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Viele Wege führen zum Mord III
oder:
das dritte Universum
oder:
der dritte Streich
oder:
drei geheimnisvolle Fremde
oder:
There and never ever back again
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Kapitel III
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II
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Die neue Welt
I
Harry und Yeremi, mit Mary auf Harrys Schoß aßen ein Eis in Floreans, einem Cafe in der Winkelgasse und reflektierten, was sie heute schon alles getan hatten. Zuerst waren sie in der Apotheke gewesen, und hatten einen Hustentee gekauft. Dann waren sie bei Madame Malkins und hatten sich etwas dezentere und weniger staubige Kleidung gekauft. Und zuletzt waren sie zu Florish-&-Blotts gegangen, hatten nach der Zeitungsabteilung gesucht, sie gefunden und die Ausgabe des Tagespropheten vom Tag nach Halloween 1981 gelesen.
Godric's Hollow wurde attackiert!
Harry hatte sich von diesem Artikel eine Kopie gemacht. Sie war jetzt mit mehreren Eiscremeflecken beschmiert und sah schon relativ abgegriffen aus. Wie er befürchtet hatte, waren seine Eltern und sein anderes Selbst an diesen Tag gestorben. Ein Abschnitt fiel ihm besonders ins Auge. Es war ein Zitat von einem Auroren, der den Tatort untersucht hatte,
...der einjährige Sohn, Harry James Potter, wurde sonderbarerweise nicht wie seine Eltern mit dem Todesfluch getötet. An seinen Hals waren Würgemale zu erkennen. Wir haben Grund, anzunehmen, dass der,-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf den Jungen persönlich ermordet hatte. Die Stärke der Eindruckstellen deutet auf einen Akt purer Wut und Rachegelüste hin...
Harry schauderte. Es war schon ein seltsames Gefühl, von seinen eigenen Tod zu lesen. Er überflog den Rest des Artikels. Er merkte nicht, wie er erleichtert aufatmete, als er erfuhr, dass Pettigrew die selbe Nacht gefangengenommen wurde und Sirius nie nach Askaban gegangen ist.
Jerry warf ihm einen besorgten Blick zu. Harry faltete die Zeitung zusammen, nickte und gab ihr zu verstehen, dass er später erzählen würde. Jerry fuhr mit dem Eisessen fort. Harry griff auch zum Löffel... - als Mary anfing, nach Milch zu schreien. Harry stöhnte.
etwas später am Tag stieg das Trio aus dem Fahrenden Ritter. Yeremi war etwas grün im Gesicht und Mary klammerte sich unbewusst fest an Harrys Robe.
Harry wollte irgendwo in Hogsmead untersteigen. Yeremi war schon hellauf begeistert, Harry hatte ihr von Zonko's von der Heulenden Hütte und vom Drei Besen erzählt. Einen Besuch würden die drei sich nicht entgehen lassen.
Vor eben jenem Drei Besen standen sie jetzt. Sie wollten eigentlich eintreten, aber ein Haufen dunkel gekleideter Männer hinderte sie daran.
Harry stöhnte und fluchte, Yeremi griff zum Zauberstab.
"Hallo ihr widerwärtigen Todesser, wollt ihr uns nicht durchlassen?" schrie Yeremi.
Die widerwärtigen Todesser nickten einander zu und begannen, sich den hilflos erscheinenden Kinder zu nähern, sie achteten nicht wirklich darauf, sich gegenseitig zu decken, oder dass die Gruppe Gefangener, die sie sich in ihren heutigen Raubzug gemacht haben, zurück und völlig deckungslos blieb.
"Rückzug!" rief Harry.
"Zum Angriff!" rief Yeremi.
Harry stöhnte und willigte ein. Jerry grinste.
In kurzer Zeit waren sie von den Todessern umrundet. Inzwischen hatte auch Harry seinen Zauberstab hervor geholt. Jerry und Harry standen Rücken an Rücken. Mary lag im linken Arm von Harry und feuerte beide an.
"Stupefi", "Stupefi" - die Todesser eröffneten das Feuer.
"Protego", Harry blockte, "Silencio" Jerry ging in die Offensive.
"Avadra Kedavra" dieser Todesser war wirklich kaltblütig.
Ducken, drei Stupefis.
drei geschockte Todesser.
Zwei blieben übrig.
Eins: "Crucio"
Harry schrie. Yeremi zögerte eine Sekunde. "Tarantella"
Harry keuchte, "Stupefi"
Eins war weg Nummer Zwei blieb noch.
Der letzte Todesser hielt inne. Er sah seine Kameraden, die alle bewusstlos am Boden lagen und dachte für einen Moment nach. Dann rannte er.
Die Stupefis, die nach ihm folgten verfehlten.
Harry und Yeremi grinsten sich an. Fürs erste war das ein toller Erfolg gewesen. Die Todesser im dritten Universum waren genauso dumm wie die im ersten und zweiten. Das war gut zu wissen.
Die Gefangenen der Todesser, die jetzt keine Gefangenen mehr waren starrten ihre Retter an. Die Pubgäste des Drei Besens lugten durch die rußigen Fensterscheiben hindurch und trauten ihren Augen nicht. Madame Rosmerta, die Inhaberin des Pubs, stand in der Tür und schüttelte ungläubig den Kopf.
"Ihr habt wirklich einen Radau angestellt." sagte sie.
"Das war fantastisch!" rief einer der Pubgäste.
Zustimmendes Gemurmel.
"Ihr habt uns gerettet."
Die ehemaligen Gefangenen begriffen erst jetzt ihr Glück und jubelten.
Yeremi grinste. "Wir sind Helden."
Harry nickte lächelnd. "Komm, lass uns hineingehen."
Sie gingen hinein, was sich als ein nicht leichtes Unterfangen herausstellte. Der Pub war überfüllt mit jubelnden Gästen. Yeremi und Harry versuchten, sich unbemerkt durch die immer größer werdenden Menschenmengen zu quetschen. Hände griffen nach ihnen um sie zu gratulieren, man sprach sie an und sprach über sie.
Yeremi und Harry drängten sich zu einem nur halb besetzten Tisch in der hinteren rechten Ecke.
Harry räusperte sich, "Entschuldigen sie, ist dieser Platz besetzt?"
Die beiden Männer, die sich einen Moment zuvor noch rege unterhalten haben, schreckten hoch.
"O-oh...ja natürlich...ich mein,... der Platz ist nicht besetzt.." stotterte der Schnauzbärtige.
Der andere, der glatzköpfige alte, lächelte süß. "Es ist uns eine Ehre, die beiden Meisterdueller an unseren Tisch begrüßen zu dürfen." er gestikulierte wild, "Setzen sie sich doch!"
Harry und Yeremi setzten sich. Mary kuschelte sich in Harrys Armen und schloss die Augen.
Der alte Glatzköpfige nahm einen kräftigen Schluck seines starken Feuerwhiskeys. "Man trifft nicht täglich solche Leute wie sie... fünf gegen zwei, alle Achtung."
"Drei." korrigierte Harry, "Fünf gegen drei."
Der Glatzköpfige schaute ihn fragend an.
"Yeremi, Mary und ich." Harry zeigte abwechselnd auf jeden von ihnen.
Der Glatzköpfige kicherte, "Die kleine Mary zählt wohl nicht..."
Yeremi fuhr auf, "Sie hat uns angefeuert."
Harry nickte, "Ohne moralische Unterstützung wären wir nicht durchgekommen."
Der Glatzköpfige lachte, "Ihr seid mir ein Völkchen..." er nahm einen weiteren Schluck, "Ist nicht häufig, dass man Leute trifft, die keine Angst vor Todessern hat, eh?"
Harry zuckte mit den Schultern, "Das eben waren Anfänger..."
Der Glatzköpfige verschluckte sich an seinen Whiskey und musste husten, "A..anfänger..." er setzte das Glässchen ab, "Ihr müsst Verrückte sein..."
"Nein Genies." sagte der Schnauzbärtige.
Der Glatzköpfige winkte ab, "Genie liegt nicht weit vom Wahnsinn entfernt." er nahm einen weiteren kräftigen Schluck.
Der Schnauzbärtige grinste in seinen Kräutertee hinein, "I-ich hab euch noch nie gesehen..."
Yeremi nickte, "Wir sind neu hier."
Der Glatzköpfige schüttelte den Kopf. "Heutzutage geht keiner mehr freiwillig an diesen trostlosen Ort. Wirklich, was führt euch hierher? Die Gefahr schwebt überall. Britannien hat keine Zukunft mehr."
"So schlimm?" fragte Yeremi. Harry trat ihr auf den Fuß.
Der Glatzköpfige lachte trocken. "Dieses Land wird nicht mehr vom Ministerium regiert, Du-weißt-schon-wer verbreitet zuviel Angst. Wer nicht auf der Seite der Gewinner ist, ist auf der Seite der Verlierer. So einfach ist das. Das ist die einzige Regel."
Der Schnauzbärtige nickte. "E..s ist schlimm..."
Yeremi empfand Mitleid. "Ich hab's ja immer gesagt, Ol'Voldie ist ein Arschloch."
Die beiden Männer schauten ihn baff an, Harry musste lachen.
"D-du h..hast IHN beim Namen genannt..." der Schnauzbärtige zitterte.
Yeremi zuckte mit den Schultern, "Und?"
Inzwischen hörte die gesamte Gästepopulation des 'Drei Besens' dem Wortwechsel in der hinteren rechten Ecke des Saales zu. Die Stille wurde nur ab und zu vom Klirren eines Glases gegen das Gesteck unterbrochen. Madame Rosmerta lehnte sich interessiert über den Tresen ihrer Bar.
Harry war das Begaffe sichtlich unangenehm. Yeremi war nur verwirrt und Mary schlief tief und fest.
Harry lächelte entschuldigend, "Wir wollten sie nicht verletzen..."
Der Glatzköpfige machte eine wegwerfende Handbewegung, "Wie alt seid ihr eigentlich?"
Harry war der Themawechsel angenehm. Die Gäste an den Nachbartischen hörten weiterhin interessiert zu. "Mary wird bald eins, Yeremi ist elf und ich bin siebzehn."
Der Glatzköpfige schüttelte verwundert den Kopf. "So jung..."
An den anderen Tischen brach das Gemurmel aus.
"W-wo sind ei-eigentlich eure Eltern?" fragte der stotternde Schnauzbärftige.
"Sie wollten eigentlich gleich nachkommen." sagte Harry ausweichend.
Yeremi war verwirrt, "Haben wir überhaupt El- MMMH!"
Harry hielt ihr die Hand vor dem Mund. Er flüsterte ein paar missbilligende Worte. Yeremi flüsterte heftig protestierend zurück.
Der Glatzköpfige und der Schnauzbärtige schüttelten traurig den Kopf. Wieviele Waisenkinder würde der Krieg noch hervorbringen?
Madame Rosmerta stand auf und kam zum Tisch gelaufen um die Bestellungen anzunehmen.
Für Harry und Yeremi war der Abend gelaufen. Mary war zwischenzeitlich aufgewacht. Nach einer Weile hatten der Glatzköpfige und der Schnauzbärtige sich verabschiedet und die Bar verlassen.
Harry hielt sich seine gequetschte Hand. Der Schnauzbärtige war ungewöhnlich stark. Er hatte ihm beinah die Hand gebrochen, als sie sich die Hände geschüttelt hatten.
Er schaute sich um. Jetzt standen auch die letzten Gäste auf und begaben sich Richtung Ausgang.
Madame Rosmerta ging zu den in der Mitte des Raumes stehenden Personen. Mit den Händen in die Hüften gestemmt baute sie sich vor ihnen auf. "Wollt ihr hier Wurzeln schlagen? Macht, dass ihr nach Hause kommt!"
Harry und Yeremi sahen sich unsicher an. Nach einigen Sekunden nickte Harry bestimmt.
Harry schaute ängstlich zu Rosmerta auf, die um mindestens einen Kopf größer war als er. Madame Rosmerta schaute grimmig auf ihn herab. Harry lächelte unsicher. "Hätten sie noch ein Zimmer frei?"
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Die neue Welt
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II
I
Ende
