Siebtes Jahr in Hogwarts

Draco war sich nicht sicher, was gerade passierte.
Merkwürdige Erinnerungen von einer braunhaarigen Gestalt tauchten weiterhin auf. Er erinnerte sich nicht, wer sie war.
Aber er erinnerte sich, was passiert war.

Draco. Komm weg von ihr. Sie ist ein Schlammblut", sagte sein Vater zu ihm.
„Aber Vater, sie ist meine beste Freundin!", erwiderte er etwas in Rage.
Lucius Malfoy fühlte Wut in sich aufsteigen.
„Draco Malfoy, du hörst mir zu. Voldemort wird kommen und uns kriegen, wenn wir ihn betrügen. Er wird auch das Schlammblut verfolgen. Willst du das? Willst du, dass sie stirbt? Ich möchte nicht, dass wir sterben, Draco. Also hör mir zu. Du wirst nicht mehr mit ihr befreundet sein. Es ist zu gefährlich für uns, verstehst du?", erklärte Lucius während er Dracos Schultern fest hielt.
Der Sechsjährige wusste nicht, was er tun sollte. Er war verloren. Verwirrt.
„Okay, Vater", wisperte er und eine Träne rann aus seinen Augen.

Was war passiert? Er erinnerte sich an diesen ganzen Kram, der vor langer Zeit geschehen war.
Er wusste nicht einmal, wer diese Person war!

Draco!", schrie die sechs Jahre alte Brünette glücklich, als sie auf ihn zu rannte um ihn zu umarmen.
„Geh weg", äußerte Draco nach unten schauend.
„Aber ich –"
Das Mädchen wurde unterbrochen: „Geh weg … Schlammblut", fauchte Draco und schluckte, bevor er das Wort „Schlammblut" sagte.
Eine Träne rann ihr über das Gesicht.
„Schön. Ich will nicht mehr mit dir reden. Lass mich IN RUHE."
Und die Brünette rannte weinend davon.
Nach diesem Moment hatten sie beide versucht zu vergessen, was passiert war. Und das taten sie. Sie waren nicht länger befreundet.

„Was zur Hölle?", dachte sich Draco.
Genau in dem Augenblick kam eine Eule durch das Fenster geflogen.
„Danke", meinte er und nahm der Eule den Brief ab.

Hallo Draco. Hier ist deine Mutter. Bitte geh später um 17:30 Uhr in Dumbledores Büro. Es ist wirklich wichtig. Ich werde auch da sein. Bitte versäum das nicht. Es geht um Leben und Tod und es involviert dich und Hermine. Bring Hermine Granger auch mit. Vergiss nicht: 17:30 Uhr. Ich liebe dich.
~ Narzissa

„Oh Gott. Bin ich in Schwierigkeiten? Ist jemand gestorben?", erwog er laut.
Er war besorgt. Was war passiert? Was war so dringend?
Und warum sollte er … das Schlammblut mitbringen?

-.-.-.-

Im Korridor

„Granger! Granger! Hör zu!", brüllte Draco vom gegenüberliegenden Ende der Halle.
„Was, Frettchen?", sagte Hermine genervt.
„Wir müssen uns um 17:30 Uhr mit Dumbledore treffen. Es ist wichtig", erwiderte Draco.
„Warum? Sind wir in Schwierigkeiten? Und woher weißt du das? Hat Dumbledore dir das gesagt?", fragte Hermine halb besorgt, halb neugierig.
„Ich bin nicht sicher. Ich habe einfach einen Brief von meiner Mutter bekommen laut dem es um Leben oder Tod geht und es betrifft uns", sagte Draco leise, als gäbe es nichts, worum man sich Sorgen machen müsste.
Hermines Augen andererseits weiteten sich.
„LEBEN ODER TOD? UND ES BETRIFFT UNS? WIE KANNST DU SO RUHIG SEIN? WIR KÖNNTEN SOGAR STERBEN!", kreischte Hermine.
„Weiß nicht. Wir müssen einfach abwarten, Granger."
Draco war noch immer die Ruhe selbst.

-.-.-.-

Es war 17:28 Uhr und Draco dachte daran, dass es Zeit war, dass er und Granger losgingen.
Sie saß am Tisch der Gryffindors in der Großen Halle, als Draco ging um sie zu holen.
„Lass uns gehen. Jetzt", forderte Draco.
„Oh jaah. Fast 17:30 Uhr. Bye Harry. Bye Ron", sagte sie und ging mit Draco davon, bevor Harry und Ron etwas erwidern konnten.
Sie waren ziemlich schnell weg.
Ron kam überhaupt nicht dazu, irgendwelche Fragen zu stellen.
„Was zur Hölle! Was will Malfoy mit unserer Mine machen?", frage er –, aber es klang wie eine Forderung.
„Weiß nicht. Beruhig dich. Sie hasst ihn, weißt du noch? Nichts so Schlimmes kann passiert sein", beschwichtigte Harry ihn.

-.-.-.-

Professor Dumbledores Büro

„Ah. Draco, Hermine. Ihr seid hier."
Dumbledore lächelte.
„Hallo Professor. Worüber wollten Sie mit uns reden?", fragte Hermine.
„Ah, ja. Narzissa ist hier, um mit euch zu reden", erwiderte Dumbledore.
Eine hochgewachsene, schlanke, blasse und blonde Frau trat ein.
„Hallo Draco. Hallo Hermine. Es gibt etwas sehr Wichtiges, das wir besprechen müssen", begrüßte Narzissa sie mit einem Lächeln.
Draco und Hermine setzten sich hin und atmeten tief ein, auf „die wichtige Angelegenheit" wartend, die besprochen werden musste.
„Nun ja, als ihr jung wart, wart ihr beste Freunde. Sehr enge Freunde", meinte Narzissa – nun nicht mehr so glücklich wirkend, wie noch eine Weile zuvor.
Draco glotzte seine Mutter an, während Hermine einfach nur da saß … geschockt.
„Und eines Tages habt ihr beide einen Schwur geschworen. Eigentlich war es mehr als ein Schwur. Ihr habt den Unbrechbaren Schwur geschworen", fuhr Narzissa fort und schaute hinab auf ihre Füße.
„Worum ging es bei dem Schwur?", fragte Draco seine Mutter.
„Der Schwur handelte …", sie holte tief Luft und fuhr fort. „Ihr habt geschworen einander nach Hogwarts zu heiraten …" Narzissa blickte auf und schaute Draco und Hermine an.
„WAS?", sagten Draco und Hermine gleichzeitig.