Tokyo Ghoul OST - Das erste Kapitel: watch?v=vmn3ESKuPTQ

Weil wir uns so ähnlich sind.", er streicht mit den Fingerspitzen ihren Pony aus dem Gesicht und legt somit ihr Auge frei.
Es ist Schwarz mit einer roten Linse, doch es unterscheidet sich sichtlich von einem gewöhnlichen Einäugigen Ghul.
Um das Augenlid herum bahnen sich schwarze Adern ihren Weg. Es sieht aus wie ein entzündetes oder sogar mutiertes Ghulauge.
Deutlich erkennt man eine Narbe oberhalb des Auges, welche nicht von ihrer Regenerationskraft geheilt wurde, was heißen muss, dass ihr die Narbe vor der Verwandlung zugefügt wurde.

Tsk.", beleidigt schlägt sie seine Hand weg und befreit sich aus dem mittlerweile lockeren Griff.
Schnell sucht sie die Distanz, seine Nähe war für sie etwas unbegreiflich einschüchterndes.
Doch gleichzeitig lässt es ihr Herz doppelt so schnell Schlagen wie üblich, auch wenn sie es selber kaum realisierte geschweige denn versteht.
Röte schleicht sich in das Gesicht der Schwarzhaarigen. Schüchtern dreht sie ihren Kopf beiseite, so dass Kaneki sie nicht anblicken kann. Es ist ihr zu peinlich.
Doch schnell kommt sie auf andere Gedanken.
Wieso müssen Ghule überhaupt existieren? Ihr könnt nicht friedlich mit den Menschen koexistieren, ihr liebt dieses grauenvolle Abschlachten zu sehr, ist es nicht so?
Und jetzt stehst du hier und sagst, du bist wie ich, was sehr amüsant ist. Dabei warst du derjenige der meine Kameraden abgeschlachtet hat!"
, wütend steht sie mit dem Rücken zu ihm und ballt die Hände zu Fäusten.
Ich kann nicht für die anderen Ghule sprechen Horu, aber vor nicht all zu langer Zeit habe ich mich strikt gegen das Fressen gewehrt.
Ich konnte niemandem etwas zu leide tun, nicht mal einer Leiche. Deswegen habe ich vor lauter Hunger und Wahnsinn fast meinen besten Freund getötet."

Innerlich zuckt das Mädchen zusammen. Seine kühle Stimme jagt ihr einen unangenehmen Schauder über den Rücken. Dann dreht sie den Kopf in seine Richtung.
Doch mit der Zeit verlor ich meine Menschlichkeit und meine Ghulseite übernahm und verschlang mich fast vollständig.
Aber bitte lass dich nicht von den Tauben täuschen. Ich habe schon viele friedlich lebende Ghule kennengelernt, alle wurden sie rücksichtslos von ihnen abgeschlachtet wurden. Frauen.. Kinder.."

In diesem Moment fällt es ihr wieder ein.
/Was gibt dir die Berechtigung friedlich unter den Menschen zu leben während Ghule wie meine Mutter sterben mussten?!/, das waren die Worte des Blauhaarigen Phönixbaum Anhängers.
Schuldgefühle erwachten in ihr bei dem Gedanken daran. Sie war es, die ihn übel zugerichtet hat, sie lief regelrecht Amok. Selbst ihren Teamkameraden hat sie angegriffen.
Und dann brüstet sie sich damit, auf der Seite der Menschen zu stehen, doch dabei folgt sie einzig und allein den Anweisungen einer einzigen Person. Und selbst diese hat sie missachtet.

/22. Oktober, 9:18, 23. Bezirk, Edogawa, Cochlea/

Der staubige Atem staut sich in ihrer Kehle. Die Augen weit geöffnet und gefüllt von Überraschung aber auch Ehrfurcht.
Stille, es sind nur einige Sekunden, doch für Horu ist es, als ob sie in der Unendlichkeit des Moments gefangen ist.
Guten Tag, Horu.", eine tiefe Stimme schneidet die Stille. Sie ist rau und monoton, hat keinerlei Emotion in ihr.
Arima...", presst sie mit aller Kraft zitternd raus.

Es ist der Weißhaarige vorzeige Ermittler des CCG und gleichzeitig der Zuständige von Nummer 104, auch bekannt als Horu, welcher nun in der Zelle vor ihr steht.
Er tritt vollständig in die Zelle ein und schließt die schwere Metalltür hinter sich wieder, in seiner Hand seinen Koffer, welchen er allzeit bereit hält.
Dann hockt er sich vor sie hin und holt hervor, was er in seiner anderen Hand, versteckt hinter dem Rücken hält.
Ihre Augen funkeln als sie den Einband wiedererkennt. Weißer Hintergrund mit einigen roten Farbspritzern, ein roter Kasten im unteren Bereich sowie eine ebenso blutrote Umrandung.
Inmitten der Titel des Buches Das Ei der Schwarzen Ziege.
/Er hat sich nach der langen Zeit daran erinnert?/
Schon damals hat sie sich ein neues Exemplar ihres Lieblingsstückes gewünscht. Ein sanftes Lächeln liegt auf dem sonst so kalten Gesicht des Fahnders.
Nun legt er das Buch beiseite und legt seine flache Hand auf ihren Kopf. Röte schießt der jungen Halbghula augenblicklich ins Gesicht.
Es ist, als ob ihr Herz aus einem ewig währenden Winterschlaf erwacht, gefüllt von Wärme und einem wohlig weichen kribbeln in der Magengegend.
Wir haben uns lange nicht gesehen, verzeih mir. Wie ist dein Zustand?"
Schüchtern kichert sie in sich hinein.
Das haben wir wirklich nicht und das ist dass einzige das dir einfällt?"
Sie legt ihre Hand vor den Mund, eigentlich will sie sich gar nicht über ihn lustig machen, aber ein Talent in sozialer Interaktion war er nun wirklich nicht.
„Ich weiß, verzeih mir. Auch wenn ich gerne etwas hier bleiben würde geht das nicht.", Arima wird wieder etwas ernster.
Er nimmt die Hand von ihrem Kopf und blickt ihr tief in die fragenden Augen.
Du musst etwas für mich tun. Insider haben uns berichtet, dass das Cochlea Heute von einer Gruppe von gefährlichen Ghulen angegriffen wird. Ich möchte, dass du unsere Truppe unterstützt."
Erstaunen macht sich in ihrem Ausdruck breit, seit dem sie das erste mal hier her gebracht wurde, ist es ihr nicht erlaubt gewesen, dass Gebäude zu verlassen.
Nicht mal die Zelle darf sie ohne Sondergenehmigung verlassen, doch dies scheint genau so ein Fall zu sein.
Aber.. ich kann doch nicht..", in ihrer Verzweiflung verschlägt es ihr die Sprache.
Doch du kannst, oberste Priorität ist nämlich, dass du dich unter Kontrolle halten kannst. Ich vertraue dir, also setze nur so viel Kraft ein wie es notwendig ist.", ihm scheint es mehr als nur ernst zu sein.
Und das war es, auch wenn er ihr es nicht zeigen kann, war sie ihm wichtig. Er hat sie eine lange Zeit aufgezogen, bevor sie sich dazu entschied, dem CCG als Testobjekt zu dienen.
Eigentlich wollte er das damals nicht, doch ihm fehlten die richtigen Worte. Sie fühlte sich zu machtlos und nutzlos um irgendwas zu tun und sie wollte mehr als alles andere 'nützlich' für den Weißhaarigen sein.
So viel Leidenschaft hat er lange nicht mehr gesehen, weswegen er es letztendlich zugelassen hat. Doch seit dem Vorfall von damals, ist es nur eine Frage der Zeit bis sie Horu als nutzlos abstempeln werden.
Und sobald das der Fall ist, kann selbst er nichts mehr tun um sie zu retten. Das hier ist ihre einzige und letzte Chance zu zeigen, dass sie sich unter Kontrolle halten kann.
Falls sie das schafft, würde sie als effektive Waffe eingesetzt und war somit nicht mehr nutzlos und zum Tode verurteilt..

Verständlich aber verunsichert nickt Horu.
Wenn du dich gut anstellst wird der Vorstand darüber reden, dich langfristig im CCG einzustellen, in einem Sonderteam.
Vorher werde ich dich als meinen Schützling ausbilden."
, mit diesen Worten spricht er ihr Mut zu.
Mehr kann er ihr zu dem Thema auch nicht sagen, denn alles andere wird sie nur unter mehr Druck setzten.
Begeistert von der Idee wandelt sich ihre Unsicherheit in pure Vorfreude.
Ich werde Sie nicht enttäuschen Arima-sama!"
Erneut legt er seine Hand auf ihren Kopf und zerzaust zärtlich ihre Haare, dann steht er auf und verlässt den Raum.
Ihre Worte, voller Zuversicht, beruhigen den Fahnder ein wenig und er glaubt daran, dass sie es wirklich schaffen kann, nicht nur seiner Teamkameraden zuliebe.

/9. Januar, 12:45, 23. Bezirk, Edogawa, Cochlea Labor/

Argh.. Bitte.. Ich.. kann nicht.. Ngh..", wimmernde Schmerzensschreie schallen durch den Untersuchungsraum des Cochlea.
Sie stammen von dem Mädchen, welches sich auf einer Liege gefesselt inmitten des Raumes befindet.
Um sie herum sind Geräte wie EKG's, Monitore, Computer und co. zu erkennen. Dazu stehen an den Wänden diverse Schränke gefüllt mit Instrumenten für Operationen und Behandlungen.
In einem anliegenden Raum bewachen Ärzte sie durch ein Glasfenster, unter diesem befindet sich ein Pult, welches die gemessenen Werte anzeigt.
RC Wert beträgt 320, Herzfrequenz 200 steigend. Wir müssen ihr sofort Beruhigungsmittel verabreichen.", weist der Oberarzt seine Kollegen an und bewacht streng den Ablauf.
Das Präparat wird vorbereitet. Einer der Ärzte betritt den Raum in dem sich das Mädchen befindet und greift an ihr fixiertes Handgelenk um ihr das Beruhigungsmittel zu spritzen.
Bitte.. Mach mich los.. es tut.. so weh.", fleht sie ihn an, jedoch vergebens.
Deswegen bekommst du jetzt das hier, danach geht es dir besser.", antwortet er konzentriert und desinfiziert die Stelle.
Nein.. bitte..", verzweifelt versucht sie sich zu bereifen und gerät in Panik.
Verdammte Scheiße ich habe nein gesagt!", brüllt sie auf einmal.

260 und steigend, wir verlieren sie!", ruft der Oberarzt und starrt wie gebannt auf den Monitor.
Der RC Wert steigt immer höher.. 460.. 500.. Wie kann das sein, ohne dass sie Nahrung zu sich nimmt?", panisch schaut er hinüber durchs Fenster.
Todoro, verlassen sie sofort den Raum!", ruft er ihm plötzlich per Lautsprecher zu.
Doch das Mädchen ist schneller. Fünf Schuppenkrallen zerfetzen alles was ihnen in die quere kommen, zusätzlich zu den Lederfesseln um ihre Gelenke.
Wie wild geworden zerfetzte sie sich dabei ihre Haut, blutige Schnittwunden zieren sich auf dieser.

Vorsichtig steht sie auf, den Kopf lässt sie dabei nach vorne hängen, so das ihre tiefschwarzen, langen Haare ihr Gesicht samt Körper verdecken.
Todoro-kun~", stöhnt sie voller Vorfreude durch den Raum.
Unter den einzelnen Strähnen erkennt man ein schwarzes Kakugan, welches den jungen Arzt in einem tiefen blutrot anblitzt.
Das verstörte Grinsen auf ihren Lippen rundet ihr Erscheinungsbild perfekt beginnt der Arzt zu rennen, doch er kommt nicht weit.
Ihre Dornenranken versperren ihm den weg und beginnen ihn an Armen und Beinen zu packen und in die Luft zu heben.
Es ist gemein, Leute gegen ihren willen zu fesseln, Todoro-kun~", säuselt sie gespielt traurig, während sie einen Schmollmund zieht.
Ein wahnsinniges Lachen entrinnt ihren Stimmbändern, als sie die gespielte Fassade nicht mehr aufrechterhalten kann, viel zu sehr amüsierte sie die Szene.
Die Krallen beginnen an ihm zu ziehen, in alle vier Richtungen. Ein Knacken ist zu vernehmen, gefolgt von unerträglichem Geschrei.
Oh, so schnell springen eure Gelenke raus?", das Grinsen wird breiter.
Dann hebt sie ihre mittlere, gespaltene Kralle und zwirbelt diese nur wenige Zentimeter vor seinen Augen zu einem gefährlich stabilen Stachel.
Du bist langweilig, gute Nacht~", sie lässt ihre Kralle auf sein Gesicht zu preschen, doch genau in dem Moment trifft sie etwas im Nacken.

Verdammt!", flucht sie lautstark als sie zu Boden fällt und sich nicht mehr bewegen kann.
Doch dies wird von einem viel lauteren Schrei überdeckt. Zwar ist es ihr nicht gelungen, ihm ihre Kralle durch seinen Schädel zu stoßen, doch während des Falles, zerschnitt sie ihm die Augen in einer sauberen Linie.
Ihre Kralle löst sich auf und das Blut versammelt sich auf dem Boden zu einer größeren Pfütze.
Holt ihn da sofort raus, dass Nervengift wirkt bereits!", ruft der Oberarzt und die anderen tun wie ihnen befohlen.
Und schafft Nummer 104 in eine dunkle Zelle wo sie verrotten kann..", fügt er hinzu.
Belustigt liegt Horu am Boden und schaut sich aus dem Augenwinkel das Spektakel an. Doch dann trifft ihr Augenmerk Arima.
Sofort kommt sie wieder zur Besinnung und das Kakugan verschwindet aus ihrem Gesicht. Sie realisiert, was sie getan hat. Tränen sammeln sich in ihren Augen.
/Verzeih mir.../
Arima sieht sie enttäuscht an, verschwindet dann aber hinter den Tauben, welche auf sie zugehen um sie hochzuhieven und wegzubringen.