Kapitel 3
10 Monate später
Irgendetwas war mit seiner Tochter passiert, das hatte der König sofort nach der Rückkehr aus Rom bemerkt. Als sie schon am dritten Tag wieder bei Hofe aufgetaucht war, hatte er sich gewundert – hatte sie doch von einer Woche Urlaub geschrieben. Und die Art nach ihrer Rückkehr überraschte ihn, eigentlich hätte sie nach ihrem kleinen Abenteuer aufgedreht und stolz sein müssen und ihm jedes noch so kleine Detail erzählen sollen, aber nichts von dem war passiert. Schweigend und seltsam abwesend hatte sie ihre wachsenden Pflichten als Thronerbin und erste Frau im Staate aufgenommen. Der König hatte das Gefühl, als wäre sie nicht mit dem Herzen dabei.
Auch das Verhältnis zu Jane, ihrer Vertrauten aus Kindheitstagen, schien sich merklich abgekühlt haben. Sonst waren die beiden unzertrennlich gewesen, Jane hatte eigentlich bei ihnen gewohnt, aber jetzt hatte Jane sich in ihr eigenes kleines Reich zurückgezogen und dort, wie man hörte, die Zügel in die Hand genommen.
Eigentlich hätte der König auf Liebeskummer getippt, aber das traute er seiner Tochter nicht zu. Lizzy war viel zu vernünftig, um sich im Urlaub in irgendeinen Wildfremden zu verlieben (sie war ja nur zwei Tage weg gewesen) und ihm dann so lange nachzutrauern. Sie wusste viel zu gut, wer sie war und was man von ihr erwartete. Sich einfach so zu verlieben, das passte nicht.
Der König seufzte, in solchen Situationen fehlte ihm seine Frau schmerzlich. Mit ihr könnte Lizzy von Frau zu Frau über ihre Sorgen reden, dachte er. Er fühlte sich damit überfordert. Einmal hatte er sie in ihrem Zimmer aufsuchen wollten und sie hatte in der Fensterbank gesessen und seufzend aus dem Fenster gestarrt, da hatte er das klärende Gespräch doch lieber sein lassen. Er vermisste seine Frau, die gestorben war, als Lizzy 5 Jahre alt gewesen war. Glücklicherweise besagte die Verfassung ihres Landes schon seit Mitte der 50er Jahre, dass das erstgeborene Kind unabhängig vom Geschlecht die Herrschaft übernehmen würde, sodass er nicht noch einen männlichen Erben produzieren und noch einmal heiraten musste, um den Herrschaftsanspruch der Familie zu sichern. Er hatte seine Frau sehr geliebt und war glücklich, dass sie ihm Lizzy geschenkt hatte. Sie war sein ein und alles. Aber jetzt fragte er sich, ob er ihr nicht zu viel zugemutet hatte. Mit 16 hatte sie offiziell den Platz ihrer Mutter als erste Frau im Staate eingenommen und war auf ihr Amt vorbereitet worden. Zahlreiche Auslandsaufenthalte folgten und mit 21 war sie fürs Studium in die Staaten gegangen, wo sie noch einmal relativ unbehelligt sein sollte.
Nach ihrer Rückkehr wirkte sie reifer denn je, wie eine Regentin in der Warteschleife. König George war jetzt 65 Jahre alt, aber er spielte noch nicht mit dem Gedanken an eine Abdankung, erst sollte Lizzy ihre eigene Familie gegründet haben und noch das Leben genießen – den Aufenthalt in Rom hatte er ihr gern gegönnt. Sie entlastete ihren Vater sehr. Was war jetzt bloß los mit ihr? Zum Teufel, er wusste nicht, was er mit ihr anstellen sollte. Sie erledigte ihre Aufgaben ohne Murren und mit Bravour, die meisten Menschen waren verzückt von der jungen Kronprinzessin, aber der König merkte, dass etwas anders war. Es fehlt der Enthusiasmus, früher hatte sie wirkliches Interesse am Volk gezeigt, jetzt wirkte sie fast gefühlskalt, reserviert gegenüber den Menschen, als spiele sie nur eine ungeliebte Rolle.
Gerade in diesem Augenblick betrat das Objekt seiner sorgenvollen Gedanken sein Zimmer.
„Papa, ich wollte nur wissen, ob alles glatt geht mit dem Ball morgen. Ist alles organisiert?"
„Ja, alles perfekt, mein Kind. Du musst dir keine Sorgen machen, es ist ja nicht dein erstes Mal, du kennst die Prozedur ja schon. Du musst dir gar keine Gedanken machen."
„Gut." Elizabeth wollte die Tür gerade schließen, als ihr Vater sie zurück rief.
„Elizabeth?"
„Ja?"
„Ähm, nun ja", verdammt, jetzt fehlten ihm die Worte. „Ich wollte nur, also… zu dir… Ich möchte dir morgen gern jemanden vorstellen. Wir bekommen Besuch aus dem Ausland, der Besitzer von Anne's kommt vorbei, er plant ja eines seiner Projekte in unserer Stadt und da er zum englischen Hochadel gehört, habe ich ihn eingeladen. Du solltest ihn kennen lernen."
Er hatte nicht gemerkt, wie bei der Erwähnung von Anne's die Farbe aus dem Gesicht seiner Tochter gewichen war.
„Gut", sagte sie erneut. „Sonst noch etwas?"
Der König schüttelte den Kopf und Elizabeth verließ das Zimmer. Jetzt war er schon wieder nicht zur Sache gekommen! Er seufzte.
Bei der Erwähnung von Anne's waren Elizabeths Gedanken natürlich sofort zu Will geeilt. Er hatte gesagt, er arbeite für die Hotelkette, was er jetzt wohl machte? Ob er immer noch in Rom war?
Auch nach 10 Monaten waren ihre Gefühle für ihn nicht abgekühlt. Sie bereute ihr plötzliches Verschwinden zutiefst. Warum zum Teufel hatte sie das getan? Doch es war zu spät. Sie liebte ihn, aber jetzt musste sie mit dieser Entscheidung leben. Ob er wohl schon wusste, mit wem er die Nacht verbracht hatte? Sie war ein von der Presse recht unbehelligtes Königskind (weil das Interesse an ihr und ihrem Vater sehr gering war) und sie wusste nicht, ob er sich mit den europäischen Königshäusern auskannte. Hatte er wohl schon von ihrer wahren Identität erfahren?
Elizabeth litt. Auch Jane, ihre beste Freundin, redete nicht mehr mit ihr, ihre Beziehung war vollkommen erkaltet. Sie machten Elizabeth für ihre Trennung von Charles verantwortlich. Durch die überstürzte Abreise, zu der sie Jane quasi gezwungen hatte, war diese von ihm getrennt worden und noch nicht einmal eine Nachricht hatte sie hinterlassen können. So weit wie Lizzy war Jane mit Charles nicht gegangen, aber auch sie litt an extremem Liebeskummer. Noch nicht einmal den Nachnamen ihres Liebsten kannte sie. Ihn ausfindig zu machen erschien ihr unmöglich. Sie machte Lizzy für ihr Leid verantwortlich, vor allem auch, weil diese nie den Grund für die plötzliche Abreise genannt hatte.
Fitzwilliam Darcy war nicht mehr lange in Rom geblieben. Lizzys Abgang hatte ihn tief getroffen. Er konnte es sich nicht erklären. Was würde er darum geben, sie wieder zu sehen, damit sie ihm alles ins Gesicht sagen konnte. Zunächst war er wütend auf sie gewesen, ihn einfach so zu verlassen, zu meinen, mit diesem lächerlichen Brief würde alles besser werden. Er hatte es bis jetzt noch nicht verstanden. Er hatte sie so nah an sich heran gelassen wie nur wenige Menschen zuvor – er hatte sich wirklich in sie verliebt und nach der Nacht war ihm alles egal gewesen, ob er nun der Duke of Derbyshire war oder nicht, mit ihr wollte er den Rest seines Lebens verbringen. Und dann war sie einfach so verschwunden, mit so vagen Andeutungen, dass sie ihn zwar liebe, aber dass es so besser sei. Was hatte das zu bedeuten?
Hassen konnte er sie nicht. Er hatte den Brief auch nicht zerrissen oder verbrannt oder so, er hatte ihn noch immer – er kannte ihn auswendig. Vergessen konnte er sie nicht und da er nur ihren Vornamen kannte und noch nicht einmal wusste, in welchem Hotel sie gewohnt hatte, war sie wie vom Erdboden verschluckt.
Charles ging es nicht viel besser, mit Lizzy war auch Jane verschwunden, aber er hatte nichts von ihr. Will las von Zeit zu Zeit ihren Brief und schwelgte in schmerzlichen Erinnerungen und Gefühlen, aber Charles litt auch sehr stark, das konnte man sehen.
Will war so schnell wie möglich nach Hause zurückgekehrt und hatte sich in die Arbeit vergraben, Lizzys Namen hatte er vor niemandem mehr erwähnt, keiner Seele hatte er von ihr erzählt. Charles war noch geblieben, um Jane zu suchen, obwohl Will ihm die Hoffnungslosigkeit seines Unterfangens vor Augen geführt hatte. Natürlich war Charles ohne jede Spur und vollkommen zerschlagen aus Rom wiedergekommen. Will hatte ihm nicht gesagt, dass er vielleicht mit Schuld am plötzlichen Verschwinden hatte, er nahm an, dass Lizzy die treibende Kraft bei der Abreise gewesen war und wenn er nicht so weit mit ihr gegangen wäre, dann hätte Charles wohl noch mehr Zeit mit Jane verbringen können, aber jetzt waren sie beide weg.
Will litt allein, er hatte sich in die Arbeit gestürzt, um sie zu vergessen, er war noch verschlossener geworden, zu tief saß der Schmerz. Er hatte andere Frauen kennen gelernt, aber er konnte dieses eine Mädchen aus Rom nicht aus seinem Kopf bekommen. Oftmals saß er abends allein in seinem Zimmer und schaute ins Leere, er dachte an sie und an die beiden wundervollen Tage in Rom, an alles, was sie zusammen gemacht hatten, jede noch so kleine Berührung. Will wusste, dass er immer mehr zu einem komischen Kauz wurde und es mittlerweile bitter war, dass er diese eine Frau nicht haben konnte, wo doch so viele andere zu seinen Füßen lagen, aber er konnte nicht anders.
Die „normale" Arbeit bot nicht genug Ablenkung. Jetzt hatte er persönlich das Projekt in Lothlorieth übernommen. Das Königreich in Südeuropa war eine Steueroase und dort plante er einen weitläufigen luxuriösen Gebäudekomplex. Er war in das Land gereist und hatte sich alles angesehen. Es gefiel ihm dort, aber auch hier lag die Erinnerung nicht weit. Die Amtssprache war Spanisch – das hatte Lizzy auch gesprochen und er wünschte sich, sie wäre jetzt hier mit ihm.
Als er die Einladung zum alljährlichen königlichen Ball anlässlich des Nationalfeiertages bekommen hatte, hatte er natürlich nicht ablehnen können. Wer weiß, vielleicht tat ihm diese andere Gesellschaft ja auch mal ganz gut und gute Verbindungen zur Herrscherfamilie (die, wie er erfahren hatte, nur aus dem König und seiner bildhübschen Tochter bestand) konnten bestimmt nicht schaden.
Prinzessin Elizabeth wartete einfach nur auf das Ende dieses Abends. Sie konnte nicht mehr, immer lächeln, Smalltalk hier, Smalltalk da, höflich sein, Interesse vortäuschen, sie wollte nicht mehr. Und gleich würde auch noch der Tanz losgehen. Vorher wollte ihr Vater sie noch mit diesem Duke bekannt machen, wahrscheinlich sollte sie mit ihm den Ball eröffnen, ihr Vater tanzte selbst nicht mehr. In Gedanken hatte sie sich ihn schon als dicken Mittvierzieger vorgestellt, der nur an Geld und Geschäfte dachte und nur gekommen war, um ihre Gunst für mögliche weitere Projekte zu erlangen. Er konnte aber auch noch so gut aussehend sein, alle noch so tollen Männer verblassten doch bei dem Gedanken an Will.
Und tatsächlich holte ihr Vater sie kurz darauf und führte sie auf einen hoch gewachsenen, dunkelhaarigen Mann zu. Er ist genauso groß wie Will, dachte Lizzy.
Ihr Vater wandte sich an den Mann. „Mylord, darf ich Ihnen meine Tochter vorstellen? Ich hatte gehofft, dass Sie mir die Ehre erweisen und an meiner Stelle mit ihr den Ball eröffnen würden."
Der Mann nickte, Elizabeth stand noch hinter ihm, sie wollte ihm nicht vorgestellt werden.
Ihr Vater winkte sie an seine Seite. „Elizabeth, das ist Fitzwilliam Darcy, Duke of Derbyshire, Lord Darcy, das ist meine Tochter, Kronprinzessin Elizabeth."
Elizabeth blickte auf und wollte ihm die Hand reichen, als sie ihn plötzlich erkannte. Es war Will! Das konnte nicht sein, ihr Verstand musste ihr einen Streich spielen, weil sie sich so sehr nach ihm gesehnt hatte.
Aber auch ihr Gegenüber erstarrte, was sehr dafür sprach, dass es auch auf seiner Seite ein Wiedererkennen gab. Er fing sich schneller als sie und seine Haltung wurde steifer, er verbeugte sich leicht.
„Königliche Hoheit", sagte er vollkommen ruhig.
„Sir", entgegnete Elizabeth mit leicht zittriger Stimme.
Ihr Vater hatte nichts davon bemerkt. Er legte einfach die Hand seiner Tochter in die seines Gastes und gab ihnen einen Schubs in Richtung Tanzfläche. Er gab das Zeichen für die Musik und ehe Elizabeth sich versah, drehte sie sich mit Will über die Tanzfläche.
Elizabeth sah ihn an, sein Gesichtsausdruck war nicht zu lesen, er schien einen Punkt über ihrer rechten Schulter zu fixieren.
„Will", sagte sie leise, als immer mehr Paare auf die Tanzfläche traten und sie nicht mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit standen.
Er blieb stumm.
„Will, es tut mir Leid."
„Ich weiß nicht, wovon königliche Hoheit reden", lautete die Antwort.
Gott, er hasste sie!
„Will, lass mich erklären, lass mich mit dir reden."
„Tut Euch keinen Zwang an, königliche Hoheit, was auch immer Ihr zu sagen habt."
„Aus deiner Reaktion entnehme ich, dass du bis eben nichts von meiner wahren Identität wusstest – ich ja übrigens ebenso wenig von deiner. Denk doch, dass ich dich für jemand ganz anderen hielt, verstehst du mich?"
„Nur weiter königliche Hoheit, Ihr haltet Euch ganz gut. Ich nehme jetzt mal an, dass Ihr ja nicht alle nächtlichen sexuellen Abenteuer, die Ihr vor dem Aufstehen verlasst, auf dem offiziellen Ball Eures Vaters wieder trefft. Ihr macht das eigentlich ganz gut", seine Stimme klang hart.
„Du warst kein sexuelles Abenteuer. Ich hatte es doch geschrieben, ich mochte dich wirklich, aber als der für den ich dich hielt, hätte das mit uns nie im Leben geklappt. Ich hielt es für besser."
Will lachte kalt. „Angst vor einem Skandal, nicht wahr, königliche Hoheit? Es passte wohl nicht in Euer Weltbild, sich mit einem kleinen Angestellten von Anne's zu zeigen. Seid Ihr schon einem Adeligen aus Eurem Land versprochen?"
„Ich bin niemandem versprochen. Versteh doch", flehte sie, „stell dir vor, du wärst wirklich nur ein Hotelangestellter gewesen und du hättest erfahren, dass ich die zukünftige Königin von Lothlorieth bin. Es wäre zu viel gewesen. Du kannst dir den Druck gar nicht vorstellen. Ein normaler Mensch kommt mit so etwas nicht klar, ich wollte dich schützen."
„Königliche Hoheit werden bestimmt einmal eine ganz hervorragende Monarchin. Ihr versteht es schon jetzt, Entscheidungen für andere zu treffen, ohne auf deren Wohl zu achten."
„Ich habe doch sehr wohl an dich gedacht, mehr sogar als an mich.
Will schnaufte. „Königliche Hoheit sind so selbstlos."
„Ich habe auch gelitten, glaub es mir. Aber ich war besorgt um dich. Ich dachte, du würdest es verstehen, sobald du weißt, wer ich wirklich bin." Warum hörten sich ihre Argumente so kalt und berechnend an?
Will sagte nichts und Elizabeth dachte schon, sie würden den Rest des Tanzes in Schweigen verbringen und ihn danach nicht wieder sehen, als er seinen Mund öffnete.
„Was hast du dir eigentlich dabei gedacht, Lizzy?", zischte er. „Einfach so abzuhauen und mir nur einen Brief zurückzulassen!? Das war nicht gerade die feine englische Art. Und dann auch noch so ein Brief, in dem steht, ich würde früher oder später alles verstehen. Wann hätte ich denn erfahren sollen, dass ich die Ehre mit der Kronprinzessin des Landes Lothlorieth hatte? So oft bist du ja dann doch nicht in der Öffentlichkeit zu sehen. Und wie hätte ich dann darauf reagieren sollen? Hätte ich dankbar sein sollen, dass ich mit dir schlafen durfte und du dann so nett warst, mir wenigstens einen Brief zu hinterlassen, in dem du mir schreibst, dass du mich zwar liebst, aber es ging nicht anders? Sollte ich den verständnisvollen Verlassenen spielen? Wolltest du an meine Ehre appellieren? Hast du vielleicht gedacht, der Brief würde mich besänftigen, sodass ich meine Story á la ‚Was Prinzessinnen im Urlaub so treiben' nicht an irgendeine Boulevardzeitung verkaufe? Was zum Teufel wolltest du erreichen?
Als Prinzessin lernt man doch, sich an bestimmte Regeln zu halten. Gehört dazu nicht auch, dass man aufpasst, mit wem man Sex hat? Da du ja wusstest, was auf dem Spiel steht – du sprachst eben von Druck – hätte dir doch etwas Besseres einfallen sollen. Wir hätten nie miteinander schlafen dürfen. Zumindest ich hätte dich dann in besserer Erinnerung behalten. Ich hätte dich für stilvoller und reifer gehalten und gedacht, dass du dich wirklich kümmerst und mich nicht verletzten wolltest. Der Brief hätte eine ganz andere Wirkung gehabt und ich hätte mit anderen Gedanken an Rom gedacht. Aber dass wir miteinander im Bett waren hat es schlimm gemacht. Du hast mir wehgetan. Und nicht nur das. Hast du auch mal an Jane und Charles gedacht? Die sind auch nicht zusammen wegen uns. Charles hat nach ihr gesucht. Er heißt übrigens Lord Bingley, wenn du Jane davon erzählen willst. Die zwei haben vielleicht noch eine Chance. Aber für dich tut es mir Leid, ich habe schon viel zu viele Gedanken die letzten 10 Monate an dich verschwendet. Ich glaube nicht, dass du wirklich an Liebe gedacht hast. Das kennst du doch gar nicht!"
Er hatte sich in Rage geredet und Elizabeth hatte einfach nur zugehört.
„Jane heißt Gardiner und sie ist die Herzogin von Nargotha", sagte sie dann.
„Na, wenn das alles ist, was du noch zu sagen hast."
„Was soll ich denn noch tun? Entschuldigt habe ich mich bereits. Viel habe ich zu meinen Worten im Brief und gerade eben nicht hinzuzufügen. Ich habe nicht vor, auf Knien um Vergebung zu bitten. Du bist ja auch nicht ganz ehrlich gewesen. Hast du vielleicht vorgehabt, mir am nächsten Morgen zu sagen, dass du Mr. Multimilliardär Fitzwilliam Darcy bist? Du hattest doch auch Angst, dass ich dich nur wegen deines Vermögens nehmen würde. Wie gesagt, ich bereue nichts, ich habe getan, was ich für richtig hielt. Aber ein wenig habe ich mich dann wohl auch in dir getäuscht. Ich denke, unsere Standpunkte sind hiermit geklärt." Will bemerkte das Zittern in ihrer Stimme nicht.
Die Musik war vorbei, das Paar ging in entgegengesetzten Richtungen von der Tanzfläche und Will Darcy verließ den Saal.
