Im Thronsaal findet das Treffen des Runden Tisches statt. Ein Blick in die Runde zeigt ein trauriges Bild: die Schlacht hat große Lücken in die Reihen der Ritter von Camelot gerissen. Jeder zweite von drei Plätzen ist verweist. Die wenigen verbliebenen Ritter diskutieren wild durcheinander. Sir Percival und Sir Gwaine sitzen gelangweilt nebeneinander. Sie beteiligen sich nicht an den Diskussionen. Angespannt beobachten sie die Szene. Ihnen gegenüber, links des Platzes der Königin, sitzt Gaius. Er wirkt in sich gekehrt und abwesend. Besorgt sehen Gwaine und Percival zu ihm herüber.
Als sich die Tür zum Thronsaal öffnet, erheben sich alle Anwesenden. Die Königin tritt ein. Mit erhobenem Kopf und sichtlich gefasst, schreitet sie durch den Saal. Von ihrer vorangegangenen Schwäche ist nichts mehr zu erkennen. Ihre Selbstsicherheit ist zurück. Ihr auf dem Fuße folgt Sir Leon. Als sich die Königin setzt, erhebt sich das Stimmengewirr von Neuem. Der Platz neben ihr ist frei und wird es bleiben. Es ist der Platz des Königs. Sir Leon stellt sich hinter seinen Stuhl: „Ich eröffne die heutige Versammlung. Ich bitte jeden hier Anweisenden nacheinander sein Anliegen vorzutragen." Er setzt sich. Betretenes Schweigen folgt. Zaghaft erhebt sich der Ritter, der neben Sir Gwaine sitzt. Alle Augen sind nun auf ihn gerichtet, als er beginnt: „Ich komme direkt aus dem Süden unseres Königreiches. Die Menschen dort sind verunsichert, sie haben Angst. Die Ritter und Adligen, die ich unterwegs aufsuchte, sind besorgt." Er hält inne und sieht in die Runde. „Sie fürchten, dass das Königreich ohne Führung untergehen wird. Sie fürchten Camelot ist derzeit nicht in der Lage, sie zu beschützen. Sie verlangen eine Entscheidung für die Zukunft des Landes." Er sieht die Königin direkt an: „Sie haben Euch ausnahmslos ihre Zustimmung und Ergebenheit signalisiert. Sie versichern Euch ihre Treue. MyLady, sie bitten Euch in die Fußstapfen des Königs zu treten." Er sieht erneut in die Runde, bevor er sich setzt. Alle Augen sind jetzt auf die Königin gerichtet. Aber diese reagiert nicht, sie starrt in die Mitte des Tisches. Erneut betretenes Schweigen bis sich ein nächster Ritter erhebt: „Ich habe ähnliches zu berichten. Ich soll Euch ausrichten, dass sich einige der Lords aus dem Nordwesten bereits auf den Weg gemacht haben um Euch bei Eurer Krönung beizuwohnen und um Euch ihre Treue zu versichern. Sie werden in den nächsten Tagen hier eintreffen." Sir Gwaine und Sir Percival tauschen Blicke, als sich der Ritter wieder setzt. Unruhe folgt, bis schließlich ein weiterer Ritter das Wort ergreift: „Ich habe weniger gute Neuigkeiten. König Alined ist ebenfalls auf dem Weg hierher. Er möchte die Klärung der Thronfolge ebenfalls beobachten. Ich denke, wir wissen all was das bedeutet." Nach eine kurzen Pause fügt er hinzu: „Ärger." Als er sich setzt, kommt erneut Unruhe auf. Alle reden durcheinander. Sir Leon erhebt sich, streng sieht er in die Runde und das Gemurmel verstummt augenblicklich. Er wendet sich seiner Königin direkt zu, sein Blick ist flehend: „Bitte MyLady, wir brauchen eine Lösung. Eine möglichst schnelle Lösung. Bitte, Ihr habt es selbst gehört. Das Königreich ist in Gefahr. Ihr müsst des Königs Nachfolge antreten. Er hat Euch erwählt, er hat Euch dazu bestimmt. Er hat Euch das Siegel des Königs zukommen lassen. MyLady, wir Ritter, wir stehen geschlossen hinter Euch." Er setzt sich, erneut folgt betretenes Schweigen.
Überraschend erhebt sich die Königin. Sie sieht jedem einzelnen ihrer Ritter ins Gesicht. Sie sieht ihre Hoffnung und ihre Furcht. Sie seufzt: „Euer Vertrauen ehrt mich sehr. Daher habe ich eine Entscheidung getroffen. Es ist eine Entscheidung der Vernunft, nicht des Herzens." Sie hält inne und atmet durch bevor sie fortsetzt: „Ich weiß, dass Arthur noch lebt. Ich bin mir dessen sicher, ich kann es fühlen. Und ich weiß, er wird zurückkehren. Aber ich weiß auch, dass Camelot solange nicht warten kann." Erneut atmet sie tief durch: „Daher habe ich mich entschlossen, mich zur Königin von Camelot krönen zu lassen." Sie sieht erneut in die Runde ihrer Ritter: „Wenn Arthur zurückkehrt, wird er noch ein Königreich vorfinden. Das verspreche ich euch." Alle Ritter erheben sich, die Zuversicht ist in ihre Augen zurückgekehrt. Sie rufen: „Lang lebe die Königin! Lang lebe die Königin!"
