Danke für die Review. Ja, ich hatte mich ein wenig vertan. Aber mir ist das beim korrektur lesen noch nicht einmal aufgefallen. :D

Vielleicht sollte jemand meine Kapitel Beta lesen...

4. Kapitel

Schläfrig öffnete er seine Augen. Dämmerlicht herrschte in seinem Schlafzimmer, da er gestern Abend noch die Vorhänge vor die Fenster gezogen hatte. Ein Blick auf seine Uhr zeigte ihm, dass es schon fast Mittag war.

Schwerfällig hievte er sich aus dem Bett und schlurfte ins Bad. Träge spritzte er sich kaltes Wasser ins Gesicht und zog sich an. Grimmig besah er sich im Spiegel.

Kein Alptraum kann so schrecklich sein, wie mein Gesicht, dachte er gedankenverloren. Es ist schon ein Wunder, dass ich wenigstens eine Freundin habe und sie…

Um sich auf andere Gedanken zu bringen durchschritt er schnell sein Wohnzimmer und öffnete Schwungvoll die Tür. Draußen war noch (oder schon) alles ruhig. Mit schnellen Schritten durchschritt er die Gänge und stand dann vor der großen Tür.

Mit etwas Glück, dachte er und faste mit seiner Hand an die Türklinke. Könnte ich jetzt noch ein wenig Ruhe vor den lärmenden Kröten haben.

Er öffnete die Tür und atmete erleichtert aus. Er hatte Glück. In der Halle herrschte eine beruhigende Ruhe, nur vereinzelt sah er ein paar Schüler an den Tischen sitzen. Elegant ließ er sich auf seinem Platz nieder und griff zu seiner Kaffeetasse.

Doch sein Glück währte nicht lange.

Das wäre ja auch zuviel verlangt gewesen…, dachte er resigniert und warf dem „Störenfried" ein paar eiskalte Blicke zu.

Der Appetit war ihm jetzt vergangen. Schnell erhob er sich und ging zur Tür. Über die Schulter warf Severus dem Trio noch einen Todesblick zu und verließ die Halle.

Das Trio war fast genauso schlimm, wie die Weasley-Zwillinge. Und Severus fing immer mehr an sie mit James, Sirius, Remus und Peter zu vergleichen. Obwohl dieser Harry nicht so schlimm wie sein Vater war und dauernd die Schulregeln brach, so war er doch immer noch James Potters Sohn und das reichte Severus auch schon um ihn zu hassen. Auch wenn er das Kind seiner besten Freundin war, aber diesen Potter hatte sie echt nicht verdient.

Sie hatten Glück gehabt, dass er sich heute so seltsam fühlte, dachte er. Sonst hätte er ihnen noch zwanzig Hauspunkte für Betreten der Großen Halle am Wochenende abgezogen.

Verwirrt machte er sich wieder auf den Weg in die Kerker. Heute hatte er etwas Wichtiges vorgehabt, dachte er. Aber was war es?

Grübelnd erreichte Severus seine Privaträume, als es ihm mit einem Schlag wieder einfiel. Treffen. Heute. In Hogsmead. Um 13 Uhr. Mit Marlene.

Unwillkürlich breitete sich ein warmes Gefühl in seiner Magengegend aus. Marlene… Es sah so aus, als wäre er, Severus Snape, gemeinster und gefürchtester Lehrer von Hogwarts, die Fledermaus aus dem Kerker, Schniefelus (bei diesem Gedanken verdüsterte sich sein Blick) verliebt. In eine Ravenclaw…

Er schloss die Tür hinter sich und erinnerte sich plötzlich an ihre erste Begegnung hier in Hogwarts. Es war bei der Auswahlzeremonie gewesen. Severus erinnerte sich noch gut daran. Sie war etwas weiter vorne in der Reihe gewesen und er hatte sie erst gar nicht wahrgenommen, da er noch viel zu geschockt war, dass Lily in Gryffindor geschickt wurde. Aber er erinnerte sich noch ganz genau wie sie mit einem glücklichen Lächeln an ihm vorbei zum Ravenclawtisch gelaufen war.

Das war das erste Mal gewesen, als er sie richtig wahrgenommen hatte. Das zweite Mal war erst im zweiten Schuljahr, als er mit den Ravenclaws Pflege Magischer Geschöpfe hatte. Sie fühlte sich damals sehr zu den Tieren hingezogen. So hatte er es auf jeden Fall in Erinnerung. Er erinnerte sich auch noch, dass sie mit zu den Schlausten Schülern ihres Jahrgangs gehörte und als sie die Schule verlassen hatten, hatte er lange Zeit nichts mehr von ihr gehört.

Bis vor zwei Monaten. Sie war zufällig in Hogsmeade gewesen und hatte ihn zuerst erkannte. Er war gerade auf der Suche nach wichtigen Zaubertrankzutaten gewesen, als sie ihn quer über die Straße rief und wie wild winkte.

Ihm war das sehr peinlich gewesen und er hatte sich bemüht schnell zu ihr zu gehen, bevor das noch ganz England mitbekommen hätte. Sie hatte ihn freudig begrüßt und er hatte sie erst gar nicht erkannt.

‚Erkennen sie mich nicht mehr?', hatte sie ihn gefragt und er hatte sie kritisch gemustert.

Wilde unbändige Locken, ein strahlendes Lächeln, wunderschöne blaue Augen.

‚Helfen sie mir auf die Sprünge', hatte er gesagt.

‚Marlene', hatte sie gesagt und er hatte sie immer noch fragend gemustert.

‚Marlene McKinnon', hatte sie noch hinzugefügt und da hatte es erst bei ihm Klick gemacht.

Sein Blick hatte sich aufgehellt. Und beinahe hätte er gelächelt, aber das hätte nicht zu seinem sorgsam gepflegten Image als gefürchtester Lehrer Hogwarts gepasst.

‚Im sechsten Jahr beim Ball', hatte sie gesagt und er hatte gestöhnt.

‚Ach der Ball…', hatte er gesagt. ‚Eigentlich hatte ich versucht den zu vergessen.'

‚Aber warum denn?', hatte sie gefragt und das Lächeln war immer noch nicht aus ihrem Gesicht verschwunden. ‚Ich finde, dass sie super getanzt hatten.'

Severus erinnerte sich wirklich nicht gerne daran. Es war gerade mal eine Woche her, seitdem er Lily ein „Schlammblut" genannt hatte. Ihre Freundschaft lag in Trümmern vor ihm und Dumbledore hatte nichts Besseres zu tun, als auch noch einen Ball zu veranstalten. Er hatte versucht dem Ganzen zu entkommen und mit Niemandem dorthin zugehen. Doch dann hatte Marlene ihn gefragt, was ihn damals vor ein großes Rätsel gestellt hatte.

Aber um Lily zu beweisen, dass er sie nicht brauchte war er mit Marlene dorthin gegangen und hatte sogar mit ihr getanzt. Noch Monate später wurde er immer wieder damit aufgezogen. Und er hatte es so satt.

‚Ja, der Slytherin und die Ravenclaw', hatte er sarkastisch geantwortet. ‚Ich war noch Wochenlang das Gesprächthema Nummer eins.'

‚Ich auch', hatte sie geantwortet. ‚Aber das hat mir nichts ausgemacht, weil ich… weil ich… sie… sehr gern hatte.'

Severus hatte Marlene noch sie so verlegen und um die richtigen Worte ringend gesehen.

‚Und… ich glaube, dass ich sie noch immer mag.'

‚Woher wollen sie das wissen', hatte Severus geantwortet. ‚Wir haben uns seit über zwanzig Jahren nicht mehr gesehen.'

‚Dann wird es doch Zeit, das herauszufinden', hatte sie geantwortet. ‚Wollen wir uns hier treffen? Morgen?'

Er hatte nur genickt, sie hatten eine Zeit ausgemacht und dann hatte Severus sich auf dem schnellsten Weg auf zu Lily gemacht. Und sie hatte sich für ihn gefreut und ihn ermutigt sie näher kennen zu lernen.

Was war bloß in dich gefahren?, dachte Severus jetzt. Du hast ihr gesagt, dass du ihr heute sagen wirst, dass du sie magst, aber wie sollst du das machen? Du hast sie erst gestern seit Jahren wieder gesehen. Da sagt man nicht einfach, dass man immer noch in den anderen verliebt ist. Das dauert doch seine Zeit. Oder?


Drei Monate später…


Unsicher starrte Severus auf seine Uhr und beobachtete, wie sich die Zeiger langsam vorwärts bewegten. Gleich würde es soweit sein. Es konnte gar nicht mehr lange dauern.

Die Gäste die in den „Drei Besen" ein und aus gingen wurden von ihm genauer studiert. Und die Zeit lief gnadenlos weiter und weiter.

Der Mann dort am Tresen, dachte Severus und sah zu dem großen, schwarzgelockten Mann. Sitz jetzt auch schon seit einer Stunde hier.

Genau in diesem Moment drehte sich der Mann um und kam zu ihm rüber.

„Sie sehen aus, als könnten sie ein wenig Gesellschaft vertragen", sagte er und wollte sich schon einen Stuhl zum Tisch ranziehen, als Severus ihn zurückhielt.

„Das ist sehr freundlich von ihnen, aber meine Freundin kommt gleich", sagte er. Ihm wurde immer noch so unglaublich warm, wenn er von ‚seiner Freundin' sprach und wieder flogen tausend Schmetterlinge durch seinen Bauch.

Bei Merlins Bart, dachte er. Wird das denn nie aufhören?

„Ich will ihr heute einen Antrag machen", sagte er.

Seit wann bist du denn so freundlich geworden?, fragte er sich. Noch vor nicht einmal ganz drei Monaten warst du der unfreundlichste und strengste Mensch den Hogwarts je gesehen hat und jetzt…

Jetzt bist du verliebt, dachte er.

„Da freue ich mich für sie", sagte der Mann. „Ich drücke ihnen die Daumen."

„Danke… äh… Mr.?"

„Riddle, Tom Riddle", sagte der Mann mit den dunklen Locken.

„Danke Mr. Riddle", sagte er.

„Nichts zu danken…Mr.?"

„Severus Snape, ich unterrichte in Hogwarts."

„Was unterrichten sie denn? Wissen sie ich wollte auch eine zeitlang mal Lehrer werden…", sagte Tom.

„Zaubertränke", sagte er. „Warum haben sie sich anders entschieden?"

„Ach… ich weiß selbst nicht so genau…"

In diesem Moment öffnete sich die Tür und Marlene betrat die „Drei Besen".

„Du bist ja schon da", sagte sie erfreut und kam mit einem breiten Lächeln auf Severus Tisch zu.

„Dann werde ich jetzt mal gehen", sagte Tom. „Viel Glück."

„Danke", sagte Severus noch einmal und blickte Tom nach der gerade die „Drei Besen" verließ und nach draußen in das starke Schneetreiben ging.

„Wer war das denn?", fragte Marlene ihn nachdem sie ihm einen Kuss gegeben hatte.

„Ach nur so jemand, der auch hier alleine herumgesessen hat", sagte Severus. „Er hat sich ein wenig mit mir unterhalten."

„Ach so", sagte Marlene und lächelte ihn an.

„Ich weiß", brach Severus nach einigen Minuten das Schweigen. „Dass das jetzt vielleicht nicht der geeignete Augenblick ist, aber ich wusste nicht wann ich dich sonst fragen sollte. Immerhin dreht sich ja jetzt eh nur alles um das Trimagische Turnier und die zweite Aufgabe und so…"

„Ja", sagte Marlene. „Und ich finde das so aufregend."

„Ja, das ist es auch, aber… ich sollte jetzt besser fragen bevor ich nie mehr den Mut dazu habe…"

„Und?", fragte Marlene.

„Marlene", sagte Severus und zog die kleine quadratische Schachtel aus der Tasche in seiner Robe.

Ziemlich kitschig, dachte er. Aber egal…

Marlenes Gesicht hellte sich auf, als sie ahnte, was er jetzt fragen würde.

„Möchtest du meine Frau werden?"


Wie hat es euch gefallen? :)