Hallo es gibt mich wirklich noch. Ich muss leider alle enttäuschen, die gehofft hatten, dass ich nicht weiterschreib, zwinker. Trotz meiner langen Pause, ich werde jede Geschichte die ich anfang auch zuende schreiben. Obwohl ich es jetzt wohl büßen muß, dass ich so lange faul war. Also, wenn sich hier noch jemand herverirrt, bitte lasst es mich wissen, smile.
Keine Spoiler zu HP6, bei mir sind es die Weihnachtsferien nach OotP und das bleibt auch so.
Rosenfeuerdrache: Hat mich gefreut, dass Dir die Sache mit dem Blutsschwur gefallen hat. Hm, die Sache mit dem Traum, also es hat schon noch irgendwie eine Bedeutung, so im übertragenen Sinne, lol. SkateZ: Heute, jetzt gleich, sofort, und wie sie kommen wird, smile. casini: Moody und Harry? Na Du hast ja Ideen, Mal sehen, grins, was ich noch für Dich tun kann. Maxine01: Oh ich teile Deine Schwäche für alte Gärten, der wird auch bestimmt noch mal auftauchen. Zum Geheimniswahrer-Zauber, da sag ich jetzt lieber nix dazu, was Dir immer so alles auffällt. Ach ja es fliegt mal wieder kräftig und du weißt ja auch genau warum, danke. Tonks war übrigens deiner Meinung, grins. Cissylein: Oh Mable Mullington gehört mir ganz alleine. Als sie mir eingefallen ist, konnte ich es mir einfach nicht verkneifen, sie mit einzubringen, hihi. Silver Snake: Klar habe ich HP6 schon gelesen, aber es wird hier keine Spoiler dazu geben. Da der Orden ja im Ministerium aufgetaucht ist und sie einen neuen Geheimplatz haben, durfte Kreacher bei mir gehen. Sagen wir mal so, es war dringend notwendig für mich, dass er das Haus verlassen hat.
My heart: Schönes Pairing? Danke. Genau das hat mich daran gereizt, da ich selbst noch keine Harry-Tonks Story kenne. LaLa: Oh ja, heute kommt Tonks. Die Sache mit Ron und Hermione, das sehe ich genauso, ist nicht einfach wenn man alleine ist. Geheimnisse? Ja da gibt es einige, smile.
So jetzt mach ich mal ganz schnell Platz, bevor ich von der jungen Frau überrannt werde, die unbedingt in dieses Kapitel will.
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4. Wein mit einem Metamorphmagus.
Harry schlug die Augen auf und blinzelte vorsichtig gegen das Tageslicht. Ron war schon längst aufgestanden. Kein Wunder, er selbst hatte sich ja die halbe Nacht um die Ohren geschlagen, während sein bester Freund friedvoll vor sich hinschnarchen konnte. Wohlig rekelte er sich noch einmal in seine Decke, als die gestrige Nacht noch einmal an seinem inneren Auge vorbeizog. Er genoss diese neue Gewissheit. Ihm gehörte dieses Haus jetzt wirklich, langsam erfüllte ihn Besitzerstolz. Ihre nächtliche Aktion gab ihm ein neues Gefühl der Sicherheit, nur mit seinem Einverständnis konnte man nun dieses Haus betreten.
Sein knurrender Magen trieb ihn dann doch aus dem Bett und ein Blick aus dem Fenster bestätigten seine Vermutung, dass es schon sehr spät am Vormittag sein musste.
Hungrig begab er sich die Treppe hinab auf den Weg in die Küche, die Köpfe der alten Hauselfen versuchte er dabei zu ignorieren. Verschlafen öffnete er die Küchentür.
Hermione und Ron saßen an dem großen Küchentisch und... Natürlich, beide saßen auf der Bank, fest umschlungen. Sie aßen sich mal wieder gegenseitig auf, oder belebten sich wieder, wie immer man das auch nennen wollte. Sie waren so mit sich selbst beschäftigt, dass sie sein Eintreten in keinster Weise mitbekommen hatten. Neben ihnen hätte wahrscheinlich Voldemort apparieren können und sie hätten es nicht bemerkt.
Harry wollte sich gerade zur Anrichte wegdrehen, damit er endlich seinem Magen das geben konnte, was dieser so dringlich forderte. Aus dem Augenwinkel machte er dann eine Entdeckung, wodurch sein Blick doch noch an den beiden hängenblieb.
Ron hatte seine Hand unter Hermines T-Shirt. Gut das alleine wäre wohl nicht so spannend gewesen. Jedoch hatte er diese eindeutig ziemlich weit oben. Den Bewegungen nach zu urteilen, streichelte er Hermione. Ihrem Aufseufzen nach zu schließen, schien es ihr sehr zu gefallen, wie Ron so über ihre Brüste strich. Ja klar, seine Freunde fummelten, eindeutig.
Wie gebannt beobachtete er die beiden, die immer noch die ganze Welt um sich herum zu vergessen schienen. Hermione hatte deutlich gerötete Wangen und eine Hand in Rons Haaren vergraben. Mit der anderen Hand zog sie ihn noch näher an sich heran, wogegen sein Freund wohl überhaupt nichts einzuwenden hatte. Auch Rons Gesicht war merklich gerötet, dessen Gesichtsfarbe biss sich fast schon mit seiner Haarfarbe.
Wie konnte man nur so mit sich selbst beschäftigt sein und es überhaupt nicht mitbekommen, dass jemand anderes in den Raum gekommen war? Eigentlich wollte sich Harry ja abwenden. Nur noch einen kleinen Moment, er wollte hier ja nicht spannen.
Ein Luftzug streifte seine Wange.
„Ich wusste ja gar nicht, dass unser kleiner Harry so gerne dabei zuschaut!" wisperte ihm plötzlich eine wohlbekannte Stimme ins Ohr.
Ruckartig drehte er sich herum und wünschte sich eigentlich nur noch, dass sich sofort auf diesem Küchenboden ein Loch auftun würde, damit er darin versinken könnte. Eine breitgrinsende Tonks stand hinter ihm. Sie hatte immer noch ihre kurzen lila Haare, die in alle Richtungen abstanden und ihre Augen funkelten eindeutig belustigt. Harry spürte nur noch diese Hitze, welche in Rekordtempo in sein Gesicht schoss. Bei Merlin, wie sehr war ihm das jetzt peinlich. Obwohl, er hatte doch eigentlich nichts besonderes getan. Was konnte denn er dafür, dass sich seine beiden Freunde nicht unter Kontrolle hatten. Trotzdem suchten seine Augen immer noch nach diesem Loch in dem Küchenboden, das er einfach nicht finden konnte.
Tonks strubbelte ihm über den Kopf und ging pfeifend zur Anrichte. „Harry hast du Hunger? Dir ist doch jetzt bestimmt nicht der Appetit vergangen."
Er wurde einer Antwort enthoben. Gerade als er sich überlegte, was er darauf erwidern sollte, fiel mit einem Riesen-Geschepper der Besteck-Kasten auf den Boden. Tonks war mit ihrem Ärmel daran hängengeblieben.
Ron und Hermione fuhren auseinander, die Welt hatte sie wieder. Tonks bückte sich, ihre Gesichtsfarbe ähnelte jetzt sehr der von Harry und fing an das Besteck wieder einzusammeln.
„Mist, immer das Gleiche," kam es genervt über ihre Lippen. „Wollt ihr auch was essen? Also ich finde das Frühstück ist schon wieder zu lange her und Harry hat bestimmt auch Hunger."
„Warte Tonks, ich helfe dir." Schnell erhob sich Hermione, zog sich ihr Shirt zurecht und eilte der jungen Aurorin zu Hilfe. Murrend sammelte Tonks die Gabeln, Messer und Löffel wieder ein, die auf dem Küchenboden verstreut lagen.
Harry war dankbar für diese wenigen Minuten, in denen ihm keiner Aufmerksamkeit schenkte und er sich wieder sammeln konnte.
„Ist Remus schon weg?" fragte Harry, als er sich nach einer verirrten Gabel bückte. Irgendwie hatte er das Bedürfnis diese ganze Situation in andere Bahnen zu lenken.
„Ja, als Dumbledore im Orden nachfragte wer herkommen könnte, habe ich mich gleich freiwillig gemeldet." Tonks strahlte über das ganze Gesicht. „Das hier bei euch ist für mich richtig Urlaub, glaubt mir diese ständigen Nachtwachen, das zerrt an den Nerven. Lupin musste leider gleich los, als ich angekommen war. Er will ein paar Nachforschungen anstellen."
Es wurde ein lustiges zweites Frühstück, als alle drei gleichzeitig versuchten, die Aurorin über die Neuigkeiten am Grimmauldplace aufzuklären.
„Tonks, hast du denn keine Ahnung was deine Tante Narzissa hier wollte?" fiel Ron kauender Weise in die Unterhaltung, nachdem sie ihr den seltsamen Abgang von Dracos Mutter mit Kreacher erzählt hatten.
„Meine Tante Narzissa, na das hast du ja schön gesagt," antwortete Tonks, und verzog ihre Mundwinkel leicht nach unten. „Ich hatte noch nie groß Kontakt zu den Schwestern meiner Mum, oder irgend jemand anderem von ihrer Familie." Als sie sich noch ein Brot aus dem Korb nahm, schwankte die Wasserflasche auf dem Tisch bedenklich, bevor sie Hermione gerade noch auffangen konnte.
„Wenn ich es mir genau überlege, so habe ich in meiner Kindheit nur die Verwandten meines Dads gekannt und dann natürlich Sirius, ja der war öfters da, als ich noch klein war."
„Sirius?" In diesem Moment hatte Tonks die ganze Aufmerksamkeit Harrys. „Du hast ihn früher schon gekannt?" „Na klar," lächelte Tonks, „er hat uns früher oft besucht, er hat mir das Fliegen beigebracht und mit ihm habe ich das erste mal Quidditch gespielt. Tja, bis ich ungefähr 10 Jahre alt war, dann haben sie ihn nach Askaban gebracht." Ein abwesender Ausdruck hatte sich auf Tonks Gesicht breitgemacht, sie schien mit ihren Gedanken auf einmal weit weg zu sein.
„Was war dann?" Harry musste diese Frage stellen, was wusste er denn überhaupt von Sirius Vergangenheit.
„Nichts," kam ihre schlichte Antwort. „Er war einfach weg, wir konnten nichts für ihn tun, bis er auf einmal wieder aufgetaucht ist. Ich weiß noch wir haben damals ein Fest für ihn veranstaltet. Ich bin richtig erschrocken, er sah so anders aus. Ganz abgemagert und viel älter als ich ihn in Erinnerung hatte."
„Wann ist er bei euch aufgetaucht?" schaltete sich Hermione ein.
„Was glaubt ihr wo er als erstes hingegangen ist, als ihr ihm damals mit Seidenschnabel zur Flucht verholfen hattet. Er wusste genau, dass Andromeda ihm immer helfen würde. Wir waren die Einzigen auf die er sich in seiner Situation noch verlassen konnte. Keiner von uns hatte jemals daran gezweifelt dass er unschuldig war, es hätte einfach nicht zu ihm gepasst. Er hat sich bei uns kurz ausgeruht und meine Mutter hat ihm ein Riesen-Fress-Pakte gemacht, bevor er dann weiter in den Süden geflüchtet ist."
Für Harry war dies Information tröstlich, dass Sirius damals auf der Flucht doch nicht so ganz alleine gewesen war. Eigentlich hätte er sich stundenlang mit Tonks über Sirius unterhalten können.
Den Tag über räumten alle weiterhin das Haus auf, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, was Narzissa Malfoy zusammen mit Kreacher wohl gesucht haben könnte. Jedoch war dieses Haus so vollgestopft mit alten Dingen, dass sie, selbst wenn sie direkt davor gestanden wären, es wohl nicht erkannt hätten.
Hermione war von der Idee, dass Harry die Hauselfen abhängen wollte, wirklich begeistert. Wobei es von Harry aus eigentlich mehr um das Beseitigen dieser alten Köpfe ging, als darum, dass er sich jetzt für die Rechte der Elfen einsetzen wollte.
Natürlich bestand Hermione auf eine Beerdigung. Harry war dies jedoch egal, Hauptsache diese Kreaturen verschwanden vom Treppenabgang. Ron musste dafür herhalten alte leere Schachteln zu suchen, während Hermione vorsichtig jeden einzelnen Kopf darin verstaute. Sie setzte dann für den nächsten Tag eine ordnungsgemäße Beerdigung an.
In diesem großen alten Haus, um das sich schon so lange niemand mehr gekümmert hatte, ging der Tag rasend schnell vorbei. Vor allem Seidenschnabel genoss ihr munteres Treiben. Es wurde schon dunkel, als der Duft von frisch gebratenen Würsten Ron und Harry in die Küche trieb, ohne dass man sie vorher groß dazu auffordern musste.
„Esst ihr eigentlich immer soviel?" lachte Tonks, als sich Ron das zehnte Würstchen eifrig in den Mund schob. „Das frag ich mich auch immer, wenn ich Ron beim Essen zuseh", erwiderte Hermione lachend. „Aber glaub mir ich kenne ihn schon seit 6 Jahren, er mampft wie ein Pferd, aber er wird nicht dicker."
Rons Rache bestand aus einer Kitzel-Attacke auf seine Freundin. Harry war das ja schon gewohnt, trotzdem warf er Tonks einen entschuldigenden Blick zu. Sie grinste ihn jedoch einfach nur an. Als sich Ron und Hermione nach dem Abendessen zurückzogen, wunderte es wohl weder Harry noch Tonks.
„Bin gleich wieder da!" flötete Tonks und verschwand im Vorratsraum. Harry räumte das Geschirr in die Spüle, sicher war sicher, bevor die armen Teller noch schlimmeren Schaden nehmen konnten.
Da hörte er sie auch schon wieder fluchen.
„Hast du dir wehgetan?" erkundigte er sich vorsichtshalber. „Nööö, nicht wirklich, magst du Wein? Du darfst doch schon Alkohol trinken? Und wenn nicht, auch wurscht", antwortete ihm eine verstrubbelte Tonks, die strahlend mit einer verstaubten alten Flasche aus der Vorratskammer wieder auftauchte.
„Meinst du Merlot schmeckt gut? Konnte halt nur eine ziemlich angestaubte Flasche finden. Ist 1969 eigentlich ein guter Jahrgang, oder vielleicht doch schon zu alt?" Harry zuckte nur mit den Schultern, also bei Wein hatte er wirklich keine Ahnung. Als sie sich die Spinnweben aus den Haaren schüttelte, nahm ihr Harry dann doch vorsichtshalber den Korkenzieher aus der Hand. Er wollte lieber nicht wissen, inwieweit sich Tonks damit doch verletzen könnte.
Im Schrank fand er noch zwei wunderschön geschliffene Kristallgläser und endlich konnte sie es sich am Küchentisch so richtig gemütlich machen. Das Feuer flackerte munter vor sich hin und spendete eine beruhigende, wohltuende Atmosphäre. Versonnen schaute er in die Flammen, dieser Kamin hatte ihm so viel Trost gespendet und so unendlich viel Leid angetan. Unwillkürlich drifteten seine Gedanken ab.
Erst als Tonks ihr Glas zum Anstoßen erhob, kehrte er in die Wirklichkeit zurück. Irgendwie war es tröstlich neben sich einen Menschen zu haben, der ebenfalls Sirius gekannt hatte und irgendwie mit ihm verbunden war.
„Du vermisst ihn auch, nicht war?", fragte Tonks leise mit einem leicht melancholischen Lächeln. Sie musste keinen Namen nennen, beide wussten wer gemeint war.
Er nahm einen Schluck, der Wein schmeckte trocken und samtig. Es passte zur heimeligen Stimmung die das flackernde Feuer verbreitete und er konnte nur nicken.
Tonks seufzte und alleine diese Geste tat ihm gut, irgendwie hatte er das Gefühl als ob sie ihre Trauer mit ihm teilen würde.
„Warst du schon immer eine Metamorphmagus, also ich meine schon seit Geburt?", in diesem Moment wusste er eigentlich gar nicht, wie er auf diese Frage gekommen war. Vielleicht war es manchmal einfacher über andere Dinge zu sprechen, als über das was einem einfach nur weh tat.
Ein Husten, verbunden mit einem Glucksen war die Antwort. Er hatte nicht bedacht, dass Tonks gerade am Trinken gewesen war, aber er wusste eigentlich auch nicht genau was denn so genau komisch an seiner Fragen gewesen sein könnte.
Vorsichtig klopfte er ihr auf den Rücken, diese ganze Situation nahm ihm zumindest die Spannung, die ihn schon die ganzen letzten Tage zu verfolgen schien.
„Harry, ich bin ein Bastard, bei unserer Familie sind alle Halbblütler irgendwie seltsam," kam hustend die Antwort von Tonks.
Verblüfft drehte er sich zu seiner Tischpartnerin. Tonks hatte entspannt ihre langen Beine auf den nächstbesten Stuhl geschwungen. Für sie erschien diese Aussage total normal zu sein, aber er fand diesen Satz einfach nur irritierend.
„Wenn einer von der Familie der Blacks sich mit einem Muggel, oder Muggelstämmigen einlässt, dann sind deren Kinder komisch, das war schon immer so," erklärte ihm Tonks und erhob ihr Glas um ihm erneut zuzuprosten.
„Wie meinst du das?" Harry wusste in diesem Moment eigentlich nicht wie er seine Frage besser formulieren könnte und sie hatte ihn mit ihrer Bemerkung auch neugierig gemacht. Bisher war er immer davon überzeugt gewesen, nur er hätte eine komische Kindheit gehabt.
„Also da haben wir Urgroßtante Adele, sie war unehelich, von einem Black gezeugt. Die konnte Dinge ohne Zauberstab, nur mit ihrem Willen schweben lassen. Glaub mir das war eine Attraktion auf jedem Jahrmarkt. Ach ja dann wäre da noch Großcousin Baldus, das war ein ganz schräger Vogel. Auch kein Reinblütler und natürlich von der Familie verstoßen. Aber der konnte sich nur durch seinen Willen, ohne Umhang, unsichtbar machen. Der hatte eine Riesen-Karriere bei den Auroren." Tonks fuhr sich gedankenverloren durch ihre kurzen Haare. „Ach ja und dann noch Marga, frag nicht wie genau ich mit ihr verwandt bin. Natürlich auch unstandesgemäß, vor ihr hängt sogar ein Bild im St. Mungos. Sie verfügte über besondere Heilkräfte, alleine durch Augenkontakt konnte sie Menschen heilen. Ich glaube ich könnte jetzt die Reihe noch ins unendliche vorstetzen."
Gespannt hörte Harry Tonks Ausführungen ihrer Ahnengalerie zu. „Aber wir haben alle eins gemeinsam, unser Blut ist nicht rein. Es ist wie ein Fluch, von der Familie verstoßen, aber dafür sind wir mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet", seufzte Tonks.
„Seit wann weißt du, das du ein Metamorphmagus bist?" Harry fand diese ganze Sache wirklich spannend und Tonks nahm noch einen tiefen Schluck aus ihrem Weinglas.
„Eigentlich seit immer, also soweit ich mich erinnern kann." Tonks kicherte, diese Erinnerung schien sie sehr zu amüsieren. „Meine Mum ist damals schreiend zu meinem Dad gerannt, sie erzählt das immer wieder gerne. Ich war ungefähr ein Jahr alt. Als sie ins Wohnzimmer kam saß ich auf dem Sofa und hatte die dunkle Hautfarbe von meinem Spielfreund Bob, die große Nase des Briefträgers und schielte wie Madam Pulpers von gegenüber. An diesem Tag war Bob morgens bei uns, der Briefträger kam wie immer und unsere Nachbarin hatte sich Zucker beborgt. Da ich mir nur jemand intensiv vorstellen muss um mich zu verändern, gab das wohl für meine Mum eine ganz interessante Mischung. Seitdem weiß meine Familie, dass ich ein Metamorphmagus bin."
Alleine bei dieser Vorstellung musste Harry lauthals lachen, während Tonks die Weingläser wieder vollgoss. „Weißt du eigentlich wie süß du bist, wenn du lachst?" grinste Tonks frech. „Entschuldigung! Jungs in Deinem Alter wollen ja alles, bloss nicht süß sein."
Bevor er etwas darauf antworten konnte, hatte Tonks schon wieder ihr Glas erhoben, es gab einen hellen Klang als sich ihre Gläser berührten, deren Inhalt blutrot hin und herschwappte. So rot wie das Blut, das letzte Nacht nach Lupins Schnitt über seinen Arm gelaufen war.
Harry fühlte sich so wohl, wie schon lange nicht mehr. Er wusste nicht genau ob es an dieser Küche lag, oder einfach nur an dieser ungewöhnlichen Gesellschaft. In seinem Kopf hörte er ein seltsames Summen, was wohl nur von diesem Wein kommen konnte.
„Und du, was ist mit dir?" fragte Tonks, als Sie ihre Beine auf dem gegenüberliegenden Stuhl übereinanderschlug. „Wie, was meinst du?" antwortete Harry, als er sich noch ein Häufchen Erdnüsse in den Mund schob.
„Na was schon, hast du eine Freundin?" Harry schüttelte den Kopf. „O.K.. aber du hast doch schon eine gehabt, oder?"
Das war nicht gerade die Wendung die sich Harry gewünscht hatte, die Erdnüsse in seinem Mund fühlten sich auf einmal sehr trocken an und er nahm noch einen tiefen Schluck aus seinem Glas. „Hja schon, aber das ist schon wieder vorbei". Bei dieser Antwort war er sich wirklich nicht sicher, ob er mit dieser Aussage nicht schon übertrieben hatte, aber eigentlich wollte er so die ganze Wahrheit auch nicht so einfach vor Tonks zugeben.
„Wie sah sie aus? Also ich meine, gibt es einen bestimmten Typ auf den Du stehst?" fragte Tonks und schenkte den Rest aus der verstaubten Flasche in ihre Gläser.
„Bestimmter Typ? Weiß nicht, glaub ich nicht." Das war eigentlich etwas worüber er sich noch nie Gedanken gemacht hatte, dieses ganze Thema machte ihn wirklich verlegen.
Wieder klangen ihre Gläser aneinander, der Schatten des Feuers tanzte an der kalkweißen Wand.
„Stehst du mehr auf Blonde, oder mehr auf Schwarzhaarige?" riß ihn die neugierige Stimme von Tonks aus seinen Gedanken. In diesem Moment kniff sie ihre Augen zusammen. Nur wenige Sekunden saß ein Mädchen mit wohlproportionierten Rundungen und langen blonden Haaren vor ihm."
Harry prustete den Schluck Rotwein über den Tisch, davor hätte sie ihn ja warnen können. „Sorry, ähm ich hab dir doch gesagt als Metamorphmagus muss man sich nur konzentrieren, hab ich dich überrumpelt?"
Wieder kniff sie die Augen zusammen, kurz darauf, war sie sommersprossig, ihre roten Locken fielen ihr leicht ins Gesicht, unwillkürlich musste Harry an Ginny denken.
„Hey, Tonks, hör auf. Du machst einem ja Angst." Warf er ein, bevor er erneut sein Glas erhob. Er erschien ihm besser sich mit dem Weinglas zu beschäftigen, als in die neugierig funkelnden Augen von Tonk zu blicken.
„Warte ich kanns noch besser, wie findest du das?"
Harry hatte gerade zum Trinken angesetzt, als er mitten in seiner Bewegung erstarrte. Lange Schwarze Haare die glänzend über ihre Schultern fielen. Wunderschöne Mandelaugen, dieser feingeschwungene Mund. Vor ihm saß das leibhaftige Ebenbild von Cho.
Mit offenem Mund starrte er dieses Abbild an. Er hatte solange nicht an sie gedacht, sie eigentlich auch nicht vermisst. Aber Cho so vor sich zu sehen, so unerwartet, dass raubte ihm dann doch den Atem.
Ihm wurde auf einmal so entsetzlich heiß, er wollte nicht an Cho denken und er wollte auch nicht über sie sprechen. Vor allem nicht gegenüber Tonks, nein, wie sollte er sich da jetzt nur wieder rauswinden.
Ein Wimpernschlag später spürte er eine warme Hand auf seinem Arm und einen angenehmen Händedruck. „ Harry, ups, hab ich dich jetzt erschreckt? Hey das war nur ein Spaß."
Die betäubende Wirkung des Weines verfehlte nicht seine Wirkung. Wie benebelt starrte er auf ihre Hand. Ihm war bisher noch nie aufgefallen, was für schöne Hände Tonks eigentlich hatte. Ihre langen Finger ruhten sanft auf seinem Unterarm, er hatte noch nie so perfekte Hände gesehen.
Eine braungebrannte Tonks saß wieder vor ihm, mit kurzen Haaren und ihrem typisch entschuldigendem Lächeln, zeigte sie ihre perfekten perlenweißen Zähne.
Tonks war wirklich unglaublich. Soviele Fragen die sie an ihn stellte und dann noch diese Aktion mit ihren Verwandlungen.
Jetzt wollte er nur noch das Thema auf eine unverfänglichere Ebene bringen.
„Macht Dir das Spaß, Tonks, warum machst du das? Hast du nicht Angst dass du irgendwann einmal nicht mehr weißt wer du wirklich bist?"
Tonks zuckte leichtfertig mit den Schulter. „Wer weiß schon wer er selbst wirklich ist. Weißt du das immer? Andromeda hat immer gesagt, sei du selbst und vor allem vergiss niemals dich selbst tief in dir drin zu fühlen." Kam die bestimmte Antwort seiner Trinkpartnerin, er konnte sehen wie sich das Feuer in ihren dunklen Augen spiegelte.
„Sie scheint eine besondere Frau zu sein, deine Mum meine ich. Sie hat Sirius geholfen. Weißt du etwas aus Sirius Vergangenheit, warum er sich mit seiner Familie überworfen hat?"
„Nein, darauf kann dir wohl nur meine Mum Antworten geben. Sie spricht nicht oft darüber. Ich meine darüber, was früher war", seufzte Tonks.
„Es muss schön sein eine Mutter zu haben," flüsterte Harry, bevor er er einen erneuten Schluck am Glas ansetzte.
„Ja, vor allem wenn sie so besonders ist wie meine. Mal abgesehen davon, dass sie einen fürchterlichen Geschmack bei Namen hat", gluckste Tonks.
„Also ich finde Nymph...", wollte er gerade antworten, als er auf einmal ihre Finger auf seinem Mund spürte. „Psst Harry, keiner darf diesen Namen in meiner Gegenwart aussprechen, ich finde ihn einfach furchtbar." Seine Lippen kitzelten bei dieser ungewohnten Berührung, unwillkürlich musste er grinsen.
Tonks erwiderte sein grinsen und richtete sich langsam auf.
Mit einem kleinen Ausfallschritt beugte sie sich über das Feuer um noch ein wenig Holz nachzulegen. Eine angenehme Stille legte sich über die alte Küche, nur das Knistern des frischen Holzes war zu hören.
„Du hast ihn wirklich geliebt!" hörte er auf einmal Tonks leise Stimme. Es war eine dieser Feststellungen, die keiner Antwort benötigten.
Immer stärker spürte Harry die Wirkung des Weines, im wurde immer wärmer und seine Bewegungen fielen ihm wesentlich schwerer. Vorsichtig erhob er sich, irgendwie drehte sich alles. Dies war eindeutig zu viel Alkohol gewesen.
„Tonks, ich glaube soviel Wein vertrage ich nicht. Ich muss jetzt wirklich ins Bett." Seine Zunge fühlte sich so schwer an, er konnte kaum noch deutlich sprechen.
Ihm war leicht schwindelig, als sie ihn an der Küchentür aufhielt. „Harry, kann ich mir Deine Eule leihen?"
„Natürlich, kein Problem. Hedwig wird sich freuen wenn sie etwas für dich erledigen kann", kam nuschelnd seine Antwort.
Im oberen Stockwerk hörte er wie eine Tür leise ins Schloß schnappte, Ron hatte sich wohl auch entschieden ins Bett zu gehen.
Kurz bevor die schwere Küchentür hinter ihm zuviel hörte er noch einmal ihre helle Stimme.
„Gute Nacht Harry, und träum was schönes."
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Authors note: Wenn Euch das Lesen nur halb soviel Spaß gemacht hat, wie mir das Schreiben dieses Kapitels, dann deut ich doch einfach ganz unauffällig nach unten links, grins. Bis bald.
