Hallo alle zusammen ich bin in der Woche ganz gut voran gekommen und deshalb bekommt ihr heute schon ein weiteres Kapitel.
Ihr werdet es kaum glauben, aber über ein Review egal ob positiv oder negativ würde ich mich freuen.
Gruß Bärchen


Kapitel 4

Die Demontage eines Idols

Am frühen nächsten Morgen kam ein ziemlich abgehetzter kleiner untersetzter Mann ins Ministerium und ging direkt nachdem er sich registriert hatte in die Aurorenzentrale und dort zu dem Leiter Agnus Willes. Er hatte zwar keinen Termin, war aber von eben jenem bestellt worden um einen Mandanten vertreten zu können. So klopfte er also an die Tür und trat nach Aufforderung ein. Im gegenüber hinter einem wuchtigen großem Schreibtisch saß ein sportlicher älterer Herr und musterte ihn genau.

"Guten Tag Mr. Willes, ich wurde von ihnen herbestellt um als Familienanwalt meinen Mandanten Harry James Potter zu vertreten. Ich bitte zu entschuldigen, dass ich erst jetzt erscheine, aber ich war noch in Frankreich als ich die Nachricht bekam das meine Dienste benötigt werden."

"Guten Morgen Mr. Pedas, ich denke zwar nicht das wir sie hier brauchen da es genug belastendes Material gegen ihren Mandanten gibt um ihn mehrfach zu verurteilen, aber wir wollen doch dem Gesetz genüge tun und selbst ein kaltblütiger Mörder hat doch das Recht auf eine faire Verhandlung, oder?"

"Aber, aber Mr. Willes auch ihnen sollte bekannt sein, dass ein Gefangener so lange als unschuldig gilt, bis seine Schuld bewiesen ist, oder?"

"Aber natürlich Mr. Pedas, nur denke ich das genau dies schon bewiesen ist, deshalb wird die Befragung unter Veritaserum erst im Zuge der Verhandlung stattfinden, die in etwa zwei Stunden beginnen wird. Und bevor sie jetzt dagegen protestieren wollen, wir stehen seid drei Stunden unter Kriegsrecht und da ist es möglich die Verhandlung sofort zu beginnen und außerdem erhalten wir auch so heute noch ein Urteil. Welches so ganz nebenbei auch heute noch vollstreckt werden wird. Das Kriegsrecht hat auch so seine Vorteile, zumindest das Rechtssystem wird erheblich vereinfacht und beschleunigt."

--- Rückblick ---

Nachdem Tonks die Aurorenzentrale verlassen hatte ging es dort noch heißer zu als vorher schon. Voldemort oder sollte man besser sagen Bellatrix Lestrange hatte begonnen die restliche Mitglieder des Ordens systematisch mit ihren Familien zusammen zu exikutieren. Wenn das Mitglied selbst nicht anwesend war, dann wurde halt nur dessen Familie hingerichtet. Aber als ob das nicht schon schlimm genug sei gingen die Todesser dort mit einer solchen Grausamkeit vor, dass selbst erfahrenen Auroren beim Anblick der Tatorte das letzte Essen aus dem Gesicht fiel. Kurz gesagt, dort wo die Todesser ihr Werk taten richteten sie ein wahres Blutbad an.

Es dauerte nicht lange, da wurden alle Auroren, die man erreichen konnte in den Dienst zurück gerufen, ob aus dem Urlaub oder aus dem freien Tag. Tonks konnte man nicht erreichen, da sie ja irgendwo in Schottland war und solche Geräte wie Handys funktionieren in der Einöde nicht. Ja, auch Zauberer benutzen moderne Muggeltechnologie, soweit es ihnen etwas nutzt und die Vorgesetzten mitspielten. Die Handys wurden von einer Gruppe jungen Absolventen eingeführt und so waren diese normalerweise immer erreichbar, selbst wenn sie einmal unterwegs waren und sich nicht allein vor den Kamin gesetzt haben um darauf zu warten das etwas passiert, wie es viele von ihren älteren Kollegen taten. Dadurch waren diese dann meist auch sehr schnell zu erreichen.

So wurden also alle Auroren in den Dienst gerufen die man finden konnte um die Lage in den Griff zu bekommen. Um kurz vor Mitternacht musste dann aber der Leiter der Aurorenzentrale einsehen, dass sie alleine es niemals schaffen würden und das immer mehr angesehene Mitbürger der Zauberergemeinschaft dahin gemäuchelt wurden, denn Bellatrix und ihre Schergen waren immer noch nicht fertig, außerdem hatte der dunkle Lord noch ein paar Mann Verstärkung geschickt.

So ging dieser also zum Minister, oder besser gesagt holte diesen aus dem Bett, um darum zu bitten die Nationalgarde, eine Gruppe die dafür geschaffen war in einer solchen Krise die Auroren zu unterstützen, aktivieren zu dürfen. Es dauerte dann noch einmal zwei Stunden, bis die Reste des Zaubergarmount herbei bestellt waren und diese ließen sich noch einmal eine Stunde Zeit um zu beschließen die Nationalgarde zu aktivieren, da eine Aktivierung der Nationalgarde auch gleichzeitig die Ausrufung des Kriegsrechts bedeutete. Nur im Zuge dessen, was in dem Moment auf den Straßen passierte hatten sie keine andere Wahl. So wurde also um kurz vor drei Uhr am Morgen das Kriegsrecht verhängt.

--- Rückblick ende ---

"Mr. Wilson, auch wenn das Rechtssystem beschleunigt wird, so gilt auch in solchen Verhandlungen immer noch der Grundsatz 'im Zweifel für den Angeklagten' oder wollen sie unser Rechtssystem neu schreiben?"

"Manchmal würde ich das allerdings sehr gern tun. Ganz besonders dann, wenn Straftäter frei kommen weil solche Winkeladvokaten wie sie diese mit irgendwelchen Tricks vor der gerechten Strafe bewahren. Auch wenn das Gesetz diese Tricks zulässt. Ich habe manchmal das Gefühl, dass Menschen wie sie keinerlei Gewissen haben, aber das soll hier jetzt nicht das Thema sein. In dem hier vorliegenden Fall sind ihnen durch das Kriegsrecht glücklicher weise die Hände ein wenig gebunden. Sie bekommen gleich die Möglichkeit sich mit ihrem Mandanten zu beraten und die Möglichkeit die Akten einzusehen. Die Verhandlung beginnt um Acht Uhr, also in etwa anderthalb Stunden. Ich rate ihnen ihren Mandanten davon zu überzeugen sich schuldig zu bekennen, dann fällt das Urteil vielleicht etwas milder aus. Und nun wünsche ich ihnen einen schönen Tag, ich muss noch Vorbereitungen treffen, sie können draußen warten es wird gleich ein Mitarbeiter von mir kommen, Guten Tag!".

So aus dem Zimmer geschmissen, trat Mr. Pedas vor die Tür und wartete darauf von jemandem zu seinem Mandanten gebracht zu werden.

#Das habe ich ja noch nie erlebt, die Verhandlung könnten wir uns alle sparen, da das Urteil schon längst gefällt ist. Früher hätte ich gesagt, er bekommt den Kuss. Da wir aber keine Dementoren mehr haben bin ich einmal gespannt wozu er verurteilt wird. Danach kann ich mich ja dann darum kümmern ihn wieder frei zu bekommen. Was ist nur aus unserem Rechtssystem geworden?#

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Etwa zur gleichen Zeit in einer kleinen Holzhütte in Schottland. Remus war wie üblich schon früh wach und hatte Kaffee gekocht, worauf er sich sehr böse Blicke der Hauselfen eingefangen hatte. Er als Werwolf brauchte nicht so viel Schlaf. Er saß am Küchentisch und trank gemütlich seinen Kaffee, als eine Eule mit dem Tagespropheten durch das Fenster geflogen kam. Er bezahlte die Zeitung, reichte der Eule einen Keks, die diesen verspeiste und dann wieder ihres Weges zog.

Nun konnte sich Remus gemütlich der Zeitung widmen, tat dies aber nur so lange, bis er die erste Seite aufgeschlagen hatte. Auf der ersten Seite empfing ihn ein seitenfüllendes Foto von Harry mit der Überschrift 'Harry James Potter ein Massenmörder? - Heute ab Acht Uhr nicht öffentliche Verhandlung'. Er hatte ja damit gerechnet, dass so etwas in der Zeitung steht, nur das die Verhandlung schon Heute sein sollte ließ ihm dann den Kaffee wieder aus dem Gesicht purzeln.

#Wie kann denn das sein, was ist das denn für ein Rechtssystem? Man kann doch nicht heute schon die Verhandlung starten.#

Darauf hin leerte er seinen Kaffee in einem Zug und mache sich daran Moody und Tonks zu wecken. Moody war erwartungsgemäß sofort wach und stand auf, wohingegen Tonks doch ein paar Minuten brauchte um in die Gänge zu kommen. Als alle drei einigermaßen wach und mit Kaffee bewaffnet in der Küche saßen, war erst einmal ein ruhiges staunen angesagt. Bis sich Moody räusperte.

"Seid wann ist denn das Rechtssystem der Zauberer so schnell geworden? Das erweckt bei mir den Anschein, als ob das Urteil längst fest steht. Allerdings schränkt das unsere Möglichkeiten ihm zu Helfen doch extrem ein. Wir können nur hoffen, dass wir nach der Verhandlung an ihn heran kommen."

"Ich werde gleich einmal ins Ministerium gehen und schauen, warum das auf einmal so schnell geht, der Anwalt hat ja noch nicht einmal Zeit sich vorzubereiten."

"Das Urteil steht schon fest vermute ich. Also gibt es doch keinen Grund mehr noch zu warten, will man sich einen Erfolg an die Schulter nageln."

In dem Moment flogen zwei Eulen durch das Fenster und luden je einen Brief vor Moody und vor Tonks ab. Beide öffneten den Brief und wurden je weiter sie lasen immer blasser.

"Die haben doch tatsächlich das Kriegsrecht ausgerufen. Das erklärt natürlich, warum das Rechtssystem auf einmal so schnell läuft. Ich soll mich sofort dort einfinden, da ich zur Nationalgarde gehöre, wie fast alle pensionierten Kollegen auch. Das kann ja heiter werden. Was ist nur in der Nacht passiert, dass sie zu so einer Maßnahme greifen. Armer Harry, dass heißt auch, dass das Urteil heute noch vollstreckt wird. Glücklicherweise gibt es keine Dementoren mehr."

"Ich bin auch einberufen und mein Urlaub ist bis auf weiteres gestrichen, da scheint ja richtig die Kacke am dampfen zu sein."

"Ich werde dann einmal hier die Stellung halten und schauen ob ich etwas mehr erfahre was im diesem Land momentan los ist. Außerdem gedenke ich noch einen alten Freund aufzusuchen. Ihn hat das gleiche Schicksal ereilt wie mich und er stand eigentlich immer auf der Seite des Lichts, auch wenn uns das Ministerium das Leben nicht gerade einfach macht. Bis später ihr zwei, wir treffen uns wieder hier."

"Bis später wir werden dann auch mal los, kommst du Tonks."

"Bis später"

Damit verschwanden Moody und Tonks, Remus frühstückte noch zu ende bevor auch er sich auf den Weg machte.

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Irgendwo auf der Welt in einem kleinen Krankenhaus war es mittlerweile auch morgen geworden. Die Routine im Krankenhaus hatte begonnen und der junge rothaarige Mann war aufgewacht und versuchte sich daran zu erinnern wer er war. Ein paar Ärzte waren da gewesen und hatten sich seine Wunden angeschaut nur verstehen konnte er keinen von denen, bis einer gekommen war der Englisch sprach, er hatte gesagt das er hier in Norwegen sei in einem kleinen Krankenhaus in der Nähe vom Nordkap. Er hatte ihm auch erzählt, dass sie ihn mit dem Mann im Nachbarbett zusammen gefunden hatten und das sie zu diesem Zeitpunkt beide nicht bei Bewustsein waren.

Der Mann im Nachbarbett war in Bandagen eingepackt, man hatte im gesagt, dass sie anscheinend beide vom Blitz getroffen worden seien. Den Mann im Nachbarbett hatte es aber deutlich schlimmer erwischt als ihn, seine komplette Rechte Seite sollte Brandspuren aufweisen. Selber hatte er es noch nicht gesehen. Ansonsten war der Mann von ähnlicher Statur wie er, hatte die gleichen roten Haare und sah ihm zumindest sehr ähnlich. Ob er mit ihm verwandt war konnte er allerdings nicht sagen, da sein Nachbar nicht bei Bewustsein war. So musste er warten und hoffen, dass sich wenigstens der Unbekannte erinnern könnte, wenn er denn wach würde. Er lag nun da auf seinem Bett und versuchte krampfhaft sich zu erinnern, nur da war nur ein schwarzes Loch.

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Es war kurz vor Acht, im großen Sitzungssaal des Ministeriums waren schon die Reste des Zaubergarmounts anwesend und warteten darauf das es los gehen möge.

Plötzlich öffnete sich die Tür und der Minister höchst persönlich betrat den Saal und setzte sich auf den Platz des obersten Richters, damit würde also der Minister den Vorsitz führen und nicht wie sonst üblich, der Leiter der Strafverfolgungsabteilung. Nachdem sich der Minister hingesetzt hatte und die anwesenden Zauberer begrüsst hatte, öffnete sich die Tür abermals und der Gefangene wurde von vier Uniformierten hereingebracht. Dahinter ging der Anwalt des Gefangenen. Der Gefangene wurde an den Stuhl gefesselt und danach verließen die Uniformierten wieder den Saal.

Jetzt konnte man den Zustand des Gefangenen genauer sehen. Es sah so aus, als hätte der Gefangene die ganze Nacht nicht geschlafen.

Nachdem nun wieder ruhe in den Saal eingekehrt war, denn auch der Zaubergarmount war bestürzt über den Gefangenen, viele von ihnen haben es bis zuletzt nicht glauben wollen, konnte der Minister die Sitzung eröffnen.

"Ich eröffne hiermit die Strafsache Harry James Potter. Anwesend sind der Zaubergarmount als entscheidende Instanz, der Angeklagte nebst Verteidiger und ich in der Funktion des Vorsitzenden und als Vertreter der Anklage Mr Willes von der Strafverfolgung. Die Verhandlung wurde als nicht öffentlich eingestuft, da damit zu rechnen ist das Unruhe ausbrechen würde. Mr. Willes würden sie bitte beginnen und die Anklageschrift vorlesen."

"Gern doch euer Ehren. Mr. Potter ihnen wird vorgeworfen Mord in vierzehn Fällen begangen zu haben, wovon zwei Morde so bestialisch waren, dass selbst unsere erfahrensten Kollegen Probleme mit diesem abscheulichem Anblick hatten. Des weiteren wird ihnen der Angriff auf Beamte der Strafverfolgung vorgeworfen und zuletzt die Benutzung unverzeilicher Flüche in multipelen Fällen. Wir fordern als Strafe hierfür den Kuss eines Dementors. Da uns diese leider abhanden gekommen sind fordern wir ersatzweise die Verbannung durch das Tor von Arkrotien."

Ein raunen ging durch die Halle und Mr. Pedas der Anwalt von Harry wurde auf einmal Leichenblass.

"Eine kreative Art und Weise ein mögliches Todesurteil zu vollstrecken, ohne es wirklich zu tun, da es in England die Todesstrafe ja leider nicht mehr gibt."

"Herr Minister, es ist eine Verbannung kein Todesurteil. Wer weiß, was hinter dem Tor ist es ist schließlich noch niemand zurück gekommen."

Darauf hin umschlich das Gesicht von Mr. Willes ein angedeutetes Lachen, er wurde aber einen Bruchteil einer Sekunde später schon wieder ernst.

"Mr. Pedas, wie plädieren sie?"

"Nicht schuldig, euer Ehren."

Ein raunen ging durch das Podium und viele Mitglieder des Zaubergarmount fingen an zu tuscheln. Plötzlich klopfte es laut an die Tür.

"Ja bitte, wer besitzt die Unverschämtheit jetzt zu stören?"

Ein Uniformierter trat ein und ging auf den Minister zu um ihm etwas in das Ohr zu flüstern. Man konnte dem Minister ansehen das er kurz vor der Explosion stand und versuchte seine Wut zu schlucken. Einen Kampf, den er aber leider verlor.

"WAS BILDEN DIESE SCHLEIMIGEN EKEL SICH EIGENTLICH EIN? WENN ES HEISST, DIE SITZUNG IST NICHT ÖFFENTLICH, DANN GILT DAS GENAUSO FÜR DIE KOBOLDE. UND WENN SIE HUNDERTTAUSEND MAL SCHAUEN WOLLEN OB EIN PROZESS FAIR ABGELAUFEN IST. SIE WERDEM DEN ABGEBROCHENEN METER NICHT EINLASSEN, SOLL ER SICH DOCH DAS PROTOKOLL DER SITZUNG DURCHLESEN. MIT DENEN BIN ICH SOWISO NOCH NICHT FERTIG, DIE WERDEN SICH NOCH WUNDERN."

Der Uniformierte schaute ganz irritiert und wusste gar nicht was er tun sollte, ob des Wutausbruches des Ministers, der Minister half ihm aber kurze Zeit später aus.

"Sagen sie dem Ekel, das für ihn keine Ausnahme gemacht wird und er sich dahin scheren soll wo der Pfeffer wächst. So, dann können wir ja weiter machen. Wir sollten mit der Befragung der Zeugen beginnen."

Der Uniformierte zog sich zurück und schloss den Saal wieder hinter sich, was der Minister allerdings nicht wusste war, das die Tür nur angelehnt gewesen war und der Repräsentant von Gringotts den kompletten Wutausbruch mitbekommen hatte und auch die letzten Worte. Als der Uniformierte aus dem Saal kam stand er einem wutschnaubenden Kobold gegenüber, der seinem Ärger Luft machen wollte und dieses dann auch tat, nachdem die Türen beschlossen waren.

"WAS BILDET DER HERR MINISTER SICH EIGENTLICH EIN, UMGEHT HIER GESETZE, DIE ES GRINGOTTS IMMER DANN ERMÖGLICHEN EINE NICHTÖFFENTLICHE VERHANDLUNG ZU SEHEN, WENN ES FÜR DIE ENTSCHEIDUNGEN IN ERBSCHAFTSANGELEGENHEITEN WICHTIG IST. ÜBER SEINE FORMULIERUNG BETREFFS MEINE RASSE MÖCHTE ICH GAR NICHT ERST NACHDENKEN. Nun gut, wenn der Herr Minister es so haben will, dann kann er es so haben und ich ziehe mich dorthin zurück wo der Pfeffer wächst. Die Protestnote wird der Herr Minister spätestes heute Abend auf dem Tisch haben, Guten Tag."

Damit drehte sich der Kobold um und verschwand. Im Saal startete derweil die Beweisaufnahme, die Liste der Zeugen und Gutachter war enorm. Man hätte fast glauben können das Ministerium möchte Harry um jeden Preis verbannen, oder wie sind die Gutacher zu erklären die bescheinigen sollen das Harry unausgeglichen, gewalttätig und egoistisch ist. Er würde über Leichen gehen und keinerlei Rücksicht auf andere nehmen. So ging eine Beweisaufnahme los, die sicherlich bis in den späten Nachmittag dauern würde.

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Nachdem Remus in Ruhe sein Frühstück beendet hatte machte er sich auf den Weg um zu seinem Freund zu kommen. Der lebte im englischen Drachenreserwart und arbeitete auch dort, da man sich unter diesen Leuten mit magischen Tieren beschäftigt und diese keinerlei Vorbehalte ihm gegenüber besaßen. Außerdem war er ein äußerst qualifizierter Mitarbeiter. Er war zwar streng genommen für eine Nacht im Mondzyklus auch ein magisches Tier, aber die Leute hier hatten keine Probleme damit. Ganz im Gegenteil immer wenn sie Zeit hatten erforschten sie den Werwolf in ihm und versuchten ihm die Schmerzen zu lindern oder ein Heilmittel zu finden. Ihnen war es auch zu verdanken, dass der Wolfsbanntrank verbessert wurde.

Remus hatte seinen Freund jetzt seid einem Jahr nicht mehr gesehen, sie standen nur im Briefkontakt, deshalb freute er sich auch unheimlich auf diesen Besuch.

Er kam am Apparationspunkt im Drachenreservart an und begab sich dann zur Anmeldung. Von dort aus wurde ihm der Weg zu seinem Freund gewiesen. Dort angekommen klopfte er und ihm wurde von einer attraktiven jungen Frau geöffnet.

"Guten Tag, bin ich hier nicht an der Wohnung von Thomas Barns?"

"Doch, doch, ich bin Meggy seine Freundin. Sie müssen bestimmt Remus Lupin sein, richtig?"

"Ja richtig, der Schlawiner hat mir gar nicht geschrieben, dass er eine Freundin hat. Da hat er ja dann noch etwas zu erklären."

"Ja, das sollte er dir ... Ich darf dich doch duzen? ... Selber erklären."

"Narürlich darfst du."

"Danke, dann komm mal herein, Thomas kommt gleich. Nimm doch schon mal platz."

"Danke"

Damit setzte sich Remus in das kleine gemütliche Wohnzimmer und wartete auf seinen Freund, der auch kurze Zeit später erschien. Er war noch einkaufen gewesen, denn ein Wiedersehen sollte man doch zumindest mit einem leckeren Essen gebührend feiern.

"Hallo mein alter Freund und Leidensgenosse, sieht man dich auch mal wieder? Du hast dich ja hier lange nicht mehr blicken lassen."

"Hallo Thomas, du hast recht aber du weist ich habe für Dumbledore gearbeitet und war fast ständig unterwegs. Bei dir hat sich in der Zeit jede Menge geändert wie ich sehe. Warum hast du mir das denn nicht geschrieben?"

"Du weist ja, wie das Ministerium zu einer Beziehung zwischen einem Werwolf und einem normalen Menschen steht. Oder sollte man besser sagen, wie das Ministerium zu einem Werwolf steht der nicht allein ist. Du hast die Ministeriumspolitik doch schon all zu oft am eigenen Leibe spüren dürfen oder?"

"Da hast du wohl recht. Am liebsten würden die uns in einen hübschen Zwinger stecken und dann den Schüssel wegschmeißen. Die wollen ja noch nicht einmal das man einen Job hat. Hätte ich Dumbledore nicht gehabt, würde ich mich immer noch als Pförtner in der Muggelwelt abmühen. Immer mit der Angst, dass ich doch einmal in einer Vollmondnacht den Menschen zu nahe komme. Aber du hättest mir doch schreiben können, dass du nicht mehr allein bist."

"Ich hatte angst, dass das Ministerium es herausbekommt. Ich traue denen sogar zu, dass sie die Post von unserem Lager abfangen und kontrollieren. Dem Ministerium traue ich ehrlich gesagt alles zu. Wir existieren doch nur noch, da wir private Sponsoren und wichtige Fürsprecher haben, die verhindern das wir geschlossen werden. Ansonsten wären unsere Drachen längst in Rumänien und wir säßen auf der Straße. Wir haben auch schon überlegt dort hin auszuwandern. Wir hatten die Möglichkeit das Reserwart zu besuchen. Es ist wunderschön dort und die Bedingungen für Werwölfe sind auch wesentlich besser nur wollten wir unsere Freunde hier nicht allein lassen. Aber erzähl mal, was machst du denn so, seid Dumbledore nicht mehr ist und stimmt es, dass Harry Potter für vielfachen Mord vor Gericht steht?"

Das Gespräch ging so weiter bis spät in den Nachmittag hinein, sie erfuhren, dass Moody einen neuen Orden aufbauen wollte um sich gegen Voldemort zu stellen, sie erfuhren die ganze Geschichte über Harry und sie erfuhren was mit dem Orden passiert war. Remus erfuhr noch, dass das Drachenreserwart auf der Abschussliste des Ministeriums stand, da der Leiter laut gesagt hatte das er mit der Politik des Ministeriums nichts anfangen kann und das sie hier nur ihren Job machen würden. Außerdem würde man dem Ministerium die Drachen nicht für Kriegszwecke in die Hände geben. Die Drachen hätten Aufgaben und ansonsten sollen sie sich des Lebens freuen.

Aber aus genau aus diesem Grund war es für Remus hier auch ein leichtes neue Partner im Kampf gegen den dunklen Lord zu finden, da man der Ansicht war irgendwer müsse ja schließlich etwas tun, wenn es das Ministerium schon nicht tut. Am Abend verließ Remus das Drachenreserwart mit der Gewissheit neue Freunde im Kampf gegen den dunklen Lord gefunden zu haben. Außerdem würde sich Thomas noch bei Werwölfen um hören, von denen er sicher war, dass sie auf der Seite des Lichts standen.

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Die anderen beiden der kleinen Truppe hatten sich auf gemacht um ins Ministerium zu kommen. Dort angekommen ging Tonks direkt in die Aurorenzentrale und Moody wurden vom Pförtner in einen großen Saal geschickt. Dort warteten schon viele andere darauf das sich Jemand blicken lässt und ihnen sagt warum sie hier sind.

#Was ist nur passiert, dass all diese Leute angefordert wurden. Das scheint doch die komplette Nationalgarde zu sein. Mal abwarten, wir werden mit Sicherheit gleich erfahren was los ist.#

Moody sollte recht behalten. Es dauerte noch eine halbe Stunde, in der Zeit kamen nur noch ein paar Leute.

Dann kam ein kleiner drahtiger Mann in der Aurorenkluft und ging zum Podium um mit einer Ansprache zu beginnen.

"Ruhe bitte, ... Ruhe bitte ...", so langsam wurde es ruhig, "So, da wir nun alle vollzählig sein sollten, werde ich auch gleich zur Sache kommen. Wie einige von ihnen sicher schon mitbekommen haben ist der dessen Name nicht genannt werden darf", in diesem Moment verdrehte Moody die Augen, "in den letzten Stunden sehr aktiv geworden. Bis jetzt sind uns 53 Fälle bekannt, in denen die Todesser mit nicht vorstellbarer Grausamkeit ganze Familien ausgerottet haben. Es handelte sich dabei nicht wie normalerweise um Muggel, die seine Schergen ja so zum Zeitvertreib hinrichten, sondern um angesehene Zaubererfamilien.", #Da brat mir einer einen Storch, ich dachte Voldemort gibt es nicht, jetzt wo er also anfängt Zauberer umzubringen gibt es ihn plötzlich doch.#, "Die Muggelfamilien gingen das Ministerium nichts an, aber nun liegt die Sache leider anders, der Minister war gezwungen zu handeln und hat dies auch getan. Er hat heute Nacht gegen drei Uhr das Kriegsrecht ausgerufen und die Nationalgarde einbestellt. Wir fürchten, dass es zu einer Panik kommen könnte, deshalb die Nationalgarde.", #Das glaube ich ja jetzt nicht, erst wird der Minister beweihräuchert und jetzt sollen wir ausbaden was der Minister verpennt hat.#, "Die Nationalgarde wird also hauptsächlich zur Beruhigung des Volkes benötigt und wird in den Zauberergebieten in England patrolieren und sich zeigen, damit das Volk beruhigt ist. Die ehemaligen Auroren unter ihnen werden allerdings dabei helfen, die Fälle der getöteten schneller zu bearbeiten. Wir hoffen das wir auf diese Art und Weise die Krise am schnellsten wieder in den Griff bekommen und das Kriegsrecht dann auch wieder aufheben können.", ein rumoren ging durch die Reihen und Ausrufe das man doch endlich mal etwas gegen diesen Tyrannen unternehmen solle und sich nicht wieder nur mit Schadensbegrenzung begnügen soll. Man muss diese Brut endlich ein für alle mal ausrotten. "Ruhe... RUHE... Sie sind nicht dafür da den dunklen Lord auszurotten, nur um das Volk zu beruhigen, so ist es vom Minister beschlossen worden."

#Sieh an ein Diener von Voldemort und der Idiot hat es noch nicht einmal gemerkt, dass er sich verraten hat. Mal schauen ob ich einen Blick auf seinen Arm werfen kann.#

Dir Tomulte wurden immer lauter und die Leute fühlten sich verschaukelt, erste Ausrufe, der Herr Minister möge doch seinen Scheiß alleine machen wurden laut und das die Nationalgarde doch nicht dafür da sei dem Volk die Händchen zu halten.

#Die Stimmung ist ja richtig bombig, dass kann ja noch richtig interessant werden.#

"RUHE, SIE SIND DIE NATIONALGARDE UND HABEN ZU TUN WAS DER MINISTER SAGT."

#Das war jetzt aber ungeschickt!#

Auf einmal herrschte eine absolute Ruhe im Raum, die Leute schauten sich nur völlig unverständlich an, bis einer von ihnen das Wort ergriff.

"Wissen sie was Herr wie auch immer sie heißen. Da sie ja keine lust dazu haben unsere Familien zu schützen, indem sie gegen Voldemort vorgehen.", ein raunen ging bei dem Namen durch die Reihen, "Habe ich auch keine Lust dazu hier meine Zeit zu verplempern, ich werde lieber meine Familie schützen, soll der Herr Minister doch seinen Scheiß alleine machen."

Die Reaktion auf das gesagte blieb nicht lange aus unter den Freiwilligen herrschte ziemlich schnell Einigkeit uns so hörte man etliche Broschen der Nationalgarde auf den Boden klimpern und die ersten verließen auch schon den Saal. Der Redner stand nur an seinem Pult und machte ein Froschgesicht. Immer mehr Broschen fielen auf den Boden und immer mehr Menschen verließen den Saal, als vom Podium endlich wieder etwas zu hören war.

"DAS IST MEUTERREI, ICH LASSE SIE ALLE VORS KRIEGSGERICHT ZERREN, DANN KÖNNEN SIE IN ASKABAN NOCH EINMAL DARÜBER NACHDENKEN, WAS SIE FALSCH GEMACH HABEN!!!"

Aber auch dieses mal war das Ergebnis nicht das erhoffte.

"Wissen sie was, der Herr Minister kann uns mal am Arsch lecken, er hat bis jetzt nichts gegen dieses Problem unternommen und hat wohl auch in Zukunft nicht vor etwas dagegen zu tun. Da habe ich keine Lust für den Herrn Minister auch nur noch einen Finger krumm zu machen, wenn im Ministerium wieder jemand regiert der das wohl des Volkes im Auge hat und nicht das von Voldemort oder sein Eigenes, dann bin ich eventuell wieder bereit mich der Nationalgarde anzuschließen, aber vorher habe ich etwas besseres zu tun. Denn irgend jemand muss ja meine Familie schützen."

Darauf hin verließen fast alle Freiwilligen den Saal nur ganz wenige blieben noch, scheinbar aber nur aus Angst wegen den angedrohten Folgen. Das Häufchen Elend am Podium wusste ganz offensichtlich nicht, was er tun sollte. Er stand dort absolut unentschlossen und schaute auf die ganzen Broschen der Nationalgarde, die teilweise zertreten auf dem Boden lagen. Vielleicht dachte er auch darüber nach, wie er das seinem Chef erzählen soll. Nur tun tat er nichts, bis Moody ihm auf die Sprünge half.

"Ich würde vorschlagen sie schicken die restlichen Freiwilligen nach hause und teilen uns bei den Auroren ein, wir sind ja leider an einen Eid gebunden. Sonst wäre ich gerade auch durch diese Tür marschiert, denn das gesagte entspricht voll meiner Meinung. So was sollen wir nun also tun?"

Ein kurzer Beifall bestätigte Moody, das er gar nicht mal so falsch mit seiner Vermutung lag das viele seiner ex-Kollegen das genauso sahen. Die restlichen Freiwilligen wurden also nach hause geschickt mit dem Hinweis, sie sollen sich um ihre Familien kümmern und die ex-Auroren wurden zu Auroren auf Zeit und begaben sich mit ihren Kollegen auch sofort an die Arbeit. Moody hatte doch tatsächlich das Glück mit Tonks zusammen arbeiten zu dürfen. Wobei Moody das eher so sah, dass Tonks Glück gehabt hatte. So machten sich also die Aurorenteams auf um das Chaos im Land zu beseitigen, in der Zwischenzeit war die Zahl der angegriffenen Familien auf 61 gestiegen.

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In dem kleinen Krankenhaus in Norwegen, ging der Tag so seinen weg. Ron versuchte sich krampfhaft an etwas zu erinnern, denn an seinen Namen konnte er sich zwischenzeitlich wieder erinnern, das war ihm während des Frühstücks eingefallen, auch das dort im Nachbarbett Fred sein Bruder lag war im mittlerweile klar geworden. Aber weshalb er hier hin gekommen war und warum er mitten auf einem Feld von einem Blitz getroffen worden war konnte er sich nicht erklären. Was in aller Welt mach ein Engländer, der er ja ganz offensichtlich war, in Norwegen in Sommerkleidung gehüllt auf einem Feld, denn auch wenn es hier Sommer war so war es doch alles andere als warm. Das letzte, an das er sich erinnern konnte, war das er mit seinem Bruder zusammen etwas in London getan hatte. Er glaubte, dass sie einen Freund besuchen wollten, nur wusste er es nicht genau. Dann konnte er sich noch verschwommen an einen grünen Blitz erinnern, aber das war dann auch schon alles. Wenn doch nur endlich sein Bruder aufwachen würde, dann könnte er ihn fragen, vielleicht ist ja sein Gedächtnis nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Da hieß es dann aber leider nur abwarten und darauf zu hoffen das er sich selber erinnern kann. Bis dahin könnte er ja weiter den Roman über ein Zauberlehrling lesen, den er sich in der Bibliothek ausgeliehen hatte.

#Dieser Roman ist zwar absolut unrealistisch, aber lässt sich sehr gut lesen und ist ein wunderschöner Zeitvertreib, bis ich mich hoffentlich erinnern kann. Am besten gefällt mir die Einkaufsstrasse und Eulen die Briefe verteilen, schon ein wenig übertrieben aber trotzdem schön#

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Es war so um die Mittagszeit, als eine Eule in Italien ihr Ziel erreicht hatte und den Tagespropheten ablieferte. Sie wurde dafür auch mit ein paar extra Eulenkeksen belohnt und bekam noch ein leckeres Stück Speck. Hermine hasste es, dass der Tagespropnhet im Urlaub immer erst so spät zu ihr kam, aber die armen Eulen mussten den Weg ja schließlich erst einmal zurücklegen. Sie hatte sich halt so daran gewöhnt den Tagespropheten morgens beim Frühstück zu lesen. Aber nun hatte sie ihn ja und konnte sich über das geschehen in der Zauberwelt informieren. Aber heute hätte sie die Information vielleicht doch lieber nicht gehabt. Denn als sie den Propheten aufschlug schaute sie in das Gesicht ihres besten Freundes und das war im allgemeinen kein wirklich gutes Zeichen. Dies bestätigte sich dann auch, als sie die Überschrift las. 'Harry James Potter ein Massenmörder? - Heute ab Acht Uhr nicht öffentliche Verhandlung'

Das nächste, was man hören konnte war der Aufschlag von Hermines Körper auf dem Boden. Glücklicherweise saß sie gerade auf der Weise als sie den Propheten gelesen hatte. Ihre Mutter kam sofort herbeigeeilt, denn sie saß nur ein paar Meter weit entfernt in der Sonne. Als Hermine langsam wieder klar wurde und realisierte das sie wohl umgekippt war und auch den Grund dafür realisierte, warum sie umgekippt war, fuhr sie wie von der Tarantel gestochen hoch um ihr Handy zu holen. Nur um im nächsten Moment zu realisieren, dass sie Harry ja wohl kaum anrufen konnte. Aber Tonks, sie konnte sie anrufen.

Gesagt getan, als sie wieder aufgelegt hatte war sie kein bisschen beruhigter, ganz im Gegenteil. Harry sollte für eine Tat verurteilt werden die er nicht begangen hatte, dessen war sich Hermine ganz sicher, und in England wurden ganze Familien ausgerottet. Tonks hatte ihr gesagt, sie solle bloß in Italien bleiben bis sie mehr wissen würde. Sie würde sie auf dem laufenden halten, soweit sie das könnte und dürfte. Das beruhigte Hermine allerdings nicht wirklich und so wollte sie erst einmal einen Brief an Ron schreiben und ihn fragen ob er etwas mitbekommen hatte. Sie schrieb also einen Brief und begann danach den Propheten zu lesen, in der Hoffnung noch etwas zu erfahren.

Aber wie das bei dem Propheten so ist, er hat wunderschöne Überschriften... aber das war es dann auch schon.

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Im Gerichtssaal nahm die Vars so langsam ihren Lauf, man hatte sich durch die ganzen Zeugen und Gutachter gequält und war nun eigentlich soweit das man mit der Urteilsfindung beginnen könnte, als der Minister das Wort ergriff und sich an den Zaubergarmount richtete.

"Liebe Damen und Herren, wir könnten nach der Beweisaufnahme nun jetzt mit der Urteilsfindung beginnen, werden dem Angeklagten aber trotz der ganzen belastenden Beweise gegen ihn die Chance geben die Vorwürfe zu entkräften. Wir möchten ja nicht das uns später vorgeworfen wird, wir haben nicht alles getan um die eventuelle Unschuld zu beweisen. Zu diesem Zweck wird dem Angeklagten nun Veritaserum verabreicht, welches vorher auf seine Wirksamkeit getestet wurde. Danach werden wir dann mit der Urteilsfindung beginnen. Gerichtsdiener bitte walten sie ihres Amtes"

Darauf hin ging einer der Uniformierten auf einen kleinen Tisch zu und nahm das Veritaserum, testete es mit einem Teststreifen auf Wirksamkeit und verabreichte Harry dann fünf Tropfen, damit die Wirkung länger anhält. Dann ging er wieder an seinen Platz zurück und gab dem Anklageführer ein Zeichen, dass das Serum wirkt. Der darauf hin auch sofort mit der Befragung begann.

"Ihren vollen Namen bitte"

"Harry James Potter"

"Ihren Wohnort"

"Ich wohne im Lingusterweg 4, London"

"Ihr Alter"

"16"

"Sie werden am 31. Juli 17 Jahre alt und damit Volljährig, ist das richtig?"

"Ja"

"Was passierte, nachdem sie gestern aus dem Zug gestiegen sind?"

"Ich wurde wie jedes mal von meinen Verwandten abgeholt und wie jedes mal haben sie versucht mich bei meinen Freunden schlecht zu machen. Danach..."

"Waren sie darüber wütend?"

"Ja, sogar sehr"

"Dann bitte weiter"

"Danach sind wir in den Lingusterweg gefahren und schon während der Fahrt wurden mir die Aufgaben die ich zu erledigen hatte mitgeteilt und mir unter die Nase gerieben, wie nett sie doch seien, dass sie mich noch einmal aufnehmen würden. Als wir im Lingusterweg angekommen sind musste ich sofort mit der Arbeit beginnen und die Garage aufräumen. Als es dann zum Abendbrot ging wurde mir gesagt, ich habe meine Arbeit nicht vernünftig gemacht und deshalb bekäme ich nichts. Später am Abend erhielt ich dann einen Brief vom Ministerium in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich unter Hausarrest stehe. Kurze Zeit später kam mein Cousin herein und hänselte mich damit, dass ich das Haus nicht verlassen dürfte ..."

"Waren sie sauer über das Verhalten ihrer Verwandten, waren sie wütend darüber, dass sie von ihren Verwandten nur als ganz normaler Junge angesehen wurden und nicht als Held der Zauberwelt?"

"JA, DIE HABEN MICH NIE FÜR VOLL GENOMMEN, BEI DENEN DURFTE ICH IMMER NUR ARBEITEN UND ICH BEKAM KEINERLEI ANERKENNUNG, ICH HASSTE SIE DAFÜR.!"

"Langsam, langsam, wie ging es dann weiter?"

"Nachdem mein Cousin die Tür zu meinem Zimmer abgeschlossen hatte nahm ich mein Zauberstab und habe die Tür gesprengt, mein Cousin hat ganz schön was abbekommen, dann habe ich mich an ihm für die letzten Jahre gerächt. Das gleiche habe ich auch mit meinem Onkel getan. Meine Tante hat einfach nur gestört, wie die anderen auch, als ich damit fertig war bin ich hinaus und wollte gehen, nur waren da so ein paar Muggel die das Spektakel mitbekommen haben. Naja habe ich sie halt auch beseitigt, nur an den zwei Auroren habe ich mir dann die Zähne ausgebissen, hätte doch fliehen sollen..."

"Sie haben also zwölf Menschen mit dem Todesfluch getötet?"

"Ja!"

"Sind sie da auch noch stolz drauf?"

"Ja!"

"Sie haben außerdem zwei Personen hingerichtet, ich glaube anders kann man das nicht nennen?"

"Ja!"

"Und zum Schuss haben sie noch zwei Beamte angegriffen und versucht auch diese zu töten?"

"Ja! Die waren nur leider schneller!"

"Ich glaube wir können die Befragung hier beenden, es sollte hinlänglich klar sein was passiert ist."

Darauf hin bekam Harry das Gegenmittel und wurde so langsam wieder klar im Kopf. Wenn er aber in die Gesichter der Anwesenden blickte so sah er nur Wut und Zorn, selbst sein Anwalt schaute betroffen. Was hatte er bloß gesagt?

Zuerst meldete sich sein Anwalt zu Wort.

"Normalerweise hätte ich den Fall nicht übernommen, hätte ich das vorher gewusst. Ich lege hiermit mein Mandat nieder und werde die Verhandlung verlassen."

Darauf hin nahm sein Anwalt seinen Koffer packte seine Unterlagen hinein und verließ den Saal.

"In Anbetracht der neuen Lage würde ich sie bitten über die Schuld des Angeklagten zu befinden und sich für die nötigen Beratungen zurückzuziehen."

Darauf hin zog sich der Zaubergamount zurück und Harry saß da wie ein Häufchen elend. Er hatte begriffen, dass er sich dieses mal wohl nicht aus der Affäre ziehen könnte. Aber was zum Teufel hatte er denn ausgesagt das sein Anwalt gegangen ist. Seine Erinnerungen sagten ihm er sei Schuldig, nur hatte er keinerlei Grund das was ihm vorgeworfen wurde zu tun, denn schließlich war er bald Volljährig und wäre seine Verwandten damit los gewesen.

Es dauerte keine fünf Minuten, da kamen der Zaubergamount wieder uns setzten sich, bis auf den Vorsitzenden.

"Werter Vorsitzender, ich denke ich spreche im Namen aller, wenn ich sage das wir alle mit diesem klaren Ausgang des Verfahrens nicht gerechnet hätten. Wir sprechen den Angeklagten also in allen Punkten schuldig. Wir waren uns nur nicht ganz einig darüber, ob das Strafmaß nicht ein wenig übertrieben wäre da der Angeklagte nicht Volljährig ist. Sind dann aber zu dem Schluss gekommen, dass eine solch abscheuliche Tat keine andere Bestrafung als die beantragte zur Folge haben kann. Hiermit wird also dem Antrag der Anklageführung stattgegeben und der Angeklagte zur Verbannung durch das Tor von Arkrotien verurteilt. Das Urteil ist sofort zu vollstrecken, es wird keine Revision zugelassen, da wir uns unter Kriegsrecht befinden."

Das lächeln des Ministers wurde von Wort zu Wort breiter und man konnte ihm förmlich die Freude das Urteil zu vollstrecken ansehen.

"Vielen Dank. Ich erkläre die Verhandlung hiermit für geschlossen, das Urteil ist sofort zu vollstrecken. Gerichtsdiener, bitte führen sie den Angeklagten in die entsprechenden Räume."

Darauf hin kamen wieder vier Mann und banden Harry los und führten ihn aus dem Raum.

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In einem kleinen Krankenhaus in Norwegen lag Ron und hatte es immer noch nicht geschafft sich an mehr zu erinnern.

Er grübelte und grübelte, aber nichts wollte ihm in denn Sinn kommen. Er konnte sich nicht an seine Eltern erinnern, was sie wohl gerade machten, krank vor Sorge wegen ihres Sohnes. Wo er wohl wohnen würde, in einem schicken Reihenhäuschen oder doch in einer Mietwohnung. Er wusste es alles einfach nicht. Das Abendessen war gekommen, er hatte gemütlich gegessen und saß jetzt auf dem Bett und genoss den Rest Sonnenschein, auch wenn die Sonne hier ja zu dieser Jahreszeit in der Nacht nicht wirklich untergeht. Als ein Eule durch das offene Fenster geflogen kam und einen Brief auf seinen Schoß plazierte und wieder zum Fenster hinaus flog. Starr vor Schreck schaute er gebannt auf den Brief, es half nichts es würde ihn wohl öffnen müssen, aber Eulen die Post austrugen, dass gab es doch nur in Büchern.

Trotzdem öffnete er den Brief und in dem Moment, als er die Handschrift erkannte kamen seine Erinnerungen schlagartig zurück. Er erinnerte sich plötzlich an alles bis auf den Umstand, der ihn und seinen Bruder hier hin gebracht hatte. Aber das war jetzt erst einmal zweitrangig er musste einen Brief lesen.

Hallo Ron,

ich habe gerade erfahren, dass Harry heute der Prozess gemacht werden soll. Die sind der Ansicht, dass er ein Massenmörder sei. Das ist doch absolut lächerlich. Ich habe schon mit Tonks gesprochen und sie meinte, ich solle doch besser bleiben wo ich bin. Ich denke zwar Tonks übertreibt, aber ich kann in England momentan nichts ausrichten. Also hoffe ich du kannst etwas erfahren und mich auf dem laufenden halten.

Bis dahin, in liebe deine Hermine.

Das erweckte ein verlangendes kribbeln in ihm, aber es gab wichtigeres zu tun. Er und sein Bruder waren wohl die einzigsten Zeugen, was dort wirklich passiert ist. Er musste um jeden Preis nach England, nur wie? Er hatte kein Geld, keine Klamotten und auch keinen Zauberstab, wie soll er da nur apparieren. Außerdem war er nicht sicher ob es so gut war nach einem Apparationsunfall sofort wieder zu apparieren, denn das war es gewesen, ein Unfall der ihn und seinen Bruder hier hin gebracht hatte. Am besten er schrieb erst einmal einen Brief an Hermine... #Und wie verschickst du Intelligenzbestie den Brief, die Eule ist gerade weg, mist, mist, mist...#

So grübelte er noch eine Weile und fing dann an sich auf die Suche nach seinen Sachen zu machen.

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Es wurde langsam Abend in London, als sich Repräsentanten des Zaubergarmounts, der Minister und einige Vollstreckungsbeamte in dem runden Raum in der Abteilung für Mysterien trafen und darauf warteten, dass der Angeklagte durch die Tür geführt wurde. Die Vollstreckung des Urteils war für 21 Uhr angesetzt.

Nach ein paar Minuten war es dann soweit und Harry wurde wieder von vier Beamten in den Raum geführt und zur Mitte des Raumes gebracht. Dort wo das Podest mit dem Tor von Arkrotien stand, durch dass er gleich gehen müsste.

Von seinen Freunden war niemand anwesend, da sowohl die Verhandlung als auch die Vollstreckung des Urteils nicht öffentlich war.

#Schade, es wäre schön gewesen, wenn ich wenigstens noch einmal ein bekanntes Gesicht gesehen hätte, bevor ich verbannt werde. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich zu so einer Tat fähig war.#

Dann trat der Minister nach vorne und ergriff das Wort.

"Sehr geehrte Mitglieder der Zauberergemeinschaft, wir sind hier um das Urteil gegen Harry James Potter zu vollstrecken."

Darauf hin drehte sich der Minister zu Harry um und sprach direkt zu ihm.

"Harry James Potter, sie sind wegen vierzehnfachen kaltblütigen Mordes zur Verbannung durch das Tor vor Arkrotien verurteilt worden. Ihre Schuld wurde in einem ordentlichem Verfahren festgestellt, außerdem wurde ihnen die Möglichkeit zur Aussage unter Veritaserum gegeben, dabei wurde die Schuld ebenfalls festgestellt.

Haben sie noch einen Wunsch oder wollen sie noch etwas sagen?"

"Herr Minister, mein letzter Wunsch wäre es, dass mein Zauberstab mit mir untergehen kann. Würden sie mir den gefallen tun und ihn in meine Tasche legen, ich denke es sind genügend Auroren anwesend, die mich davon abhalten werden etwas dummes zu tun. Zuletzt noch ein paar Worte, ich hätte nie gedacht, dass ich zu so einer Tat fähig bin, da es mir schon den Magen umgedreht hat nur daran zu denken, dass ich laut Prophezeiung Voldemort umbringen müsste, aber wie man sieht kann man sich irren. Es tut mir leid, was ich getan habe und ich kann mir bis jetzt nicht erklären warum das passieren musste aber es ist leider nicht zu ändern. Ich wünsche der Zauberergemeinschaft, dass sie mit Voldemort fertig wird. Ich werde jetzt für meine Taten bezahlen."

"Ihren letzten Wunsch werden wir respektieren, vielleicht können sie ihn ja noch gebrauchen, denn keiner weiß was dahinter kommt, nur das noch niemand zurückgekehrt ist."

Darauf hin steckte ihm ein Auror seinen Zauberstab in den Umhang und trat wieder zurück. Dann richtete der Minister noch einmal das Wort an ihn.

"Mr. Potter, wir werden nun das Urteil vollstrecken. Ich gehe davon aus das sie freiwillig durch das Tor schreiten werden. Mit der Vollstreckung des Urteils werden sämtliche Besitztümer von ihnen an das Ministerium übergehen, damit die Opfer entsprechend entschädigt werden können. Der Rest wird in die Staatskasse fließen. Ich bitte sie nun durch das Tor zu schreiten."

Darauf hin setzte sich Harry in Bewegung und ging auf das Tor zu.

#Was auch immer dahinter ist, ich hoffe ich sehe Sirius wieder, alles andere ist mir egal.#

Danach trat Harry durch das Tor, das letzte was er hörte war ´Curryschokoladenhünchen´, danach explodierte sein Kopf und es wurde alles schwarz.

TBC.