Hey ho!
Tut mir Leid mittelding, aber ich muss dich leider enttäuschen...
Kapitel 4- Das Böse schläft nie!
Kälte.
Eisige Kälte schien von den Wänden aus schwarzem Marmor auszugehen und breitete sich im ganzen Versammlungsraum aus. Die eisig blauen Flammen die aus steinernen Schlangenmäulern, die von den Wänden auf die zwanzig vermummten Gestalten hinabstarrten, loderten tauchten alle sin ein schummrig kaltes Licht. Wie sehr Neville Longbottom diese Versammlungen hasste! Aber sie gehörten nun mal zu seinem Leben als einer der ranghöchsten Todesser.
Mit einem Seufzer erinnerte sich der schwarzhaarige junge Mann an seinen Seitenwechsel zurück. Es war während des letzten Kampfes in Hogwarts gewesen als der Dunkle Lord mit dem toten Harry vor den Toren des Schlosses gestanden und die Leute aufgefordert hatte sich ihm anzuschließen. Wie in Trance war Neville nach vorne gestolpert und hatte das Dunkle Mal auf den linken Unterarm gebrannt bekommen.
Niemals würde er den unglaublichen Schmerz der sich anfühlte als stünde sein ganzer Körper in Flammen vergessen. Während seinem siebten Schuljahr und somit während die Carrows unterrichtet hatten hatte Neville unzählige Male den Cruciatus Fluch erdulden müssen aber der Schmerz des Folterfluchs war nichts im Vergleich zu dem des Dunklen Mals.
Mit einem unwillkürlichen Schaudern zog Neville den linken Ärmel seines schwarzen Hemds nach oben und sah auf das Mal hinab; die Schlange wand sich wie verrückt um den Totenschädel.
Das war der Grund dafür gewesen dass er sich mit den anderen neunzehn Todessern denen die Ehre zuteil wurde in der Festung des Dunklen Lords zu leben in diesem Raum versammelt hatte. Alle waren erschienen; es fehlte nur noch der Dunkle Lord selbst und seine Schlange Nagini.
Als hätte er Nevilles Gedanken gelesen schwangen die mächtigen Türen zum Versammlungsraum der Todesser auf und ihr Gebieter mitsamt seiner Schlange trat herein. Ruckartig erhoben sich die zwanzig schwarz gekleideten Gestallten vom Tisch und knieten demütig nieder. Ein hohes Lachen durchdrang die Stille und ließ das Blut aller Todesser in den Adern gefrieren.
Sie hörten wie der Stuhl am Kopfende des Tisches über den Steinboden scharrte allerdings wagte es keiner aufzusehen. Erst als Voldemort ihnen den Befehl dazu gab erhoben sich die zwanzig Todesser, setzten sich auf ihre Plätze und senkten demütig das Haupt. Keiner sagte etwas, alle warteten darauf dass der Dunkle Lord die Versammlung eröffnen würde.
Das tat er schließlich auch nachdem er eine angemessene Zeit hatte verstreichen lassen: „Nach der Unterwerfung Großbritanniens strebe ich danach meine Herrschaft auf die ganze Welt auszuweiten-" Ein zustimmendes Murmeln erklang von seinen Todessern was er mit einem falschen Lächeln registrierte. „Ich bin über eure unglaubliche Motivation begeistert!" Daraufhin wurde es augenblicklich still und Voldemorts Stimme wurde wieder ernst und kalt und unerbittlich. „Um das zu verwirklichen benötige ich viel mehr Todesser als ich bereits habe… Ihr werdet aus ganz England die besten reinblütigen Hexen und Zauberer ausfindig machen und zu einem Empfang hier in die Festung einladen. Sie alle müssen den besten Eindruck gewinnen! Und wenn ich auch nur einen Makel entdecke dann seid euch einer Bestrafung sicher! Und zwar werde ich mich nicht nur um den oder die Schuldigen kümmern sondern um euch alle!"
Ohne ein weiteres Wort erhob sich der ganz in schwarz gekleidete Dunkle Lord und glitt nach draußen, Nagini dicht auf seinen Fersen.
Luna Lovegood zuckte ob der plötzlichen Kälte an ihrem rechten Handgelenk ein klein wenig zusammen. Sie sah zu Dean Thomas hoch der ihr das Eis gebracht hatte. „Danke Dean!", sie lächelte den großen Ex-Gryffindor dankbar an und hielt sich das Wasser in gefrorener Form an ihr schmerzendes Handgelenk. Der dunkelhäutige junge Mann setzte sich neben sie auf das schon ziemlich abgewetzte Ledersofa das in einem der vielen Aufenthaltsräumen des Ordens stand. Es war schon über eine Woche vergangen seit Luna und die anderen Mitglieder des Orden des Phönix geworden waren und die Blonde entdeckte mit jedem weiteren Tag im Hauptquartier der Organisation dass es fast eine eigene Stadt unter London war. Es gab alles von einer sehr umfangreichen Bibliothek über Trainingsräume und jede Menge Zimmer für Schutzsuchende.
Um ihre Duellierfertigkeiten wieder aufzufrischen nahm Luna mit Hermine, Dean, Ginny und noch ein paar anderen an einem Training teil das von Nymphadora Tonks veranstaltet wurde. Sie mochte die junge Hexe die immerzu gut drauf war und sie hatte das Gefühl dass bei Tonks der Ausdruck ‚schlechte Laune' gar nicht in ihrem Wortschatz vorhanden war.
Da Luna die vielen komplizierten und anstrengenden Zauberstabbewegungen die in einem Duell ausgeführt wurden nicht mehr gewohnt war hatte sich nach einer Woche des Trainings ein stechender Schmerz im Handgelenk ihrer Zauberstabhand bemerkbar gemacht.
Luna fing sehr vorsichtig an ihr Handgelenk zu bewegen und es langsam kreisen zu lassen und genau in dem Moment in dem sie erleichtert aufatmen wollte schoss ein schneidender Schmerz ihren ganzen Arm hinauf. Dean nahm erneut das Eis und legte es auf die schmerzende Stelle: „Ich habe schon Tonks gefragt ob sie irgendeinen Heilzauber dafür kennt aber laut ihrer Angabe gibt es für solch ‚harmlose' Verletzungen keinen Zauber." Die blonde Hexe stöhnte auf. „Na toll! Und was mache ich jetzt?" „Na was wohl?", ertönte Nymphadora Tonks Stimme vom Eingang des Aufenthaltsraums her. Luna und Dean drehten sich um und sahen wie die junge Frau mit wehendem Mantel auf sie zukam. „Du musst dein Handgelenk schonen und ab und an eine Salbe draufschmieren. Und wenn der Schmerz wieder zunimmt holst du dir am besten einen Packen Eis und legst ihn drauf. Mehr kann man bei solchen Sachen auch nicht machen."
Dean ging in die Hocke um auf Augenhöhe mit der Blonden zu sein. „Am besten du gehst für heute nach Hause und kurierst dich aus!" Luna wollte gerade den Mund aufmachen um zu protestieren aber Nmyphadora ließ sie gar nicht erst zu Wort kommen: „Nein, keine Wiederrede! Du bist ohnehin ein der Besten in meine Kurs, da macht es nichts aus wenn du heute früher gehst als sonst!" Dann lächelte sie Luna noch einmal ermutigend an bevor sie sich an Dean wandte um ein Problem zu besprechen.
Die Blonde seufzte und sah auf ihre lädierte Hand hinab. Tonks hat recht. Was kann ich denn sonst groß machen? Kühlen und schonen, das ist alles!
Sie verabschiedete sich von Dean und Nymphadora und verließ den Raum. Luna lief durch die verzweigten Gänge und Korridore des Hauptquartiers und war ziemlich verblüfft dass sie es innerhalb kurzer Zeit geschafft hatte sich in der unterirdischen ‚Stadt' umherzubewegen ohne sich groß zu verlaufen. Luna erreichte den Gang der sie zurück in die Kanalisation bringen würde und warf sich ihren Mantel über wobei sie peinlich genau darauf bedacht war ihr Handgelenk nicht allzu sehr anzustrengen.
Einhändig sah Luna ihre Post durch – seit sie das Flugblatt des Ordens bekommen hatte war sie sehr vorsichtig und ging dabei sehr gründlich vor – während sie sich in Gedanken bereits ausmalte was sie mit ihrem freien Nachmittag anfangen würde. Als erstes würde sie sich etwas Bequemeres anziehen und es sich mit einem guten Buch in ihrem Bett gemütlich machen.
Aber ihre Pläne für den Abend würden in wenigen Sekunden komplett über den Haufen geworfen werden wenn sie den dicken pechschwarzen Briefumschlag der ihren Namen in silberner Tinte darauf trug öffnen und den Brief darin lesen würde.
An diesem Abend würde Luna Lovegood ein zweites Mal in die Danvers Street gehen – oder eher rennen!
Ich hoffe die Chips haben trotzdem geschmeckt! ^^
