Er war wuetend auf sich selbst, auf Felicity und auf den Mann der angeblich ihr Vater war. Noch nie hatte er sie so voller Panik erlebt, sie wirkte fast wie ein scheues Reh das von einer Meute Jaeger gejagt wurde.
Der Aufzug oeffnete sich, er war zurueck. Felicity saß an ihrem Schreibtisch, sie blickte nicht auf.
„In mein Buero SOFORT", sagte er laut und bestimmt, Felicity zuckte zusammen. Es brodelte in ihm das wusste sie, noch nie hatte er sie so laut angesprochen diese Stimme war normalerweise fuer die gejagten des Bogenschuetzen vorgesehen.
Auf wackligen Beinen betrat sie sein Buero, er stand am Fenster und schaute nach draussen, seine Arme lagen dicht an seinem Koerper, seine Haende waren zu Faeusten geballt.
„Oliver es…", brach sie die Stille, „es tut mir leid."
Er drehte sich um und seine dunklen Augen verfaerbten sich wieder zu den tiefen sinnlichen blau.
„Felicity was tut dir leid", er atmete tief aus, „was ist los mit dir? Wer ist dieser Kerl und warum hast du solche Angst vor ihm? Ich habe dich noch nie so gesehen, so voller Panik, Angst und so zerbrechlich. Aber das schlimmste ist, ich habe dich in dies Position gebracht. Als du angefangen hast mit Diggle und mir zu arbeiten, hab ich mir geschworen dich nie in solch eine Situation zu bringen und jetzt habe ich es getan."
Unglaeublich schaute sie ihn an, hatte er ihr damit gerade sagen wollen dass er doch Gefuehle fuer sie hatte? Sie musste sich setzen und fing an nervoes mit ihren Fingern zu spielen, „Es ist nicht deine Schuld, das ist eine lange alte und komplizierte Geschichte, ich dachte sie wuerde nie wieder zur Sprache kommen."
Er verließ seinen Platz am Fenster, setzte sich neben sie auf die Couch und legte seine Hand auf ihre Haende, „Erzaehl es mir, wir haben den ganzen Nachmittag Zeit."
„Ich … ich kann nicht", stammelte sie den Traenen nahe.
Oliver schob seine Hand unter ihr Kinn, hob es an und schaute ihr in die Augen, „Doch du kannst, egal was es ist ich bin fuer dich da."
Ihr Herz schlug schneller, sein Blick war so sanft und voller Ehrlichkeit, doch die Angst vor seiner Reaktion auf ihre Vergangenheit ließ sie zoegern, „ Du wirst mich mit anderen Augen sehen, das will ich nicht."
Oliver hatte den Blick nicht von ihr abgewendet, „ Egal was geschehen ist, oder was du getan hast, du wirst immer die wundervolle unglaubliche Felicity Smoak bleiben, die Frau die mich als Mensch sieht nicht als Playboy, die Frau die mich zum Strahlen bringt." Er ließ die Hand von ihrem Kinn sinken und strich ihr noch einmal sanft ueber die Wange. Ihr Haut war so weich, wie gerne wuerde er sie jeden Tag beruehren, wie gerne wuerde er sie in seine Arme schliessen, aber das war nicht der Richtige Zeitpunkt dafuer.
Felicity sammelte sich und begann mit leiser Stimme zu erzaehlen
„ Ich wurde in Central City geboren, wir hatten ein kleines Haus und mein Vater war Geschichtsprofessor an der Central City Universitaet, meine Mutter arbeitete als Krankenschwester im Central Hospital. Eines Abends kam mein Vater nicht nach Hause, meine Mutter rief in der Uni an aber die hatte er schon seit Stunden verlassen. Meine Mutter erhielt einen Anruf von der Polizei… mein Vater war bei einem Autounfall ums Leben gekommen, ich war damals 2 Jahre alt", sie hielt inne, es schmerzte Oliver sie so zu sehen, „ Danach veraenderte sich unser ganzes Leben, meine Mutter war nur noch am arbeiten um das Haus zu halten, sie lachte nicht mehr und war nur noch ein Schatten ihrer selbst, bis nach 3 Jahren Edward in ihr Leben trat. Ich dachte jetzt geht es aufwaerts, sie fasste wieder Lebensmut, er war gut zu ihr und auch zu mir, wir unternahmen viel zusammen. Die beiden heirateten ein Jahr später und alles aenderte sich schlagartig, Edward begann mehr als nur nett und freundlich zu mir zu sein, wenn meine Mutter nicht in der Naehe war."
Olivers Herz blieb stehen, das war nicht Real was er da gerade hoerte, er musste sich verhoert haben.
„Was meinst du damit?" fragte er und flehte das es nicht passiert war.
Felicity erhob sich von der Couch und ging zum Fenster
„Oliver bitte, „sie schloss die Augen und sprach weiter, „ bitte frag nicht weiter, du weißt was es bedeutet und es ist schwer genug, es dir zu erzaehlen."
Er nickte, „Wie lange?"
Sie schlang ihre Arme um ihren Koerper
„297 Tage um genau zu sein 189 Naechte und 108 Tage, dann hab ich versucht mich zu wehren… Als meine Mutter nach Hause kam an diesem Tag und mich sah ist ihr fast das Herz stehen geblieben. Ich hatte ein blaues Auge und eine Platzwunde am Kopf. Sie setzte Edward sofort vor die Tuer, aber er kam in der Nacht wieder total betrunken und schlug meine Mutter. In dieser Nacht haben wir unsere Sachen gepackt und sind nach Gotham City. Dort hat er uns aufgespuert nach ein paar Monaten, also sind wir nach Metropolis, aber dort war es genauso. Unser letztes Ziel war Starling City, hier hatten wir keine andere Wahl als zur Polizei zu gehen und unsere Geschichte zu erzaehlen. Sie fanden ihn in Metropolis und nahmen ihn fest. Im Gericht schwor er Rache, also bekamen meine Mutter und ich eine neue Identitaet."
„Wie ist dein richtiger Name?" War alles was Oliver rausbringen konnte, ihm war schlecht und er hasste sich dafuer das er diesen Mann in ihre Naehe gelassen hatte.
„Megan Miller, nicht sonderlich originell oder", versuchte sie zu scherzen, aber er wusste das sie den Traenen nahe war und mit diesem Spruch einfach nur versuchte es zu ueberspielen.
Er ging zu ihr und schloss sie in seine Arme
Sie fuehlte sich sicher, zum ersten Mal seit Jahren und zum ersten Mal nach dieser schrecklichen Woche, sie spuerte wie die Traenen in ihr hoch stiegen, sie lehnte den Kopf an seine Brust.
Oliver hielt sie und es fuehlte sich nicht falsch an, sondern 100% richtig. War es vielleicht doch falsch sich von ihr fern zu halten? Nach allem was sie ihm gerade erzaehlt hatte und obwohl sie gerade weinend an seiner Burst lag, hatte er immer noch das Gefuehl das sie ihm Staerke und Geborgenheit gab und nicht er ihr. Es waren Gefuehle die er schon lange nicht mehr hatte.
Er hatte keine Ahnung wie lange er sie in seinen Armen gehalten hatte, Sekunden, Minuten oder gar Stunden, ihre Traenen waren versiegt und sie schaute ihn an.
„Moechtest du mir noch den Rest der Geschichte erzaehlen?" fragte er sie, aber er entließ sie nicht aus seiner Umarmung
Sie nickte und begann, „ Letzte Woche fand ich eine Nachricht, die unter meiner Tuer durch geschoben war, darauf stand dass er mich gefunden hatte. Ich geriet sofort in Panik, hab meine Sachen gepackt und mein Apartment verlassen."
„Wo bist du hingegangen?"
„ Ins Verdant", antwortete sie kleinlaut.
Nun entließ er sie aus seiner Umarmung und schaute sie an, „ Du hast die ganze Woche auf der Couch im Keller des Verdant geschlafen? Was ist mit deiner Mutter, weiß sie Bescheid?"
Sie schaute ihn mit großen verweinten Augen an, „ Sie starb als ich 18 war."
Erneut zog er sie in seine Umarmung, es schmerzte ihn, er kannte das Gefuehl, „Felicity, es tut mir so leid. Warum hast du mir nichts gesagt oder Diggle, wir waeren fuer dich da gewesen du haettest in meinem Haus uebernachten koennen, die Queen Mansion ist groß genug."
„Ich hatte einfach nur Angst und was haette ich dir erzaehlen sollen, noch mehr Luegen?"
„Richtig, aber jetzt weiß ich es und nun wirst du bei mir uebernachten. Und wann hast du das letzte Mal etwas gegessen?"
„ Gestern ein Apfel."
Er zog seine Augenbraue nach oben, „Ich meine etwas richtiges."
Sie schaute auf den Boden, „Mit dir und John bei Big Belly Burger."
„Felicity das war der Freitag bevor du die Nachricht von deinem Stiefvater bekommen hast, „sagte er mahnend, „Ok der Plan sieht folgendermaßen aus, wir fahren ins Verdant holen deine Sachen, gehen was essen und dann bring ich dich zu mir."
„Danke Oliver"
„Fuer was? Dafuer das ich fuer den Menschen da bin der mir am meisten am Herzen liegt?" hatte er das wirklich gerade ausgesprochen? Er schaute Felicity an und als er ihren Blick sah wusste er, dass er es getan hatte. Aber es entsprach der Wahrheit und nach Felicitys Geschichte war es ihm bewusst geworden. Felicity wuerde immer in Gefahr sein, egal ob durch ihn oder durch andere Umstaende. Sie wurde oft mit Oliver Queen gesehen, man wusste dass sie Kontakte zum Bogenschuetzen hatte, alleine diese kleinen Tatsachen stuften sie als gefaehrdet ein. Aber er brauchte sie, sie gab ihm das Gefuehl komplett zu sein. Und der andere Aspekt war, im Moment konnte er sie nur beschuetzen wenn sie fuer ihn arbeitete, aber wenn er mit ihr zusammen waere koennte er sie rund um die Uhr beschuetzen und sie auch noch spueren und bei Gott das und wollte er.
