So, also endlich auch mal ein neues Kapitel von uns...
Disclaimer: Okay, im Grunde gehört uns fast alles, nur das was euch bekannt vorkommt, das gehört uns nicht. Dabei hätten wir es doch sooooo gerne...
Kapitel 4
Über ein merkwürdiges Dinner
Von der Neugier übermannt, pirschte Hannah sich vorsichtig in Richtung der beiden Streithähne. Je näher sie kam, desto besser konnte sie Konturen in dem Licht entdecken: Konturen, die wirklich auf ein Buch hindeuteten über das sich ein Lichtkegel spannte.
Gerade als sie nah genug war um die Schrift entziffern zu können, sah sie noch wie sich eine Seite, die aus Helligkeit zu bestehen schien, hob und von alleine umblätterte. Innerlich fluchte sie. Sie hätte einfach zu gerne gewusst, was dort bisher geschrieben stand.
Jetzt sah sie wie sich feine Linien auf dem Blatt bildeten und zu Worten wurden:
Nun gut, man kann niemanden zu etwas zwingen, nicht wahr? Besonders wenn man so stur ist wie du, Padfoot. Ich werde euch beide jetzt alleine lassen. Aber vergiss nicht, du bist nur eine Romanfigur, also benimm dich auch wie eine.
Mit einem unschuldigen Plop verschwand das Buch.
„Ich hasse dieses verfluchte Mistding! Ich hasse es, ich hasse es, ich hasse es!", schrie Sirius die Stelle an, an der sich vorher noch das Objekt seines Hasses gezeigt hat. Hannah wich einen Schritt vor ihm zurück, denn nicht nur seine Worte sondern auch sein Gesicht waren ein Spiegel der Wut, die in seinem Inneren brodeln musste.
Sie hätte besser an ihrem Platz bleiben sollen. Es war eh ein Wunder, dass Sirius sie noch nicht entdeckt hatte, sie stand eben noch fast neben ihm.
So plötzlich wie sich der Zauberer umdrehte, hatte sie kaum eine Chance zu reagieren. Sie erstarrte, als sie sich auf einmal den blitzenden Augen des Animagus gegenüber sah.
„Hatte ich dir nicht gesagt, du sollst dort bleiben?", mit einem zitternden Zeigefinger, deutete er auf die Tür.
„Ich... ich wollte doch nur sehen, was da war", Hannah fühlte sich wie ein Kind, was gerade dabei ertappt worden war, wie es Süßigkeiten stahl.
„Das war doch viel zu gefährlich für dich! Du kennst dich nun mal nicht mit Zauberei aus!"
„Tut mir Leid", murmelte die Lehrerin und blickte verlegen auf den Boden. Bis jetzt hatte sie Sirius noch nicht von dieser Seite kennen gelernt und auch sonst gab es kaum einen Mann, der sie je so zurecht gewiesen hatte. Ihr Vater war schon als sie klein war an Krebs gestorben und danach war sie in einer rein weiblichen Familie aufgewachsen: Ihre Mutter, ihre Schwester und Hannah selbst.
„Tut mir Leid, tut mir Leid. So was hilft dir trotzdem nicht, wenn du hinterher tot auf der Erde liegst!" Er unterstrich seine Worte mit wildem
Hannah schluckte und wich ein weiteres Stück zurück. Er hatte ja irgendwie Recht, dies war seine Domäne. Sie kannte sich nun wirklich nicht mit Magie aus.
Sie wollte gerade den Mund öffnen, um ihm das mitzuteilen und um ihm zu versichern, dass es nicht noch einmal passieren wird, als sie nur noch sah, wie sein Mantel im Gang verschwand.
Sollte sie ihm folgen, oder sollte sie lieber zu den beiden anderen zurückkehren? Unschlüssig starrte sie den Punkt an, wo der lange Tunnel begann. Nein, egal in welcher Laune er war, sie würde ihn jetzt nicht alleine lassen. Zu zweit war es immer noch sicherer als alleine, auch wenn sie nur – wie nannte Sirius sie gleich? Ach ja – eine Muggel war.
Mit vorsichtigen Schritten ging sie den selben Weg, den der Animagus kurz zuvor eingeschlagen hatte. Nach kurzer Zeit hatte sie ihren Wegbegleiter mit der verdrießlichen Miene wieder eingeholt. Er war völlig vertieft in ein Starrduell mit einer Spinne, die mitten im Tunnel hing. Mit vor der Brust verschränkten Armen hatte er sich vor sie aufgebaut und sah sie mit einem so giftigen Blick an, das jeder Wolf Reißaus genommen hätte. Die Spinne hingegen hing unbekümmert im ihrem Netz, so weit man das bei einer Spinne feststellen konnte.
„Ähm", räusperte sich Hannah.
Sirius schrak zusammen und drehte sich blitzschnell um, sodass sich die Frau nun der Spitze seines Zauberstabs gegenübersah. Kurz darauf konnte sie sehen, wie sich sichtliche Erleichterung auf seinem Gesicht einstellt.
„Du bist es", sagte er und es klang fast wie ein Keuchen. „Könntest du bitte aufhören mich dauernd zu erschrecken." Doch diesmal hatte seine Stimme nicht den scharfen Unterton, den sie vorhin noch gehabt hatte, sondern sie klang viel mehr müde und erschöpft.
„Na ja, ich kann's probieren", erwiderte Hannah mit einem schwachen Lächeln.
„Gut", antwortete Sirius und bei ihm stellte sich ebenfalls etwas wie ein Lächeln ein.
„Hast du ebenfalls Angst vor Spinnen?"
„Nein, bis jetzt nicht. Wieso denn ebenfalls? Hast du etwa Angst vor ihnen?", das Lächeln mutierte zu einem schwachen Grinsen.
„Nein, nein", wehrte die Blondine mit einem Lachen ab. „Lyra hat Angst vor ihnen, besser gesagt, sie findet sie unsympathisch, wenn du verstehst, was ich meine", fügte sie mit einem Zwinkern hinzu. Es war einfach zu herrlich wie die sonst so toughe Frau bei dem Anblick einer Spinne am liebsten wegrennen würde. Aber zugeben, dass sie Angst vor Spinnen hatte, war nicht Lyras Ding, also deklarierte sie es als „gegenseitige Abneigung" oder schlicht weg als einfaches „ich mag sie nun mal nicht".
„Ahh, Miss Madison findet Spinnen also unsympathisch", stellte Sirius mit einem Grinsen fest, das darauf vermuten ließ, dass er nichts gutes im Schilde führte. „Wenn das so ist, dann hat sie wohl ein Date heute Abend."
Mit einem Mal streckte er die Hand in Richtung Spinne aus und ergriff diese. Er öffnete seine Hand kurz darauf, sodass das kleine schwarze Tier anfing loszukrabbeln und zwar in Richtung von Sirius Oberarmen. Doch dies hinterließ bei dem Zauberer keine Wirkung. Er zückte seinen Zauberstab und mit einer eleganten Bewegung erschien ein kleines Kästchen in seiner Hand. Dieses öffnete er und ließ die Spinne dort mit einem Wink seines Zauberstabes hineinfliegen.
„So, dann mal weiter, was? Vielleicht finden wir ja noch mehr Spinnenfreunde."
Hannah konnte sich ein Lachen einfach nicht verkneifen. Sie wusste zwar wie fuchsteufelswild ihre Freundin sein würde, wenn man sie mit einem Haufen ihrer achtbeinigen Widersacher konfrontieren würde, aber die Aussicht auf ihrer Gesichtsausdruck war einfach zu himmlisch. Gut, sie würde sich ebenfalls einer Predigt unterziehen müssen, wenn es Lyra klar wurde, dass es die Frau war, die sie für ihre beste Freundin hielt, die die streng geheime Information an gerade den Mann weitergegeben hat, der der guten eben noch auf unerhörte Weise mitgeteilt hat, dass sie sich keine Hoffnungen darauf machen sollte, auf die Schnelle wieder in einem Bett schlafen zu können. Aber für einen guten Augenblick musste man halt Opfer bringen, das war zumindest immer Lyras Rede.
Außerdem hatte es noch eine andere erstaunliche Nebenwirkung Sirius Laune hatte sich schlagartig von der eines miesepetrigen, im innern brodelnden Erwachsenen in die eines unschuldigen oder in diesem Fall weniger unschuldigen Kindes verwandelt, das im Begriff war der von allen Seiten gefürchteten Lehrerin einen streich zu spielen. Nur das es dieses Mal die beste Freundin der Lehrerin traf und sich Hannah nicht wirklich als gefürchtet einstufen würde.
Der Tunnel hatte sich, soweit Hannah das noch wusste, nicht verändert. Ihr fiel auf, dass Sirius die ganze Zeit über eine angespannte Haltung hatte und nur bei dem Verdacht auf das kleinste Geräusch innehielt und lauschte. Na ja, Vorsicht war eben die Mutter des Porzellankiste.
Doch wie sich herausstellte war gab es überhaupt kein Porzellan, das man zertrümmern konnte. Nichts geschah. Sie fanden nichts, was sich auch nur annähernd eines zweiten Blickes wert erwiesen hätte (wenn man von den paar Spinnen absah, die in das Lyraschreck-Kästchen wanderten, wie es der stolze Besitzer nannte).
Auch auf dem Rückweg, bei dem die beiden dazu übergegangen waren, selbst die Wände und den Boden abzutasten und der Zauberer auf magische Art und Weise alles ausleuchtete, gab es nichts ungewöhnliches zu entdecken, nichts was auf einen Ausweg hindeutete. Mit jedem Schritt bei dem sie nichts fanden, wurde Hannah mehr und mehr bewusst, dass sie den Ort hier wohl für eine Zeit als ihr Zuhause betrachten müsste. Der Gedanke daran, dass sie ihre Mutter und den Rest der Familie und Freunde erst mal wieder sehen würde – sie wagte, daran zu denken, dass es sich vielleicht zu einem niemals transformiert -, füllte sie mit Unbehagen und Trauer. Der Animagus schien wohl ähnliche Gedanken zu haben, da seine Miene sich immer mehr verdunkelte.
Nichts desto trotz schlich sich bei ihr das Gefühl ein, dass sie Sirius, wenn er auch am Anfang ihrer Exkursion geradezu unheimlich war, mochte. Er hatte, obwohl er sehr angespannt wirkte, ihr so einiges von seiner magischen Welt erzählt (sie wollte nicht auch nur im entferntesten daran denken, wie es sein musste auf einem fliegenden Motorrad zu sitzen, der bloße Anblick eines solchen Monstrums genügte ihr meist). Seine Geschichten hat er mit einigen Witzen und sarkastischen Kommentaren versüßt und als Gegenleistung hatte sie einiges aus ihrem Leben erzählt, das ihr gegen seins fast schon unnatürlich normal vorkam, dass sie sich schon fast dafür schämte keine Geschichte über fliegende Teller, die nicht auf ihre Besitzerin hören wollten, zum Besten geben zu können. Aber Sirius schien ihr sichtlich normales Leben fast eben so zu beeindrucken wie sie seins.
Somit hatte sich der Ausflug in gewisser Weise doch noch gelohnt. Wenn er sie auch nicht auf der Suche nach einem Weg nach draußen weitergebracht hat. So war es doch ein netter Zeitvertreib gewesen.
Zumindest für Hannah.
oOoOoOo
„Und, wart ihr erfolgreich?", Lyra zwinkerte kurz ihrer Cousine zu, bevor sie sich mit einem breiten Grinsen an die beiden Zielobjekte ihrer „Schlafplatzverbesserungsaktion" wendete.
Das größere der beiden Objekte schaute sie mit einem ebenso breiten Grinsen an und nickte; „Zwar haben wir nicht auch nur den geringsten Hinweis auf einen Ausgang gefunden, doch hat etwas unseren Weg gekreuzt, dass den Entertainmentfaktor des heutigen Abends erheblich steigern wird." Dabei zwinkerte dieser der Blondine neben ihm zu, die daraufhin verhalten zurück grinst.
„Ich mach uns dann mal zur Feier des Tages etwas zu Essen", verkündete Sirius und verschwand darauf hin nach oben.
Lyra sah dem selbsternannten Koch leicht zögerlich hinterher. „Kann er das denn überhaupt, oder grenzt es eher an Selbstmord nachher was von dem zu essen, was er da oben fabriziert?"
Sue sah ebenso zweifelnd aus. „Ich denke man sollte das heutige Abendessen vielleicht lieber mit Vorsicht genießen."
„Vielleicht sollte mal jemand hoch gehen und gucken, dass er da keinen Mist baut", schlug Lyra vor. Ihr war das ganze nun wirklich nicht geheuter und außerdem war das eine super Gelegenheit, um…
„Hannah, willst du nicht gehen, wir haben doch eh keine Ahnung vom Kochen", warf Sue ein, fast als hätte sie die Gedanken ihrer Cousine gelesen.
„Ja, das ist wahrscheinlich die Beste Idee", pflichtete ihr Lyra bei.
Hannah sah leicht verwirrt von einem zum anderen. „Okay, was habt ihr vor?"
Lyra sah ihre beste Freundin unschuldig an. „Wir? Nichts. Wieso sollten wir auch? Als wenn wir je irgendwas hinter deinem Rücken planen würden."
„Ja, genau, ihr doch nicht. Würdet ihr doch nie tun", merkte Hannah mit einem leicht sarkastischen Unterton an.
„Hannah, du musst da hoch, was meinst du, was er da in der Zeit, wo wir hier diskutieren alles ins Essen mischen könnte", mischte Sue sich jetzt ein, wofür sie einen dankbaren Blick von Lyra und einen eher anklagenden Blick von Hannah kassierte.
Kopfschüttelnd machte sich Hannah auf den Weg nach oben.
„Na ja, Punkt eins der Operation lief doch erstmal nicht so schlecht, oder?"
„DAS meine liebe Sue, war erst ein kleiner Schritt auf dem langen Weg zum Erfolg. Aber zu unserem Pech misttraut Hannah uns schon jetzt. Folglich müssen wir diskreter vorgehen. Wenn unsere Opfer unseren genialen Plan erkennen, werden sie ihn wahrscheinlich durchkreuzen."
Für ein paar Sekunden war verzweifelte Anstrengung in Sues Gesicht sichtbar, aber dann verlor sie den Kampf und prustete los. Kurz darauf stimmte auch Lyra in ihr Gelächter ein.
Fußschritte verrieten, dass sie entweder die Aufmerksamkeit der von ihnen abgestellten Kochüberwacherin oder von dem Koch selbst auf sich gezogen hatten.
Kurz darauf sah man Sirius Kopf um die Ecke gucken. Ihn schmückte eine wichtig aussehende weiße Kochmütze.
„Was gibt's bei euch so zu lachen?"
Als Antwort bekam er nur einen erneuten Lachschwall.
„Mein Gott, du denkst wirklich du kannst kochen, oder?"
„Das ist nur Tarnung. Eigentlich kann ich gar nicht kochen, ich wollte euch vergiften, aber jetzt, da ihr meinen Plan durchschaut habt, werd ich es wohl lassen und auf ein anderes Mal verschieben. Das sollte ich machen, wenn nicht irgendwelche Geheimagenten auf mich acht geben."
Sue sah ihn unschuldig an. „Wir würden dir doch nie irgendwelche Geheimagenten auf den Hals jagen, das war ganz allein Hannahs Idee. Sie fand wohl die Idee ganz toll, dir da oben ein bisschen zu helfen."
Die beiden prusteten wieder los.
„Hannah hat das ganze aber ein wenig anders ausgelegt und um ehrlich zu sein, ich finde sie deutlich vertrauenswürdiger als euch."
„Natürlich hat sie das anders erzählt. Es ist auch nicht so ihre Art so was zu sagen wie: Ach, Sirius, eigentlich bin ich nur hoch gekommen um in deiner Nähe zu sein."
Pad sieht die beiden schräg an. „Und was wollt ihr beiden damit nun wieder erreichen?"
„Wir? Wir wollen überhaupt nichts erreichen, als wenn wir je mit irgendwelchen bösen Hintergedanken spielen würden…"
„Nein, nein, natürlich nicht …" Er drehte sich um und ging zurück in sein Küchenreich.
Lyra und Sue warfen sich einen Blick zu und mussten dann laut loslachen.
„Sehr gut, meine Liebe", sagte Lyra, „wir haben soeben erfolgreich den zweiten Feldzug eingeleitet."
„Aber vielleicht sind wir zu offensichtlich. Wie wäre es mit einem Ablenkungsmanöver? Und dann .. dann sitzen sie in der Falle, weil sie nicht damit gerechnet haben." Sue schien einen Moment darüber nachzudenken. „Weißt du was? Vergiss das schnell wieder, ist ´ne doofe Idee, wobei es schon lustig wäre…"
Lyra sieht sie verwirrt an.
„Auf jeden Fall denke ich wir können damit rechnen, dass Hannah in circa einem Monat einen Platz im Bett erobert hat."
„Ich hoffe es, ich hoffe es ..", murmelte Lyra wie eine leidende, der in Aussicht gestellt wurde, dass der Grund ihrer Schmerzen bald nicht mehr da wäre.
oOoOoOo
Eine halbe Stunde später kam Hannah wieder runter, wo sie Lyra und Sue wild miteinander tuschelnd auf einem der Sofas vorfand. Die Blondine versuchte irgendetwas von ihrem Gespräch mitzubekommen, aber sie verstand zwischen dem ganzen Gekicher nur einzelne Worte wie „Tunnel", „Bibliothek" oder „Plan". Manchmal hatte sie wirklich das Gefühl, dass Lyra jetzt alles wieder aufholen wollte, was früher in ihrem Leben schief gelaufen war. Ihre Freundin hatte wirklich eine Menge mitmachen müssen…
Dahast du jetzt keine Zeit zu. Das Essen wird kalt. Und Sirius ungeduldig. Bei dem Gedanken an den Zauberer, der oben in der Küche gespannt auf die drei Frauen wartete musste Hannah grinsen. Sirius konnte sich genauso gut wie ein kleines Kind benehmen.
Die Blondine räusperte sich und musste kichern, da Lyra und Sue auf einmal aufschreckten und sie dann mit einer Unschuldsmiene anguckten.
Hannah verzichtete darauf die beiden zu fragen, was sie nun schon wieder ausgeheckt hatten, da sie genau wusste, das sie erfolglos bleiben würde, und beschränkte sich auf ein: „Das Essen ist fertig."
Zögernd standen Lyra und Sue auf, sie schienen Sirius' Kochkünsten immer noch nicht so recht zu vertrauen. Und in Anbetracht der Dinge, die sie erwarteten, würden sich ihre Vermutungen nur bestärken, was dazu führen wird, dass der Animagus wahrscheinlich nie mehr die Küche ohne weibliche Aufsicht betreten darf. Der Gedanke daran stellte sie vor einen harten Kampf: Ihr Gegner (ein verräterreiches Lächeln) probierte sich seinen Platz in Hannahs Mimik zu erringen und die Besitzerin des Schlachtfeldes (nämlich ihr Gesicht) tat alles damit dieses scheiterte, da es sonst zuviel geheimes Wissen den beiden anderen Frauen preisgeben würde. Allerdings verrieten ihr verbündete Nerven, dass sie dabei war diesen Kampf zu verlieren. Da half nur noch eins: Sie musste den Feind daran hindern, die Informationen weiterzugeben. Gott sei dank fiel ihr gerade noch rechtzeitig die passende Lösung ein: Flucht! Ohne noch lange zu überlegen drehte sie sich also zur Treppe und überließ es den anderen ihr zu folgen.
Der Anblick, der sie in er Küche erwartete, sorgte dafür, dass Hannah den Kampf gegen das Lächeln endgültig verlor. Sirius stand hinter dem fertig gedeckten Tisch, der mit einem Teller, über den eine Wärmeglocke gestülpt war, und einem Glas an jedem Platz ausgerüstet war, und schaute sie mit einem Blick an, den man sonst nur von Kindern kurz vor der Bescherung kannte. „Und? Kommen sie?", fragte der Zauberer sie.
„Natürlich. Sie sind nur noch etwas skeptisch, ob sie deinen Kochkünsten auch wirklich trauen können."
Sirius grinste: „Wenn die…" – Er hörte auf zu Reden und ging in Richtung Treppe. Auch Hannah konnte hören, wie Lyra und Sue nach oben kamen und dabei vor sich hin kicherten. Die Lehrerin rollte mit den Augen. Konnten die beiden denn nichts anderes mehr? Na ja, im Grunde war es ja auch egal. Ihnen würde ihre gute Laune gleich schon noch vergehen… Dieser Gedanke wollte auf Hannahs Miene erneut dieses verdächtige Lächeln hervorbringen. Sie musste sich irgendwie ablenken, sonst würde sie Sirius noch den ganzen Spaß versauen.
Für einen Moment sah sie sich suchend in der Küche um. Aber da war nichts, was ihre Aufmerksamkeit von dem hätte nehmen können, was da gerade mit ihrer besten Freundin und dem Chefkoch des Hauses passierte. Ihr blieb also nicht viel Anderes übrig, als zu beobachten, wie Sirius nacheinander Lyra und Sue einen Platz zuwies, bevor er Hannah selbst den Platz neben sich anbot. Sirius saß Lyra jetzt genau gegenüber. Damit er, nach eigener Aussage, die beste Sicht hatte.
„Na dann, lasst es euch schmecken", verkündete der „Koch" und hob damit die Wärmeglocke von seinem eigenen Teller.
Jetzt ging alles sehr schnell. Ohne zu zögern machte Lyra es Sirius gleich, doch kaum hatte sie ihren Teller freigelegt schrie sie auch schon auf, warf den metallenen Deckel durch die halbe Küche und machte dabei einen Riesensatz nach hinten.
Auf Lyras Teller saß eine wahre Spinnenversammlung, die sich nun, nachdem sie endlich befreit worden waren, in alle Richtungen verteilte.
Hannah schaute schuldbewusst zu ihrer Freundin die mittlerweile auf ihrem Stuhl stand oder viel mehr kauerte und die ganze Zeit nur „Macht sie weg, macht sie weg" hervorbrachte.
Der Mann neben der Blondine schien sich allerdings prächtig zu amüsieren, genau wie Sue, die sich vor lachen kaum auf ihrem Stuhl halten konnte.
Die Frau auf dem Stuhl schien ihren ersten Schock überwunden zu haben und an Stelle von Angst meinte Hannah jetzt eher Wut in ihren Augen sehen zu können. Oh, oh, das konnte für die Lehrerin nichts gutes Bedeuten. Sie kannte diesen Blick und sie wusste auch was diesem Blick folgen würde…
„Hannah McGrey kann es sein, dass ich dir das ganze hier zu verdanken habe?", blaffte Lyra sie an.
Die Angesprochene kam sich ein bisschen so vor, als wäre sie wieder 20 Jahre jünger und gerade von ihrer Mutter beim stibitzen irgendwelcher Süßigkeiten erwischt worden. Nicht das sie je selbst auf die Idee gekommen wäre einfach so Süßigkeiten aus dem Schrank zu nehmen. Es war immer Hannahs Schwester gewesen, die sich so etwas ausgedacht hatte. Oder zumindest versuchte sich die Lehrerin das seit einigen Jahren einzureden.
Sirius grinste und noch bevor Hannah selbst dazu kam zu antworten, hatte er sich schon die Freiheit genommen dies für sie zu tun: „Natürlich, ich meine, wie wäre ich denn sonst auf die Idee gekommen, dass unsere kleinen Vierbeinigen Freunde hier", und dabei hob er eine der Spinnen, die noch auf dem Tisch saß, an einem Bein hoch und hielt sie vor Lyras Gesicht. Diese schreckte dabei wiederum ein Stück zurück. „zu deiner absoluten Leibspeise gehören."
Das war zu viel für Lyra. Hannah konnte praktisch sehen, wie dieser Spruch von Sirius das was zum übergelaufen gebracht hatte.
„Na vielen Dank", wurde sie von ihrer Freundin angeblafft, „eine echt super Freundin hab ich da." Mit diesen Worten sprang Lyra von ihrem Stuhl und verließ so schnell sie konnte die Küche nach unten.
Das war's auch schon wieder, zumindest fürs erste. Wenn es euch gefallen hat, oder wenn ihr gerne konstrucktive Kritik loswerden wollt, dann schreibt uns einfach eine Review...
