Disclaimer: Bla Bla...nix meins...kein Geld...alles JKR...
A/N: Nach einem sehr kreativen Osterwochenende gehts auch hier weiter! Kann Stolz sein, hab all meine längeren Stories upgedatet. Jetzt fehlt nur noch "All Star" und dann sinds wirklich alle ;)
Dieses Kapitel hat mir ein paar Problemchen bereitet. Hatte es zur Hälfte fertig und dann kam mir eine Idee, die ich unbedingt einbauen wollte. Dafür musste ich aber das ganze Kapitel nochmal umbauen.
Aber jetzt ist es mal fertig. Freu mich auf eure Meinungen.
Wie man einen Wolf fängt
Lektion 4
Nachspiele können auch von Musik begleitet werden
Irgendwann nach Mitternacht verabschieden Remus und ich uns von der Party. Jack ist mittlerweile so beduselt, dass er jeden um den Hals fällt und mich fragt, ob ich mir eine Geschlechtsumwandlung vorstellen könnte.
Wir apparieren in die Straße, in der Sirius und Remus ihre Wohnung haben. Sie ist still und dunkel und bildet damit einen schönen Kontarst zum bunten Partytreiben, dem wir eben entkommen sind.
"War ein schöner Abend.", sage ich, während wir die Straße Richtung Haustor hinunterschlendern. "Mehr oder weniger."
Remus grinst. "Ja. Nur Vincents Gesicht würde ich gerne sehen, wenn man ihm morgen im nüchternen Zustand erzählt, dass Jack ihn geküsst hat."
"Hoffen wir für Vinc, dass es heute Abend nur bei diesem Kuss bleibt."
Wir lachen und bleiben vor dem nur schwach von einer Straßenlaterne erleuchteten Haustor stehen. Der arme Vincent könnte einem fast Leid tun.
"Der Abend war wirklich recht schön. Nur bestehe in nächster Zeit nicht auf eine Wiederholung.", bittet mich Rem mit einem charmanten Lächeln.
Ich antworte nicht, grinse ihn nur unschuldig an. Ein Versprechen diesbezüglich bekommt er jetzt sicher nicht. Die Wahrscheinlichkeit ihn nochmal auf so eine Party zu zerren ist zwar minimal, aber ich werde mich hüten diese klitzekleine Chance gleich zu nichte zu machen.
"Was ist? Muss ich vorm Haustor übernachten, oder lässt du mich doch noch rein?"
Remus grinst nur und schüttelt den Kopf. "Du lenkst gekonnt ab."
"Meine Spezialität."
"Hab ich bemerkt.", sagt er und hält mir die Tür auf. "Du hast dich auch geschickt aus der Ecken-Affäre gezogen."
Merlin, dass sich der aber auch wirklich alles merken muss. Ich reagiere erstmal nicht und steige stumm die Treppe zur Wohnungstür hinauf. Bis ich die Wohnung betrete fahre ich mit dieser Taktik auch sehr gut. Doch dann schließt sich die Haustür hinter mir.
"Du hast mir immer noch nicht erzählt woran du in der Ecke gedacht hast."
"Du bist ganz schön hartnäckig!"
Remus lächelt wieder und meine Knie werden etwas weich.
"Glaub mir doch. Das willst du nicht wissen."
"Ich bekomme dich schon noch dazu es mir zu erzählen.", meint Remus lächelnd und betritt das Wohnzimmer. Ich folge ihm.
Na klar. Ich werd es dir sofort erzählen. Weißt du, Rem. Ich hab an unseren Kuss gedacht und ich muss schon sagen, Holla die Waldfee! Kann ich mal testen, ob dus immer noch drauf hast?
Klar! Da kann ich mich ja gleich aus dem Fenster werfen.
Ich lasse mich auf die Couch fallen, Moony setzt sich neben mich und drückt mir eine Flasche Butterbier in die Hand. So sitzen wir eine Weile, bis mein Blick am Klavier kleben bleibt. Es ist ein kleines Klavier, das Rem mal von seiner Großmutter bekommen hat. Ich hab ihn schon mal spielen hören und man möge gar nicht glauben, dass aus so einem kleinen Teil so wunderbare Musik kommen kann.
"Wie siehts aus, Rem? Spielst du was für mich?", frage ich ihn und deute auf das Klavier.
"Ich bin nicht sicher, ob ich überhaupt noch spielen kann."
"Ach, aber Klavierstunden gibst du schon."
"Das ist etwas anderes.", meint er nur.
"Ach.", sage ich wieder, mir der Einfallslosigkeit meiner Aussage vollkommen bewusst. Etwas anderes? Um Unterricht geben zu können muss man doch auch spielen können. Und soweit ich mich erinnere konnte Remus immer ganz gut spielen.
"Nun, es macht einen Unterschied, ob man mit einem Kind die Tonleiter übt, oder ob man Chopin spielt.", erklärt er mir und nimmt einen Schluck Butterbier.
"Davon würde ich mich gerne überzeugen."
Er lacht. "Na gut. Euer Wunsch sei mir Befehl, Mylady."
Er steht auf, stellt seine Butterbierflasche am Tisch ab und setzt sich auf den Klavierhocker.
"Muss es Chopin sein?"
"Das überlasse ich ganz dem großen Meister."
Er überlegt kurz und lächelt dann. "Gut. In diesem Falle bevorzuge ich Schumann. Aber erwarte dir nicht zu viel."
Ich lächle nur und er beginnt zu spielen. Die Ankündigung verfliegt binnen Sekunden. Er weiß nicht, ob er noch spielen kann? Von wegen! Seine Finger tanzen förmlich über die Tasten und erfüllen den Raum mit zarter Musik. Ich sehe ihm eine Zeit lang von der Couch aus zu und beneide ihn ein bisschen.
Er wirkt konzentriert und entspannt gleichzeitig. Die Tasten gehorchen seinen schlanken Fingern mit erstaunlicher Leichtigkeit. Ich hatte auch irgendwann mal Unterricht, aber ich habe ihn wieder abgebrochen. Ich bin einfach zu ungeduldig für sowas.
Ob er die Leidenschaft, die er für die Tasten aufbringt, vielleicht auch noch woanders zu Tage befördern kann?
Hey, nicht genehmigter Gedanke!
Ich atme zwei, drei Mal tief durch und nehme noch einen großen Schluck Butterbier, dann stehe ich auf und setze mich aufs Fensterbrett neben dem Klavier. Ich lehne mich gegen das Fenster und schließe die Augen. So lausche ich Schumanns Träumerei bis Remus das Stück beendet.
"Das war wundervoll.", sage ich und öffne die Augen, um ihn anzusehen.
"Das war nichts besonderes.", entgegnet er, steht auf und kommt zu mir herüber. Ich lache. "Du bist unverbesserlich, Moony."
"Ja, scheint so."
Er steht nun direkt vor mir und lächelt mich am. Klaviermusik macht mich immer so kuschelbedürftig, sodass ich meine Arme einfach um seine Taille schlinge und ihn näher zu mir ziehe. Ich lege meinen Kopf auf seine Brust. Lustig, ich kann seinen Herzschlag hören. Bilde ich mir das jetzt nur ein, oder ist er eben wirklich ein wenig aus dem Rythmus geraten?
"Müde?", fragt Rem mich und streicht mir übers Haar.
"Etwas.", sage ich und hebe ein wenig den Kopf, um ihn ansehen zu können. Merlin, ich möchte in diesen Augen versinken. Sie werden dunkel, wenn er traurig ist und um einiges heller, wenn er Angst hat. Wenn er glücklich ist scheinen sie zu sprühen, als hätte jemand Sterne darin verstreut und sie bekommen goldene Sprenkel wenn der Wolf kommt.
Gerade eben scheinen wieder die Sterne Dienst zu haben.
"Sagt mal, was genau wird das, wenn es mal fertig ist?"
Erschrocken fahren wir auseinander und mein Blick schnellt zur Wohnzimmertür. Sirius lehnt mit süffisantem Lächeln im Türrahmen.
"Was...was tust du denn hier?", stottere ich hervor. Warum stottere ich eigentlich?
"Verzeih, Cousinchen, ich wohne hier.", grinst Sirius und betritt das Wohnzimmer. "Aber keine Sorge, ihr Turteltäubchen könnt gleich wieder weiter kuscheln, ich bleib nicht lange."
"Hör auf mit dem Unsinn, Pads.", murmelt Rem. Er ist rot geworden. Sieht richtig süß aus.
Sirius grinst ihn noch breiter an, lässt sich auf die Couch fallen und verschränkt die Arme hinterm Kopf.
"Was führt dich tatsächlich mitten in der Nacht hierher?", fragt Remus ihn schließlich. "Hattest du Streit mit Angelina?"
"Herzlichen Dank, dass du meiner Beziehung so viel Vertrauen entgegen bringt, Moony. Nur zu deiner Information: Mittlerweile schaffe ich es, eine Frau länger als zwei Wochen an mich zu binden."
"Warum bist du dann hier?"
"Weil ich eine gute Nachricht habe." Er greift in seine Hosentasche und zieht ein paar Papierstreifen hervor. "Das, meine teuren Freunde, sind Eintrittskarten der besonderen Art."
Ich sehe ihn an und ziehe eine Augenbraue hoch.
"Mehr Begeisterung, wenn ich bitten darf.", sagt er und winkt mit den Karten. "Das, meine Liebe, sind Karten fürs Finale der diesjährigen Quidditch-Weltmeisterschaft!"
"Du meinst..."
"Jap, wir alle fahren nach Dublin!"
"Heilige Mutter Merlins!" Ich falle ihm um den Hals.
"Hey, hey, vorsichtig! Ich will das Spiel schließlich auch noch sehen. Außerdem wird Moony sonst eifersüchtig!"
"Woher hast du die?"
"Verbindungen.", grinst er wie ein kleines Kind. "James hätte fast geheult vor Freude."
"Kann ich mir gut vorstellen.", grinse ich zurück. Oh ja, Jamie würde für diese Karten morden.
"Na dann.", sagt Pads feierlich und schwenkt die Karten. "Irland, wir kommen!"
