Titel: Das Problem mit dem passenden Ansprechpartner finden
Beta: GothicGirl4ever
Dankefür die lieben Reviews :)
Viel Spaß mit dem 4. Kapitel
Sauer pfefferte Tsuna seine Schultasche in die nächstbeste Ecke in seinem Zimmer. Reborn zog eine Augenbraue hoch.
„Was ist denn los, Dame-Tsuna?", fragte er obwohl man es ihm schon ansehen konnte, dass er die Antwort wusste.
„Reborn! Wo warst du die letzten Tage über?" Der kleine Arcobaleno lag in seiner Hängematte und trank wie üblich eine Tasse Kaffee.
„Weg", war seine simple Antwort darauf. Der Braunhaarige seufzte. Klar, Natürlich war er weg gewesen. Bloß wo? Ach egal, das interessierte ihn jetzt weniger.
„Was los ist fragst du? Ich hab KEINE Ahnung! Erklär du's mir doch!" Er fuhr sich aufgebracht durchs Haar und ließ sich dann aufs Bett fallen. „Alle sind so komisch, und diese Mails ... und ... MUKURO!" Er saß auf einmal, wie von einer Wespe gestochen, aufrecht auf seinem Bett. „Reborn! Mukuro ist ... aus dem Vendicare Gefängnis raus! Wieso? Weshalb? Warum?" Reborn jedoch ließ sich nichts anmerken und schlürfte erst mal gemächlich seinen Kaffee weiter.
„Ist er schon wieder ausgebrochen?", fragte er leicht amüsiert, doch Tsuna bemerkte das vor lauter Aufregung nicht. Erst jetzt schien es ihm wirklich klar zu werden, dass Mukuro, sein Nebelwächter, nicht mehr hinter Schwedischen Gardinen saß, sondern hier in Namimori sein Unwesen trieb.
„Also ist er wirklich ausgebrochen?", quietschte er erschrocken auf.
„Seit still, Dame-Tsuna. Das hab ich nicht gesagt. Du denkst dir wieder zu viel. Vielleicht macht er ja Urlaub …"
„Vom Gefängnis Urlaub nehmen? Klar! Ich brauch Urlaub von meinem Leben!"
„Spiel dich nicht so auf wie eine Drama Queen. Du musst lernen, die Sachen so zu akzeptieren, wie sie sind. Und wenn's dir nicht passt, dann ändere sie." Reborn hüpfte von oben hinunter und trat Tsuna in den Magen. Einfach so. Der Braunhaarige lag auf dem Bett und war sauer. Reborn wollte ihm nicht zuhören, er nannte ihn eine „Drama Queen" und hat ihn auch einfach so getreten. Okay das mit dem Treten war ja nichts Neues. Was ihn schon eher beschäftigte war, dass er nicht ernst genommen wurde (wie so oft) und er ihm nicht mal zuhörte (wie so oft).
„Reborn ... hör mir doch mal zu ..." Langsam setzte sich der Brünett in seinem Bett auf und schaute leicht geknickt rein. „Es geht um-"
„Tut mir leid, ich muss mir einen neuen Kaffee holen, ich bin gleich wieder da", summte das kleine Baby vor sich hin und spazierte durch die Tür hinaus; nach unten in die Küche. Regungslos blieb Tsuna einige Zeit auf seinem Bett und wartete. Als der Kleine nach fünf Minuten immer noch nicht hochkam reichte es ihm. Er zog sich seine normalen Klamotten an, sprich: seine grün-gräuliche Hose, ein T-Shirt und seine weiße Kapuzenjacke mit den orangenen Ärmeln und dem schwarzen Totenkopf am unteren Rand.. Schnell zog er sich seine Schuhe an und ging schnellen Schrittes die Straße entlang. Und wo sollte er jetzt hingehen? Dorthin, wo ihm jemand zuhören würde und ihn noch dazu aufklären könnte. Also ging es zu Yamamoto. Gokudera ging für's erste gar nicht. Der würde wieder nur Chaos verursachen und alles noch viel schlimmer machen.
Nach einigen Minuten erreichte er den Laden von Yamamotos Vater. Er begrüßte ihn, als er eintrat und ging nach oben zu Yamamotos Zimmer. Er klopfte kurz, unsicher an dessen Tür, trat aber dann ein.
„Tsuna!" Der Schwarzhaarige saß auf einem Stuhl am Tisch und tippte noch kurz etwas, bevor er den Computer dann hastig ausschaltete. „Wow, was für eine Überraschung! Was gibt's denn?", fragte er leicht nervös. Doch Tsuna schien das gar nicht zu bemerken. Er setzte sich stattdessen auf Yamamotos Bett und zog die Beine an den Oberkörper.
„Es geht um Mukuro ...", flüsterte er leise vor sich hin. Yamamoto hörte das nicht und setzte sich zu seinem Freund aufs Bett.
„Was?"
„Ich sagte, es ist wegen Mukuro. Und wegen Reborn! Weißt du, als ihr beiden gegangen seid, ist Mukuro aufgetaucht. Der Echte. Also keine Illusion und so. Wir haben geredet und dann hat er etwas wegen der Mail gesagt. Und ich hab keine Ahnung was für eine Mail. Dann kam noch Hibari mit dazu und die beiden haben angefangen sich zu prügeln. Zum Glück hat Gokudera-kun mich angerufen und ich bin dann geflüchtet..." Yamamoto hörte zu und schaute dem kleinen braunhaarigen Jungen zu, wie er sich aufregte, und wie sein Gesicht sich verzog, als er Mukuros Namen sagte, und wie er vor Angst erzitterte, als er das mit Hibari erwähnte.
„Oha, das ist ja interessant", grinste Yamamoto.
„Wie kannst du nur grinsen!? Mukuro ist aus dem Gefängnis ausgebrochen! Wiedermal! Er schlägt sich den Kopf mit Hibari ein und alle reden von einer Mail! Und ich hab KEINE Ahnung! Sogar Reborn nimmt mich nicht ernst! Er meidet mich in den letzten Tagen und das macht mir Angst! Der hat doch irgendwas vor!" Hysterisch packte er den schwarzhaarigen Baseballspieler am Shirt und schüttelte ihn ein paar Mal. „Irgendwas geht hier doch ab! Ich werde nicht paranoid, oder!? Alle machen solche Sachen, die mich verwirren, nicht wahr?" Yamamoto hob die Hände hoch und versuchte Tsuna zu beruhigen.
„Was denn für Sachen?", fragte er leicht nervös und mied den Blick mit Tsuna. Dieser stand kurz vorm Heulen. Warum verstand ihn niemand? Sogar Yamamoto war so merkwürdig drauf.
„Zum Beispiel der Sache, dass mich alle dauernd irgendwo berühren! Mir ins Ohr pusten! Wieso machen die das!? Das ist unheimlich! Ich werde noch paranoid!" Yamamoto verschlug es die Sprache. Wer hat Tsuna angefasst? Wieso konnte er sich schon denken, aber wer war es!? Sein Blick verfinsterte sich.
„Ne, Tsuna ..." Der Braunhaarige schaute hoffnungsvoll zu seinem Freund hinauf. Verstand er ihn? Konnte er endlich aufklären? Was für ein guter Freund Yamamoto doch war. Er wusste, dass es die beste Idee war, zu ihm zu kommen.
„Mh?", lächelnd wartete er darauf, dass der andere weiter sprach. Yamamoto biss sich auf die Lippe. Dieses unschuldige Lächeln, dieser Blick. Sein Herz hämmerte gegen seinen Brustkorb und ließ seinen Atem schneller werden. Langsam kam er Tsunas Gesicht näher.
„Meinst du... etwa ungefähr so ...?", hauchte Yamamoto leise und legte sachte seine Hand auf die Tsunas. Der Braunhaarige nickte unwissend, erleichtert, dass sein Freund ihn anscheinend doch verstand. Vorsichtig drückte er seine Lippen auf die des Braunhaarigen. Zwar nur kurz, aber das reichte ihm schon. Yamamoto öffnete seine Augen wieder, die er beim Küssen geschlossen hatte und drückte den Jüngeren auf sein Bett, sodass er über ihm gebeugt war. Als er ihn sanft lächelnd von oben anschaute, sah er in das erschrockene und erstarrte Gesicht Tsunas. Erst jetzt wurde ihm bewusst, was er da eben getan hatte. Er setzte zu Entschuldigung an, doch wurde er unterbrochen.
„Y-Yamamoto ... was ... das ... warum ... ich ... gerade ...", knallrot im Gesicht stotterte der Jüngere unvollständige und schwer verständliche Sätze vor sich hin und mied den Blick seines über ihn gebeugten.
„Takeshi! Kommst du mal kurz?" Yamamoto kaute auf seiner Unterlippe herum. Musste das gerade jetzt sein!? Zögernd und nervös stand er auf.
„Ne ... Tsuna ... ich ehm ... bin gleich wieder da ... ich beeil mich okay? ... Sorry...!" Er setzte sein gefälschtes nervöses Lächeln auf, verbeugte sich leicht ungeschickt vor Tsuna und hastete dann zur Tür hinaus, runter zu seinem Vater.
„Was!?", fauchte er Tsuyoshi an. Dieser blickte erst einmal erschrocken seinen Sohn an. Nie hatte er ihn so aufbrausend erlebt. Er hob eine Augenbraue und beobachtete wie sein Sohn hibbelig und unruhig auf seinen eigenen Füßen herum trat.
„Ich wollte eigentlich nur fragen, ob ich euch ein bisschen Sushi machen soll." Takeshi erstarrte wie eine Eisstatue.
„BITTE!? Wegen so etwas rufst du mich gerade jetzt runter!?", verzweifelt wandte sich der Jüngere Schwarzhaarige zum Gehen, doch wurde er von seinem Vater an der Schulter gepackt.
„Wo willst du denn hin mein Sohn? Und was ist überhaupt los? Wieso redest du so mit mir?" fragte er ihn leicht besorgt, aber auch ein bisschen verärgert.
„Jetzt nicht! Später vielleicht, aber jetzt nicht! Ich muss wieder hoch!", er befreite sich vom Griff seines Vaters und rannte die hoch zu seinem Zimmer. Unten blieb ein leicht verdutzter Vater stehen.
„Er muss wohl in der Pubertät sein...", seufzend kratzte sich Tsuyoshi am Kopf.
Schnell hastete Yamamoto die Treppe hinauf zu seinem Zimmer, riss die Tür auf und setzte wieder eins seiner Lächeln auf.
„Tut mir leid, Tsuna. Mein Vater wollte nur-", er riss erschrocken die Augen auf. Das Zimmer war leer. Tsuna war nirgends zu sehen. Verletzt und auch wütend über seinen Vater, biss er sich auf die Lippe. Er ballte seine Hand zur Faust und schlug heftig gegen die Wand.
„Verdammt!"
Braune wuschelige Haare waren das Einzige, was man von ihm erkennen konnte. Zusammengekauert saß Tsuna in der Hocke auf einem Spielplatz hinter der Rutsche. Niemand war hier, um zu spielen, und es sah recht einsam und verlassen aus. Vereinzelt lagen liegengelassene Förmchen und Schäufelchen im Sandkasten herum. Es begann langsam zu dämmern und die Abendsonne tauchte den Spielplatz in ein warmes Orange. Ein leicht kühler Sommerwind blies Tsuna ins Gesicht. Knallrot im Gesicht saß er da und überlegte. Die Szene ging ihm nicht aus dem Kopf. Erst Hibari, dann Mukuro und jetzt auch noch Yamamoto! Wieso? Was war nur mit allen los? Vorsichtig fasste er sich an die Lippen. Der Blick in den Augen Yamamotos. Sein Lächeln. Seine leichte Nervosität. Seine Lippen. Tsuna kniff die Augen zusammen und verbarg sein Gesicht in seine verschränkten Arme auf den Knien. Leicht wippte er unbewusst auf und ab, während er in Gedanken vertieft war. Das Einzige, was man hören konnte, waren die Ketten der Schaukel, die sich im Wind leicht bewegte und die Zikaden in den Bäumen. Doch die abendliche Stille wurde durch eine Stimme unterbrochen.
„Hab ich's doch gewusst." Tsuna verlor durch den Schreck das Gleichgewicht und kippte seitlich mit einem lauten „HIIIE" um.
„Ich hätte meine Augen nicht von dir abwenden sollen. Aber du wolltest ja Abstand." Tsuna rappelte sich schnell wieder auf und drehte sich zu der Person um. Mukuro saß am Ende der Rutsche neben Tsuna.
„K-könntest du das bitte lassen!?"
„Was?", fragte Mukuro leicht verwirrt.
„Na, plötzlich aus dem Nichts neben mir auftauchen!?" Tsuna klatschte sich ein paar Mal mit den Händen auf die Wangen um seine vorherigen Gedanken zu verdrängen. „Was machst du hier…?", fragte er etwas lustlos. Der Blauhaarige belächelte Tsunas Antwort.
„Ich passe auf dich auf, damit nicht schon wieder so etwas, wie gerade eben, passiert." Der Nebelwächter stützte sein Kinn auf seine Handfläche ab und beäugte den Brünett. Tsuna jedoch klopfte sich den Sand von der Hose und ging hinüber zu einer der Schaukeln und setzte sich drauf. Er nahm ein wenig Anlauf und schaukelte dann solange bis die Schaukel wieder stehen blieb.
„Mukuro..." Der Blauhaarige Illusionist ließ den Zehnten die ganze Zeit nicht aus den Augen. „Wie bist du überhaupt ausgebrochen?", fragte Tsuna, während er mit einem Fuß im Sand vor sich hin scharrte.
„Kufufu, du interessierst dich also für meinen Ausbruch, mh? Naja, ich hatte Mal wieder Chromes Körper übernommen und hab nach meinen Mails gesehen, da war auch deine dabei. Als ich sie gelesen hatte, bin ich ausgebrochen. Wie, überlasse ich deiner Fantasie."
'Klasse. Wunderbare Erklärung. So ausführlich...', dachte sich Tsuna und seufzte auf.
„Wirst du mich jetzt weiterhin stalken?", fragte er mürrisch nach. Er hatte auf das ganze schon keine Lust mehr.
„Kufufufufu~ ich hatte doch gesagt, dass du es nicht stalken nennen sollst. Aber ja. Ich habe nicht vor, dich an irgendjemand anderen Primitiven zu verlieren." Primitiv?
„Verstehe..." 'Versteh ich nicht!', schrie es in Tsunas Kopf. Er hatte noch so viele Fragen offen. Ob Mukuro vertrauenswürdig war? Nein! War er nicht. Hat er irgendwas vor? Führt er irgendwas im Schilde? Ja! Aber er hat Informationen, die ich nicht habe! „Nee, Mukuro..." Tsuna sprang mit Schwung von der Schaukel auf. Mukuro stand auch von der Rutsche auf und ging zwei Schritte auf Tsuna zu, ließ aber genügend Abstand. „Ich habe Fragen. Viele. Du hast die Antworten. Ich weiß es und...ähm..." Der Brünett kratzte sich nervös am Oberarm.
„Oya, du willst also gerne Antworten von mir hören?", lächelte Mukuro. Tsuna bedachte ihn mit einem Blick, der so viel hieß wie: Du-wirst-sie-mir-auch-beantworten! Der Nebelwächter zuckte nur mit den Schultern. Wieso sollte er denn Fragen beantworten? Weil da der Spaß an der ganzen Sache dann fehlen würde.
„Dann komm zu mir mit nach Hause. Ich will in Ruhe mit dir alleine darüber reden", murmelte Tsuna und lief los. Mukuros Augen weiteten sich kurz, doch dann zog er sie zu Schlitzen zusammen. Ein breites laszives Grinsen breitete sich auf seinen Lippen aus. Doch schon nach ein paar Sekunden hatte er wieder seine normalen Gesichtszüge aufgesetzt, die zwar nicht besser waren, aber sie reichten. Langsam setzte sich der Illusionist in Bewegung und folgte den Brünett nach Hause
