Midnight
Not a sound from the pavement
Has the moon lost her memory?
She is smiling alone
In the lamplight, the withered leaves collect at my feet
And the wind begins to moan
"Was ist mit Jessica?" Die Frage lag der jungen Ente schwer im Magen. Sie wusste, irgendwann musste sie es ihrem Bruder sagen, doch noch war sie nicht bereit dazu. "Wildwing ich kann jetzt nicht weiter mit dir darüber reden. Es ist wirklich Zeit, dass ich mich aufs Ohr haue." Wirklich glücklich war der Erpel nicht über ihre Antwort, hielt es aber für besser, nicht weiter zu bohren. Er nickte. "Gut. Schlaf ein wenig, wir sehen uns dann morgen."
Währenddessen hatte Mallory Probleme damit, ihr Zimmer mit einer der neuen Enten zu teilen. Sie war noch immer misstrauisch den Neuankömmlingen gegenüber, das Schloss Angela natürlich mit ein. Als diese in einem von Mal's rosafarbenen Pyjamas aus dem Badezimmer kam, strahlte sie jedoch über das ganze Gesicht. "Danke, dass du mir einen Pyjama geliehen hast, Mallory. Ich glaube die anderen und ich müssen die Tage dringend einkaufen gehen, in all der Hektik haben wir nicht wirklich viel eingepackt." Die rothaarige Ente lag bereits auf dem Bett und starrte an die Decke. Angela trat zu ihr hinüber und setzt sich im Schneidersitz neben sie. "Du traust uns nicht, hab ich recht?", fragte sie und legte den Kopf schief. Mallory seufzte. "Es ist nicht, dass ich an eurer Echtheit zweifle es ist nur..." "Du fragst dich warum wir ausgerechnet jetzt und hier auftauchen und nicht schon früher nach euch gesucht haben und vor allem warum es nur wir drei sind.", schlussfolgerte die junge Ente. Mallory sah zu ihr auf. "Ja so in etwa." Die blonde Ente lächelte. "Weißt du Sydney, Diana und mich hielt jetzt nichts mehr in Puckworld. Zuvor hatten wir nicht mal Zeit darüber nachzudenken, wo ihr alle stecken könntet, immerhin ging es tagtäglich ums überleben. Der widerstand scherte sich einen feuchten Dreck um euer verbleiben, es gab so viele Vermisste, da machten sechs mehr oder weniger keinen Unterschied. Wochenlang hatte Sydney versucht irgendwie herauszufinden, was geschehen ist und als wir sicher waren, dass ihr euch in einer anderen Dimension befindet, setzten wir alles daran, euch zu finden. Deinen Eltern und denen von Grin geht es gut, keine Sorge. Wir haben Sie informiert bevor wir uns auf den Weg machten. Duke hat keinerlei Familie mehr und bei Tanya, Wing und Dive sind wir die letzten.", bei ihrem letzten Satz, senkte sie traurig den Kopf. Mallory setzte sich auf und sah sie an. "Ich hatte ja keine Ahnung.", sagte sie leise. Dass es ihrer Familie gut ging, ließ der Ente einen Riesen Stein vom Herzen fallen. "Aber warte mal ich dachte Wildwing hätte drei Schwestern?" Angela schluckte. "Hör zu, Diana ist nicht verkehrt, es ist viel passiert, das sie so hart werden ließ. Sie war es, die mich mit zum Widerstand nahm aber euch zu erzählen warum sie dort gelandet ist und was mit Jessica passierte ist ihr Part und nicht meiner. Hab nur etwas Nachsicht mit ihr, sie hat viel erlebt." Mallory nickte. Doch auch Angela's Worte halfen nichts, das Misstrauen blieb bestehen.
In dieser Nacht schlief Diana sehr schlecht. Sie wurde von alten Träumen gequält, die sie schon seit längerem verfolgten.
Puckworld, Sommer 1986 Zwei Jahre waren vergangen, seit dem Tod von Patricia Flashblade. Zwei harte Jahre, in denen es Penelope Stormwing nicht gerade leicht hatte. Von jetzt auf gleich war sie allein verantwortlich für fünf junge Enten. Auf die Hilfe von Victor, dem Vater der Kinder, war nicht zu hoffen, niemand wusste, wo er steckte. Somit gab es auch finanziell keinerlei Unterstützung. Jessica, die älteste, hatte ihr Studium abgebrochen und sich einen Job gesucht, um die Großmutter etwas unterstützen zu können. Und auch Diana, die gerade 18 geworden war, brach die Schule ab und bediente nun in einem kleinen Diner in der Nachbarschaft. Was Jessica genau arbeitet, wusste keiner. Aber sie brachte gutes Geld nach Hause, deswegen fragte die ältere Dame auch nicht nach. Lediglich Diana machte sich Sorgen um ihre Schwester, die oft die ganze Nacht weg blieb und am Morgen mit einem ganzen Bündel Geld nach Hause kam. Ging sie vielleicht sogar Anschaffen? Allen Fragen wich sie geschickt aus. Doch Diana gab nicht nach.
So folgte sie ihrer Schwester eines Nachts still und heimlich, als diese wiedermal zu später Stunde das Haus verlassen hatte. Sie kamen an ein altes Fabrikgelände, in dessen inneren die ältere verschwand. Unauffällig lief ihr Diana hinterher, versteckte sich zwischendrin immer wieder, als sie merkte, dass Jessica sich nach allen Seiten umsah. Sie schien sicher gehen zu wollen, dass ihr niemand folgte.
In einem der alten Gebäude kauerte sich das Mädchen schließlich hinter eine Stützstrebe und beobachtete ihre Schwester weiterhin, als sie Stimmen vernahm. "Du kommst spät, Jess." "Entschuldige, Pearl, ich musste warten bis alle eingeschlafen waren. Ich will nicht riskieren, dass irgendjemand aus meiner Familie Wind davon bekommt." Vorsichtig spähte Diana aus ihrem Versteck hervor. Vor Jessica stand eine weibliche Ente, vielleicht so Ende 20. Sie hatte graue Federn, hüftlanges, schwarzes Haar und trug einen Eng anliegenden, fliederfarbenen Anzug, eine Waffe war an ihrem Hüftgürtel befestigt. Zumindest nach Prostitution sah diese Szenerie nicht aus, das beruhigte Diana etwas. "Dein Auftrag heute ist die goldene Träne, sie wird im Drake DuCaine Memorial Museum aufbewahrt. Vermassle es nicht.", sagte die unbekannte Ente. Diana könnte es nicht fassen, war ihre Schwester etwa eine Diebin? Sie wollte sich gerade wieder hinausschleichen, als sie plötzlich am Arm gepackt wurde. "Na sieh mal einer an, was haben wir denn da?" Diana sah auf und erkannte eine weitere, weibliche Ente, diese hatte weiße Federn und giftgrünes Haar, das zu einem Zopf geflochten war. Die Ente zerrte Diana unsanft hinter der Stützstrebe hervor, brachte sie zu den anderen beiden und stieß sie dann in Richtung der Ente, mit der sich Jessica gerade unterhalten hatte. Das junge Mädchen fiel keuchend auf die Knie. "Sieh dir das an, Pearl, ein Spitzel." "Danke, Lexie. Gut dass du so aufmerksam bist.", antwortete die Ente, ehe sie sich hinabbeugte und Diana direkt in die Augen sah. "Wer bist du, meine kleine?" "Pearl, das ist meine Schwester, Diana, die, wenn ich mich recht entsinne eigentlich zuhause in ihrem Bett liegen sollte." Diana wandte sich wütend ihrer Schwester zu. "Ach was und was treibst du hier? Triffst dich still und heimlich mit irgendwelchen Diebesbanden. Was soll dieser Mist, Jess?" Sie stand auf und klopfte sich den Staub von der Kleidung. Ihre Augen funkelten wütend. Pearl nahm sie an der Schulter und zwang sie, die ältere anzusehen. "Hast du denn gar keine Angst? Wir könnten dich mit einem Atemzug töten." Sie hob die Hand und gebot Jessica Einhalt, da diese gerade dazwischen gehen wollte. "Na und wenn schon.", entgegnete die junge Ente. Pearl betrachtete das Mädchen eingehend von oben bis unten. "Du hast sehr viel Temperament. Und es gehört viel dazu, sich unbemerkt in das Hauptquartier der Schwestern der Klinge zu schleichen. Ich bin beeindruckt." Da war sie also. Diana hatte bereits von den Schwestern und den Brüdern der Klinge gehört, zwei berüchtigte Diebesbanden, die nicht gerade gut aufeinander zu sprechen waren. "Was hältst du davon dich uns anzuschließen?", fragte Pearl weiter. "Aber Pearl, sie ist doch noch ein Kind!", entgegnete Jessica entsetzt. Diana sah sich zu ihrer Schwester um. "Danke für dein Vertrauen.", knurrte sie, ehe sie sich an Pearl wandte. "Was muss ich tun?" Die ältere lächelte. "Du gefällst mir wirklich." "Hältst du das wirklich für eine gute Idee so einen Grünschnabel bei uns aufzunehmen?", fragte die andere Ente, die Lexie genannt wurde. "Natürlich. Sie ist selbstbewusst, entschlossen und unerschrocken. Genau so jemanden brauchen wir hier. Ich will nicht noch einmal eine Beute an L'Orange und seine Gefolgschaft verlieren."
Als sie die Augen aufschlug stellte sie mit Entsetzen fest, dass es bereits morgen war. Trotz der Träume, die sie verfolgten, hatte sie scheinbar die ganze Nacht durchgeschlafen. Sie setzte sich auf und dachte nach. Es half einfach nichts. Noch länger konnte sie Wildwing einfach nicht hinhalten, sie musste ihm die Wahrheit sagen. Zumal ihr kleiner Bruder gestern schon kaum abzuwimmeln war. Wer konnte es ihm schon verübeln? Sie würde vermutlich genauso hartnäckig sein in seiner Lage. Seufzend stand die Ente auf und zog sich an. Ein Blick in den Spiegel verriet ihr, dass sie fürchterlich aussah. „Tja Diana, langsam wirst du alt.", sagte sie zu ihrem Spiegelbild.
Nachdem sie sich einigermaßen zurecht gemacht hatte, begab sich die Junge Ente in Richtung Aufenthaltsraum. Die lauten Gespräche sagten ihr, dass sie anderen wohl bereits wach waren. Als sich die Tür öffnete, bestätigte sich ihre Vermutung. Tanya und Sydney saßen auf der Couch und unterhielten sich angeregt über die Geschehnisse auf Puckworld, daneben Diskutierte Nosedive angeregt mit Angel über seine Comic Sammlung – was diese scheinbar „hochinteressant" fand. Jedenfalls musste Diana über den desinteressierten Gesichtsausdruck ihrer Schwester lächeln. Grin stand mit Mallory hinter der Couch und faselte irgendwas von wegen Karma und Wildwing saß mit Canard in einer anderen Ecke des Raums. Scheinbar ging diese Unterhaltung um Draganus. „Hey, kleines, na hast du gut geschlafen?", fragte Duke als er auf Diana zu trat. Ihn hatte sie vorher gar nicht bemerkt. Sie betrachtete ihn abschätzig von oben bis unten, ehe sie ihm antwortete. „Okay, Regel Nummer eins, wenn du weiterleben willst: Nenn mich nicht kleines." Sie trat an ihm vorbei auf die anderen zu. „Guten Morgen, Diana, hast du gut geschlafen?", fragte Wildwing lächelnd. Sie hob jedoch die Hand, ohne auch nur eine Miene zu verziehen. „Hör zu ich weiß, dass du sauer darüber warst, dass ich dir nicht gleich von Anfang an die Wahrheit gesagt habe aber ich hielt es für besser, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen." Die anderen verstummten augenblicklich und sahen zu der Ente auf. „Was meinst du?", fragte Wildwing vorsichtig. „Ich meine damit, du hast mir gestern zwei Fragen gestellt, auf die ich dir nicht geantwortet habe. Überleg es dir gut, ob du es wirklich wissen willst, denn was ich zu sagen habe, wird dir nicht gefallen.", sagte sie ernst. Wildwing trat ein paar Schritte auf sie zu und sah sie ebenfalls mit ernstem Blick an. „Sag es." Er fühlte einen dicken Klos in seinem Hals. Wenn sie schon so anfing, hatte es nichts gutes zu bedeuten. Aber sie mussten es wissen. Diana starrte ihn an, während die anderen nicht sicher waren zu wem sie nun sehen sollten. „Du hattest Recht, es gab Gründe, die mich und auch Jessica zum Widerstand geführt haben. Keiner von uns hatte eine besonders gute Schulische Ausbildung oder technisches Wissen. Das einzige, was wir vorweisen konnten, war Kampferfahrung, der Umgang mit Puckpistolen...und Schwertern. An Orte zu gelangen ohne bemerkt zu werden und genauso schnell wieder zu verschwinden." Mallory's Augen verengten sich. Sie hatte doch recht, irgendetwas war Faul an dieser Ente. Duke verschränkte die Arme vor der Brust, irgendetwas sagte ihm, dass sich seine Frage, wo er Diana schon einmal gesehen hatte, bald von selbst beantworten würde.
Puckworld im Jahre 1988 Das Sicherheitssystem des Museums zu umgehen war ein Kinderspiel gewesen, die Wachen auszuschalten ebenfalls. Siegessicher näherte sich Duke dem gläsernen Schaukasten, hinter dem sich ein Handballen großer, funkelnder Diamant verbarg. Gerade, als er das Glas entfernen wollte, hielt er inne. „Das kann doch nicht wahr sein, das ist ein Imitat.", flüsterte er zu sich selbst, als er plötzlich ein Lachen hörte. Er sah auf und erkannte eine junge Ente am anderen Ende des Raums. Sie trug einen schwarzen, eng anliegenden Catsuit, hohe Stiefel und trug eine Maske – das Merkmal der Schwestern der Klinge. Die langen, schwarzen Haare hatte sie zu einem Pferdeschwanz gebunden und in der Hand hielt sie – den Diamanten. Duke knurrte leise. Wieso mussten ihm diese Damen auch immer in die Quere kommen? Seit Jahren schon standen sich die Brüder der Klinge und die Schwestern der Klinge immer wieder gegenseitig im Weg. Ein wahrer Krieg der Geschlechter, wenn man bedachte, dass die Brüder ausschließlich aus Erpeln, und die Schwestern ausschließlich aus Damen bestand. Duke kannte mittlerweile fast alle Mitglieder dieser Bande, doch die Ente die da grinsend einige Meter entfernt stand, was ihm neu. „Hat Pearl wohl wieder ein neues Opfer gefunden, dass sie ausbeuten kann?", sagte er während er instinktiv zu seiner Klinge griff. „Wer bist du?" Die Ente legte den Kopf schief und spielte herausfordernd mit dem Diamanten in ihrer Hand. „Der große Duke L'Orange. Schön, dass wir uns auch mal begegnen." „Ich frage nur noch einmal, wer bist du?" Sie kniff die Augen zusammen und ließ den Diamanten in ihrem Ausschnitt verschwinden. „Man nennt mich Rose." Sie vernahmen Schritte. Scheinbar waren die Wachen langsam wieder bei Bewusstsein. „Es war mir eine Ehre, Duke L'Orange." Sie wandte sich zum gehen, als plötzlich Schüsse fielen. Duke lief instinktiv zu der Ente, packte sie und riss sie zu Boden. Sie konnte gerade noch sehen wie einige Pucks an ihr vorbei flogen. Als Duke sich wieder aufgerappelt hatte, reichte er ihr die Hand. „Komm, wir sollten zusehen, dass wir Land gewinnen." Irritiert ließ sie sich von ihm aufhelfen und folgte ihm. Gemeinsam liefen sie so schnell es ging raus aus dem Museum, der Alarm war bereits ausgelöst worden. Sie sah nicht zurück, das war das erste, was Pearl ihr beigebracht hatte: Dreh dich niemals um. Ein paar Straßen weiter zog Duke sie in eine dunkle Gasse, stieß sie gegen die Wand und stützte sich selbst links und rechts neben ihrem Kopf mit den Armen ab. Beide waren ziemlich außer Atem, aus den Augenwinkeln konnten sie Streifenwagen sehen, die an ihnen Vorbei fuhren. „Puh, das war mal wieder knapp.", meinte Duke dann lächelnd. Er spürte den Atem der Ente an seiner Brust als er sie ansah. „So wo waren wir? Ach ja. Du bist also die berühmte 'schwarze Rose' von der alle Reden. Du bist meiner Bande nun schon ein paar mal in die Quere gekommen. Ich kann nicht sagen, dass ich das gut heiße." Sie legte den Kopf schief und kniff die Augen zusammen. „Nun wenn einige deiner Kameraden nicht zu blöd wären einen Diamanten und ein Imitat aus Glas zu unterscheiden, ist das nicht meine Schuld." „Hey Falcone ist vielleicht nicht der hellste aber...", er hielt inne. Diese Ente war doch höchstens zwanzig Jahre alt, was zum Kuckuck hatte Pearl dazu bewogen so ein junges Ding bei sich aufzunehmen? Zugegeben, sie war gut, in dem was sie tat, aber was für Gründe musste ein junges Mädchen haben sich einer der berüchtigsten Verbrecherbanden Puckworld's anzuschließen? Das Mädchen schlug seine Arme zur Seite und trat ein paar Schritte von ihm weg. „Hey, kleines, ich hab dir gerade das Leben gerettet, du könntest wenigstens Danke sagen." Ein letztes mal drehte sie sich zu ihm um und funkelte ihn böse an. „Nenn mich nicht kleines.", dann verschwand sie in der Nacht.
„Was meinst du damit?", fragte Wildwing, dem gerade mehr als mulmig zumute war. „Mal ehrlich, meinst du wirklich Grams mickrige Rente hätte ausgereicht, dich aufs College zu schicken? Sie hatte ja kaum genug Geld um uns alle zu ernähren und allein die Jobs als Bedienungen die Jessica und ich inne hatten reichten auch nicht wirklich aus.", sie seufzte. „Jessica war die erste, die sich den Schwestern der Klinge anschloss. Ihre Anführerin, Pearl, wurde auf sie aufmerksam in der Bar in der Jessica arbeitete. Ein knappes Jahr später kam auch ich dazu. Ich war Jess eines Nachts gefolgt, weil ich wissen wollte, wohin sie ständig verschwand. Als die Machtübernahme von Draganus begann, gingen wir automatisch zum Widerstand, da unsere Fähigkeiten dort gut gebraucht werden konnten. So gut wie jede Diebesbande wandte sich damals der guten Seite zu.", meinte sie mit einem flüchtigen Blick zu Duke. Er hatte also Recht, er war ihr schon einmal begegnet. Nur hatte er sie nicht zuordnen können, da sie damals stets eine Maske trug. Mallory war aufgesprungen. „Ich wusste es. Ich wusste an dir ist irgendetwas Faul!", rief sie wütend. „Mallory.", sagte Wildwing in scharfem Ton. „Diana, wieso habt ihr das gemacht? Es wäre doch auch anders gegangen.", meinte er dann. Diana sah die Enttäuschung in seinen Augen. „Wie denn? Die einzig andere Möglichkeit wäre Prostitution gewesen und da schien mir dieser Weg doch der angenehmere zu sein.." Ihr Blick fiel auf die vor Wut schnaubende Mallory. „Dass diese Göre meine Lage nicht versteht, ist mir klar. Sie wuchs in einem behüteten Elternhaus auf mit Mama und Papa an ihrer Seite die sie bei allem unterstützten, was sie vor hatte. Dieses Glück hatten wir nicht und das weißt du. Wir mussten hart dafür arbeiten um euch durchzufüttern in der Hoffnung, ihr drei würdet es einmal besser haben. Jess und mir blieb keine andere Wahl, Wildwing. Im Gegensatz zu manch anderen...", erneut fiel ihr Blick auf Duke. „Die nur stahlen um sich selbst zu bereichern, taten es fast alle Mitglieder der Schwestern aus irgendwelchen Nachvollziehbaren Gründen. Es tut mir leid, dass du jetzt enttäuscht von mir bist aber ich bereue rein gar nichts. Denn alles, was ich getan habe, hat dazu beigetragen, dass wir nun hier sind und euch wiedergefunden haben."
Eine unheimliche Stille trat ein. Grin war der erste, der sich räusperte. „Duke hat seiner Vergangenheit abgeschworen, das zeigt uns doch, dass Enten sich ändern können. Ich sehr hier kein schlechtes Karma, lediglich Vorurteile." Mallory knurrte erneut wütend. „Wildwing, das Riesenbaby hat recht. Ich war ebenfalls geschockt, als ich davon erfahren habe aber das war nur ein versuch der beiden uns ein gutes Leben zu ermöglichen. Das änderte nichts daran, dass sie unsere Schwestern waren.", mischte sich Angela ein. Nosedive nickte. „Also ich find das gar nicht so schlimm."
„Ihr habt recht. Diana entschuldige es ist nur...", fing Wildwing an. Diana legte ihm eine Hand auf die Schulter und beendete seinen Satz. „Es ist nur dass du enttäuscht von uns bist. Ich verstehe das. Du hast immer zu mir aufgesehen und jetzt erfährst du das ich nichts weiter war als eine Diebin. Zeitweise sogar eine der meistgesuchten auf Puckworld. Es bricht mir das Herz dir das alles hier und jetzt gestehen zu müssen, ich wünschte ich hätte dir sagen können, dass wir aus anderen Gründen da gelandet sind, wo wir waren." „Wusste Grandma davon?" Die Ente nickte. „Sie wusste und duldete es, da sie es auch für das beste hielt. Wir sprachen nie darüber, sie wollte nie etwas davon wissen. Sie sagte uns lediglich jeden Abend, dass wir vorsichtig sein sollen."
Wildwing senkte den Kopf. Natürlich verletzte es ihn zu hören, dass seine beiden großen Schwestern einst auf der Falschen Seite des Gesetzes standen. Doch Grin hatte recht, sie hatten auch Duke eine Chance gegeben und dass, obwohl sie ihn kaum kannten. Da hatte seine eigene Schwester doch erst recht eine verdient.
Diana räusperte sich. „Wildwing, da ist noch etwas..."
