So meine Lieben.

Nix gehört mir, was ihr wieder erkennt, gehört Miss Rowling und der Plot gotsnape. Die übrigens begeistert ist, dass ihr die Story so mögt.


Kapitel 4- Fett im Feuer

Ginny öffnete den Stand wieder, kurz nachdem Draco gegangen war. Sie trug eine heitere Gelassenheit in ihrem sommersprossigem Gesicht wie ein ‚heute geöffnet' - Schild und grüßte jeden Kunden mit einem Lächeln, während sie Nägelkauend über ihren Selbstrespekt nachdachte, der hoch und runter ging.

Draco Malfoy hatte sie geküsst!

Und sie, Ginny Weasley, hatte es erlaubt.

Nein, es nicht nur erlaubt. Sie hatte mitgemacht! Die Hitze von den Frittierkörben war eine gute Entschuldigung für die aufsteigende Röte auf ihren Wangen, als Ginny sich an die festen Muskeln auf Dracos Rücken unter ihren suchenden Händen und die Art, wie sein Haar sich an die schweißige, feuchte Neigung seiner nackten Schulter anschmiegte, erinnerte. Sie hatte gezittert vor furchtbarem Verlangen, als er seine starken Arme leicht um ihren Körper geschlungen hatte. Selbst jetzt konnte sie ihn auf ihrer Haut riechen.

Sie, die keinem Mann seit ihrem ersten Jahr in Hogwarts erlaubt hatte, ihr näher zu kommen, hatte akzeptiert, nein, hatte nach der Berührung des größten Feindes ihrer Familie verlangt!

Und doch, er hatte sich so gut angefühlt.

‚Ginny, du dumme Gans', schnappte eine irritierte Stimme in ihrem Kopf. ‚Die schleichende Schlange hat irgendetwas vor und denkt, er kann dich verarschen! In fünf Tagen', fuhr Ginnys innere Molly fort, 'wird er mit Pansy Parkinson verheiratet werden. Der Scheißkerl sucht bloß nach einem letzten kleinen Techtelmechtel, ehe sie ihn mit den guten alten Kugel – und Kettenfesseln ankettet.'

Ginny seufzte wütend und befahl der darauf herumreitenden Stimme, sich zu verpissen.

Das Gefühl von Dracos Kuss, klebrig von Limo und Kirschsaft, klang immer noch in ihrem Körper nach. Sie war mehrmals kurz davor gewesen, den Rest Saft um ihren Mund herum und den Weg, den seine Lippen zu ihrem Ohr gegangen waren, abzuwaschen, konnte sich aber nicht dazu durchringen, den Beweis der Berührung des Zauberers zu entfernen. Es war alles, was sie jemals von Draco Malfoy besitzen würde. Die Erinnerung an diese Lippen, die Art, in der sie wie sanfte Flammen über ihre Haut gewandert waren, die Worte, die sie geformt hatten, ließen sie vor unnennbaren Gefühle erschauern.

Ich werde dich niemals verletzen, Ginny.

Tja, man kann nichts verletzen, was man nicht berühren darf, beharrte Ginny leise, während sie Gewürzsalz über eine Tüte Fish&Chips kippte, ehe sie sie einem wartenden Kunden übergab.

Und wenn du mich lässt, werde ich den Hurensohn, der das getan hat, jagen und ich würde ihn töten – nur für dich.

Oh Draco, seufzte Ginny. Wenn es doch nur wahr wäre!

Aber als sie in seine Mondblauen Augen gesehen hatte, hatte Ginny ihm geglaubt

Die junge Hexe warf ein mit Krümeln beladenen Lappen in das nun lauwarme Abwaschwasser und schnaubte über ihre eigene Dummheit. Dem Wort eines Malfoy trauen? Dieser Weg führte zur sicheren Zerstörung. Warum konnte er nicht derselbe verschwörerische Fluchschleuderer bleiben, den sie von der Schule kannte? Warum musste er ausgerechnet hier auftauchen, mit dem Aussehen der männlichen Hauptrolle in einem feuchten Traum, mit seinem dunkelgebräunten Körper und platinblondem Haar, seinen zärtlichen Worten und seinen Lippen…

Oh ihr Götter, diese Lippen!

Ginny lächelte bei dem Gedanken daran, wie derselbe Mund Flüche gezischt hatte, als sie versucht hatte an ihm und seinen Spießgesellen vorbei in ein Klassenzimmer zu schlüpfen. Das Verhexen hatte in ihrem fünften Jahr begonnen. Aus einem seltsamen Grund hatte Malfoy damit aufgehört, Harry Potter zu plagen und hatte seinen Blick auf die Jüngste des Weasley Clans gerichtet. Am Anfang hatten Ginny die Flüche verängstigt und verwirrt, aber eines Tages hatte sie die leuchtende Einladung, mitzuspielen, hinter Malfoys silbernem Blick bemerkt und hatte alle Vorsicht und Anstand über Bord geworfen. Viel zu lange hatte sie sich vor Gleichaltrigen versteckt, hatte es vorgezogen, alleine zu sein, am Rande des sozialen Netzes ihrer Schule zu stehen. Nun, endlich, gab es eine Möglichkeit, Spaß zu haben, ohne das Risiko eine Beziehung einzugehen. Sie konnte die schleimige Kerkerbrut nach Herzenslust verhexen. Sie war eine Weasley, er ein Malfoy. Sie waren Feinde und man erwartete von ihnen, gegeneinander zu kämpfen.

Oder?

Malfoy zu jagen war schnell Ginnys liebste Freizeitbeschäftigung geworden und sie betrieb diesen Sport mit leidenschaftlichem Enthusiasmus. Dank eines unausgesprochenen Abkommens bombardierte sich das Paar nie mit Flüchen, die Schmerz oder Erniedrigung brachten, obwohl die zwei Stunden, die sie mit Pfauenfedern unter ihrem Schulumhang herumgeschlichen war, ziemlich unangenehm gewesen waren, erinnerte sich Ginny. Sie hatte es Draco mit einem mächtigen Rapunzel-Fluch heimgezahlt. Madam Pomfrey war dazu gezwungen gewesen, den schreienden Slytherin an dem immer weiter wachsenden Seil seines blonden Haares, das aus seinen Nasenlöchern kam, aufzuhängen, und ihn mit einer silbernen Schere freizuschneiden, bis der Fluch gebrochen werden konnte. Ginny hatte hinter der Tür des Krankenflügels gestanden, vor Lachen beinahe platzend, beinahe ohne sich um die Woche Strafarbeit mit Filch zu kümmern, die sie sich für ihre Tat eingehandelt hatte. Der Anblick Malfoys, wie er an seinem eigenen Nasenhaar hing, war eine ihrer kostbarsten Erinnerungen.

Und jetzt musste dieser arrogante Blödmann alles ruinieren, indem er hier auftauchte!

Der Rest des Nachmittags schlich mit einer qualvollen Unlust in den frühen Abend und Ginny atmete auf vor Erleichterung, als der Tag endlich endete. Trotz ihrer Angst war Draco nicht wieder am Kiosk aufgetaucht, und als sie den letzten Rest Müll einsammelte, ertappte sich Ginny dabei, wie sie sich einem kleinen flatternden Stück Enttäuschung hingeben wollte. „Er hat ein eigenes Leben, das er ruinieren kann, auch ohne dass er es mit meinem verbindet.", ermahnte sich die Hexe streng. Ginny nahm den Sack auf, der die Einnahmen des Tages enthielt und ließ ihre grünen Augen über die winzige, stählerne Kammer schweifen. Alles war bereit für die Geschäfte des nächsten Tages; Aromaflaschen aufgefüllt, Becher-, Deckel- und Strohhalmspender aufgestockt. Die rechteckigen Metallbehälter für Nüsse und Garnierungen waren bis oben hin voll und der Tresen war bis auf Hochglanz gescheuert und poliert. Keine Arbeit war vergessen worden. Sogar der Boden glitzerte von dem Extra-Wisch, mit dem die Hexe die normalerweise matte Oberfläche bearbeitet hatte. Also kein Grund, weiter hier rum zu stehen.

Nein, nicht einer.

Ein Gewicht legte sich auf ihre Brust, als Ginny den Kiosk verließ, ihre normalen Vorsichtsmaßnahmen ignorierend, da ihre Gedanken fortfuhren, bei der verwirrenden Begegnung mit Draco zu verweilen. Nachdem sie abgeschlossen hatte, überquerte sie die mit Muschen bedeckte Picknickfläche und ließ den schwarzen Müllsack mit einem grazilen Schwung ihres Armes in den offenen Müllcontainers fallen.

„Accio Zauberstab."

Ginny hörte kaum den gerufenen Zauberspruch über das Rauschen der Brandung hinweg, aber sie spürte, wie ihr Zauberstab aus der hinteren Tasche ihrer Hotpants flog. Mit einem Knurren wirbelte sie herum, drückte ihren Rücken gegen das immer noch warme Metall des Containers, ihre Knie leicht gebeugt, ihre Fäuste eng an ihre Brust gedrückt. Die Geldtasche fiel unbemerkt zu Boden. Crabbe und Goyle blockierten ihre Sicht auf die Straße, beide Zauberer trugen ein identisches, idiotisches Grinsen im Gesicht.

„Hey, Weasley." Gregory Goyle versuchte, gelangweilt und gedehnt zu sprechen, als das Paar näher glitt. Nun leuchteten die Straßenlaternen hinter den bedrohlichen Gestalten, machten sie zu schwarzen Silhouetten.

Ginny blieb still, ihre Augen schossen zwischen den riesigen Männern und der möglichen Sicherheit im Schatten der nahen Gebäude hin und her. Von der Küste hörte man die gedämpfte Unterhaltung und gelegentliches Gelächter der späten Spaziergänger, das wie Treibholz herüber schwappte und über dem Lärm der Wellen hüpfte. Da es sich höchstwahrscheinlich um Muggel handelte, konnte aus der Richtung keine Hilfe erwartete werden.

„Hab drüber nachgedacht, wie hart du in letzter Zeit gearbeitet hast, Weasley!" Goyle grinste böse. „Dachte mir, du würdest ein bisschen Spaß und Spiele zu schätzen wissen, also laden wir dich zu einer Party ein."

„Ich bin nicht interessiert.", krächzte Ginny durch den Kloß in ihrem Hals hervor. Ihr Körper zog sich zusammen, sie kämpfte gegen die aufkommende Angst, die drohte, sie davon zu schwemmen. Schon verwischte das Aufblitzen schwarzer Sterne ihre Sicht, während das Blut in ihren Ohren rauschte.

„Oh, aber wir bestehen darauf!" Vincent Crabbe lachte und kam noch näher. „Nicht wahr, Gregory?"

„Ja!", stimmte Goyle zu und kniff dann die Augen zu, als er seinen Partner anschaute. „Was meinst du, Vincent, ist sie von Natur aus rothaarig?"

Ein noch verwirrter Ausdruck ersetzte den, den Crabbe normalerweise trug. „Na ja, alle diese Weasleys sind Karottenköpfe, also denke ich…"

„Nein, du blöder Wichser! Ich habe mir überlegt, dass wir das selber überprüfen."

„Oh, klar." Ein gefährliches Grinsen erschien auf beiden Gesichtern, als die Zauberer ihre glitzernden Augen wieder auf die zitternde Hexe richteten. „Nichts spricht dagegen, dass wir vor der Party nicht auch unseren Spaß haben."

Goyle streckte eine fleischige Hand aus und umklammerte Ginnys Oberarm. Den leeren Ausdruck in ihrem Gesicht ignorierend, riss er sie zu sich. Er ließ seine Zunge grob über ihr Gesicht fahren und grunzte: „Du schmeckst nach altem Fett. Wir müssen dir eine ordentliche Dusche vor der Party verpassen."

Die Panik, die in Ginny aufgestiegen war, erreichte die Oberfläche. Die daraus resultierende Explosion wusch über sie hinweg und mit einem Schrei voll Wut und Angst griff sie an. Ihre Nägel grubentiefe Furchen in Goyles Wange, während sie ihr Knie mit soviel Wucht in seine Leistengegend rammte, dass es ihn zu Boden riss. In ihrem Wahn versuchte Ginny nicht, zu fliehen, sondern warf sich um sich schlagend und beißend auf ihr zu Boden gestrecktes Opfer.

Vincent, geschockt, zögerte eine Sekunde, ehe er sich in die Auseinandersetzung stürzte. Die schreiende Hexe an ihrem Haar reißend, zog er sie von dem stöhnenden Goyle, nur damit das Mädchen sich zu ihm umdrehte und auf ihn losging wie eine Katze, sich beißend, krallend und spuckend einen Weg seine massige Gestalt hinauf bahnte. Rückwärts taumelnd wurde Vincent hart zu Boden geworfen, Ginnys Knie rammten sich in seine Brust, als sie auf seinen Bauch fiel.

Über den Lärm des Kampfgetümmels hörte man ein kaltes, freudloses Lachen. "Jungs, Jungs.", sagte Lucius Malfoy eisig, als er in das goldene Licht der Straßenlaterne trat. „Was würden eure Eltern sagen, wenn sie euch jetzt sehen könnten, wie ihr euch im Schmutz suhlt wie gewöhnliche Muggelschläger?" Er verzog seine aristokratische Lippe verächtlich, während er seinen Zauberstab aus seinem Ärmel zog.

„Expelliarmus!"

Der Fluch riss Ginny von dem angeschlagenen Zauberer unter ihr und schleuderte die Hexe über den mit Kies bedeckten Platz. Sie kam schlitternd gegen den Container zum Stehen, ihr Schädel schlug mit einem dumpfen Knall gegen das Metall. Die Gewalt des Schlages schockte den Wahn, der in ihrem Körper wütete, brachte ihn erstarrt zu einem Halt. Mit einem würgenden Stöhnen versuchte sie, sich aufzurichten, ihre Hände wühlten in dem Dreck und dem Kies, in dem sie lag. Das Geräusch näher kommender Schritte zog Ginnys Aufmerksamkeit weg von dem klopfenden Schmerz in ihrem Schädel und sie atmete tief ein, um sich auf den erneuten Kampf vorzubereiten. Mit einem Knurren sprang die Hexe auf ihre Füße, warf zwei Hände voll mit Erde und Steinen auf ihren Angreifer. Harte Finger klammerten sich um ihren Hals, verhinderten ihren Angriff. Ginny quiekte, als der letzte Rest Luft über ihre Lippen flüchtete, während ihre Finger in sinnloser Verzweiflung an dem quetschenden Druck auf ihre Luftröhre zupften.

„Du hast mich getroffen, Mädchen.", schnurrte eine drohende Stimme mit trügerischer Sanftheit. „Ich werde es mir merken. Nur noch eine Schuld mehr, die du mit deinem Körper bezahlen kannst."

Unter ihrer Sauerstoff entzogenen Panik wich Ginnys Bewusstsein in absolutem Horror zurück, als sie die Stimme des Sprechers wieder erkannte. Sie hob ihre bewölkten Augen zu den perfekten Gesichtszügen vor ihr. Auf einer der hohen Wangen rann eine dünne Spur Blut langsam über die Haut.

Lucius Malfoy lächelte. Es war eine erschreckend hübsche Maske, die durch das Fehlen jeglicher Menschlichkeit in seinen silberblauen Augen eisig wurde. Er legte seinen eleganten Kopf auf eine Seite, beobachtete Ginnys Zuckungen mit schrecklicher, kindlicher Neugier. Der Mund der Hexe öffnete und schloss sich immer wieder, da ihr Körper instinktiv darum kämpfte, Sauerstoff in ihre Lungen zu bringen. Malfoy imitierte ihre verzweifelten Versuche, seine Lippen knallten aufeinander und seine Augen waren weit geöffnet, als er wie ein Guppy auf das angeschlagene Mädchen blickte. Lucius ließ ein tiefes Lachen erklingen und schlug Ginnys Kopf hart gegen den Container, warf sie wie Abfall auf den Boden, als ihre Augen sich verdrehten.

Er drehte sich um und schwang seinen leichten Sommerumhang um seine große Gestalt. Er blickte mit Ekel auf Crabbe und Goyle, die sich aufrappelten. „Und ihr wagt es, euch Zauberer zu nennen!" Er spuckte auf den Boden. Die zwei schafften es, genügend eingeschüchtert auszusehen und Lucius grinste fies. „Also Jungs, wir haben euer Geschenk. Hebt sie auf. Wir nehmen sie mit nach Hause."

Gregory und Vincent bemühten sich, sofort zu gehorchen, und bald waren die einzigen Geräusche die der Wellen.

Immer noch damit beschäftigt, den Schulterverschluss seines Abendumhangs zu schließen, apparierte Draco an der Schwelle der goldenen Küste entlang zu der einsamen Straßenlaterne. Er begann, zielstrebig in dem Moment loszugehen, in dem seine Füße den Boden berührten, inmitten eines Knirschens der Muscheln und Kieselsteine. Der Zauberer hatte sich den größten Teil der letzten Stunde dafür verflucht, dass er Goyles prahlerischer Verkündigung zu dem lang bekannten Event des heutigen Abends gefolgt war.

Gregory hatte allen Grund zu prahlen und anzugeben, da seine Familie jenseits ihrer wildesten Träume mit der einzigartigen Ehre gesegnet worden war, DIE Junggesellenparty des Jahrzehnts auszurichten. Heute Nacht würde der Vorstand der Pureblood Male Society ihn in ihre Kreise aufnehmen, den Kronprinzen des Hauses Malfoy. Nach diesem Abend würde Draco Malfoy den erdrückenden Titel des "Unberührbaren" tragen.

Der Termin war Draco völlig entfallen. Erstens war das Event nur ein weiterer Spaten voll Erde, der in das Grab geworfen wurde, was seine Zukunft war und deswegen war es besser, sich nicht darauf zu freuen. Zweitens war der größte Teil seines Gehirns in letzter Zeit aktiv damit beschäftigt gewesen, Ginny Weasleys Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und trotz ihrer aggressiven Verteidigung die Hoffnung nicht aufzugeben, Pluspunkte bei der lieblichen Hexe zu verbuchen.

Weshalb er jetzt auf dem einsamen Strandabschnitt auf den Kiosk zusteuerte, der blau und schwarz im Mondlicht schien. Der frustrierte Zauberer hatte seinen Nachmittag in der Gesellschaft von Crabbe und Goyle vergeudet, die mit ihrem unersättlichen Appetit Dracos Geldbörse sehr erleichtert hatten. Er hatte gedacht, sofort nach der zweiten Runde Nachtisch flüchten zu können, aber er wurde von einer überschwänglichen, glühenden Pansy eingefangen, die keine Zeit damit verschwendet hatte, einmal Madame Boules Salon verlassend, ihren Zukünftigen aufzuspüren, um zur Schau zu stellen, was Galleonen in Verbindung mit Stunden intensiven Einweichens, Versteckens, Anmalens und Saugens schaffen konnten. Als er sich endlich von ihrer jammernden, klammernden Person gelöst hatte, war es schon Abend. Mit kaum genug Zeit, seine Klamotten gegen seinen eleganten Dinnerumhang zu tauschen, hatte sich Draco zu Fortescues Geschäft gezaubert, in der Hoffnung, Ginny Weasley zu erreichen, ehe sie den Laden für den Abend schloss. Er wurde in einer Stunde in Goyles Villa erwartet und er wünschte sich, dass diese Zeit reichte, die rothaarige Hexe von seiner Ernsthaftigkeit zu überzeugen.

Dracos Herz sank, als er die dunkle Stille des geschlossenen Shops bemerkte. Die metallene Jalousie war heruntergelassen und kein Licht drang durch die Ritzen, was ihm sagte, dass Ginny schon gegangen war.

„Verdammt!", knurrte er. „Verdammte Scheiße!" Draco ballte seine Fäuste und schlug gegen die harte Haut des Wagens und hinterließ eine Beule. An seinen schmerzenden Knöcheln saugend, stampfte er zu der Tür und warf sich mit seinem gesamten Gewicht auf die Klinke. Von der Tür abgewiesen machte sich Draco die Unmöglichkeit klar, einfach bei den Weasleys vorbeizuschauen, seufzte, legte seinen blonden Kopf gegen die Tür und erlaubte seinen herabhängenden Händen schlaff zwischen seinen gebeugten Knien zu baumeln. Warum war er überhaupt hier, fragte der Zauberer sich. Die Hexe hatte klar und deutlich gesprochen, als sie ihm sagte, sie wolle nichts mit ihm zu tun haben. Trotzdem, der leichte Glanz, den er in ihren Augen gesehen hatte, und die bebende Art, in der sie danach früher am Tag an ihm gehangen hatte, straften ihre Worte lügen. War da vielleicht doch ein kleiner Funke Anziehung, Sehnsucht in der jüngsten Weasley entflammt? Für einen ganz kurzen Moment hatte er mit dem Gedanken gespielt, Ginny als seine Geliebte zu nehmen, aber er wusste, er könnte niemals mehr mit sich selbst leben, wenn er sie auf solch eine schäbige Weise erniedrigte. Sie verdiente Besseres. Zur Hölle, er war ein Idiot, überhaupt so über die Frau zu denken. Ginny würde ihn ins St. Mungo hexen.

Trotzdem wollte Draco sie wenigstens noch einmal sehen, ehe…

Draco stand auf, schüttelte den Sand von seinem Umhang und die Enttäuschung von seinem Herzen. Er zog seinen Zauberstab hervor und ließ seine Augen über den Parkplatz schweifen, nach jemandem suchend, der ihn dabei beobachten konnte, wie er Magie benutzte, und entdeckte etwas, das ein paar Meter von ihm entfernt auf dem Boden lag. Sein Herz machte einen Satz, als er den Gegenstand wieder erkannte. Es war einer von Ginny Weasleys pinken und grünen Sandalen. Er ging auf den einsamen Schuh zu und bückte sich, um ihn aufzuheben. Der schlanke Riemen war an der Schnalle gerissen und er hing schlaff in seiner Hand. Draco, der zurück in seine detektivische Ausbildung unter Hogwarts gegenwärtigem Spion verfiel, scannte den Boden, bemerkte die aufgewühlten Steine und die Abdrücke im feuchten Sand. Es sah aus, als hätte ein Kampf stattgefunden. Dracos Herz klopfte schneller, als er die Tüte mit dem Geld aus dem Kiosk fand, die neben dem gebranntmarkten Abfallcontainer lag. Er hob seinen Zauberstab und flüsterte: „Lumos." Die Spitze seines Zauberstabes leuchtete hell, erlaubte dem Zauberer, das Blut, auf der metallenen Oberfläche zu sehen. Neben dem noch nicht geronnenen Fleck klebten einige lange, rote Haare. Draco berührte das Blut mit der Spitze seines Zeigefingers, die Flüssigkeit ging leicht auf seine Haut über. Noch frisch! Nur Sekunden alt, schrie sein Verstand. Wenn er früher gekommen wäre, hätte er sie vor ihrem Angreifer beschützen können! Wo war sie nun? Was geschah mit der Frau? Nachdem er einige Momente länger damit verbracht hatte, ohne Erfolg nach irgendeinem Hinweis auf den Täter zu suchen, wurde Draco klar, dass er die Hilfe eines erfahreneren Mannes benötigte.

Mit einem Knurren löschte er das Licht an seinem Zauberstab.

Der Knall seiner Disapparation rollte wie Donner über den Sand.


Dürfen wir um ein kleines Review bitten? Danke schön.