Irgendwie war ich traurig, als wir an unserem letzten Schultag wieder in die rote Lock
stiegen, doch andererseits freute ich mich darauf, Paps wieder zu sehen. Im Abteil
saß ich mit den Zwillingen, aber ohne Perce. Meine Idioten hatten ihr einen Streich
gespielt und sei war nun wirklich sauer auf die beiden, dabei hatte Perce fast so viel
Geduld mit ihnen wie ich! Und das will etwas heißen. :-D Während der Fahrt spielten
wir Snape explodiert (oder wie es korrekt heißt: Zauberschnippschnapp) und
blödelten rum. Die beiden luden mich natürlich ein, obwohl sie eh wussten, dass ich
den Großteil der Ferien bei ihnen verbringen würde. Ich Sagte einfach, dass ich mit
meinem Vater darüber reden würde... wie immer. Viel zu schnell waren wir in
London gelandet und ich verabschiedete mich dort von Mum und den anderen
Weasleys und auch von Tonks, die mich davor ihrer Mutter vorstellte. Ich mochte ihre
Mum irgendwie, es war gut zu wissen, dass nicht alles Mörder, Verräter und
Verrückte in meiner Familie waren. Dann machte ich mich auf den Weg in den
Tropfenden Kessel, von dort aus, würde ich mit Flohpulver weiterreisen. Auf den
Weg dorthin traf ich Perce, die auch per Flohpulvernetz reisen würde.
Dann war ich endlich wieder zuhause, doch Paps war nicht da. Ich brachte meine
Koffer erst einmal in mein Zimmer, zog mich um und schlief mal ein paar Stunden.
Dann ging ich in die Küche und machte mir was zu essen, als ich plötzlich die
Haustüre hörte. Ich blieb in der Küche und aß weiter mein Sandwich, als plötzlich
Paps in die Küche kam, mich sah und sich total erschreckte. „AURORA! Was machst
du hier?", fragte er mich, als er wieder Luft bekam. „Ich wohne hier...", „Aber... Aber
Hogwarts", „Ferien... Du weißt schon, wenn die Schule vorbei ist", „Ach so... stimmt
ja...", „ich werde eh auch bei den Weasleys sein und eine Freundin hat mich auch
eingeladen... und sie wird auch mal her kommen.", „Was?", „Du hast doch nichts
dagegen Paps, oder?", fragte ich und sah ihn mit meinen großen braunen Augen an.
„Nein... aber pass auf, dass deine Freundin nicht um den Vollmond kommt", „Schon
klar Paps", sagte ich und umarmte ihn. Er hatte mir wirklich sehr gefehlt...
Nach 2 Wochen kam endlich Tonks zu Besuch. Sie würde eine Woche bleiben, dann
würden wir zu ihr reisen und von dort ginge es für mich weiter zu den Weasleys.
Paps war gerade unterwegs und ich schlief noch, da ich es liebte ewig im Bett zu
liegen, wenn ich nicht in die Schule musste. In Hogwarts oder bei den Weasleys
hatte ich dazu selten eine Chance, dafür hielten mich vor allem die Zwillinge zu sehr
auf trapp. Aber zurück zum eigentlichen Thema, ich hörte unbewusst ein Ploppen,
als wäre Paps gerade in unseren Garten apperierte und jemanden meinen Namen
rufen, doch ich drehte mich um und wollte weiter schlafen.
Das Ploppen war natürlich Tonks gewesen, die tatsächlich in unseren Garten
apperiert war und auch ihre Stimme war es, die nach mir rief. Doch Tonks wurde das
irgendwann zu dumm und sie versuchte, ob sie ins Haus kam. Da Paps die Türe
offen gelassen hatte – a) kannte er mich b) wusste er ja, dass heute Tonks kommen
würde – konnte sie ungehindert ins Haus kommen und nun vom Wohnzimmer aus
nach mir rufen. Da das Wohnzimmer gleich unter meinem Zimmer war, wurde ich
unweigerlich wach und musste aufstehen. Ich war einen kurzen Blick auf meinen
Wecker: Es war erst 9 Uhr morgens! 9 Uhr? Ich stand nie vor 12 auf...
Verschlafen ging ich die Treppe hinunter und war aber immer noch unfähig ein Wort
zu sagen. „Da bist du ja!", hörte ich Tonks schon sagen, dann sah sie mich genauer
an und stellte fest, dass meine Haare noch zerzaust waren und ich mehr als
offensichtlich noch meinen Pyjama trug. „Hab ich dich etwa geweckt?", fragte sie
amüsiert nach, ich deutete ihr aber mir einfach zu folgen und ging mit ihr in die
Küche. Dort machte ich für uns beide Tee und nach der ersten Tasse war ich soweit
wieder ansprechbar. „Du bist früh da", stellte ich einfach fest. „Meine Mutter hat mich
losgeschickt...", ich nickte verstehend. „Lebst du alleine hier?", fragte Tonks verwirrt
als sie sich etwas umsah. Ich verstand ihre Frage durchaus. Paps war nicht gerade
jemand, der überall Fotos stehen hatte... außer einige von mir. Und dass er sich um
mich kümmerte war ja ein großes Geheimnis. Paps hatte ja Angst, dass man mich
ihm weg nehmen könnte, wenn jemand raus finden würde, dass er, ein Werwolf, sich
um ein unschuldiges Kind kümmerte. „Nein. Paps ist nur gerade unterwegs."
Natürlich für den Satz erntete ich von Tonks einen richtig verwirrten Blick. „Nicht
Sirius... der ist doch in Azkaban. Mein... Pflegevater...", „Ach so... nun... was wollen
wir machen?",
Den restlichen Tag zeigte ich Tonks einmal das Haus und die Gegend. Dann spielten
wir eigentlich nur noch Zauberschach oder Zauberschnippschnapp. Als es kurz davor
war, das Paps nachhause kommen würde, begann ich mit Tonks zu kochen. Wir
hatten echt viel Spaß, vor allem, weil Tonks fast die ganze Sauce am Boden
verschüttet, als Paps hinein kam. „Aurora, ich bin wieder da", hörte ich ihn von
unserem Vorzimmer. „PAPS! Tonks ist schon hier", rief ich ihm zu und schon kam er
in die Küche. Er sah mal wieder ziemlich fertig aus, doch ich mochte ihn so. Freudig
umarmte ich ihn und sah aus den Augenwinkel, dass Tonks meinen Paps etwas
seltsam ansah. „Guten Tag, Remus Lupin", stellte sich Paps vor und reichte Tonks
die Hand. Sie nahm schüchtern den Gruß entgegen und fügte dann hinzu: „Ich... Ich
bin Tonks", „Nett dich kennen zu lernen", meinte er noch und ging dann weiter ins
Badezimmer. Doch Tonks schien irgendwie in einem Tagtraum gefangen zu sein. Sie
starrte noch gut 5 Minuten lang auf die Stelle, wo gerade noch Paps gestanden war.
„Tonks? HALLO!?", rief ich gerade zum wiederholten Male, als sie endlich wieder im
hier und jetzt gelandet war. „Ähm... was ist den?", fragte sie und kratzte sich
verlegen am Hinterkopf. „Ach... ich wollte dich nur wieder auf die Erde zurück holen",
meinte ich und grinste sie breit an. „Was meinst du?", „naja... du warst ja wohl
gerade auf der Venus", „Venus?", „Venus... die römische Göttin der Liebe." Es war
wirklich amüsant zu sehen wie Tonks tatsächlich etwas rot wurde. „Was redest du
da?", fragte sie und ich musste mir ein Lachen verkneifen. Ich kannte dieses Gesicht
was sie gerade machte nur zu gut von Bill, dem ältesten Weasley.
Die nächsten Tage waren echt witzig. Tonks schien ziemlich in meinen Paps
verknallt zu sein. Und immer wenn sie sich halbwegs beruhigt hatte, konnte ich nicht
anders als laut los zu Lachen. „Wenn es dir mal so geht... erwarte nicht, dass ich
netter sein werde", giftete sie jedes Mal zurück, begann dann aber auch mit mir zu
lachen. Es war cool mit ihr Zeit zu verbringen, doch bald war die Zeit bei mir im Haus
vorbei und bald würde ich für eine Woche zu Tonks fahren. Und schon war unser
letzter Abend gekommen und wir saßen zu dritt beim Abendessen. „Und Tonks, das
war dein letztes Jahr in Hogwarts. Was planst du für deine Zukunft?", begann Paps
plötzlich. Tonks war im ersten Moment etwas verwirrt, doch dann begann sie zu
schwärmen. „Ich beginne im September im meiner Ausbildung zur Aurorin. Ich bin
schon sehr gespannt. Durch mein kleines Talent bin ich auch der perfekte Spion",
„Was für ein Talent den?", fragte Paps überrascht. „Ich bin ein Metamorphmagus...",
„Das ist aber wirklich selten", „Ich weiß. Ich bin die erste bekannte Nachfahrin der
Familie Black in den letzten 300 Jahren die ein Metamorphmagus ist... und das
obwohl ich ja nur ein Halbblut bin", meinte sie und haute weiter rein. „So wie sich das
anhört muss deine Mutter Andromeda sein, richtig?", „Woher...", „Nun ich kannte ja
immerhin auch die Eltern von unserer kleinen Aurora hier. Und beide fanden deine
Mutter bewundernswert. Und außerdem hat mir Lizzie einmal verraten, dass Ihr
Bruder zwar vor kurzen Onkel wurde, das aber nicht weiter interessiert. Deshalb
habe ich es angenommen", erklärte Paps und aß ebenfalls weiter. Ich sah die beiden
mir genauer an. Tonks blühte heute richtig auf und quasselte den ganzen Abend
über mit Paps der ihr sogar begeistert lauschte. Irgendwann war ich zu müde und
legte mich schlafen, und obwohl ich normalerweise einen leichten Schlaf hatte,
wachte ich gar nicht auf. Das lag aber daran, dass Tonks gar nicht mehr ins Zimmer
kam. Sie und Paps waren beim Reden unten im Wohnzimmer eingeschlafen.
Der Rest meiner Ferien war sehr lustig. Meine „Tante" Andromeda – sie wollte, dass
ich sie Tante nannte – war wirklich eine nette Frau und mein „Onkel" Ted ebenso. Ich
fand die Woche bei Tonks richtig cool und ich erfuhr einiges über meine richtigen
Eltern. Dann fuhr ich nochmals für zwei Wochen zu Paps.
Es gab nur ein Ereignis, dass diesen Sommer einzigartig machte. Ich lernte es mich
in einen Animagus zu verwandeln. Ich hatte es genau in dem Tagebuch meines
Vaters nachgelesen und konnte mich jetzt in eine weiße Wölfin verwandeln. Als ich
Paps das nach meinen letzten zwei Wochen mit ihm zeigte, war er richtig stolz und
meinte vielleicht könnte ich ja bald wirklich in Vollmondnächten bei ihm bleiben. Doch
vorerst schickte er mich zu den Weasleys, da ich meine Zweitfamilie auch schon
herzlich vermisste. Leider war Charlie bereits in Rumänien um dort mit Drachen zu
arbeiten.
