Nun waren schon 10 Tage vergangen seitdem Rinoa wieder zurück im Garden war.
Körperlich ging es ihr ausgezeichnet. Man hatte nicht herausfinden können, warum Rinoa ihr Bewusstsein und ihr Gedächtnis verloren erinnern wer sie war und was sie zusammen erlebt hatten, aber es ging ihr ansonsten weitest gehends gut. Die anderen kümmerten sich um sie. Neue zarte Bande einer Freundschaft entstanden.
Nur mit Squall konnte sie immer noch nicht anfangen. Ja, er gefiel ihr schon vom Aussehen, aber seine doch sehr harsche Art sagte ihr genauso wenig zu, wie sie ihr damals zugesagt hatte, während er sie bei den Waldeulen in Timber unterstützen sollte. Sie hasste ihn zwar nicht, aber bei Xell oder Irvine hielt sie sich trotzdem lieber auf.
Squall war darüber natürlich nicht sehr erfreut. Er probierte immer wieder ins Gespräch zu kommen, aber dennoch konnte er nicht über seinen Schatten springen und mal ein wenig weicher werden. Zwar wusste Rinoa mittlerweile, dass zwischen ihnen mal etwas war, wusste aber auch dass sie sich sozusagen getrennt hatten und das reichte ihr um sich nicht weiter mit ihm auseinander setzen zu müssen. Es musste ja schon Gründe gegeben haben, wieso sie ihn schon im normalen Zustand nicht mehr um sich haben wollte.
Das Schlimmste an all dem war, dass sie anfing an Seifer, der nun wieder als Söldner im Garden beschäftigt war, dank Edeas Bitten und Betteln für ihren ehemaligen Waisenhauszögling, Interesse gefunden hatte und dies auch anscheinend auch von Seifer erwidert wurde. Jedenfalls gingen sie nun miteinander aus.
Sie hatten ihr zwar auch davon erzählt, wie Seifer sie versucht hatte der Hexe Adell zu opfern, aber sie meinte daraufhin nur, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hätte.
Mit ihren Hexenkräften wollte sie nichts zu tun haben. Sie ignorierte sie einfach. Sobald man sie darauf ansprach flüchtete sie aus dem Raum. Es war wohl noch zu früh dafür.
Die Tage plätscherten vor sich hin. Rinoa und Seifer waren nun ein Pärchen geworden und Squall wusste nicht mehr ein noch aus. Was sollte er tun um sie zurück zu gewinnen. Er wusste es nicht. Er musste einfach mit ihr probieren zu reden.
Squall saß abends in seinem Quartier als die Tür klopfte.
„Ja, bitte?"
Und rein kam Rinoa.
„Entschuldigung. Ich weiß, dass wir in den letzten Tagen nicht so viel miteinander zu tun hatten. Aber…ich habe gehört, dass ….dass du damals mein ..:Hexenritter warst…oder?", fragte Rinoa.
„Ja, klar. Kannst du dich erinnern?", antwortete Squall aufgeregt.
„Nein, tut mir leid. Aber ich müsste mit dir reden. Anscheinend standen wir uns ja nah und vielleicht kannst du mir weiterhelfen. Mit Seifer kann ich über sowas nicht reden. Ich habe seit ein paar Tagen Alpträume…über eine Hexe Ultimecia. Kennst du sie?"
„Was? Ja klar. Seifer war ihr Hexenritter. Was hast du geträumt?", fragte Squall.
„Über….darüber dass sie wieder kommt. Es war so real. Als ich aufwachte waren im Quartier Federn verteilt. Ich glaube….es war kein Traum", murmelte Rinoa.
„WAS? Das müssen wir dem Direktor mitteilen." Rief Squall.
„Ja, okay….aber...du glaubst mir?
„Na klar, wieso nicht?", fragte Squall.
„Weil Seifer mir nicht glaubt. Er sagt, das würde ich mir einbilden. Er sagte, ich solle es keinem sagen. Aber dir vertraue ich. Ich weiß auch nicht warum.", erzählte Rinoa.
„Rinoa….du kannst immer zu mir kommen. Das weißt du doch."
Rinoa errötete und lächelte ihn an und flüsterte ein „Danke." Und damit verschwand sie wieder.
Wieso glaubt ihr Seifer nicht? Er müsste doch am Besten wissen, dass Hexen über ihre Träume Prophezeiungen empfangen, dachte Squall.
Nachdem Rinoa dem Direktor alles erzählt hatte, wurde beschlossen abzusichern ob die Hexe Adell noch gut versiegelt war. Aber es war alles okay. Man konnte es sich nicht erklären und somit beschloss man es zumindest noch weiter zu beobachten.
Das Verhältnis zwischen Seifer und Squall spannte sich immer weiter an. Squall konnte Seifer nicht trauen. Es musste einen Grund haben, warum er nicht wollte dass sie es dem Direktor erzählt. Er musste das beobachten.
Rinoa's Hexenkräfte enwickelten sich nun sehr schnell und sie kam überhaupt nicht damit klar. Sie wollte diese Kräfte nicht, sie wollte nur normal sein und so wurde sie mit jeden Tag mit dem die Kräfte wuchsen zorniger und verzweifelter. Die anderen kamen nicht mehr an sie ran. Sie wollte nicht mehr mit ihnen sprechen.
Squall konnte bei dem ganzen Drama nicht mehr zusehen und stellte Seifer zur Rede. Doch das endete fatal.
Die beiden gingen aufeinander los und Rinoa hielt zu Seifer, ihrem Freund. Also verließen Seifer und Rinoa über Nacht den Garden. Einer wusste wo sie hingegangen waren.
Tage später fand man Seifer in der Nähe von Esthar schwer verwundet. Als er wieder nach Tagen aus seinem Koma erwachte, gab er zu, dass die Hexe Ultimecia damals nicht ganz zerstört worden war und dass er den Auftrag von ihr bekommen hatte, Rinoa's Gedächtnis auszulöschen mithilfe eines magischen Gases und sie so von ihren Wurzeln loslösen. Eine Hexe ohne Erinnerungen sei nicht mehr an das Menschliche gebunden und könne somit ihrer wahren Natur freien Lauf lassen… nämlich Krieg und Hass.
„Was?? Das soll doch nicht dein Ernst sein??? Und wo ist sie jetzt!?", rief Selphie.
„Ich weiß nicht. Sie hat mich anscheind durchschaut. Sie lächelte und lachte und im nächsten Moment meinte sie, dass ein normaler Mensch sie nicht hintergehen könne und attackierte mich. Sie hatte plötzlich diese schwarzen Flügel…", erzählte Seifer.
„Du Dummkopf?! Was hast du Rinoa angetan?! Sie hat dir vertraut! Das wirst du bereuen. Aber zuerst werde ich Rinoa suchen gehen.", schrie Squall.
„Das musst du nicht mehr….", sagte ein bekannte Stimme.
Alle drehten sich um und da stand sie. Rinoa. Doch sie sah anders aus. Ihre Haare waren länger. Ihre Hat war blasser. Und ihre Augen waren eiskalt.
„Rinoa? Da bist du ja, wir wollten dich gerade suchen, aber…", sagte Quistis bevor sie von einer Welle von Telekinese an die Wand geschleudert wurde und dort ohnmächtig auf den Boden glitt.
„Rinoa, was….", fing Irvine an bevor er ebenfalls an die Wand geschleudert wurde.
„Ihr Verräter…ihr wolltet mich suchen?? Ihr SEEDS wolltet mich suchen und töten, ja? Seifer hat mir alles erzählt. Aber auch er war hier Schüler. Er hat mich auch verraten, wie ihr alle….und dafür werdet ihr büßen, die ganze Welt wird dafür büßen.", rief Rinoa und schleuderte auch die anderen auf den Boden.
„Und du…du wirst diesen Raum nicht mehr lebend verlassen, mein Freund Seiferr", sagte Rinoa. Seifer fing an zu keuschen. Er kriegte plötzlich keine Luft mehr. Er keuschte, doch es brachte nichts. Ihm wurde schwarz vor Augen.
„Rinoa, nein. Tu das nicht. Das bist nicht du….lass mir dir helfen.", flüsterte Squall während er auf dem Boden liegend alles mit ansah.
„Du
hast mir zwar geglaubt mit den Träumen, aber du hast mir nicht
geholfen. Keiner hat mir geholfen. Willst du deinen Freund retten?
Das kannst du nicht. Aber ich werde dir helfen seinen Tod nicht mit
ansehen zu müssen.", und mit diesen Worten wurde Squall von einer
unsichtbaren Macht am Hals nach oben gezogen. Er kriegte keine Luft
mehr, aber dafür Seifer.
„..:Rinoa….tu das nicht. …Wir
haben uns doch geliebt…ich habe dich geliebt…..", sagte Squall
mit seiner letzten Luft bevor ihm langsam schwarz vor Augen wurde.
Rinoa lachte nur, doch plötzlich verstummte sie und fiel selbst auf den Boden. Gekrümmt hockte sie auf den Knien. Squall robbte zu ihr rüber.
„..Rinoa….?"
„Fass mich nicht an…!", schrie Rinoa. Ihre Augen waren nun blutrot und schwarze Flügel schossen.
Squall wurde wieder von einer unsichtbaren Macht fortgedrückt. Aber er wollte nicht nachgeben. Er fasste schnell nach ihrer Hand.
„Rinoa, ich liebe dich. Tu das nicht. Du bist nicht alleine. Ich werde immer auf dich warten", sagte Squall.
Rinoa krümmte sich immer mehr und plötzlich schoss die Tür auf. SEEDS kamen in das Quartier gerannt und richteten die Waffen auf sie.
„Nein, nicht schießen. „, sagte Squall während er sich schützend über sie beugte.
„Du verteidigst mich? Warum?"
„Ich liebe dich", antwortete Squall.
Squall hörte das klicken der Waffen und kneifte die Augen zusammen, sicher dass das sein Ende war. Doch nichts kam. Als er die Augen öffnete umhüllten ihn weiße Flügel und ein blauer Schimmer.
„Rinoa???"
Die Söldner lagen ohnmächtig auf der Erde.
„Danke,…", flüsterte Rinoa, als sie ihm in die Augen sah. Im nächsten Augenblick sackte sie ohnmächtig zusammen.
„Rinoa??? Rinoa!!!""
