Disclaimer: Kein Naruto für mich. Alles für Kishimoto. (hello moto lol)
A/N: Kurzes Kapitel für zwischendurch :) Ich update übrigens anscheinend alle vier, fünf Tage. Schade, dass keiner was schreibt. Aber zumindest schaun ein paar Leute hie und da mal rein ;) viel spaß beim wortlosen kommentieren!
4. Kapitel - Der, der am belämmertsten dreinschaut
Kakashi hatte es sich eben auf einem Dach gemütlich gemacht, um sich einer dampfenden Portion Ramen hinzugeben, als er Besuch bekam.
„Sie??" ertönte eine Stimme. Verwundert sah er auf. Vor ihm stand der Junge von heute morgen. Inas Sohn. Abermals fiel ihm das praktische Gewand des Jungen auf. Eine Jacke mit vielen, verschieden großen Taschen. Ein Gürtel an dem alles von der Zahnbürste über die Wasserflasche bis zu Kunais aller Art hang und eine kurze Hose, die wohl genauso wärmen, wie auch Luft lassen konnte.
„Kennen wir uns?" erwiderte er ruhig und wandte sich wieder seiner Suppe zu.
„Natürlich! Sie sind dieser Perverse, der meine Mutter angegraben hat! Können Sie sich nicht an mich erinnern??" fuhr der Junge auf.
Kakashi hielt kurz inne, sah in den Himmel und schüttelte dann den Kopf. „Sie sind nicht nur pervers, sondern leiden auch noch an Alzheimer! Sie Volltrottel!"
„Was machst du hier auf den Dächern?" erwiderte Kakashi und blies den Dampf weg. Zwei Sekunden war der Junge hin und her gerissen. Einerseits wollte er sich auf keinen Fall auf ein zivilisiertes Gespräch mit ihm einlassen und andererseits hielt ihn doch etwas bei ihm.
„Ich will jetzt niemanden sehen", meinte er schließlich patzig.
„Tja… mit deiner Mutter ist es nicht leicht, was?" Wieder warf der Junge ihm einen abschätzigen Blick zu. Er beruhigte sich langsam, brach schließlich die Barriere.
„Leicht ist noch gar kein Ausdruck", murrte er.
„Sie war schon immer ihr eigener Typ. Aber das weißt du wahrscheinlich eh am Besten",
„Ja… ich meine…" Er schien neugierig zu werden. „Kennen Sie meine Mutter?"
„Kann man wohl so sagen", nickte Kakashi, rollte sich seine Gesichtsmaske herunter und schlürfte eine Portion Nudeln ein. „Wir haben zusammen gekämpft", Sofort ballte der Junge wieder die Fäuste.
„Das ist so verdammt unfair", Er stapfte mit dem Fuß auf. „Jeder darf kämpfen. Jeder macht diese verdammte Ninjaschule. Nur ich verrotte. Und wieso?" Er äffte in hoher Stimme: „Du hast doch keine Ahnung von Krieg. Lern erst Mal essen, dann können wir weiterreden. Wenn du schon über deine eigenen Füße stolperst, wie willst du dann ein Ninja werden?"
Unwillkürlich musste Kakashi glucksen. Ja. Das klang eindeutig nach Ina. „Man, ich hab's so satt. Und heute? Ich dachte, wir kommen hier her nach Konoha um ihn zu suchen. Aber nein, wir ziehen morgen schon wieder los. Manchmal denke ich, sie hat die Suche schon aufgegeben. Und mir erklärt sie immer irgendwas von Disziplin und Durchhaltevermögen. Pah…"
„Wen sucht ihr denn?" Er bemühte sich um einen beiläufigen Ton.
„Na meinen Vater!" Der Junge schnalzte mit der Zunge und ließ sich neben ihn fallen. „Er ist irgendwann nach meiner Geburt abgehauen oder verschwunden, was weiß ich – und jetzt suchen Mama und ich ihn. Schon mein ganzes Leben lang",
„Hast du ein Bild von ihm? Vielleicht kenne ich ihn ja",
„Nö. Nichts",
„Wie willst du ihn dann erkennen?"
„Meine Mutter meint, ich soll nach dem Ausschau halten, der am Belämmertsten dreinschaut. Der ist es dann", Wieder musste er leise lachen. Ina hatte sich wohl nach all der Zeit kein Stück geändert. Nachdenklich rührte er mit seinen Stäbchen in der Suppe. Der Junge hatte sich auf seine Arme zurückgestützt und beobachtete ihn derweil von der Seite. „Wieso sitzen Sie eigentlich hier oben? Sind Sie auch auf wen sauer?"
„Nein. Aber ich mag das Gefühl der Überlegenheit. Ich hab die Übersicht über den ganzen Markt und alle Menschen und die wissen es nicht einmal",
„Man…" Der Junge warf ihm einen trockenen Blick zu. „Sie sind wohl ein ganz perverser Psycho",
„Ich nenne es Ehrlichkeit. Man muss zu sich stehen",
„Ja?" Wieder schien der Junge etwas zu überlegen. Er musterte ihn intensiv und nahm sich dann ein Herz. Als würde es ihn überhaupt nicht interessieren, meinte er: „Wissen Sie… ich habe das Buch schon oft gelesen. Wirklich oft. Ich kenne es praktisch auswendig. Aber… könnte ich mir mal… ihre Version von dem Flirtparadies anschauen? Vielleicht ist sie ja anders, als meine",
Kakashi lachte in sich hinein. Amüsiert grinsend holte er das rosa Buch aus seiner Hosentasche. Die Augen des Kleinen leuchteten auf.
„Tust du eigentlich immer das, was dir deine Mutter verbietet?" fragte er.
„Nein, aber meine Mutter behandelt mich wie einen Fünfjährigen, der noch denkt, dass Kinder vom Storch kommen und dass sich Mädchen und Jungs rein gar nicht voneinander unterscheiden. Aber entschuldigung mal. Ich bin SECHZEHN! Ich hatte schon zig Freundinnen und hab mit denen rumgemacht, wie nichts. Sie sollte endlich mal einsehen, dass ich erwachsen geworden bin",
„Tja dann", Kakashi blätterte durch das Buch, fand sein Lesezeichen und wollte es herausholen, als ihm plötzlich der Junge über die Schulter schaute. Der bewegte sich ja ganz schön schnell. Und so lautlos.
„Hey, was ist DAS denn?" Als er sich noch über die Behändigkeit des Jungen wunderte, hatte sich dieser schon das Bild geschnappt. „Das sind ja SIE und meine Mutter… aber…" Kakashi hatte mit einer Bewegung das Bild wieder in der Hand.
„Hier, lies das", Er warf ihm das rosa Buch hin und hatte ihn damit erfolgreich abgelenkt. Mit einem Daumenschnippen hatte der Junge eine kleine Flamme über seiner Fingerkuppe erzeugt und blätterte damit gierig durch das Buch. Kakashis Blick fiel auf das halb vergilbte Bild in seinen Händen.
Es war in einer Zwischenstation entstanden. Sie hatten eben eine Mission erfolgreich erfüllt. Er hatte wie so oft ihrer beiden Leben riskiert. Sie hatte sich nie darüber beschwert.
Er hatte sie zum Essen eingeladen und sich ein paar Witze über sein Pseudo-Gentlemen-Gen anhören müssen. Aber es hatte ihr gefallen. So sehr sie auch immer den Macker raushingen ließ, so sehr genoss sie es doch, wenn man sie mal wie eine Lady behandelte.
Er hatte es anscheinend nicht oft genug getan. Auf jeden Fall waren sie am Weg dorthin bei so einem typischen Stand stehen geblieben. Schon einmal in Spendierlaune, hatte er dieses Bild von ihnen machen lassen. Sie standen einfach nebeneinander. Ihre Schulter ein bisschen vor seiner, einen halben Kopf kleiner als er.
Es hatte sich gut angefühlt. Auf dem Foto waren sie das Team, das sie all die Jahre lang gewesen waren. Am nächsten Morgen hatten sie ihren Auftrag bekommen. Zwei Tage später war sie für die nächsten siebzehn Jahre aus seinem Leben verschwunden.
Review?
