Soo, endlich mal wieder ein Prompt von mir ;)

Ich muss gestehen, dass der schon länger fertig war, aber ich konnte leider noch nicht früher hochladen.

Diese Geschichte ist mehr oder weniger in Partnerarbeit mit BubbleBobble entstanden. Wir haben beide zum gleichen Prompt mit den gleichen Personen geschrieben und wollten mal wissen, was für unterschiedliche Geschichten dabei rauskommen. Sehr unterschiedliche, haben wir festgestellt.

Es ist das erste Mal, dass ich über Frerin schreibe, also habt Nachsicht mit mir, ich „kenne" ihn einfach noch nicht so gut ;)

Jetzt aber viel Spaß mit der Geschichte :D

Verdammt! Er konnte es einfach nicht. Frustriert ließ Frerin sich auf den Boden fallen. „Und gleich noch einmal!" Bufram streckte ihm seine Hand entgegen, doch der Prinz hatte keine Lust mehr. „Lass mich doch mit dem Mist in Ruhe. Ich werde ihn eh nie brauchen. Dann stelle ich mich eben an den Rand und schaue zu."

„Das ziemt sich aber nicht für einen Prinzen des Hauses Durin. Er muss immer präsent sein, auch wenn es ihm nicht gefällt."

„Phhh ich werde solche unangenehmen Situationen einfach meiden." Frerin war eindeutig zu genervt um dieses Theater noch lange mit zu machen. Doch jetzt versuchte sein Lehrer es auf eine andere Art. „Stellt euch vor ihr werdet auf einen Ball eingeladen und wenn euch eure Herzensdame zum Tanzen auffordert, müsst ihr passen. Ihr könntet ihr wohl nicht mehr in die Augen sehen." Noch ein Stöhnen. Dieser verdammte Tanzunterricht! „Es fordern sowieso immer die Männer auf!" Jetzt war es an Bufram ein genervtes Geräusch von sich zu geben. Dieser Prinz war aber auch starrköpfig, noch schlimmer als sein älterer Bruder! Er sollte doch nur ein paar Tänze für den nächsten königlichen Ball lernen! Aber er stellte sich an, als sollte er zehnmal den Erebor rauf und runter rennen. Er beschloss, es für heute gut sein zu lassen. Der Junge würde heute noch Schwerttraining mit seinem Bruder haben und sollte da besser einen klaren Kopf haben. „Na gut, dann geht. Ich werde mich mit eurem Vater über euer Verhalten unterhalten." Mit einem knappen Nicken verabschiedete sich sein Schüler und verließ den geräumigen Saal. Frerin lief auf schnellstem Weg zu den Räumlichkeiten seines Bruders, der vor kurzem aus der königlichen Wohnung ausgezogen war, um mehr Ruhe vor seinen Eltern zu haben. Das Kampftraining genoss er im Gegensatz zum Tanzen. Und heute durfte er sogar bei Thorins Training mitmachen! Er hämmerte mit der Faust gegen dessen Zimmertür. Von drinnen hörte er nur genervtes Stöhnen. Lag sein Bruder etwa noch im Bett?! Er riss die Tür auf und… konnte sich ein Lachen kaum verkneifen. Sein Bruder lag, eingewickelt in zig Laken auf seinem Bett, die Haare in alle Richtungen abstehend. Als Frerin die Vorhänge vom Fenster zurückzog, schlug er sich die Hände vor die Augen. „Verdammt, du Idiot! Mach die Vorhänge wieder vors Fenster! Sch****, hab ich Kopfschmerzen!" Jetzt konnte der Jüngere nicht mehr an sich halten. Er prustete los. „Ich dachte, Dwalins Geburtstag wäre erst heute." „Wir haben rein gefeiert…" „Na, das merke ich! Aber jetzt musst du leider aufstehen, weil in einer Stunde haben wir Training und du weißt, wie toll es unser lieber Herr Vater findet, wenn du schwänzt. Außerdem bist du letzte Woche auch nicht aufgetaucht." „Ach lass mich doch in Ruhe du Nervensäge!" Trotzdem quälte Thorin sich aus dem Bett und nahm auch dankbar den großen Krug Wasser an, den er wenig später gereicht bekam. Als er wenig später gewaschen und fertig gekleidet neben seinem Bruder in der Küche auftauchte, sah er schon wieder ganz passabel aus, aber die Brüder waren sich einig, dass er ihrem Vater erst mal aus dem Weg gehen sollte.

Als sie schließlich auf dem Trainingsplatz ankamen, musste Frerin aber schon wieder grinsen, da Thorin, mit halb geschlossenen Augen, nicht fähig schien, auch nur ein Schwert in der Hand zu halten. Trotzdem tat er ihm leid, er erinnerte sich selber gut genug daran, wie er sich nach seinem ersten Saufgelage gefühlt hatte und war immer noch dankbar darum, wie sein Bruder ihm damals geholfen hatte. Auch Balin, der das Training heute leitete, wurde recht schnell bewusst, dass mit dem eigentlich sehr vielversprechenden Krieger heute nichts anzufangen war und schickte die Prinzen schon nach einer halben Stunde wieder weg. Thorin schien darüber sehr froh und lud seinen Bruder noch zum Mittagessen zu sich in die Wohnung ein. Als sie dort vor einem saftigen Eintopf saßen, den sie sich aus der Küche geholt hatten, wurde er aber wieder etwas grün um die Nase. Er schob seine Schüssel weit von sich und bemühte sich von seinem Zustand abzulenken. „ Sag mal, wie war dein Tanzunterricht vorhin? Du weißt ja, dass in ein paar Tagen der große Ball zu Ehren unserer Tante abgehalten wird? Da werden viele wichtige Leute sein." „Ach hör bloß auf. Ich werde dich bitten müssen, mir vorher ein Bein zu brechen oder so." Griesgrämig schaufelte Frerin das Essen in seinen Mund. Als er die belustigte Miene seines Gegenüber bemerkte, fauchte er: „Jetzt tu nicht so, als würdest du gerne tanzen! Ich weiß noch wie du dich angestellt hast, als Mutter dich das erste Mal zum Unterricht gebracht hat!" „Da dran erinnerst du dich noch? Da hast du schon Recht, ich kann so ungefähr einen Tanz, und dass ist der, den man zum eröffnen eines Balls tanzt. Aber mehr brauche ich auch nicht." „Was? Wieso?" Der jüngere starrte seinen großen Bruder wütend an. „Pass auf", sagte Thorin und lief ins Nebenzimmer. Kurz darauf kam er mit einem in Tuch eingeschlagenen Gegenstand wieder. „Was ist das?" „Eine Harfe. Ich werde Musik spielen. Das Ding ist zu sperrig, um sich damit im Kreis zu drehen!" Er zwinkerte dem verblüfften Zwerg zu, in dessen Gesicht sich langsam Neid breit machte. Er ließ sich auf einem kleinen Schemel nieder und ließ die Finger über die Seiten des nun enthüllten Instruments gleiten. „Verdammt, das ist eine gute Idee!" Frerin überlegte fieberhaft, welche Musik in wenigen Tagen zu lernen war, aber ihm fiel nichts ein. Thorin lachte, er konnte seinen Bruder lesen wie ein Buch. „Vergiss es, es gibt kein Instrument, das du in so kurzer Zeit lernen könntest! Diesen Ball wirst du dich wohl noch quälen müssen. Aber wenn du magst können wir zum Instrumentenbauer gehen und nach etwas Passendem für dich suchen." Er stellte die Harfe in eine Ecke und lief zur Tür. „Kommst du?" Erst zeterte sein Bruder. Eigentlich war er nicht so der musikalische Typ. Sie langweilte ihn und er wunderte sich, dass Thorin ein Instrument gelernt hatte. Wortlos schob er sich dann aber doch an diesem vorbei, Dankbarkeit auf dem Gesicht. Auf dem Weg durch den Erebor quatschten die Brüder über belangloses Zeug, wie das Training, Dwalins Geburtstag und den anstehenden Ball. Vor der Tür des Musikladens, blieb Frerin stehen. Meinst du das ist so eine gute Idee? Ich glaube kaum das Vater so begeistert wäre." „Ach kümmer dich nicht darum. Komm, Glorin ist echt freundlich. Er hat auch mich gut beraten und er weiß genau, dass ich nur Harfe spiele, um nicht tanzen zu müssen." Er öffnete die Tür und kleine Glöckchen bimmelten. „Oh hallo Prinz Thorin. Was verschafft mir die Ehre? Stimmt etwas mit Eurer Harfe nicht? Und Euren verehrten Herrn Bruder habt Ihr auch mitgebracht! Guten Tag Herr Frerin." „Danke, mit meiner Harfe ist alles in Ordnung. Mein Bruder hat aber leider das gleiche Problem wie ich und wir hatten auf Euren fachmännischen Rat gehofft, Glorin." „Oh, noch ein Prinz der nicht tanzen will? Kein Problem. Aber wenn es um den kommenden Ball geht… da fürchte ich, kann ich nicht mehr helfen. Was wünscht der Prinz denn? Ein Saiteninstrument wie der Bruder? Oder lieber ein Schlag- oder Blasinstrument?" Frerin war ein wenig überrumpelt. „Ähhm… was… was passt denn gut zu einer Harfe?" „Oh die Geschwister wollen im Duett spielen? Da würde ich eine Bratsche empfehlen. Das klingt sehr schön. Hier habe ich ein sehr schönes Exemplar, allerdings könnte es ein wenig zu groß für den jungen Herrn sein. Vielleicht doch eine Fidel… Ich habe doch neulich…" Der quirlige Zwerg lief zwischen seine Regale und begann in einigen Kartons herum zu wühlen. „Ahh hier… oh nein doch nicht… ah da ist das gute Stück ja!" Er kam mit einem wunderschönen Instrument aus dunklem Holz und mit schwarzen Einlegearbeiten zurück. „Hier, das sollte doch das Richtige für einen jungen Prinzen wie euch sein Herr Frerin." Er hielt ihm das Instrument entgegen. Dieser griff mit ehrfürchtigem Blick danach. „Die… die ist wunderschön!" stammelte er sprachlos. „Was kostet sie?" „250 – Nein, 200 Goldstücke für den Enkel des Königs." Der junge Zwerg warf seinem Bruder einen schnellen Blick zu, der aufmunternd nickte. „Ok, wir nehmen es!" meinte er dann begeistert. „Aber denkt daran, ihr solltet auf jeden Fall Unterricht nehmen, sonst bezweifel ich, dass ihr bald auf einem Fest spielen könnt." Der Verkäufer zwinkerte belustigt und wandte sich dann zum Verkaufstresen, um das Instrument einzupacken. Bereits wenig später waren die Brüder auf dem Weg zurück, diesmal aber zu den königlichen Gemächern. Schließlich wollte Frerin seine neueste Errungenschaft seinen Eltern zeigen und klären, wann und bei wem er mit dem Unterricht beginnen sollte. Wie erwartet zeigte Thrain sich zu Beginn nicht sehr begeistert, dass sein zweiter Sohn ebenfalls nicht tanzen wollte, aber als er von der katastrophalen Stunde hörte, stimmte er schließlich zu. Er kümmerte sich um einen Lehrer, verlangte aber von Frerin, zumindest bis zum Ball noch Tanzunterricht zu nehmen und den klassischen Eröffnungstanz zu lernen. Dieser stimmte zu und zog sich dann, begleitet von seinem älteren Bruder auf sein Zimmer zurück. Dort wickelte er die Fidel aus ihrem Tuch und versuchte, sie unter das Kinn zu klemmen, so wie er es schon öfter bei Musikern gesehen hatte. Thorin setzte sich auf das Bett und betrachtete den Jüngeren belustigt. Als dieser das Instrument schließlich einigermaßen vernünftig hielt, griff er nach dem Bogen… und prompt fiel es auf den weichen Teppich, der den Boden bedeckte. Thorin lachte. „Du solltest vielleicht warten, bis dir erklärt wurde, wie das funktioniert!"

Bereits am nächsten Tag war es so weit. Um kurz vor elf klopfte Baldor, der Musiker der Königsfamilie, an Ferins Zimmertür. Die nächsten eineinhalb Stunden übten die beiden Haltungen, Noten, Töne und die Art und Weise in der man mit dem Bogen über die Seiten streichen musste. Die beiden verstanden sich auf Anhieb. Der Lehrer war selber noch nicht sehr alt, stammte aber aus einer angesehenen Musikerfamilie. Er freute sich, dass sich mal wieder jemand anderes für Musik interessierte und war erpicht darauf, dem Prinzen alles Mögliche beizubringen. Nach dieser ersten Stunde konnte dieser zwar immer noch keine Lieder spielen, aber zumindest fiel ihm die Fidel nicht mehr runter.

In den nächsten Wochen übte er wie ein Besessener, bald schon ging es ihm nicht mehr darum, sich vorm Tanzen zu drücken und er hatte zunehmend Spaß an der Musik. Er zeigte einen Ehrgeiz, den man vorher kaum von ihm gekannt hatte, nicht einmal in sein Kampftraining hatte er sich je so reingekniet. Er trug seine Fidel bald wie ein Langschwert über den Rücken und trug sie so immer bei sich. Binnen kürzester Zeit konnte sein Lehrer ihm kaum noch etwas beibringen und er war begeistert, wie sich sein junger Schüler entwickelte. Natürlich vernachlässigte Frerin darüber nicht seine Pflichten als Prinz, er übte weiterhin kämpfen, half seinem Großvater bei kleineren Geschäften und besuchte andere Zwerge. Aber die Musik war seine neue Leidenschaft. Auch Thorin war begeistert darüber. Er spielte so oft er konnte mit seinem kleinen Bruder und freute sich für ihn, dass er endlich etwas gefunden hatte, in dem er voll und ganz aufging.

Schließlich stand der Geburtstag ihres Großvaters an. Es würde ein großes Fest geben, zu dem alle wichtigen Zwerge mit ihrer Familie eingeladen sein würden. Natürlich würde viel gegessen und gelacht, aber auch getanzt werden. Als Frerin davon hörte, grinste er. Nein, diesmal würde er nicht tanzen müssen. Das letzte Ma war eine einzige Katastrophe gewesen. Er war der Zwergin, mit der er getanzt hatte, mehr als einmal auf den Fuß getreten und da er nicht führen konnte, waren sie ständig mit anderen Paaren zusammen gestoßen. Den Rest des Abends hatte er sich still in eine Ecke verkrochen und dem Harfenspiel seines Bruders gelauscht, der immer wieder auch Soli spielen durfte. Und diesmal war er dran! Er hatte nun schon einige Stücke eingeübt und auch mit Thorin zusammen konnte er einige Lieder gut genug zum Vortragen vor einer großen Gesellschaft spielen. Er freute sich wirklich darauf, allen zu zeigen, was er mit seiner Musik machte. Und Bufram, sein ehemaliger Tanzlehrer würde staunen, hatte er ihn doch immer als völlig unmusikalisch bezeichnet! Während er noch so überlegte, kam ihm plötzlich eine Idee. Was wenn er für Thror selbst ein Musikstück schreiben würde? Er summte in letzter Zeit öfter eigene Melodien vor sich hin, er könnte einfach mal versuchen sie aufzuschreiben. Begeistert machte er sich an die Arbeit. Immer wieder spielte er Teile einer Melodie, versuchte sie zu notieren und überprüfte dann, ob sie sich auch wie gewünscht anhörte. Es klappte erstaunlich gut.

Als Thorin wenig später in den Wohntrakt der königlichen Familie kam, um seinen Bruder zum Schwerttraining abzuholen, blieb er erst einmal vor der Tür stehen und lauschte der unbekannten Melodie. Dann öffnete die Tür. Dort saß sein jüngerer Bruder, inmitten frisch beschriebener Notenblätter, manche zusammengeknäult, andere vorsichtig gestapelt, mit Tintenflecken im Gesicht und spielte mit geschlossenen Augen sein eigenes Lied. Thorin lächelte. Sein Bruder schien seine Aufgabe gefunden zu haben.

Ach so: KOMMENTIERT KOMMENTIERT KOMMENTIERT! ;)

LG Tinverina