ihre Freundinnen hätten sie nicht bei diesem dämlichen Wettbewerb angemeldet …

„Was ist mit deinen Haaren los?", fragte InuYasha plötzlich.

Kagome warf ihm einen schnellen, bitterbösen Blick zu. „Was?"

„Was ist mit deinen Haaren los?", wiederholte er in genau demselben Tonfall.

Kagome hob eine unsichere Hand an ihren Kopf. „Nichts … warum?"

„Oh, nichts.", sagte er schnell und sah weg.

Wenn das ein Trick war um sie wegen ihrem Haar paranoid zu machen … nun, dann klappte er. Kagome hörte nicht auf, nach etwas Ähnlichem wie einem Spiegel zu suchen, um herauszufinden wie ihr Haar aussah … wenn sie so weitermachte würde sie wahrscheinlich noch genauso eitel enden, wie InuYasha. Der Unterschied war allerdings, das er die Art von eitel war, die ihn dazu trieb an Kameras vorbeizuflitzen, nur um ein Foto von sich selbst zu bekommen … Kagome war bei Weitem noch nicht so eingebildet.

Das Blossom Café war weiter weg, als Kagome erwartet hatte. Die Fahrt war nicht unbedingt das, was sie als ‚schnell frühstücken gehen' bezeichnen würde. Es war so, als würden sie zu einem klassischen Dinner in einem noblen Restaurant fahren, nur das sie um sieben in der Früh dorthin gingen, und nicht um sieben am Abend. Schließlich kamen sie an, gerade noch rechzeitig bevor die Spannung im hinteren Teil der Limo eskalierte – was fatal gewesen wäre, da Kagome kurz davor war zu schreien und InuYasha zu würgen, weil er so ein aufgeblasener Strohkopf war.

Die Limo ließ sie aussteigen und verschwand dann, Kagome dazu überlassend, InuYasha missmutig in das Innere des Cafés zu folgen. Das Café glich im Grunde Starbucks, nur dass hinter den Preisen der Speisen und Getränke noch ein paar Nullen angebracht waren. Und weil hier nur die Reichen und Berühmten herkamen und aßen, gab es kaum Fans, die nach Autogrammen verlangend aus ihren Sitzen hüpften, und auch keinerlei Reporter, die plötzlich mit ihren Kameras aus Büschen hervorsprangen.

„Was möchtest du gerne essen?", fragte InuYasha als sie den Tresen erreichten.

„Ich weiß nicht … Essen?" Sie zuckte mit den Schultern.

Er seufzte und verdrehte die Augen. „Du musst schon genauer sein.", sagte er herablassend.

„Okay …" Kagome sah die Kellnerin hinter der Kasse an, die InuYasha beobachtete. „Ich hätte gern ein Glas Wasser und einen Muffin."

„Leitungswasser oder Mineral?", fragte die Kellnerin, ihre Augen noch immer auf InuYasha gerichtet, der sich die Menükarte besah, doch Kagome begriff plötzlich, das er in Wahrheit der Kellnerin aus dem Weg ging … nur weil sie nicht so hübsch war. Kagome fühlte, wie eine weitere Woge der Abscheu ihm gegenüber in ihr aufstieg … Was für ein rotznäsiges Arschloch …

„Ähm … Leitungswasser ist okay.", antwortete sie.

InuYasha zahlte und die beiden setzten sich an einen der in Morgensonne gebadeten Tische im Freien. Die Luft war angenehm warm, aber es gab Zeichen, die versprachen, dass es noch um einiges heißer werden würde, bevor der Tag zu Ende ging.

„Also, wenn du diesen Wettbewerb eigentlich doch gar nicht gewinnen wolltest, wieso hast du den Gewinn dann angenommen?", fragte InuYasha, während er mit dem Salzstreuer spielte, der auf dem Tisch gestanden hatte.

„Hatte ich denn eine Wahl?", schoss Kagome zurück, seine mit dem Salzstreuer spielenden Finger genervt beobachtend. „Wenn ich nein gesagt hätte, wäre jeder der mich kennt auf mich losgegangen, weil ich die Chance nicht ergriffen hätte. Außerdem dachte ich mir, dass es möglich wäre, dass du wider Erwarten nett bist und dass eine Woche mit einem so ‚perfekten' Typen wie dir cool sein würde." Sie versetzte ihm einen kalten Blick. „Offensichtlich lag ich da falsch."

„Ooh … Sind wir aber verbittert." Er schenkte ihr ein Lächeln von dem sie wusste, dass es genauso falsch wie er war. „Du bist doch nur eifersüchtig, weil du nicht reich und berühmt bist."

„Ich bin froh, dass ich nicht so ein reicher Snob wie du bin.", sagte sie mit ernster Stimme. „Jetzt, da ich gesehen habe, wie es jemanden wie dich verdorben hat, werde ich völlig glücklich wieder zu meinem kleinen Schrein zurückkehren und mein unbedeutendes, bescheidenes Leben weiterführen. Ich danke dir."

InuYasha zuckte die Schultern und fing an, sich im Café umzusehen. Kagome schätzte, dass er nach einem hübschen Gesicht Ausschau hielt … in derselben Art, wie man sich Zeitschriften in einem Regal ansah, bevor man entschied, welche man mit nach Hause nehmen würde. Sie seufzte und sah über die Straße. Es war ruhig, da es so früh am Morgen war, doch ein paar Leute auf der Straße hatten InuYasha bemerkt und waren entweder zu scheu oder zu reich um sich zu nähern. Sie wandte sich mit verstimmtem Blick wieder ihrem Star zu. „Also, was zum Teufel hast du getan, um das alles zu verdienen?"

„Was verdienen?" Er sah sie mit gelangweiltem Blick an.

„So weit ich das sehe bist du wie dieses Model Jordan."

„Was? Blond mit massiven Brüsten?"

„Nein?" Sie strafte ihn mit einem angewiderten Blick. „Berühmt dafür berühmt zu sein. Da muss es doch mehr geben, als das. Was hast du getan um so berühmt zu werden?"

„Du bist wirklich kein Fan, oder?" Er sah sie ehrlich amüsiert an, aber sein Vergnügen ging auf ihre Kosten. „Du hast all die Jahre im dunklen gelebt, du armes Ding. Liest du keine Zeitungen oder Magazine?"

„Ich lebe nicht vom Klatsch über Berühmtheiten. Sie sind langweilig, dumm und waren früher einmal nette Leute, bevor sie berühmt wurden." Kagome zuckte die Schultern. „Sie interessieren mich nicht. Du hast mich nur gelangweilt."

„Reizend." InuYasha drehte sich wieder seitwärts auf seinem Stuhl, um anderswo hinzusehen.

„Nun? Für was bist du jetzt berühmt?", fragte sie weiter, sich eingestehend, dass sie sich jetzt dafür interessierte. InuYasha war nun, da sie ihn persönlich getroffen hatte und begriffen hatte, wie falsch sein Image wirklich war, eine wesentlich interessantere Berühmtheit.

„Für was auch immer." Er zuckte die Schultern. „Zuerst war ich nur berühmt, weil, als ich geboren wurde, mein Dad gerade der Premierminister war und meine Mutter war seine Trophäenfrau."

„Sie war ein Unterwäschemodel, oder?" Kagome legte ihren Kopf schief.

InuYasha machte ein unbestimmtes Geräusch. „Sie war auch ein professionelles Model, weißt du, am Laufsteg und so weiter. Sie war volle sieben Jahre im Geschäft, länger, als irgendjemand anderer, weil sie sich ihre Jugend beibehielt und weil sie irgendwie exotisch aussah mit ihren Haaren, ihren Augen und allem." Er deutete auf seine eigenen Züge, um ihr zu zeigen, was er meinte.

„Wieso hat sie nur sieben Jahre durchgehalten?", fragte Kagome. War das Model Dasein ein so schwer zu behaltender Beruf?

„Sie ist doch gestorben, nicht? In diesem Autounfall." Der Blick, mit dem er sie nun ansah, war verengt und Kagome begriff sofort das sie diese Antwort eigentlich hätte wissen sollen.

„Oh … Entschuldige bitte …"

Er schien sie gefühllos zu beobachten, bevor er ein leises Lachen von sich gab, lächelte und schließlich wieder wegsah. Es war allerdings kein echtes Lächeln. Aber war es jemals ein echtes Lächeln? „Sie wäre heute sicher noch immer im Geschäft, wenn sie nicht gestorben wäre." Er neigte seinen Kopf zurück. „Aber ich hätte es sowieso nicht gerne gehabt, meine Mutter die ganze Zeit in viel zu viel zeigender Unterwäsche herumhüpfen zu sehen."

Kagome versuchte ihr amüsiertes Lächeln über diesen Kommentar zu unterdrücken. Sie schaffte es erfolgreich den Drang zu überwinden. „Für was bist du sonst noch berühmt? Da muss es doch mehr geben als das."

„Nun, ich bin natürlich um einiges berühmter geworden, als meine Eltern den Löffel abgegeben haben.", gab er freiwillig zu. „Mitleidsstimme, würde ich sagen … und während Kaede auf mich aufgepasst -"

„Wer ist Kaede?"

„Die Schwester meines Vaters. Meine Tante, die eine Zeit lang meine Erziehungsberechtigte war." Kagome begriff, dass sie diese Geschichte bereits gehört hatte. „Jedenfalls, während die alte Hexe auf mich ‚aufgepasst' hat, habe ich verschiedene Jobs durchlaufen."

„Wie?", fragte Kagome weiter.

„Wie Kindermodeln? Für eine Weile habe ich dasselbe wie mein Bruder gemacht, aber das war zu … äh … zu tuntenhaft für mich, würde ich sagen. Hab' das nach 'ner Weile aufgegeben." Es schien so als versuchte er sich daran zu erinnern, was er seit damals mit sich selbst anfing. „Dann … letztes Jahr, hat Kikyo mich diese Sortiment Eau de Cologne für Männer herausgeben lassen, für das sie mich dann auch als Fürsprecher engagiert hat."

„Oh, ja!" Kagome erinnerte sich daran. „Darüber hab' ich mal eine Dokumentation gesehen … Sie haben gesagt, dass es sich verkauft hat weil es InuYasha in der Flasche war … Die Leute hätten für ein Fläschchen töten können. Aber das Zeug riecht überhaupt nicht wie du …"

Eine beiläufige Bemerkung ihrerseits, zumindest hoffte sie das.

„Alle, die dieses Zeug kaufen haben keine Ahnung davon, wie ich rieche." Er lächelte verschmitzt. „Das ist das Einzige, das ein Fernseher, ein Radio und ein Interview nicht wiedergeben können – Aroma."

Kagome schüttelte ihren Kopf. „Das ist lächerlich."

„Es hat mich reich gemacht."

Danke, dass du mich daran erinnert hast. Aber da musste es doch noch mehr geben. „Du bist nur berühmt, weil Männer durch die Gegend laufen und denken sie riechen wie du?"

„Nein … da ist ja noch diese ganze Kampf Sache."

Kagome sah ihn mit verengten Augen an. „Was? Bist du eine Art Kampfsportler?"

„Ich kann nicht glauben, dass du so ignorant bist." Er grinste sie an. „Darüber weiß doch wirklich jeder Bescheid!"

„Ich nicht!", verteidigte sie sich selbst.

„Ich bin kein Kampfsportler und ich wollte auch nie einer sein.", sagte er schnippisch. „Ich kämpfe in einem Ring."

„Oh … also bist du so was wie ein Wrestling Champion?"

„Wrestling ist eine choreographierte Form des Ballet für Feiglinge, die sich nicht wehtun wollen. Ich mache den einzig wahren Sport."

Kagome runzelte die Stirn. „Was für einen einzig wahren Sport?" Dann verstand sie. „Ah, du bist so etwas wie ein Boxer?"

„Auf eine gewisse Art, ja." Er zuckte die Schultern. „Und willst du das Geheimnis meines Erfolges wissen?"

„Was wäre das denn?" Sie war nun ehrlich interessiert.

„Meine Nase."

Sie blickte ihn ungläubig an, seine Nase argwöhnisch betrachtend und sich fragend, was das damit zu tun hatte. Es war doch nur eine Nase. Sie saß in der Mitte seines Gesichtes und vervollständigte seine ebenen Gesichtszüge. Aber sie war doch nicht so spektakulär, oder? „Deine Nase …", wiederholte sie langsam.

„Jaah. Hab' sie siebenundzwanzig Mal gebrochen. Aber sie ist jedes Mal perfekt verheilt."

Jetzt verstand Kagome. Die Mädchen würden einen Kerl mit einer wiederholt gebrochenen, flachen Nase kein zweites Mal ansehen. Weil bei ihm alles perfekt heilte, behielt er sich sein gutes Aussehen und seinen Charme bei und konnte zur selben Zeit einen der gewalttätigsten Sporte der Welt ausüben. „Du bist trotzdem ein Idiot.", sagte sie ihm geradeheraus und lehnte sich in ihren Sessel zurück.

„Aber ein Idiot mit einer guten Nase." Er grinste und war gerade dabei noch etwas hinzuzufügen, als er etwas hinter ihr sah, das ihm die Sprache verschlug. „Oh, Scheiße …"

„Was?" Kagome wandte sich um, um zu sehen was seine Aufmerksamkeit so plötzlich auf sich gelenkt hatte. Was sie erblickte, war ein ziemlich vertrautes Gesicht, das sich einen Weg auf sie zu bahnte. Kagome beobachtete das sich nähernde Mädchen für einen Moment, bevor sie sich daran erinnerte, wo sie dieses Gesicht schon einmal gesehen hatte – oder eigentlich – wo sie diese Brüste schon einmal gesehen hatte.

Sie wandte sich blitzschnell InuYasha zu. „Das ist Angelique Spagni!", zischte sie leise.

„Ich weiß.", sagte er mit normaler Stimme. „Und du musst nicht flüstern. Sie spricht nichts anderes außer französisch."

„Oh." Kagome blinzelte überrascht. Zu Kagomes weiterer Überraschung ging das Model keineswegs an ihnen vorbei … stattdessen gab sie einen süßen, französischen Ausruf von sich, als sie InuYasha erkannte und marschierte geradewegs zu ihnen hinüber um sich auf seinen Schoß zu setzen. „Ma petite puce!"

„Angel, Schätzchen!" Er sah leicht verwirrt aus. „Was machst du denn hier? Ich dachte du würdest zurück nach Frankreich fliegen?"

„Ma poulette!" Das französische Model schlang seine Arme um seinen Hals und kuschelte sich an ihn.

Kagome starrte das Paar mit offenem Mund an. Sie hätte genau so gut auch gar nicht da sein können, für all die Aufmerksamkeit, die Angelique ihr schenkte. Also das war einfach nur unhöflich. „Du begreifst schon …", sagte sie zu InuYasha. „Das sie dich gerade ihren ‚kleinen Floh' und ihr ‚Babyhuhn' genannt hat, oder?"

„Du verstehst ja französisch!" Er blinzelte sie an. „Gut – du kannst für mich übersetzen."

„Ich werde für einen widerwärtigen Player wie dich überhaupt nichts tun!", fauchte sie und versuchte, sich wegen Angeliques Verhalten nicht zu peinlich berührt zu fühlen.

„Nein, sag ihr nur, dass obwohl sie großartig ist, ich nicht denke, dass diese Beziehung gut ausgehen wird. Ich glaube wir sollten mit anderen Menschen ausgehen." Er lehnte sich etwas zurück, als Angelique einen Kuss auf seine Wange zielte.

Kagome sah zwischen den beiden hin und her, bevor sie mit ihren Fingern schnipste, um Angeliques Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. „Er sagt … Je pense que nous devrions voir d'autres personnes … Moi même j'en vois depuis trois moins." Grob übersetzt: Ich denke wir sollten mit anderen Leuten ausgehen … Ich habe das für die letzten drei Monate getan.

Die arme Angelique richtete sich blitzschnell auf und sah InuYasha verwirrt an.

„Super.", sagte InuYasha, ahnungslos gegenüber dem, was Kagome gerade für ihn übersetzt hatte. „Jetzt sag ihr, dass sie wunderschön ist und jeder Mann glücklich sein kann, sie zu haben – nur ich nicht."

Kagome wandte sich vollkommen ungerührt wieder dem Model zu. „Il te quitte pour un humain." Er verlässt dich für einen wirklichen Menschen.

Angelique keuchte und lehnte sich noch weiter zurück, InuYasha mit unverkennbar verletzten und gequälten Gesichtsausdruck anstarrend. InuYasha verstand ihren Gesichtsausdruck völlig falsch, als den eines Mädchens, das ‚sanft' fallen gelassen wurde. „Jetzt sag' ‚danke' zu ihr."

„Il ne suis sorti avec toi que dans le cadre d'un pari." Er ist nur wegen einer Wette mit dir ausgegangen.

InuYasha versetzte Kagome einen misstrauischen Blick … Das hatte sich für ihn aber nicht wie ein bloßes ‚Danke' angehört. Aber nun reichte es dem französischen Engel. Sie hob ihre Hand und ohrfeigte InuYasha ziemlich geräuschvoll. Dann stand sie auf und stolzierte davon. Kagome beobachtete ihren Abgang belustigt, bevor sie sich wieder InuYasha zuwandte. „Toll, InuYasha."

„Das ist ganz gut gelaufen." Er rieb seine stechende Wange, aber versetzte ihr einen misstrauischen Blick. „Bist du dir sicher, dass du alles richtig übersetzt hast?"

„Wort für Wort.", sagte sie mit ehrlicher Stimme, während sie ihre Finger unter dem Tisch kreuzte.

„Nun, hoffentlich war das das letzte Mal, dass ich eine Überraschung dieser Art erleben muss." Er lehnte sich vorwärts, als ihr Frühstück ankam.

Kagome stocherte halbherzig in ihrem Muffin und sah InuYasha über den Tisch hinweg an. Sie wusste, dass es grausam war aber sie konnte nicht anders, als ihm noch einen Streich zu spielen. „InuYasha?"

„Ja, Kaguri?"

„Mein Name ist Kagome."

„Wie auch immer."

„Du hast Lippenstift auf deiner Wange."

Nach diesem Kommentar verbrachte InuYasha den größten Teil des Frühstücks damit, den imaginären Lippenstift wegzuwischen, der einfach nicht abgehen wollte …

Kagome begriff, dass wenn er wirklich so dämlich war, ihre Woche vielleicht doch nicht vollkommen verloren war …


Anmerkungen der Autorin: Jaah … Ich weiß, dass er im Moment ein völliger Blödmann ist … aber ich schwöre das er sich bessern wird, wenn man ihm Zeit gibt … vielleicht …